Rezension

Yuna Stern – Nr. 799

Kurzbeschreibung
Seit sie in jener fremdartigen Anstalt zum ersten Mal die Augen aufgeschlagen hat, weiß sie nicht mehr, wer sie ist, woher sie kommt, was sie dorthin geführt hat. Sie ist zur Nummer geworden, zur Siebenhundertneunundneunzig. Sie sagen ihr, sie sei gestorben, aber sie kann sich an keinen Autounfall erinnern. Sie sagen ihr, sie solle vergessen, aber sie weiß, dass sie einen Weg zurück finden muss. Nur eine Person kommt ihr merkwürdig bekannt vor: die Nummer Achthundert, der Junge mit den graublauen Augen. Irgendwas stimmt mit diesem Ort nicht und irgendwie ist er der Schlüssel zu all ihren Erinnerungen… ~ Quelle

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Meine Meinung
Auf „Nr. 799“ bin ich nur durch eine Empfehlung gestoßen und ich muss zugeben, dass ich es ohne einer solchen wohl auch nicht gelesen hätte. Nun, wo ich das Ebook endlich beendet habe, bin ich zwar froh es gelesen zu haben, ein zweites Mal muss aber definitiv nicht sein, denn dafür hat das Buch nach ungefähr der Hälfte zu stark abgebaut.

Yuna Stern hat sich mit „Nr. 799“ sicherlich sehr viel Mühe gegeben, allerdings gab es auch sehr viele langatmige Stellen, bei denen der Lesespaß deutlich gesunken ist. Die Geschichte beginnt sehr stark und man ist als Leser direkt in den Geschehnissen, leider baut die Geschichte jedoch nach der Hälfte mindestens genauso stark ab, da besonders im Mittelteil einfach nichts passiert. Man erfährt zwar hier und da ein paar kleine Bruchstücke, jedoch sind diese so gering, sodass es immer mehr Fragen gab und viel zu wenig Antworten. Die Dialoge sind stellenweise sehr einfach gehalten, auch sonst liest sich das Buch sehr leicht und fast schon zu einfach. Hätte man die Geschichte auch in der zweiten Hälfte noch spannend gestaltet und hätte man mehr Antworten erhalten, wäre dieses Ebook deutlich besser gewesen.

Die Figuren haben mir dagegen sehr gefallen, auch wenn diese am Anfang recht gewöhnungsbedürftig sind. Nr. 799 stirbt mit 17 Jahren bei einem Autounfall und erwacht in einer Anstalt, bei der die Menschen, bzw. dessen Geister ausgebildet werden, um verstorbene Seelen zu überführen. Ihr wird dort erzählt, wie sie vor ihrem Tod hieß und was sie ungefähr in ihrem Leben gemacht hat. Hannah, wie Nr. 799 heißt, kann ihren Tod nicht so ganz akzeptieren und stellt immer wieder Fragen zu dieser Anstalt, die ihr jedoch nicht beantwortet werden. Bis zum Schluss tappt das Mädchen genauso im Dunkeln, wie auch schon der Leser. Sie ist oftmals sehr schlecht gelaunt, handelt stellenweise ungerecht und abweisend und hat auch schon in ihrem Leben den ein oder anderen groben Fehler begonnen. So war sie mit einem Jungen zusammen, der ihr quasi nichts bedeutet hat und litt unter der Scheidung ihrer Eltern, sowie dem Verhalten ihres Vaters. In der Anstalt schafft sie es nur schwer, Anschluss zu den anderen ‚Geistern‘ zu finden und vertraut nur wenigen Menschen. Dazu gehört auch David, der als Nr. 800 in der gleichen Abteilung aufgeführt ist. Die beiden Jugendlichen verstehen sich sofort und werden zu Vertrauten, was jedoch in der Anstalt verboten ist.

Die erste Hälfte der Geschichte ist noch sehr spannend. Hannah lernt ihre Ausbilder, ihre Mitschüler und die Ärzte kennen und versucht sich, mehr schlecht als recht, in der Anstalt einzuleben. Der Unterricht und die jeweiligen Ausbilder können unterschiedlicher nicht sein, aber dennoch fand ich allesamt sehr interessant, nur leider wird das Buch ab der Mitte so schwach und schwammig, dass ich immer mehr das Interesse verloren habe. Das soll nun aber nicht heißen, dass die Geschichte schlecht sei, denn das ist sie gewiss nicht. Ich habe nur gehofft, dass ich mehr über die Anstalt und das Leben nach dem Tod erfahren hätte, was jedoch nicht eingetroffen ist.

Einige Fragen werden zwar zum Ende hin aufgelöst, dies geschah meiner Meinung nach jedoch eher lieblos, da ich das Gefühl hatte, die Autorin hätte selbst keine Antworten auf die vielen unbeantworteten Fragen. Das Ende selbst ist zwar interessant, aber auch sehr schwach, denn es gibt quasi kein richtiges Ende, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Da ich das Ende jedoch nicht spoilern möchte, kann ich leider nicht weiter darauf eingehen, da es sonst zu vorhersehbar sein könnte. Ich würde mir jedenfalls noch einige Antworten zur Anstalt und den dort anwesenden ‚Geistern‘ wünschen, jedoch bezweifel ich, dass es nach diesem Ende eine Fortsetzung geben könnte. Wünschenswert wäre es aber dennoch.

Das Cover ist jetzt leider nicht unbedingt der größte Hingucker, aber dennoch durchaus passend, denn es wirkt mindestens genauso steril wie auch die Anstalt, von daher kann man zumindest sagen, dass dies sehr gut ausgewählt wurde. Die Kurzbeschreibung liest sich ebenfalls sehr gut und fasst das Wichtigste zusammen.

„Nr. 799“ ist sicherlich kein Meisterwerk, aber dennoch eine nette Geschichte für Zwischendurch, die jedoch an einigen Stellen stark nachlässt. Besonders durch die erste Hälfte und den interessanten Charakteren würde ich das Buch mit Sicherheit nicht zu negativ bewerten, denn die vielen Ideen und guten Ansätze waren deutlich zu spüren, wenn auch oftmals noch ausbaufähig. Ich würde mich freuen, wenn ich noch weitere Bücher von Yuna Stern lesen könnte, denn Talent ist bei ihr massenhaft vorhanden.

5 Kommentare zu „Yuna Stern – Nr. 799

  1. Schlecht ist es wirklich nicht und ich denke, es wird dir gefallen. Ich habe nur mit einem anderen Ende gerechnet und bin daher ein wenig enttäuscht

  2. Gute Rezi! Damit hat sich für mich zumindest das Buch erledigt, das ist mir definitiv zu wenig – schwaches Ende und wenig Aufklärung … dann lieber ein schwacher Anfang und ein starkes Ende 😉

    GLG, A. Weltenwanderer

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