Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Penelope Ward – Off Limits – Wenn ich von dir träume

Penelope Ward habe ich erst im vergangenen Jahr so richtig für mich entdeckt und wollte somit für das Jahr 2022 gleich mehrere Werke von ihr lesen. Den Auftakt macht dabei „Off Limits – Wenn ich von dir träume“. Da die Geschichte wirklich vielversprechend klang, habe ich mir sehr viel von dem Werk erhofft und wurde am Ende doch so sehr enttäuscht, dass ich es sogar abgebrochen habe.

Allein schon das Cover ist leider etwas verwirrend, denn auf dem diesem sehen wir ein Paar, das ungefähr gleichaltrig ist. Dies trifft jedoch auf die Geschichte überhaupt nicht zu, denn in diesem Buch wird immer wieder erwähnt, dass Noah deutlich älter als Heather ist und sie erst 20 geworden ist. An sich finde ich es interessant, wenn mal ein Protagonist älter als der andere ist, aber hier ist das Cover einfach nur irreführend.

Anderes Problem sind die Figuren selbst, denn gefühlt lacht Noah über praktisch alles, was Heather sagt oder macht. Dass sie sich dabei jedoch eher wie eine 13-jährige als eine 20-jährige junge Frau benimmt, kommt noch dazu. Eine humorvolle Geschichte, die hier beworben wird, habe ich nicht vorgefunden, sondern vielmehr eine Geschichte, bei der sich die Figuren gegenseitig nicht ernst nehmen und sich eher belächeln. Dadurch wirkte die sogenannte Liebesgeschichte auf mich nicht aufrichtig oder authentisch. Somit ist auch der Funke auf mich nicht übergesprungen und ich habe sehr häufig die Augen verdreht und konnte aufgrund dieser Umstände leider gar nicht mit der Geschichte warm werden.

Dazu kommt auch leider ein Schreibstil, der teilweise doch alles andere als ausgereift wirkt. Die Geschichte liest sich immer wieder holprig und manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass Penelope Ward während des Schreibens einige Ideen wieder komplett verworfen, bzw. nicht weitergeführt hat.

Das alles hat dazu geführt, dass ich die Geschichte leider nicht bis zum Schluss durchgehalten habe. Wäre Heather vom Verhalten her ein wenig reifer gewesen und hätte man die Liebesgeschichte glaubwürdiger und vor allem gefühlvoller verkauft, wäre ich sicherlich am Ball geblieben. So habe ich das Buch allerdings frustriert nach knapp 170 Seiten abgebrochen.

Rezension

Tamara Bach – Sankt Irgendwas

Kurzbeschreibung
Irgendetwas ist schrecklich schiefgegangen auf der Klassenfahrt der 10b. Das sagen zumindest die anderen. Und dass es deshalb heute Abend eine Klassenkonferenz mit ALLEN Eltern gibt.
Aber keiner weiß, was genau passiert ist. Eine Art Machtkampf zwischen Schülern und Lehrern. Ob in dem Protokoll mehr steht? Und ob wirklich eine ganze Klasse von der Schule geschmissen werden kann?
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Nach einigen eher weniger positiven Bewertungen habe ich nicht allzu viel von „Sankt Irgendwas“ erwartet. Da mich die Kurzbeschreibung jedoch sehr gereizt und mich auch die Leseprobe überzeugt hat, wollte ich dem Buch trotz kleiner Vorbehalte eine Chance geben und ich wurde nicht enttäuscht.

Tamara Bach hat mit „Sankt Irgendwas“ ein sehr unterhaltsames und ungewöhnliches Buch geschaffen, dass nahezu ausschließlich aus Protokollen besteht. Diese wirken dabei oft sehr roh, sind aber auch gleichzeitig sehr unterhaltsam und sarkastisch und ich mochte die kleinen Bemerkungen, die andere Mitschüler noch hinzugefügt haben. Zwar lernt man die Schüler praktisch gar nicht kennen, sondern erfährt immer nur kleinere Gedankenfetzen von ihnen, allerdings hat mich das absolut nicht gestört.

Die Geschichte, in der die Klasse 10b mit ihrem Klassenlehrer Herr Utz und Frau Kaiser auf Klassenfahrt nach Sankt Irgendwas sind, liest sich durchweg flüssig, unterhaltsam, oftmals sehr witzig und so manches Mal habe ich auch einfach nur den Kopf geschüttelt, wenn der überkorrekte und viel zu strenge Herr Utz seine Launen an den Schülern ausgelassen hat. Denn für Utz hat diese Studienfahrt nur einen Zweck: Die Schüler sollen keinen Spaß haben, sondern werden von Museum zu Museum geschleppt, müssen in brütender Hitze Referate halten und Ausflüge, die einfach nur Spaß machen sollen, sind praktisch tabu.

Was mich allerdings ein wenig gestört hat, ist die reißerische Werbung für das Buch, denn hier heißt es, dass etwas schrecklich schiefgeht, etwas schlimmes passiert ist, etc. So, wie sich das liest, könnte man fast schon an Mord, Vergewaltigung oder sonstiges denken, was hier definitiv nicht der Fall nicht. Hier wäre in diesem Fall weniger mehr gewesen.

Kurz gesagt: „Sankt Irgendwas“ ist insgesamt ein toller Lesespaß, der mich aufgrund der sarkastischen und witzigen Protokolle und den Erzählungen der Schüler:innen vollends überzeugen und begeistern konnte. Bitte mehr davon!

Rezension

Carolin Wahl – Vielleicht Jetzt (Vielleicht #1)

Kurzbeschreibung
Fast hätte Gabriella in Brasilien ihren Flieger verpasst und jetzt sitzt sie auch noch neben diesem unverschämten – oder eher unverschämt gut aussehenden? – Kerl. Na toll! Obwohl er eigentlich ganz süß ist … Aber für die Liebe hat sie ohnehin keine Zeit, schließlich fliegt sie nach München, um ihren Vater kennenzulernen. Undercover beginnt sie ein Praktikum in seiner Catering-Firma. Doch an ihrem ersten Arbeitstag in der Küche stellt sich ihr Ausbilder ausgerechnet als Anton aka ihr Sitznachbar im Flugzeug heraus! Vergeblich versucht Gabriella, gegen die Funken zwischen ihnen anzukämpfen. Denn Anton hat klare Regeln, was Beziehungen am Arbeitsplatz angeht. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Ich habe bereits einige Bücher aus der Feder von Carolin Wahl gelesen und da mir die meisten Werke gut gefallen haben, war ich schon sehr gespannt auf ihre „Vielleicht“-Trilogie. Den Anfang macht dabei „Vielleicht Jetzt“, bei dem ich mir sehr viel versprochen habe. Leider bin ich letztendlich doch ein wenig enttäuscht, da mich besonders die Hauptfigur genervt hat.

Die Geschichte selbst ist sehr lebhaft, flüssig, humorvoll und schön geschrieben und mit einer Catering-Firma wurde ein Setting geschaffen, was man nicht allzu oft in dem Genre hat. Auch die Figuren sind an sich sehr gut ausgearbeitet, sie besitzen allesamt eine gewisse Tiefe und man lernt sie ausreichend kennen. Das Problem ist für mich nur, dass ich mich mit Gabriella leider gar nicht anfreunden konnte und sie mir an so vielen Stellen die Geschichte ein wenig kaputt gemacht hat.

So hat sie sich schon ziemlich schnell am Anfang der Geschichte bei mir unbeliebt gemacht, weil wegen ihr ein ganzer Flieger dreißig Minuten lang warten musste, weil sie Tagträumereien nachgegangen ist. Als wäre das Warten auf sie das selbstverständlichste auf der Welt, betritt sie das Flugzeug mit einem Lächeln und möchte Leuten ein Gespräch aufzwingen, obwohl diese stinksauer auf sie sind. Für sie vollkommen unverständlich und sie bricht erst einmal in Tränen aus, weil die Welt ja so gemein zu ihr ist. Auch in anderen Situationen bekleckert sich Gabriella nicht gerade mit Ruhm, denn sie betont immer wieder, dass sie ein sehr netter und liebenswerter Mensch ist, in Brasilien von allen gemocht wird und sie gar nicht verstehen kann, wenn sie mal von jemanden nicht gemocht wird. Insgesamt war sie mir da viel zu aufgesetzt, unnatürlich und viel zu sehr auf sich selbst bezogen.

Anton als Gegenpart ist zwar auch nicht der sympathischste Mensch auf der Welt, allerdings konnte ich sein Denken und Handeln oft nachvollziehen und habe ihn deutlich mehr ins Herz geschlossen als Gabriella.

Obwohl schnell klar wird, wie „Vielleicht Jetzt“ enden wird, da die Liebesgeschichte zwischen Anton und Gabriella den nahezu typischen Verlauf einer „New Adult“-Geschichte mit sich bringt, geht es in dem Buch doch um weit mehr als nur um das Thema Liebe. Das Thema Kochen spielt hier eine ebenso große Rolle, genauso wie das Thema Freundschaft, aber auch eine praktisch nicht vorhandene Vater-Tochter-Beziehung steht hier ebenso im Vordergrund.

Positiv ist auch, dass die Geschichte in sich abgeschlossen ist und sich der zweite Band „Vielleicht Nie“ um Gabriellas Mitbewohnerin Joana dreht, sodass man auch sie genauer kennen lernen darf, denn für mich war Joana in dieser Geschichte ein absoluter Lichtblick und eine gern gesehene Nebenfigur.

Kurz gesagt: Obwohl „Vielleicht Jetzt“ mit einem tollen Setting daherkommt und humorvoll geschrieben ist, bin ich leider aufgrund der sehr unsympathischen und oberflächlichen Hauptfigur doch teilweise ein wenig enttäuscht, da ich etwas liebenswertere Figuren erwartet habe. Dennoch freue ich mich auf den zweiten Band „Vielleicht Nie“, den ich unbedingt lesen möchte.

Reihenfolge
Vielleicht Jetzt
Vielleicht Nie
Vielleicht Irgendwann (6. April 2022)

Rezension

Lea Freidinger – Schneeflockentanz

Kurzbeschreibung
Zur Weihnachtszeit kehrt Ella in das kleine Städtchen Clearmoor zurück, doch ihr ist gar nicht festlich zumute. Ihr geliebter Vater ist gerade erst verstorben und seine Farm liegt verschneit und verlassen da – abgesehen von Nathan, dem neuen Verwalter, den Ellas Vater noch vor seinem Tod eingesetzt hat. Erst als Ella vor ihm steht, erkennt sie Nathan wieder. Sie waren gemeinsam auf der Schule, und er hat ihr damals das Leben schwer gemacht. Ella ist sich sicher: Das wird ein katastrophales Weihnachtsfest.

Doch dann findet sie das alte Märchenbuch, aus dem ihr Vater immer vorgelesen hat, und darin einen ersten Brief von ihm. An jedem Adventstag tauchen weitere Nachrichten von ihm auf und alle enthalten eine vorweihnachtliche Aufgabe, die Ella erledigen muss: Schlittenfahren, einen alten Film anschauen, Kakao trinken. Dabei steht ihr Nathan überraschend zur Seite und Ella erinnert sich daran, wie wunderbar die Weihnachtszeit sein kann und dass man sie auf keinen Fall alleine verbringen sollte… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Auf der Suche nach schönen und romantischen Weihnachtsgeschichten bin ich durch Zufall u.a. auf „Schneeflockentanz“ von Lea Freidinger gestoßen, das mich nicht nur mit seinem wunderschönen Cover, sondern auch aufgrund der Kurzbeschreibung überzeugen konnte, sodass ich dem Buch nur allzu gerne eine Chance geben wollte. Meine Erwartungen waren hoch und am Ende wurde ich nicht enttäuscht, da mich die Geschichte nicht nur unterhalten, sondern vor allem auch in Weihnachtsstimmung versetzen konnte.

Die Geschichte ist dabei nicht nur sehr schön und flüssig geschrieben, sondern besticht vor allem auch mit der Atmosphäre, die hier vorherrscht. „Schneeflockentanz“ ist nicht nur unterhaltsam und teilweise romantisch, sondern vor allem auch melancholisch und besitzt eine Schwere, die ich anfänglich nicht erwartet habe, die aber durchaus zu den Figuren passt. Die Figuren, insbesondere Ella und Nathan konnten mich dabei mit ihrer direkten und offenen Art überzeugen und ich fand beide auf ihre ganz eigene Art und Weise sympathisch.

Ella hatte es zuletzt nicht leicht, denn ihr Vater ist gerade erst verstorben, sodass sie in ihre Heimat Clearmoor zurückkehrt, um nach der Farm ihres Vaters zu sehen. Dabei trifft sie auch auf Nathan, der von ihrem Vater zuvor als Verwalter eingesetzt wurde. Was Ella jedoch erst viel zu spät erkennt, ist die Tatsache, dass Nathan kein Unbekannter für sie ist, denn die beiden gingen bereits gemeinsam zur Schule und waren dort alles andere als Freunde, denn Nathan hat ihr regelmäßig das Leben schwer gemacht und ihr nie so wirklich gesagt, wieso er sie teilweise so grausam behandelt hat. Erst durch Briefe und Aufgaben, die Ellas Vater ihr hinterlassen hat, kommen die beiden sich näher und merken, dass selbst aus Feindschaft Liebe entstehen kann.

Die Aufgaben und Briefe von Ellas Vater sind dabei nicht nur insgesamt sehr schön und vielseitig, sondern verhelfen Ella vor allem dazu, dass sie genügend Ablenkung von ihrer Trauer hat, sie gleichzeitig aber auch in Weihnachtsstimmung versetzt wird. Besonders schön ist dabei, wie Ella und Nathan immer mehr miteinander harmonieren, ihre gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten und sich immer näher kommen. Die Geschichte zwischen ihnen wird authentisch, schonungslos und wenig klischeehaft erzählt, sodass man sich nicht nur in sie hineinversetzen kann, sondern vor allem eine schöne Geschichte erhält, die sich nicht von einem Klischee zum anderen hangelt.

Somit ist „Schneeflockentanz“ insgesamt eine romantische, unterhaltsame, aber auch melancholische Geschichte, die mit interessant Figuren besticht und den Leser in Weihnachtsstimmung versetzt. Ich kann die Geschichte somit nur empfehlen und hoffe auf viele weitere Geschichten von Lea Freidinger.

Rezension

Jody Houser – Das Camp (Stranger Things #4)

Kurzbeschreibung
WIR WISSEN, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, DUSTIN!
Für Dustin steht ein neues großes Abenteuer an: Im Ferienlager Camp Know Where, in dem sich alles um Wissenschaft und Teamgeist dreht! Aber selbst in diesem Paradies für Nerds gibt es gemeine Rowdys, düstere Geheimnisse und beängstigende Vorgänge um einen maskierten Slasher. Nun ist es an dem durch die Ereignisse in Hawkins gestählten Dustin und seiner neuen Freundin Suzie, eine Gruppe junger Geeks zusammenzustellen und anzuführen, um den Mysterien des Sommercamps auf den Grund zu gehen…
Dieser offizielle Comic zur Netflix-Kultserie enthüllt endlich, was im Ferienlager geschah und wie Dustin Suzie kennengelernt hat!
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Da ich ein großer Fan der Netflix-Serie „Stranger Things“ bin und nicht nur sämtliche Staffeln gesehen, sondern auch die Vorgeschichten gelesen habe, mussten auch nun die Graphic Novels gelesen werden. Nachdem mir bereits die ersten drei Bände „Die andere Seite“, „Sechs“ und „Feuergeister“ gefallen haben, musste ich auch unbedingt dem vierten Band „Das Camp“ eine Chance geben, auf das ich mich ganz besonders gefreut habe.

Wichtig ist hierbei besonders, dass man alle bislang veröffentlichten Staffeln der Serie gesehen haben muss, da man ansonsten möglicherweise böse gespoilert werden könnte, was man unbedingt vermeiden sollte.

In „Das Camp“ geht es dieses Mal um meine absolute Lieblingsfigur im „Stranger Things“-Universum, nämlich um Dustin. Dieser verbringt seinen Sommer ausnahmsweise mal nicht mit seinen Freunden in Hawkins, sondern verbringt seine Zeit in einem Wissenschaftscamp, bei dem er nicht nur neue Freunde kennen lernt, sondern vor allem auch seiner Freundin Suzie begegnet, die man auch kurz in der dritten Staffel kennen und lieben lernen durfte.

Dustin und seine neuen Freunde lernen in dem Camp nicht nur wahnsinnig viel, sondern müssen auch einem möglichen Mörder auf die Schliche kommen, der die Camp-Betreuer angreift und somit die Schließung des Camps droht. Zeitlich liegt die Geschichte zwischen Staffel Zwei und Drei, sodass man in Hawkins nichts verpasst, sondern sich voll und ganz auf Dustin konzentrieren kann und sogar eine neue Seite an ihm kennen lernen darf. Aber auch Suzie selbst ist eine sehr interessante und liebenswerte Figur, die man schnell ins Herz schließt.

Die Geschichte selbst ist wieder einmal grandios gezeichnet und besticht erneut mit dem gewohnten Grünfilter, den man auch bereits aus der TV-Serie gewohnt ist. Auch die anderen Figuren, die man bislang noch nicht kennen lernen durfte, lernt man ausreichend kennen, sodass man hier insgesamt ein schönes Abenteuer erlebt.

Kurz gesagt: „Das Camp“ ist eine spannende, gut erzählte Geschichte aus dem „Stranger Things“-Universum und somit ein absolutes Muss für jeden Fan. Hier kommen besonders Fans von Dustin und Suzie auf ihre Kosten, sodass man sich diese Zusatzgeschichte nicht entgehen lassen sollte.

Reihenfolge
Die andere Seite
Sechs
Feuergeister
Das Camp

Rezension

Jody Houser – Feuergeister (Stranger Things #3)

Kurzbeschreibung
Keine moderne TV-Serie wurde so begeistert aufgenommen wie Netflix’ nostalgischer Mystery-Erfolg Stranger Things. Während die Fans der meistgeschauten Netflix-Streamingserie jeder neuen Staffel entgegenfiebern, bauen die offiziellen Comics zum Franchise dessen Welt und Vergangenheit weiter aus. In diesem abgeschlossenen Band geht es um Ricky und Marcy, die dem Labor einst entkamen und inzwischen ein normales Leben führen. Dann müssen sie sich aber auf die Suche nach der besonders gefährlichen Pyrokinetikerin Nine machen, die früher mit ihnen in Hawkins gefangen war. Auf ihrer Reise begegnen ihnen bekannte Gräuel und Gesichter… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Da ich ein großer Fan der Netflix-Serie „Stranger Things“ bin und nicht nur sämtliche Staffeln gesehen, sondern auch die Vorgeschichten gelesen habe, mussten auch nun die Graphic Novels gelesen werden. Nachdem mir bereits die ersten beiden Bände „Die andere Seite“ und „Sechs“ sehr gefallen haben, musste ich auch unbedingt dem dritten Band „Feuergeister“ eine Chance geben.

Wichtig ist hierbei besonders, dass man mindestens die ersten beiden Staffeln der Serie gesehen haben muss, da man ansonsten möglicherweise böse gespoilert werden könnte, was man unbedingt vermeiden sollte.

In „Feuergeister“ geht es dieses Mal ausnahmsweise nicht um die Clique rund um Dustin, Eleven und Co., sondern man befasst sich etwas ausführlicher mit dem Labor und den Testpersonen, die aus dem Labor von Dr. Brenner entkommen konnten. Hierbei lernt man nicht nur Ricky und Marcy ausführlicher kennen, sondern auch „Neun“, eine junge Frau, die psychisch sehr instabil ist und ihre Emotionen und pyrokinetischen Kräfte nur selten im Griff hat und sich in Phantasiewelten flüchtet und dabei nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch für andere Menschen ist.

Dabei ist „Feuergeister“ auch der direkte Nachfolger vom zweiten Band „Sechs“, denn Marcy und Ricky, sowie Marcys Schwester Jamie alias Neun durfte man bereits als Kinder im Labor in Hawkins kennen lernen. Hierbei ist es besonders interessant, wie sehr sich die einzelnen Figuren und ihre Lebenswege verändert und besonders, wie sie sich seit ihrer Zeit im Labor entwickelt haben.

Die Geschichte ist dabei stets spannend und gut erzählt. Die Figuren sind interessant und vielseitig, bleiben teilweise aber etwas unnahbar, was man bei der Thematik jedoch gerne mal verzeiht. Die Zeichnungen sind wieder einmal sehr schön und detailverliebt, was mir ebenfalls sehr gefällt.

Kurz gesagt: „Feuergeister“ ist eine spannende, gut erzählte Geschichte aus dem „Stranger Things“-Universum und somit ein absolutes Muss für jeden Fan.

Reihenfolge
Die andere Seite
Sechs
Feuergeister
Das Camp

Rezension

Manuela Inusa – Be my Gift

Kurzbeschreibung
Als Dana nur wenige Tage vor Weihnachten von einem widerlichen Kerl auf der Straße belästigt wird, kommt ihr ein gutaussehender Fremder namens Malvin zu Hilfe. Dieser erweist sich nicht nur als ihr ganz eigener Held, er schenkt ihr nach einer enttäuschenden Beziehung auch wieder ein wenig Zuversicht und die Aufmerksamkeit, nach der sie sich sehnt. Nach einer perfekten gemeinsamen Nacht ist Malvin jedoch wie ausgewechselt. Er nennt Dana plötzlich Madeleine, und er selbst entpuppt sich als Psychopath, der Dana alles andere beschert als idyllische Stunden unterm Weihnachtsbaum. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Als großer Fan von Manuela Inusa lese ich nicht nur sehr gerne ihre Verlagsbücher, sondern vor allem die Bücher, die sie eigenständig veröffentlicht, weil dies meist die schönsten Buchperlen sind. So auch ihre Weihnachtsgeschichte „Be my Gift“, von der ich mir sehr viel versprochen habe und nicht enttäuscht wurde. Sehr löblich ist dabei, dass die gesamten Einnahmen aus dem Verkauf des Buches von der Autorin gespendet wird.

Der knapp 90-seitige Kurzroman wird spannend und flüssig erzählt, besonders hat mir dabei die Beschreibung des Edinburgher Weihnachtsmarktes gefallen, auf dem man die Protagonistin Dana begleiten konnte. Auch die Figuren selbst sind gut ausgearbeitet. Man lernt sie ausreichend kennen, leidet mit ihnen, allerdings konnte ich auch so manches mal ein Kopfschütteln nicht verkneifen, denn besonders Dana kommt stellenweise leider doch sehr naiv daher.

Danas Welt steht Kopf, seit ihr Ex-Mann sie betrogen hat und sie sich hat scheiden lassen. Sie kann Männern nur noch schwer vertrauen und geht lieber kein Risiko ein. Auch zu ihrer Schwester hat sie ein eher schwieriges Verhältnis, da Dana sehr herzlich und ihre Schwester das genaue Gegenteil ist. Als sie jedoch von einem Mann auf offener Straße belästigt wird, eilt ihr Malvin zur Hilfe. Dana ist direkt Feuer und Flamme für ihren Retter und lädt ihn zu sich nach Hause ein, wo die beiden auch direkt die Nacht miteinander verbringen. Alles könnte für Dana so schön sein, wäre Malvin nicht am nächsten Tag wie ausgewechselt und so besessen von ihr, dass er sie sogar in ihrer eigenen Wohnung einsperrt und ihr komplettes Leben kontrolliert.

„Be my Gift“ ist dabei nicht nur sehr spannend, sondern zeigt auch auf, wie leicht es Psychopathen mit ihren Opfern haben, wenn diese verletzlich und naiv genug sind und nicht auf vorhandene Warnzeichen achten. Die Geschichte rund um Dana wird dabei sehr ausführlich und schonungslos erzählt, dabei wird auch genau auf die Angst und Gedanken der Opfer eingegangen, die sicherlich auch für manchen Leser belastend sind.

Kurz gesagt: „Be my Gift“ ist ein spannungsgeladener, gut erzählter Kurzroman mit einem interessanten Setting, gut ausgearbeiteten Figuren und vielen unangenehmen Situationen und ist gleichzeitig so spannend, dass man das Buch einfach in einem Rutsch durchlesen muss.

Rezension

Dera White – I Will Not Die Alone

Kurzbeschreibung
Dera White’s I Will Not Die Alone is a hilarious, feel-good story about the end of the world. Featuring illustrations by Joe Bennett, it is a story full of realistic self-love affirmations for all of us who are just trying to get by, until we die.

“It’s funny, it’s dark, and there’s a lion wearing pants. If you only read one more book before the world ends, make it this one.”—Brooke Barker, New York Times bestselling author of Sad Animal Facts ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Auf der Suche nach neuen Graphic Novels bin ich zufällig auf „I Will Not Die Alone“, dem Debüt von Dera White gestoßen, das bislang noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Aufgrund des doch recht schrägen, aber durchaus süßen Covers hatte ich hier hohe Erwartungen an die Geschichte und wurde auch nicht enttäuscht.

Obwohl die Geschichte gerade einmal knapp neunzig Seiten dick, bzw. dünn ist, nimmt man hier eine sehr wichtige Botschaft mit, denn in „I Will Not Die Alone“ wird aufgezeigt, wie kurzlebig das Leben doch ist und nahezu in jeder Minute vorbei sein kann.

Die Graphic Novel wird aus der Sicht von gleich mehreren Tieren erzählt, die sich, während das Ende der Welt immer näher rückt, bewusst werden, dass das Leben nicht unendlich ist und man jeden Tag ganz bewusst leben und nur das Beste daraus machen sollte. Dabei wird die doch sehr schwere Thematik nicht nur melancholisch erzählt, sondern auch überraschend humorvoll.

Auch die Illustrationen von Joe Bennett sind sehr gelungen, detailverliebt und immer zur Situation passend, sodass es hier nicht nur sehr viel zu entdecken gibt, sondern die Botschaft dahinter dadurch umso stärker und persönlicher wird.

Kurz gesagt: „I Will Not Die Alone“ ist für mich eine absolut positive Überraschung, denn hier bekommt man nicht nur eine wunderbare und wichtige Botschaft mit auf dem Weg, sondern auch wunderschöne Illustrationen, bei denen es viel zu entdecken gibt.

Rezension

Michaela Angemeer – Please Love Me at My Worst

Kurzbeschreibung
Notable TikTok creator Michaela Angemeer explores connecting with your inner child, loving the worst parts of yourself, coming out as bisexual, and focusing on self-growth in her much-anticipated poetry collection.

Please Love Me At My Worst is a collection of four sections of poetry inspired by loneliness, unrequited love, and not being able to let go of past relationships. Written during the 2020 COVID-19 quarantine, the book is a reflection of what it means to yearn for people who are unavailable and how important it is to focus on self-love and healing. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Also großer Fan von Gedichten ist mir „Please Love Me at My Worst“ von Michaela Angemeer ins Auge gestochen. Da ich Michaela Angemeer bereits auf TikTok und Instagram erleben durfte und ihre Texte bislang sehr gemocht habe, war ich umso gespannter, wie mir dieses Buch gefallen wird und ich muss sagen, dass ich beeindruckt bin.

„Please Love Me at My Worst“ ist insgesamt 144 Seiten dick, was für ein solches Buch eine angemessene Dicke besitzt. Das Buch ist dabei in insgesamt vier Parts aufgeteilt: „please love my inner child“, „Please love me at my worst“, „please love me for who i am“ und „please love me who i‘m becoming“.

Die Texte sind allesamt sehr persönlich, wirken auf positive Art und Weise nur wenig kommerziell und ich hatte bei vielen Gedichten das Gefühl, als würde mir die Autorin direkt aus der Seele sprechen. Sie schreibt über gescheiterte Beziehungen, Trauer, Selbstzweifel, dem Erwachsenwerden und der Suche nach sich selbst. Dabei wirken die Texte immer authentisch, nicht allzu durchdacht, sondern so, als wären es die rohen Gedanken, die zu Papier gebracht wurden.

Somit ist „Please Love Me at My Worst“ insgesamt ein sehr emotionales, nachdenklich stimmendes, melancholisches, aber auch mutmachendes Werk, das ich sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen habe.

Rezension

Richard Laymon – Der Wald

Kurzbeschreibung
Eigentlich sollte es ein entspannter Campingausflug werden. Zwei Familien aus Los Angeles trampen durch die Wälder und erzählen sich am Lagerfeuer Gruselgeschichten. Bis eine dieser Geschichten Wirklichkeit wird und der Urlaub ein jähes Ende nimmt: Nach einem brutalen Überfall von Hinterwäldlern gelingt die Flucht – doch die Großstädter werden verflucht, und das Böse sucht sie auch in L.A. heim.

2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Ich habe in den letzten Jahren bereits einige Bücher von Richard Laymon gelesen und war von ihnen auch in der Regel begeistert, von daher war ich schon sehr auf „Der Wald“ gespannt und hatte doch recht hohe Erwartungen an die Geschichte, da die Bewertungen für dieses Werk ebenfalls ganz gut ausgefallen sind. Meine Erwartungen wurden zwar nicht gänzlich erfüllt, allerdings hat mir das Buch dennoch gut gefallen und konnte mich in vielen Momenten schocken.

Richard Laymon besitzt hier wieder einmal seine oftmals saloppe, sehr direkte und einfach gehaltene Sprache, die mir schon immer sehr zugesagt hat. Das Buch liest sich flüssig und leicht, besitzt den ein oder anderen Schockmoment, teilweise doch recht viele Gewaltszenen und auch die Figuren sind im Großen und Ganzen gut ausgearbeitet, wenn auch nicht immer sympathisch, was ich bei dem Genre allerdings auch nicht zwingend erwarte.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Zwei Familien wollen einen entspannten Campingausflug im Wald machen und treffen dabei auf zwei Hinterwäldler, die sich als Mutter und Sohn entpuppen. Nach einigen Angriffen verflucht die Hinterwäldlerin die beiden Familien, was diese allerdings nicht allzu ernst nehmen. Im Laufe der Geschichte stellt sich jedoch heraus, dass der Fluch tatsächlich real zu sein scheint, da sich immer mehr unglückliche Geschehnisse und Unfälle ereignen. Dazu gibt es die von Laymons üblichen Themen wie Sex oder auch Gewalt, die bei ihm nie zu kurz kommen dürfen.

Bemerkenswert ist, dass „Der Wald“ sich teilweise wie ein klassischer Independent Horror Movie liest, denn der leider viel zu früh verstorbene Autor beschreibt den angestrebten Campingurlaub zweier Familien sehr detailliert und brutal, sodass man sich – ob man will oder nicht – dadurch vieles bildlich vorstellen kann. Dabei achtet Richard Laymon genauestens darauf, dass man als Leser besonders die Umgebungen wahrnimmt, was mir besonders gut gefällt.

Kurz gesagt: Richard Laymon hat es wieder einmal geschafft, mich mit seinem oftmals saloppen, aber dennoch spannend gehaltenen Schreibstil und einem interessanten Szenario zu unterhalten. Wer mal wieder Lust auf einen Schmöker mit Horror-Elementen hat und auch gegenüber typischen Horror-Filmen nicht abgeneigt ist, sollte mal einen genaueren Blick auf „Der Wald“ werfen.