Rezension

Roberto Aguirre-Sacasa u.a. – Die geheimen Geschichten (Riverdale #1)

Kurzbeschreibung
„Riverdale“ wirkt auf den ersten Blick wie eine durchschnittliche Teenie-Serie, doch der Schein trügt. Denn als ob es nicht reicht, dass Archie und seine Clique, bestehende aus Betty, Jughead, Veronica und Co. die typischen Teenagerprobleme wie Liebe, Beziehungen, Familie und die Highschool überstehen müssen, nebenbei werden sie in ihrer verschlafener Heimatstadt Riverdale auch noch ungewollt Teil eines dunklen Mysteriums. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Ich bin ein großer Fan der TV-Serie „Riverdale“ und verfolge somit nicht nur Woche für Woche auf Netflix die neuesten Entwicklungen in der Stadt und der Clique rund um Archie und Co, sondern habe auch bereits einige Bücher und Comics aus dem „Riverdale“-Universum gelesen. Somit war ich auch schon sehr gespannt auf „Die geheimen Geschichten“, die u.a. von Roberto Aguirre-Sacasa geschaffen wurden.

Leider wurde ich jedoch sehr enttäuscht und habe mich nach Beendigung des Comics gefragt, was ich da überhaupt gelesen habe, denn obwohl Roberto Aguirre-Sacasa für die TV-Serie u.a. als Drehbuchautor und Produzent verantwortlich ist, wurden hier sehr viele unlogische Momente geschaffen, die eigentlich so nie stattgefunden haben. Natürlich hat man besonders in „Die geheimen Geschichten“ eine gewisse kreative Freiheit, wenn man hier Geschichten erschafft, die in der TV-Serie keinen Platz hatten, allerdings gibt es dabei auch kleinere Geschichten, die einfach nicht passen und unlogisch sind.

Als Beispiel kann man hier eine Geschichte über Betty nehmen, die in ihrer Zeit als Praktikantin in Los Angeles spielt. Während Betty in den Comics und auch im Buch „Riverdale – Der Tag davor“ eher sehr unglücklich in der Zeit wirkte, wird es hier als die beste Zeit ihres Lebens dargestellt, was auch zu ihrer Entwicklung gar nicht passen mag. Auch Archie kommt in „Die geheimen Geschichten“ eher schlecht weg, gleiches gilt für Josie, die arrogant und patzig wirkt.

Positiv sind dagegen die verschiedenen Zeichenstile, die in jeder Geschichte ein wenig voneinander abweichen und damit auch verdeutlichen, dass immer wieder verschiedene Autoren und Illustrationen am Werk waren. Die Geschichten sind kurzweilig und sorgen dafür, dass jeder der Hauptcharaktere aus der ersten Staffel der TV-Serie seine Zeit bekommt.

Kurz gesagt: Obwohl „Die geheimen Geschichten“ für Fans von „Riverdale“ ein nettes Goodie ist, hat mich dieser Comic leider nicht für sich gewinnen können, da mir zu viele Logikfehler enthalten sind und manche Figur deutlich anders als in der Serie dargestellt wird. Das kann natürlich funktionieren und auch andere Seiten und Blickwinkel präsentieren, bei mir hat es leider nicht funktioniert.

Reihenfolge
Die geheimen Geschichten #1
Die geheimen Geschichten #2 (31. August 2021)

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Meghan March – Fall of Legend (Legend #1)

Meghan March und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Nachdem ich bereits vor knapp zwei Jahren „Sinful King“ von ihr abgebrochen habe, habe ich gehofft, dass mir „Fall of Legend“, der erste Band der „Legend“-Trilogie, besser gefallen könnte. Leider war dies jedoch nicht der Fall, sodass ich auch dieses Buch von ihr frustriert abgebrochen habe.

Wie auch schon bei „Sinful King“ damals, ist auch bei „Fall of Legend“ der Schreibstil ein großes Problem für mich, denn dieser zieht sich oftmals wie Kaugummi und sorgt dafür, dass die Geschichte immer wieder in die Belanglosigkeit abdriftet. Die Dialoge sind oftmals viel zu ausschweifend und auch die Gedanken der Figuren empfand ich oftmals anstrengend, da sie nicht nur sehr sprunghaft waren, sondern vor allem allesamt sehr oberflächlich gehalten sind, ohne dabei ernsthaft in die Tiefe zu gehen.

Gleiches gilt leider auch für die Figuren. Scarlett Priest und Gabriel Legend empfand ich leider als unsympathisch, austauschbar und oftmals waren sie auch leider nicht authentisch. Dazu wurde die Geschichte von Scarlett und Gabriel einfach schon viel zu oft in ähnlicher Weise erzählt: Sie, die alles immer in den Schoß gelegt bekam, er derjenige, der sich alles erarbeiten musste und den Bad Boy verkörpert und für seine Ziele beinahe schon über Leichen geht. Was – natürlich! – erst wie große Abneigung und als eine Zweckgemeinschaft beginnt, entwickelt sich – natürlich! – zum großen Knistern und – natürlich! – ist die Anziehungskraft auf jeder Seite spürbar.

Es ist natürlich ganz klar, dass man besonders bei dem Genre nicht erwarten kann, dass das Rad neu erfunden wird und sicherlich gibt es immmer wieder zu anderen Geschichten gewisse Überlappungen, aber bei „Fall of Legend“ war es mir einfach zu wenig, um mit den Figuren mitzufiebern und mich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen.

Somit konnte mich „Fall of Legend“ leider nicht sich für sich gewinnen, sodass ich das Buch nach etwas mehr als der Hälfte abgebrochen habe. Meghan March und ich – das soll einfach nicht sein.

(Die Rechte am Buchcover liegen bei Bastei Lübbe/LYX)

Rezension

Sarah Rees Brennan – Hexenzeit (Chilling Adventures of Sabrina #1)

Kurzbeschreibung
Nur noch einen Sommer hat Sabrina Spellman bis zu ihrem 16. Geburtstag. Dann wird alles anders werden: Sie wird in den dunklen Hexenzirkel aufgenommen werden und allen normalsterblichen Menschen entsagen müssen. Ihren Freundinnen und ihrer großen Liebe Harvey. Wird sie das schaffen? Und liebt Harvey sie überhaupt so sehr wie sie ihn? Um das herauszufinden, lässt sich Sabrina von ihrem Cousin Ambrose zu einem gefährlichen Plan überreden: Sie wendet einen Zauber bei Harvey an. Etwas, was ihre beiden Tanten, ebenfalls Hexen, Sabrina absolut verboten haben. Nicht ohne Grund, denn plötzlich ist mehr als nur ein Leben in großer Gefahr… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Ich bin ein großer Fan der Netflix-Erfolgsserie „Chilling Adventures of Sabrina“ und habe mich dementsprechend gefreut, als ich erfahren habe, dass Sarah Reed Brennan gleich mehrere Bände über Sabrina Spellman und ihre Familie und Freunde veröffentlichen wird. Den Anfang macht dabei „Hexenzeit“, was gleichzeitig die offizielle Vorgeschichte zur Serie ist.

In „Hexenzeit“ geht es um den Sommer vor Sabrinas sechzehnten Geburtstag, was eine wichtige Zeit für den Teenager ist, da sie mit sechzehn offiziell in die Hexenwelt und einen Zirkel eingeführt wird und sich somit eigentlich von ihrem normalsterblichen Leben verabschieden muss. Für Sabrina, die halb Mensch, halb Hexe ist, ist dies keine einfache Zeit, da sie gerne weiterhin in beiden Welten leben möchte. Gleichzeitig muss sie sich aber auch mit den normalen Problemen eines Teenagers herumschlagen, denn Sabrina möchte sich unbedingt sicher sein, dass ihr Schwarm Harvey sie auch wirklich liebt, sodass sie sogar gemeinsam mit ihrem Cousin Ambrose einen Zauber ausspricht, was nicht nur sie, sondern auch andere in Gefahr bringt.

Besonders gelungen ist hierbei, dass Sarah Reed Brennan die oftmals doch sehr blumige Sprache aus „Chilling Adventures of Sabrina“ übernommen hat. Dies ist zwar reine Geschmackssache und ist mir auch teilweise in der Serie zu viel („Tantchen“, „Cousinchen“, etc.), allerdings passt es hier gut hinein und ich bin froh, dass die Autorin ihren Schreibstil dementsprechend angepasst hat, um Sabrina, Ambrose, Harvey und Co. authentisch darzustellen. Die Geschichte wird gleichzeitig sehr lebhaft und detailverliebt erzählt und auch die Figuren lernt man gut kennen, sodass auch Leser, die die Serie noch nicht kennen, hier ein gutes Bild von allem erhalten.

Somit ist „Hexenzeit“ insgesamt eine spannende und unterhaltsame Vorgeschichte zur Netflix-Serie, die nicht nur Auszüge aus der Hexenwelt präsentiert, sondern auch Sabrinas Alltag und Sorgen in der Menschenwelt erzählt. Ich kann das Buch somit nur empfehlen.

Reihenfolge
Hexenzeit
Tochter des Chaos
Pfad der Nacht

Rezension

Brandon Sanderson – Die Kinder des Namenlosen (Magic: The Gathering #1)

Kurzbeschreibung
Von klein auf hat Tacenda die Gabe, einen starken Zauber zu wirken, der sie und ihre Familie vor den Monstern in den Wäldern schützt. Doch diese Macht ist zugleich ihr Fluch, denn Tacenda ist dazu verdammt, ein Leben in ewiger Finsternis zu führen: Sobald die Sonne aufgeht, verliert sie ihr Augenlicht, bis es wieder dunkel wird. Eines Nachts versagt der Schutzzauber, und Tacendas Familie wird von den Ungeheuern getötet. Tacenda glaubt, dass der neue Lord, der vor einiger Zeit den alten Herrscher abgelöst hat, dafür verantwortlich ist. Angeblich steht er mit Dämonen im Bunde. Sie bricht in sein Herrenhaus ein, um Rache zu nehmen. Doch schnell muss sie erkennen, dass der Lord alles andere als von dieser Welt ist, und dass sehr viel dunklere Mächte für den Tod ihrer Familie verantwortlich sind… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Bereits seit einigen Jahren steht das Kartensammelspiel „Magic: The Gathering“ bei mir sehr hoch im Kurs, sodass ich es regelmäßig spiele. Dementsprechend gefreut habe ich mich, als ich entdeckt habe, dass Brandon Sanderson tatsächlich eine Geschichte aus dem Magic-Universum veröffentlicht hat. Hier wurde ich jedoch leider sehr enttäuscht, da die Geschichte mit „Magic: The Gathering“ nicht allzu viel zu tun hat.

Normalerweise schätze ich Brandon Sanderson als Schriftsteller sehr und ich habe auch einige Bücher bereits gelesen, mit denen er mich gut unterhaltem konnte. „Die Kinder des Namenlosen“ konnte mich dagegen nicht überzeugen, da die Geschichte oftmals viel zu ausschweifend und belanglos erzählt wird. Der Charme des Magic-Universums ist hier leider überhaupt nicht spürbar und hat meiner Meinung nach auch nicht allzu viel mit „Magic: The Gathering“ zu tun, sondern entpuppt sich vielmehr als eine gewöhnliche Fantasy-Geschichte, wie man sie schon allzu oft gelesen hat.

Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Tacenda, die tagsüber blind ist und die Gabe besitzt, ihre Familie vor Monstern und Dämonen mit ihrem Gesang zu beschützen. Als eines Nachts ihre Gabe jedoch nicht ausreicht, um ihre Familie zu beschützen, wird diese getötet. Für Tacenda bricht dabei nicht nur eine Welt zusammen, sondern sie sinnt auch nach Rache. Ihrer Meinung nach ist Lord Davriel für Mord ihrer Familie verantwortlich, da dieser bekanntlich einige Dämonen kennt. Als sie jedoch erkennt, dass Lord Davriel zu Unrecht beschuldigt wurde, beginnt ihre Suche nach dem wahren Verursacher für die Angriffe auf ihre Familie.

Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus der Sicht von Lord Davriel und Tacenda erzählt, was eigentlich interessant sein müsste, sich jedoch als ein ellenlanger Monolog entpuppt, der nicht nur sehr ausschweifend ist, sondern sich vor allem wie Kaugummi zieht. Man muss zwar zugeben, dass man die Figuren hier großteils gut kennen lernt, allerdings waren sie mir nicht so sehr sympathisch, sodass ich leider nicht mit ihnen mitfiebern konnte.

Allgemein hätte man hier viel mehr aus dem Magic-Universum herausholen können: Mehr über die Gaben erzählen, sich mehr mit den einzelnen Ebenen beschäftigen können und vieles mehr. Doch so blieb die Geschichte leider bis zum Schluss durchweg oberflächlich, überschaubar und oftmals auch vorhersehbar, was mehr als schade ist.

Wer gerne einfach nur Fantasy liest und Bücher von Brandon Sanderson mag, der wird hier sicherlich seinen Spaß an der Geschichte finden. Wer allerdings eingefleischter Fan von „Magic: The Gathering“ ist, sollte lieber die Finger von „Die Kinder des Namenlosen“ lassen. Ich kann dementsprechend leider keine Empfehlung aussprechen.

Rezension

Miki Agrawal – DISRUPT-Her: Ein Manifest für die selbstbestimmte Frau

Kurzbeschreibung
Miki Agrawal, erfolgreiche Unternehmerin, Erfinderin und Gründerin mehrerer Sozialunternehmen, räumt mit weit verbreiteten gesellschaftlichen Annahmen, wie Frau zu sein hat, auf. In 13 wichtigen Lebensbereichen motiviert sie die Frau konsequent ihren eigenen Weg zu gehen und sich von Zwängen zu befreien. Ob Karriere, Konsum, der Umgang mit Geld oder die Einstellung zum Leben: Nicht die Vorgaben der Gesellschaft dürfen das Leben bestimmen, sondern die eigenen Überzeugungen und kreativen Ideen.
Ein Manifest für die moderne Frau, das inspiriert, positive Schritte auf der persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Ebene zu unternehmen.
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Bücher über Selbstliebe, Feminismus und Selbstbestimmung gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Da ist es besonders wichtig, hier die wahren Perlen dabei zu entdecken. „DISRUPT-Her: Ein Manifest für die selbstbestimmte Frau“ von Miki Agrawal gehört leider nicht dazu.

Das Buch ist eine Ansammlung von Motivationssprüchen und Weisheiten, die man auch in ähnlicher Form immer wieder auf Instagram und anderen Plattform entdeckt.
Dazu ruft die Autorin, die selbst mehrere Sozialunternehmen gegründet hat, die Frauen dazu auf, konsequenter ihren Weg zu gehen und auf die angeblichen Zwänge der Gesellschaft zu pfeifen.

Nun, vielleicht bin ich auch einfach nicht feministisch veranlagt genug, aber vieles, was die Autorin hier schreibt, ist mir doch too much und alles viel zu sehr mit einem erhobenen Zeigefinger versehenen. „DISRUPT-Her: Ein Manifest für die selbstbestimmte Frau“ hätte sicherlich gut in den fünfziger und sechziger Jahren funktioniert, aber jetzt, in den 2020ern sehe ich das Buch dann doch stellenweise als zu übertrieben und zu fordernd an.

Hier habe ich mir einfach insgesamt mehr Tipps und Tricks gewünscht und nicht nur ein Fordern, was man als Frau doch eigentlich alles machen müsste, um den eigenen Weg zu gehen und erfolgreich zu werden. Die Autorin drängt die Frauen somit in meinen Augen von einen gesellschaftlichen Zwang in den nächsten, was für mich nicht Sinn der Sache ist.

Somit konnte ich aus „DISRUPT-Her: Ein Manifest für die selbstbestimmte Frau“ leider nicht viel mitnehmen und sehe das Buch doch als große Enttäuschung an, denn hier habe ich einfach mehr erwartet, als nur eine Ansammlung von oftmals bereits bekannten Motivationssprüchen und dem Draufhauen der angeblich doch so bösen Gesellschaft.

Rezension

Jaakko & Lauri Ahonen – Jaybird

Kurzbeschreibung
Jaybird führt ein einsames, völlig isoliertes Leben in einem riesigen, unheimlichen Haus, wo er seine schwerkranke Mutter umsorgt. In seinem ganzen bisherigen Leben hat er noch nie das Haus verlassen – und wenn es nach seiner Mutter ginge, würde er das auch in Zukunft nicht tun! Doch obwohl er sich fürchtet, ist die Neugier groß… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Da ich immer wieder sehr gerne zwischendurch zu Comics und Graphic Novels greife, bin ich vor einiger Zeit auch auf „Jaybird“ von Lauri und Jaakko Ahonen aufmerksam geworden. Hier hat mich besonders das wunderschöne und ausdrucksstarke Cover begeistert, sodass ich der Geschichte nur allzu gerne eine Chance gegeben habe.

Die Geschichte selbst kommt ohne große Worte aus und lässt die meiste Zeit über die Bilder für sich sprechen. Die Illustrationen strahlen allesamt eine düstere Atmosphäre aus und sind ausschließlich in dunklen Farbtönen gehalten.

„Jaybird“ ist schnell erzählt: Jaybird lebt gemeinsam mit seiner pflegebedürftigen Mutter in einem großen, verlassenen Haus, indem es immer eine Spur zu dunkel und zu einsam ist. Da seine Mutter sämtliche Fenster mit Brettern vernagelt hat, hat Jaybird noch nie das Tageslicht gesehen und weiß auch nicht, wie es auf der Welt wirklich zugeht, da seine Mutter ihm erzählt, dass draußen nur böse Vögel sind, die sie umbringen werden, wenn sie sich je draußen blicken lassen oder im Haus zu laut sind. Lediglich eine kleine Spinne ist sein ständiger Begleiter, die ihn ein Stück weit die Einsamkeit nimmt.

„Jaybird“ strahlt dabei insgesamt eine düstere und melancholische Stimmung aus, ist detailverliebt und zeigt dabei auch, was aus Menschen – oder in diesem Fall Vögeln – geschehen kann, wenn diese isoliert leben und keinerlei Bezug zur Außenwelt haben.

Kurz gesagt: „Jaybird“ ist eine sehr intensive und melancholische Graphic Novel, die das Thema Isolation und Angst perfekt anspricht und dabei mit großartigen und detailverliebten Illustrationen begeistert.

Rezension

Gabriella Engelmann – Ich dachte schon, du fragst mich nie

Kurzbeschreibung
Kann das Chaos noch ein bisschen größer werden?, fragt Sophie Hartmann sich. Tochter Pauli leidet am ersten Liebeskummer, Schwester Geli an notorischem Hang zu falschen Männern und dann bricht sich Tochter Liv ausgerechnet kurz vor Eröffnung des gemeinsamen Restaurants die Hand. Dummerweise ist Sophie in der Küche ein Totalausfall, selbst mit ihrem Wahlspruch „Familie ist das Allerwichtigste“ stößt sie hier an ihre Grenzen. Zum Glück beweist das Schicksal Sinn für Humor und schickt Hilfe von unerwarteter Stelle. Doch während sich in Sophies Umfeld alles zum Besten wendet, muss sie selbst erkennen, dass sie ihre eigenen Wünsche und Ziele viel zu lange begraben hat… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Da Gabriella Engelmann bereits seit Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen gehört und ich bislang fast jedes Buch von ihr gelesen habe, stand für mich sehr schnell fest, dass ich auch ihr neuestes Werk „Ich dachte schon, du fragst mich nie“ unbedingt lesen möchte. Meine Erwartungen waren aufgrund der tollen Kurzbeschreibung relativ hoch und am Ende wurde ich trotz kleinerer Schwächen nicht enttäuscht.

Der Schreibstil weiß zu überzeugen. Die Autorin schafft es immer wieder, mit ihren vielen Ideen, der tollen Umsetzung, den interessanten Dialogen und vor allem mit ihrem Humor zu überraschen. Dementsprechend gibt es hier kaum etwas zu kritisieren. Auch die Figuren sind authentisch und gut ausgearbeitet, allerdings hatte ich dennoch oftmals das Gefühl, als hätte ich sie nicht so kennengelernt, wie ich es mir zuvor gewünscht hätte, was doch insgesamt ein wenig schade ist.

Dennoch ist die Geschichte von Sophie, die nach dem Tod ihres Mannes für ihre Töchtern lebt und ihre älteste Tochter nun bei ihrer Restauranteröffnung hilft, sehr unterhaltsam. Die Geschichte spielt nicht nur in Hamburg, sondern auch auf der Urlaubsinsel Mallorca, sodass man als Leser direkt wieder Lust auf einen Spontanurlaub bekommt.

Sophies Tochter Liv steht kurz vor ihrer Restauranteröffnung. Dass dort Stress vorprogrammiert ist, ist ganz normal. Weniger normal ist dagegen, dass das Restaurant bei der Eröffnung ohne Koch da steht, weil sich Liv, die in ihrem Restaurant auch als Köchin agiert, die Hand gebrochen hat. Dank der Hilfe eines Gastes, der zufällig kochen kann, kann die Eröffnung noch gerettet werden. Gleichzeitig kommt es aber auch zu vielen Wendungen und Überraschungen, die für gute Unterhaltung, Humor und einen Hauch Romantik sorgen.

Insgesamt kann man sagen, dass „Ich dachte schon, du fragst mich nie“ trotz kleinerer Schwächen eine wunderbare und vor allem unterhaltsame Geschichte ist, die ich gern gelesen habe. Empfehlenswert.

Rezension

Bastien Vivès – A Sister

Kurzbeschreibung
Antoine, 13 years old, is on holiday at the seaside with his parents and his younger brother, Titi. Both spend most of their time drawing, at restaurants and on the beach. One night, Antoine discovers another person lying in their bedroom. Hélène is 16 years old; she and her mother came to spend a few days and her presence and behavior will change Antoine’s life. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Graphic Novels sind mittlerweile ein fester Bestandteil meines Bücherregals geworden und somit freue ich mich immer wieder darauf, neue und interessante Geschichten zu entdecken. Dabei fiel meine Wahl unter anderem auf „A Sister“ von Bastien Vivés. Hier habe ich mir eine interessante und möglicherweise humorvolle, aber auch melancholische Coming of Age-Story erhofft und wurde doch insgesamt sehr enttäuscht.

Die Geschichte an sich ist zwar ganz nett gezeichnet, allerdings war mir das Thema doch eine Spur too much, denn hier werden ganz ausführlich die sexuellen Gedanken des 13-jährigen Antoines beschrieben, der sich immer mehr für das andere Geschlecht interessiert. Dabei liegt sein Hauptaugenmerk auf die 16-jährige Hélene, über die er ganz besondere Fantasien hat.

Dass die sexuellen Fantasien von Antoine hier zum Großteil die Geschichte einnehmen, ist sehr schade, denn eigentlich sollten hier die Themen Trauer und Verlust im Vordergrund stehen, denn Hélene und besonders ihre Mutter müssen aktuell stark sein, da ihre Mutter eine Fehlgeburt erlitten hat.
Für Hélene, die ein Einzelkind ist, ist dies besonders hat, da sie sich schon immer ein Geschwisterchen gewünscht hat.

Dass Bastian Vivés hier nicht mehr in die Tiefe ging, sondern sich vermehrt mit Antoines Fantasien auseinandergesetzt hat, ist sehr schade, denn hier wäre so viel mehr drin gewesen. Stattdessen blieb vieles hier leider oberflächlich und man lernte sowohl Antoine als auch Hélene nicht so gut kennen, wie ich es im Vorfeld erwartet habe.

Somit ist mir die Geschichte tatsächlich etwas zu viel des Guten: Zu viele Fantasien, zu viele Oberflächlichkeiten und zu viele belanglose Momente, die ein eigentlich interessantes Themen, nämlich die Fehlgeburt von Hélenes Mutter, in den Hintergrund stellen.

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Wesley Chu – The Walking Dead: Taifun

Seit vielen Jahren schaue ich die Erfolgsserie „The Walking Dead“ und habe auch bereits einige Comics und Bücher aus Robert Kirkmans Zombie-Universum gelesen. Dementsprechend neugierig war ich auch auf „The Walking Dead: Taifun“, das aus der Feder von Wesley Chu stammt. Da das Setting nach China verlagert wurde und nicht mehr in den USA spielt, habe ich mir hier eine spannende, blutige und vor allem ereignisreiche Geschichte erhofft und wurde doch sehr enttäuscht, sodass ich das Buch letztendlich abgebrochen habe.

Schuld daran ist das Setting, das mich so gar nicht überzeugen konnte, denn dieses war leider sehr austauschbar. Hätte die Geschichte in Atlanta gespielt, wo sich die eigentlichen Geschehnisse rund um „The Walking Dead“ abspielen, hätte die Geschichte keinen großen Unterschied gemacht. Zwar fand ich es von Anfang an interessant, dass man mal die Anfänge der Zombie-Apokalypse aus einem anderen Blickwinkel erlebt, allerdings habe ich mir einfach mehr erhofft, sodass die Geschichte keinerlei Überraschungen oder Wendungen parat hatte, um mich an das Buch zu fesseln.

Auch die Figuren sind leider sehr austauschbar, die man nur sehr oberflächlich kennen lernt und zu denen ich keine Sympathien entwickeln konnte. Zwar fand ich die meisten Rückblicke auf ihre Vergangenheit teilweise ganz interessant, allerdings ist das Hauptaugenmerk, nämlich die Gegenwart, für mich leider durchweg belanglos, sodass ich mich leider nicht für Elena, Zhu, Bo und Co. erwärmen konnte.

Einziger Lichtblick ist hier der Schreibstil, denn Wesley Chu hat definitiv die Fähigkeit, eine Geschichte lebhaft und rasant zu beschreiben. Leider ist „The Walking Dead: Taifun“ trotz aller Sympathie für Zombies und Dystopien nicht meine Geschichte, sodass ich das Buch nach etwas mehr als zwei Dritteln vorzeitig abgebrochen habe.

(Die Rechte am Buchcover liegen bei Crosscult.)

Rezension

Marlies van der Wel – Seesucht

Kurzbeschreibung
Während für die einen das Meer nur zum Angeln da ist, will Jonas lieber mit den Fischen tauchen. Doch ein einfacher Schnorchel reicht ihm dafür nicht. Ein besonderes Boot oder Schiff muss her, mit dem er unter Wasser die Tiefsee bereisen kann. Schon als Kind sieht Jonas das Meer und weiß sofort, dass er dort zuhause ist. Nicht nur am Strand stehen, schwimmen oder segeln. Er möchte eins mit dem Meer sein und nie wieder an Land gehen. Er verbringt sein ganzes Leben damit, am Strand nach angeschwemmten Objekten zu suchen, um bizarre Installationen zu bauen, die ihm auf dem Weg zu einem neuen Leben unter den Fischen helfen sollen. Jetzt, wo Jonas alt ist, muss er sich den Grenzen seiner Erfindungen und seines Körpers stellen. Die Zeit läuft davon, seinen Traum noch verwirklichen zu können… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Geschichten über das Meer machen mich grundsätzlich immer neugierig, denn was gibt es schöneres, als das Meer und all seine versteckten Geheimnisse zu entdecken? Aus genau diesem Grund war ich schon sehr auf „Seesucht“ von Marlies van der Wel gespannt und hatte hohe Erwartungen an die doch insgesamt recht kurze Geschichte und wurde nicht enttäuscht.
Allerdings gibt es leider auch hier und da einige Kritikpunkte, die ich stellenweise sehr fragwürdig finde.

An sich ist die Geschichte wunderschön, melancholisch und vor allem wunderbar und detailverliebt illustriert. Bei den Illustrationen gibt es jedoch hier und da Details, die doch sehr verstörend wirken, wenn man bedenkt, dass „Seesucht“ bereits für Kinder ab drei Jahren empfohlen wird. So sieht man auf einer Illustration u.a. ganz deutlich, dass ein Kind, bzw. eine Puppe an einem Strick erhängt vor dem Haus hängt. Ob dies wirklich in ein Kinderbuch gehört, ist mehr als fragwürdig und hat für mich einen doch sehr faden Beigeschmack. Auch der Preis von insgesamt 20 EUR halte ich insgesamt für etwas zu überteuert, da wären auch fünfzehn Euro nicht verkehrt gewesen.

Ansonsten kann man jedoch inhaltlich nicht viel kritisieren, denn die Geschichte von Jonas, der bereits im Alter von zwei Jahren erstmals das Meer entdecken durfte, ist sehr schön erzählt. Jonas hat Sehnsucht nach dem Meer, seit er als Kleinkind erstmals am Strand war und das Meer bewundern durfte. Auch in den Folgejahren stürzt sich Jonas immer wieder in das Mehr, um mehr über seine Pflanzen, Tiere und Geheimnisse zu erfahren. Das Tiefen des Meeres hat so eine immense Bedeutung und Anziehungskraft auf ihn, dass Jonas beschließt, sein Leben fortan nur noch unter Wasser zu verbringen, was sich jedoch als schwieriger als gedacht herausstellt. Dabei wird Jonas nicht nur als Kleinkind gezeigt, sondern auch als Jugendlicher, als Mitdreßiger und im hohen Alter.

Somit ist „Seesucht“ trotz einiger Schwächen insgesamt ein gutes und vor allem wunderschön anzusehendes Kinderbuch, bei dem es einiges zu entdecken gibt. Gleichzeitig gefällt mir auch die Botschaft, dass man immer an seinen Träumen festhalten soll, sehr gut. Ich kann dieses Buch somit nur empfehlen.