Rezension

Melanie Raabe – Die Wälder

Kurzbeschreibung
Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Bislang war ich von den Büchern von Melanie Raabe immer begeistert, sodass ich mich schon sehr auf ihr neuestes Werk „Die Wälder“ gefreut habe. Das Buch klang auf den ersten Blick sehr interessant und ich hatte hohe Erwartungen an den Thriller. Leider hat mich dieser jedoch auf ganzer Linie enttäuscht, was ich wahnsinnig schade finde.

Normalerweise mag ich den Schreibstil der Autor immer sehr. Bei „Die Wälder“ habe ich die Autorin dagegen kaum wieder erkannt. Die Geschichte wirkt stellenweise unrund, hat unnötige Längen und Logikfehler und ist dazu leider alles alle andere als spannend, sondern plätschert nur lieblos vor sich hin.

Dabei ist der Plot auf dem ersten Blick wirklich nicht schlecht: Nina, die vor Jahren ihr Heimatdorf verlassen hat und nicht mehr dorthin zurückkehren möchte, erhält wie aus dem Nichts eine Nachricht, dass ihr bester Freund Tim, den sie seit Kindheit an kennt, unerwartet verstorben ist. Als wäre das für sie nicht schon traurig genug, erhält sie von Tim auch noch eine Nachricht, in der er sie bittet, seine Schwester zu suchen. Diese ist bereits vor vielen Jahren in den Wäldern verschwunden. Zusammen mit ihrem Ex-Freund David, der im Dorf mittlerweile als Polizist arbeitet, macht sie sich auf die Suche nach Tims Schwester und dabei muss sich Nina ihren ganz eigenen Dämonen stellen.

So gut dies auch anfänglich klingen mag, so schlecht ist die dabei die Umsetzung, denn die Charaktere sind nicht nur nahezu alle vollkommen blass, oberflächlich und austauschbar, sondern auch die Geschichte verläuft immer wieder plätschernd vor sich hin. Spannung kommt hierbei nur selten auf und auch der berühmte rote Faden war für mich leider nicht sichtbar.

Wäre „Die Wälder“ insgesamt ein wenig flüssiger und spannender geschrieben und hätten die Figuren etwas mehr Tiefe erhalten, hätte ich mich sicherlich mehr mit dem Thriller anfreunden können. So ist es leider eine Enttäuschung und meiner Meinunung nach das schwächte Buch von Melanie Raabe. Sehr schade!

Rezension

[Kurzrezension] Till Lindemann – 100 Gedichte

Kurzbeschreibung
Till Lindemann ist bekannt als Sänger und Texter von Rammstein. Unabhängig davon schreibt er seit über 20 Jahren Lyrik. Seine oft kurzen, pointierten Gedichte treffen den Leser direkt, überraschen und erschüttern. Die Texte umkreisen Till Lindemanns Themenkosmos in immer wieder neuen und originellen Varianten und erinnern an die Traditionen deutscher Lyrik seit der Romantik:
Die Natur. Der Körper. Die Einsamkeit. Die Gewalt. Die Liebe. Das Böse. Die Tiere. Der Schmerz. Die Schönheit. Die Sprache. Der Tod. Der Sex …
Till Lindemann spielt dabei mit den klassischen Formen der Dichtung, dem Volkslied, dem Abzählreim, der Ballade und findet immer seinen eigenen Ton, zu dem auch Komik und Ironie gehören. Nach »Messer« und »In stillen Nächten« eine bemerkenswerte, neue Sammlung von Gedichten – nicht nur für Rammstein-Fans.
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich Till Lindemann als Musiker sehr schätze und auch bereits das ein oder andere Gedicht von ihm gelesen habe, war ich schon sehr gespannt auf sein neuestes Werk „100 Gedichte“. Meine Erwartungen waren dabei enorm hoch, doch leider war ich am Ende doch sehr enttäuscht.

Man muss zwar sagen, dass einige der Gedichte recht interessant sind und Lindemann definitiv auch das Talent dazu hat, allerdings empfand ich die Mehrheit seiner Texte leider nur als belanglos. Ich habe mir provokante Texte gewünscht, die nachdenklich stimmen, doch leider sind diese nur selten wirklich provokant und deswegen hab ich die meisten Texte bereits nach dem Umblättern wieder vergessen, was doch sehr ernüchternd ist.

Sehr gut gefallen mir dagegen die zahlreichen Illustrationen von Matthias Matthies. Diese sind sehr ausdrucksstark und mindestens genauso provokant wie einige der Texte selbst, allerdings habe ich sie mir sehr gern angeschaut und finde, dass sie gut ins Buch hineinpassen.

Kurz gesagt: Ich wollte „100 Gedichte“ unbedingt mögen und hatte hohe Erwartungen, doch leider konnte mich Till Lindemann letztendlich leider nicht mit seinen Gedichten überzeugen. Sehr schade!

Rezension

Jody Houser – Sechs (Stranger Things #2)

Kurzbeschreibung
Das US-Städtchen Hawkins in den späten Siebzigern. Die junge Francine hat hellseherische Fähigkeiten, was ihr Leben allerdings nur schwieriger und schmerzhafter macht. Denn sowohl ihr Vater als auch Dr. Brenner im Hawkins National Laboratory verlangen wahre Wunder von Francine alias Testperson Sechs. Außerdem kommt sie mit der Dunkelheit in Berührung, die auf der anderen Seite lauert, woraufhin das unmenschliche Labor zu einem noch gefährlicheren Ort für Sechs wird… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich ein großer Fan der Serie „Stranger Things“ bin und nicht nur sämtliche Staffeln gesehen, sondern auch die Vorgeschichten gelesen habe, mussten auch nun die Graphic Novels gelesen werden. Nachdem mir bereits der erste Band „Die andere Seite“ sehr gefallen hat, habe ich nun auch „Sechs“ gelesen.

Wichtig ist hierbei besonders, dass man mindestens die erste Staffel der Serie gesehen haben muss. „Sechs“ spielt zwar ein paar Jahre vor den eigentlichen Geschehnissen von „Stranger Things“, allerdings wird hierbei mehrfach auf Elevens Schicksal angespielt, sodass man ein gewisses Grundwissen über die erste Staffel bereits haben sollte.

In „Sechs“ geht es um Francine, die in den siebziger Jahren in Hawkins von Dr. Brenner ins Institut geholt wird, da sie über gewisse Fähigkeiten verfügt. So kann sie gewisse Dinge in der Zukunft sehen und hat somit ihrer Familie bereits zu Reichtum verholfen, nachdem sie mehrfach richtig die Lottozahlen genannt hat. Im Institut lernt Francine, die fortan nur noch Sechs genannt wird, wie sie mit ihren Fähigkeiten umgehen kann, indem sie auf die ein oder andere Weise gefördert werden. Hierbei stellt sie jedoch schnell fest, dass Dr. Brenner nicht immer nur die besten Absichten hat und trifft dabei einen folgenschweren Entschluss, der auch das Leben anderer Testpersonen beeinflussen wird…

Die Geschichte ist dabei stets spannend und gut erzählt. Mit Francine hat man eine sehr interessante und sympathische Figur geschaffen, die ich sehr gerne noch mehr kennen gelernt hätte, da ihre Fähigkeiten doch recht interessant sind. Die Zeichnungen sind wieder einmal sehr schön und detailverliebt, was mir ebenfalls sehr gefällt.

Kurz gesagt: „Sechs“ ist eine spannende, gut erzählte Geschichte aus dem „Stranger Things“-Universum und somit ein absolutes Muss für jeden Fan. Hoffentlich wird es noch weitere Graphic Novels zur Serie geben.

Reihenfolge
Die andere Seite
Sechs

Rezension

[Kurzrezension] Bianca Marais – Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Kurzbeschreibung
Ein weißes Mädchen und ihre schwarze Kinderfrau trotzen dem Hass des Apartheidregimes.
Südafrika 1976. Die neunjährige Robin wächst behütet in einem Vorort von Johannesburg auf. In derselben Nation, aber Welten von Robin getrennt, lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Xhosa-Frau, die sich allein um ihre Kinder kümmert. Als Robins Eltern getötet werden und zur selben Zeit Beauty in den Wirren des Schüleraufstands von Soweto nach ihrer Tochter sucht, führt das Schicksal diese zwei Menschen zusammen, deren Wege sich sonst nie gekreuzt hätten. Bei Beauty findet Robin Geborgenheit, und es entspinnt sich eine innige Beziehung zwischen den beiden. Doch Robin fürchtet, Beauty wieder zu verlieren, sobald diese ihre Tochter findet. Verzweifelt trifft das Mädchen eine folgenschwere Entscheidung…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Summ wenn du das Lied nicht kennst“ klang nach einer sehr interessanten und einfühlsamen Geschichte, die mich sehr neugierig gemacht hat und an die ich hohe Erwartungen hatte. Zum Glück wurde ich dabei nicht enttäuscht, denn diese Geschichte hat mich nicht nur sehr berührt, sondern auch nachdenklich gestimmt.

Erzählt wird die Geschichte der neunjährigen Robin, einem weißen Mädchen, dass in den siebziger Jahren in Südafrika aufwächst und ihre Eltern während eines Aufstandes verliert. Nach ihrem Verlust trifft sie auf Beauty Mbali, die nach ihrer Tochter sucht, die seit einem Schüleraufstand spurlos verschwunden ist. Beauty nimmt sich Robin an, kümmert sich um sie und die beiden bauen eine innige Verbindung zueinander auf, sodass Beauty schnell zum Mutterersatz wird.

Obwohl die Geschichte eine oftmals sehr emotionale Thematik besitzt, liest sich „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ doch sehr leicht und flüssig, was vor allem daran liegt, dass der Schreibstil recht einfach gehalten ist. Dies ist jedoch vollkommen in Ordnung, da so die Gefühle und Gedanken der neunjährigen Robin dadurch noch authentischer sind. Gleichzeitig wird in dieser Geschichte auch wunderbar aufgezeigt, dass man Menschen niemals nach Hautfarbe einordnen kann und darf. Hier wird zwar stellenweise mit gewissen Vorurteilen gespielt, diese aber auch ausgeräumt, sodass man hier insgesamt eine sehr bewegende Geschichte vorfindet.

Somit hat mir „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ nicht nur sehr gut gefallen, sondern konnte mich auch berühren und zum Nachdenken anregen. Ich kann das Buch somit nur empfehlen und hoffe, dass es in Deutschland noch viele Leser finden wird.

Rezension

Marc-Uwe Kling – Das NEINhorn

Kurzbeschreibung
Im Herzwald kommt ein kleines, schnickeldischnuckeliges Einhorn zur Welt. Aber obwohl alle ganz lilalieb zu ihm sind und es ständig mit gezuckertem Glücksklee füttern, benimmt sich das Tierchen ganz und gar nicht einhornmäßig. Es sagt einfach immer Nein, sodass seine Familie es bald nur noch NEINhorn nennt.

Eines Tages bricht das NEINhorn aus seiner Zuckerwattewelt aus. Es trifft einen Waschbären, der nicht zuhören will, einen Hund, dem echt alles schnuppe ist, und eine Prinzessin, die immer Widerworte gibt. Die vier sind ein ziemlich gutes Team. Denn sogar bockig sein macht zusammen viel mehr Spaß! ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass ich von den „Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling nicht allzu begeistert gewesen bin und diese bereits nach nur einem Band abgebrochen habe. Da ich den Autor jedoch in Interviews und bei Auftritten immer sehr sympathisch fand, wollte ich ihm noch einmal eine Chance geben und habe „Das NEINhorn“ eine Chance gegeben, was sich definitiv als richtige Wahl herausgestellt hat, denn diese kleine, aber feine Geschichte hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Bei einer doch recht kurzen Länge von knapp 32 Minuten handelt es sich um die ungekürzte Hörbuchfassung, die vom Autor selbst gelesen wird. Neben der „normalen“ Lesung gibt es zudem als Bonusmaterial noch eine Live-Lesung, die sich zwar nicht groß unterscheidet, allerdings haben die Publikumsreaktionen hierbei noch einmal einiges bewirkt und die Geschichte noch lebhafter wirken lassen.

Erzählt wird dabei die Geschichte vom Neinhorn, das eigentlich ein Einhorn ist, aber grundsätzlich alles doof findet, einfach nur seine Ruhe haben möchte und deswegen zu allem nur „Nein“ sagt, während seine Eltern alles nur sehr fluffig und toll finden. Als das Neinhorn mal wieder seine Ruhe haben möchte, trifft er auf einen Waschbären, der nur selten zuhört und am liebsten „Was?!“ sagt, einem Hund, dem im Grunde genomman alles egal ist und einer schmollenden Prinzessin, die immer Recht behalten muss. Zusammen sind sie zwar eine recht miesepetrige Gruppe, allerdings auch unschlagbar und sehr liebenswert.

„Das NEINhorn“ wird dabei sehr lebhaft und humorvoll erzählt und Marc-Uwe Kling schafft es jeder Figur gerecht zu werden. Besonders die Dialoge zwischem dem Waschbär und dem Neinhorn sind mehr als gelungen und konnten mich immer wieder zum Schmunzeln bringen.

Somit ist „Das NEINhorn“ ein sehr humorvolles Kinderbuch voller liebenswerter Figuren und witziger Dialoge, das mich gut unterhalten hat. Ich kann dieses Hörbuch somit nur empfehlen.

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Chris Landow – Seine Jagd beginnt (Parceval #1)

Nachdem ich bereits einige positive Rezensionen zu „Seine Jagd beginnt“, dem Auftakt der „Parceval“-Reihe gelesen habe, hatte ich sehr große Erwartungen an den Thriller. Leider konnte dieser meine Erwartungen in keinster Weise erfüllen, sodass ich das Buch nach etwas mehr als der Hälfte abgebrochen habe.

Das wohl größte Problem an „Seine Jagd beginnt“ ist, dass die Geschichte für mich niemals wirklich spannend oder gar interessant ist. Hier geht es vielmehr nur um einen verurteilten Bundesagenten, der leider sehr blass und oberflächlich wirkt. Eine wirkliche Ausarbeitung aller Figuren habe ich hier schmerzlich vermisst, denn alles wird immer nur kurz beschrieben, immer wieder nur angedeutet und letztendlich bleibt man als Leser*in lediglich ein Außenseiter, der nicht wirklich am Geschehen teilnehmen darf. Gleichzeitig sind die Figuren leider auch so austauschbar und unsympathisch, dass mich ihr Schicksal schlicht und ergreifend kaum bis gar nicht interessiert hat.

Die Idee, dass Ralf Parceval als verurteilter Mörder wieder freigelassen wird, um gemeinsam mit der Berliner Kripo bezüglich einer Entführung zu ermitteln, ist an sich ein interessanter Plot, doch leider waren manche Handlungsstränge so absurd und unrealistisch, dass ich nicht nur vermehrt das Interesse verloren habe, sondern auch keinerlei Spannung für mich aufkommen wollte.

Somit konnte mich „Seine Jagd beginnt“ leider nicht überzeugen, sodass ich das Buch nach gerade mal knapp der Hälfte frustriert abgebrochen habe.

(Die Rechte an den Buchcovern liegen beim jeweiligen Verlag)

Rezension

Jody Houser – Die andere Seite (Stranger Things #1)

Kurzbeschreibung
ES IST STILL. ES IST DUNKEL. ES IST KALT.
ALLEIN AUF DER ANDEREN, DUNKLEN SEITE…
Auf der Flucht vor einer monströsen Kreatur verschlägt es den jungen Will Byers im November 1983 aus der beschaulichen amerikanischen Kleinstadt Hawkins in die düstere Schattenwelt. Diese fremde Dimension des Zerfalls ist eine karge und horrende Version der Wirklichkeit, in der Einsamkeit und Furcht die einzigen Begleiter des Teenagers sind. Während der bestialische Demogorgon ihn weiter verfolgt, tut Will in seiner Verzweiflung alles, um seine Mutter oder seine Freunde auf der anderen Seite der Realität zu erreichen…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich ein großer Fan der Serie „Stranger Things“ bin und nicht nur sämtliche Staffeln gesehen, sondern auch die Vorgeschichten gelesen habe, mussten auch nun die Graphic Novels gelesen werden. Den Anfang macht hierbei der erste Band „Die andere Seite“.

Wichtig ist hierbei besonders, dass man mindestens die erste Staffel der Serie gesehen haben muss, da „Die andere Seite“ zum selben Zeitraum stattfindet und auf die Geschehnisse anspielt. Hierbei spielt Will, der spurlos verschwunden ist und von der gesamten fiktiven Kleinstadt Hawkins gesucht wird, die Hauptrolle.

Während Will in der Netflix-Serie immer ein wenig kindlich und naiv wirkt, ist er in „Die andere Seite“ deutlich mutiger und entschlossener, als man ihn bislang kennen lernen durfte. Auf der sogenannten anderen Seite, die nahezu wie die normale Welt aussieht, bekommt er es nicht nur mit einem Demogorgon zu tun, sondern muss auch einen Weg finden, um Kontakt zu seinen Freunden und seiner Familie aufzunehmen. Dabei zeigt er sich nicht nur als sehr kreativ, sondern überzeugt auch mit einer gewissen Reife, die ich bei ihm bislang immer vermisst habe.

„Die andere Seite“ ist nicht nur sehr spannend, sondern auch wunderschön gezeichnet. Die jeweiligen Bilder sind sehr detailverliebt, sondern besitzen auch allesamt den typischen Grün-Filter, der auch in der TV-Serie verwendet wird.

Kurz gesagt: „Die andere Seite“ ist eine spannende, gut erzählte Geschichte rund um die erste Staffel von „Stranger Things“ und somit ein absolutes Muss für jeden Fan!

Reihenfolge
Die andere Seite
Sechs

Rezension

[Kurzrezension] Kathrin Köller – Stark: Rebellinnen von heute

Kurzbeschreibung
Die Mädchen in diesem Buch sind weder berühmt noch Überflieger, aber sie haben den Mut, an ihren Überzeugungen festzuhalten, auch wenn es mal schwierig wird. Zum Beispiel die besten Freundinnen Franca und Taraneh, die sich bei Fridays for Future für den Schutz unseres Planeten engagieren, Yamuna, die sich klar gegen Rechtsradikalismus positioniert und Nadjeschda, die sich von der Armut nicht ihr Leben diktieren lassen will. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
In „Stark: Rebellinnen von heute“ kommen junge Mädchen und Frauen im Alter von 12 bis 19 Jahren zu Wort, die zwar unterschiedlicher nicht sein können, aber dennoch das selbe Ziel haben: Selbstbestimmtes Leben, Verständnis, Akzeptanz und Verfolgung ihrer Ziele.

Dabei werden nicht nur Themen wie Feminismus, Rassismus und Armut angesprochen, sondern auch aktuelle Themen wie Fridays for Future. An sich ist es wirklich interessant, was die jungen Mädchen und Frauen über die einzelnen Themen zu sagen haben. Sie berichten über sich und ihre Gedanken erfrischend ehrlich, regen stellenweise zum Nachdenken an und sorgen dafür, dass evtl. auch beim Leser*in ein kleines Umdenken stattfindet.

Dennoch bin ich insgesamt nicht ganz überzeugt von den jeweiligen Texten. Diese sind zwar allesamt gut geschrieben, allerdings wurde mir an so vielen Stellen zu sehr der Zeigefinger erhoben. Es ist immer eine Sache, ob man von einer Sache überzeugt ist und diese an andere Menschen weitergeben möchte – oder ob man es anderen Menschen aufdrängen möchte. Manche Texte waren mir von daher zu gewollt, zu bestimmend. Das kann man so machen und somit sicherlich viele Menschen erreichen, meins war es dagegen nicht so sehr, was ich stellenweise sehr schade finde.

Somit ist „Stark: Rebellinnen von heute“ ingesamt in Ordnung, aber für mich kein großer Kracher, der lange im Kopf bleiben wird. Dies ist sehr schade, weil die Erzählerinnen hier teilweise sehr interessane Ansätze hatten, allerdings konnte mich die komplette Umsetzung leider nicht so faszinieren, wie ich es im Vorfeld erhofft habe.

Rezension

[Kurzrezension] Lucia Lucia – Texte, die auf Liebe enden

Kurzbeschreibung
Von gefühlvoll und romantisch bis frech und streitlustig – Lucias Texte sind vielfältig und voller Emotionen. In teils tiefgehenden, teils amüsanten Texten schreibt Lucia Lucia über Liebe und Weiblichkeit, sich selbst und die Herausforderungen, denen sich Frauen in unserer modernen Gesellschaft stellen müssen.
In berührenden Gedichten, rotzigen Slam-Texten, temporeichen Dialogen und intensiver Prosa fügt sich alles zu einem harmonischen Gesamtwerk zusammen.
Der Leser begleitet das Lyrische Ich auf seinem Weg durch die verschiedenen Stationen der Liebe: Verliebtsein, erste Liebe, Streit, Betrug, Trennung, Verzweiflung, Resignation, Hoffnung, Selbstakzeptanz und Selbstliebe, neue Liebe.
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Lucia Lucia kannte ich bislang nur durch ihren Text „Mathilda“, welcher vor einiger Zeit für Furore gesorgt hat. Nun war ich dementsprechend neugierig und wollte undbedingt weitere Texte von ihr lesen. Somit habe ich mich sehr gefreut, als ich ihr Debüt „Texte, die auf Liebe enden“ in den Händen halten durfte und war schon sehr gespannt darauf und wurde alles andere als enttäuscht.

Die Texte sind nicht nur wunderschön, emotional und manchmal auch sarkastisch, sondern auch oftmals gesellschaftskritisch. Die Texte sind zwar hier und da deutlich überspitzt und mit einem Augenzwinkern zu sehen, besonders als es darum geht, dass man einfach nur eine „unkaputte“ Jeans kaufen möchte, allerdings konnte mich die Autorin mit ihren Texten gut abholen, berühren und auch zum Nachdenken anregen.

Wunderschön sind auch die vielen passenden Illustrationen, die Serena Viola zu den Texten beigesteuert hat. Diese sind sehr ausdrucksstark und definitiv auch einen zweiten Blick wert, weil die Momente hierbei perfekt eingefangen und die jeweiligen Emotionen spürbar sind.

Kurz gesagt: „Texte, die auf Liebe enden“ ist eine wunderschöne Sammlung aus Poetry Slam-Texten, die unterhalten, zum Nachdenken anregen, berühren und einfach Spaß machen. Ich kann dieses kleine, aber durchaus feine Buch somit nur empfehlen.

Rezension

Sebastian Fitzek – Das Geschenk

Kurzbeschreibung
Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr.
Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiter zu leben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Obwohl Sebastian Fitzek und ich es in der Vergangenheit etwas schwer miteinander hatten und mir besonders „Flugangst 7A“ überhaupt nicht gefallen hat, war ich schon sehr gespannt, wie mir sein neuestes Werk „Das Geschenk“ gefallen würde. Die Geschichte klang zwar an sich recht interessant, allerdings waren meine Erwartungen nicht allzu hoch angesetzt, was letztendlich auch gut war, denn leider hat mich auch dieses Buch nicht überzeugen können.

Dies ist an sich sehr schade, denn Fitzek kann definitiv schreiben und hat dies schon unzählige Male – besonders bei seinen älteren Werken – unter Beweis gestellt. Problem ist jedoch, dass mich die Geschichte leider von Anfang an nicht packen konnte, ich nie wirklich mittendrin war und immer das Gefühl hatte, als würde der Geschichte etwas Wichtiges fehlen, was ich jedoch noch nicht einmal genauer benennen kann.

Dazu kommt, dass es in diesem Buch sehr viele Wendungen gibt. An sich ist das ja gut, da so einigermaßen Spannung aufkommt, jedoch ist es hierbei allerdings problematisch, dass die Wendungen von Mal zu Mal unlogischer werden, was doch sehr schade ist, da die Geschichte die vielen Wendungen nicht einmal zwingend gebraucht hätte.

Denn die Idee, dass ein Analphabet von einem verängstigten Mädchen per Zettel um Hilfe gebeten wird, ist sicherlich eine interessante Sache. Auch die Art und Weise, wie er nach dem Mädchen sucht, wird hier einigermaßen spannend erzählt. Das Problem war jedoch immer wieder, dass ich mich weder in die Figuren hineinversetzen konnte, noch wirklich in der Geschichte involviert gewesen bin. Ich habe mich nicht so gefühlt, als sei ich mitten im Geschehen gewesen, sondern vielmehr nur ein stiller Beobachter aus der Ferne, was bei dem Genre quasi einem Genickbruch gleicht.

Das Cover ist dagegen sehr schön anzusehen und passt bestens zur Geschichte, sodass es hier absolut nichts zu meckern gibt. Auch die Kurzbeschreibung hat mir auf den ersten Blick gut gefallen und versprach eine spannende Geschichte. Schade, dass dies letztendlich für mich doch nicht der Fall war.

Kurz gesagt: Obwohl „Das Geschenk“ an sich einige gute Ansätze besitzt, konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Grund dafür sind die Figuren, mit denen ich leider nie wirklich warm wurde, aber auch die fehlende Spannung, denn hier wäre meiner Meinung nach deutlich mehr drin gewesen. Schade.