Rezension

Manuela Inusa – Be my Gift

Kurzbeschreibung
Als Dana nur wenige Tage vor Weihnachten von einem widerlichen Kerl auf der Straße belästigt wird, kommt ihr ein gutaussehender Fremder namens Malvin zu Hilfe. Dieser erweist sich nicht nur als ihr ganz eigener Held, er schenkt ihr nach einer enttäuschenden Beziehung auch wieder ein wenig Zuversicht und die Aufmerksamkeit, nach der sie sich sehnt. Nach einer perfekten gemeinsamen Nacht ist Malvin jedoch wie ausgewechselt. Er nennt Dana plötzlich Madeleine, und er selbst entpuppt sich als Psychopath, der Dana alles andere beschert als idyllische Stunden unterm Weihnachtsbaum. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Als großer Fan von Manuela Inusa lese ich nicht nur sehr gerne ihre Verlagsbücher, sondern vor allem die Bücher, die sie eigenständig veröffentlicht, weil dies meist die schönsten Buchperlen sind. So auch ihre Weihnachtsgeschichte „Be my Gift“, von der ich mir sehr viel versprochen habe und nicht enttäuscht wurde. Sehr löblich ist dabei, dass die gesamten Einnahmen aus dem Verkauf des Buches von der Autorin gespendet wird.

Der knapp 90-seitige Kurzroman wird spannend und flüssig erzählt, besonders hat mir dabei die Beschreibung des Edinburgher Weihnachtsmarktes gefallen, auf dem man die Protagonistin Dana begleiten konnte. Auch die Figuren selbst sind gut ausgearbeitet. Man lernt sie ausreichend kennen, leidet mit ihnen, allerdings konnte ich auch so manches mal ein Kopfschütteln nicht verkneifen, denn besonders Dana kommt stellenweise leider doch sehr naiv daher.

Danas Welt steht Kopf, seit ihr Ex-Mann sie betrogen hat und sie sich hat scheiden lassen. Sie kann Männern nur noch schwer vertrauen und geht lieber kein Risiko ein. Auch zu ihrer Schwester hat sie ein eher schwieriges Verhältnis, da Dana sehr herzlich und ihre Schwester das genaue Gegenteil ist. Als sie jedoch von einem Mann auf offener Straße belästigt wird, eilt ihr Malvin zur Hilfe. Dana ist direkt Feuer und Flamme für ihren Retter und lädt ihn zu sich nach Hause ein, wo die beiden auch direkt die Nacht miteinander verbringen. Alles könnte für Dana so schön sein, wäre Malvin nicht am nächsten Tag wie ausgewechselt und so besessen von ihr, dass er sie sogar in ihrer eigenen Wohnung einsperrt und ihr komplettes Leben kontrolliert.

„Be my Gift“ ist dabei nicht nur sehr spannend, sondern zeigt auch auf, wie leicht es Psychopathen mit ihren Opfern haben, wenn diese verletzlich und naiv genug sind und nicht auf vorhandene Warnzeichen achten. Die Geschichte rund um Dana wird dabei sehr ausführlich und schonungslos erzählt, dabei wird auch genau auf die Angst und Gedanken der Opfer eingegangen, die sicherlich auch für manchen Leser belastend sind.

Kurz gesagt: „Be my Gift“ ist ein spannungsgeladener, gut erzählter Kurzroman mit einem interessanten Setting, gut ausgearbeiteten Figuren und vielen unangenehmen Situationen und ist gleichzeitig so spannend, dass man das Buch einfach in einem Rutsch durchlesen muss.

Rezension

Dera White – I Will Not Die Alone

Kurzbeschreibung
Dera White’s I Will Not Die Alone is a hilarious, feel-good story about the end of the world. Featuring illustrations by Joe Bennett, it is a story full of realistic self-love affirmations for all of us who are just trying to get by, until we die.

“It’s funny, it’s dark, and there’s a lion wearing pants. If you only read one more book before the world ends, make it this one.”—Brooke Barker, New York Times bestselling author of Sad Animal Facts ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Auf der Suche nach neuen Graphic Novels bin ich zufällig auf „I Will Not Die Alone“, dem Debüt von Dera White gestoßen, das bislang noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Aufgrund des doch recht schrägen, aber durchaus süßen Covers hatte ich hier hohe Erwartungen an die Geschichte und wurde auch nicht enttäuscht.

Obwohl die Geschichte gerade einmal knapp neunzig Seiten dick, bzw. dünn ist, nimmt man hier eine sehr wichtige Botschaft mit, denn in „I Will Not Die Alone“ wird aufgezeigt, wie kurzlebig das Leben doch ist und nahezu in jeder Minute vorbei sein kann.

Die Graphic Novel wird aus der Sicht von gleich mehreren Tieren erzählt, die sich, während das Ende der Welt immer näher rückt, bewusst werden, dass das Leben nicht unendlich ist und man jeden Tag ganz bewusst leben und nur das Beste daraus machen sollte. Dabei wird die doch sehr schwere Thematik nicht nur melancholisch erzählt, sondern auch überraschend humorvoll.

Auch die Illustrationen von Joe Bennett sind sehr gelungen, detailverliebt und immer zur Situation passend, sodass es hier nicht nur sehr viel zu entdecken gibt, sondern die Botschaft dahinter dadurch umso stärker und persönlicher wird.

Kurz gesagt: „I Will Not Die Alone“ ist für mich eine absolut positive Überraschung, denn hier bekommt man nicht nur eine wunderbare und wichtige Botschaft mit auf dem Weg, sondern auch wunderschöne Illustrationen, bei denen es viel zu entdecken gibt.

Rezension

Michaela Angemeer – Please Love Me at My Worst

Kurzbeschreibung
Notable TikTok creator Michaela Angemeer explores connecting with your inner child, loving the worst parts of yourself, coming out as bisexual, and focusing on self-growth in her much-anticipated poetry collection.

Please Love Me At My Worst is a collection of four sections of poetry inspired by loneliness, unrequited love, and not being able to let go of past relationships. Written during the 2020 COVID-19 quarantine, the book is a reflection of what it means to yearn for people who are unavailable and how important it is to focus on self-love and healing. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Also großer Fan von Gedichten ist mir „Please Love Me at My Worst“ von Michaela Angemeer ins Auge gestochen. Da ich Michaela Angemeer bereits auf TikTok und Instagram erleben durfte und ihre Texte bislang sehr gemocht habe, war ich umso gespannter, wie mir dieses Buch gefallen wird und ich muss sagen, dass ich beeindruckt bin.

„Please Love Me at My Worst“ ist insgesamt 144 Seiten dick, was für ein solches Buch eine angemessene Dicke besitzt. Das Buch ist dabei in insgesamt vier Parts aufgeteilt: „please love my inner child“, „Please love me at my worst“, „please love me for who i am“ und „please love me who i‘m becoming“.

Die Texte sind allesamt sehr persönlich, wirken auf positive Art und Weise nur wenig kommerziell und ich hatte bei vielen Gedichten das Gefühl, als würde mir die Autorin direkt aus der Seele sprechen. Sie schreibt über gescheiterte Beziehungen, Trauer, Selbstzweifel, dem Erwachsenwerden und der Suche nach sich selbst. Dabei wirken die Texte immer authentisch, nicht allzu durchdacht, sondern so, als wären es die rohen Gedanken, die zu Papier gebracht wurden.

Somit ist „Please Love Me at My Worst“ insgesamt ein sehr emotionales, nachdenklich stimmendes, melancholisches, aber auch mutmachendes Werk, das ich sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen habe.

Rezension

Richard Laymon – Der Wald

Kurzbeschreibung
Eigentlich sollte es ein entspannter Campingausflug werden. Zwei Familien aus Los Angeles trampen durch die Wälder und erzählen sich am Lagerfeuer Gruselgeschichten. Bis eine dieser Geschichten Wirklichkeit wird und der Urlaub ein jähes Ende nimmt: Nach einem brutalen Überfall von Hinterwäldlern gelingt die Flucht – doch die Großstädter werden verflucht, und das Böse sucht sie auch in L.A. heim.

2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________
Meine Meinung
Ich habe in den letzten Jahren bereits einige Bücher von Richard Laymon gelesen und war von ihnen auch in der Regel begeistert, von daher war ich schon sehr auf „Der Wald“ gespannt und hatte doch recht hohe Erwartungen an die Geschichte, da die Bewertungen für dieses Werk ebenfalls ganz gut ausgefallen sind. Meine Erwartungen wurden zwar nicht gänzlich erfüllt, allerdings hat mir das Buch dennoch gut gefallen und konnte mich in vielen Momenten schocken.

Richard Laymon besitzt hier wieder einmal seine oftmals saloppe, sehr direkte und einfach gehaltene Sprache, die mir schon immer sehr zugesagt hat. Das Buch liest sich flüssig und leicht, besitzt den ein oder anderen Schockmoment, teilweise doch recht viele Gewaltszenen und auch die Figuren sind im Großen und Ganzen gut ausgearbeitet, wenn auch nicht immer sympathisch, was ich bei dem Genre allerdings auch nicht zwingend erwarte.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Zwei Familien wollen einen entspannten Campingausflug im Wald machen und treffen dabei auf zwei Hinterwäldler, die sich als Mutter und Sohn entpuppen. Nach einigen Angriffen verflucht die Hinterwäldlerin die beiden Familien, was diese allerdings nicht allzu ernst nehmen. Im Laufe der Geschichte stellt sich jedoch heraus, dass der Fluch tatsächlich real zu sein scheint, da sich immer mehr unglückliche Geschehnisse und Unfälle ereignen. Dazu gibt es die von Laymons üblichen Themen wie Sex oder auch Gewalt, die bei ihm nie zu kurz kommen dürfen.

Bemerkenswert ist, dass „Der Wald“ sich teilweise wie ein klassischer Independent Horror Movie liest, denn der leider viel zu früh verstorbene Autor beschreibt den angestrebten Campingurlaub zweier Familien sehr detailliert und brutal, sodass man sich – ob man will oder nicht – dadurch vieles bildlich vorstellen kann. Dabei achtet Richard Laymon genauestens darauf, dass man als Leser besonders die Umgebungen wahrnimmt, was mir besonders gut gefällt.

Kurz gesagt: Richard Laymon hat es wieder einmal geschafft, mich mit seinem oftmals saloppen, aber dennoch spannend gehaltenen Schreibstil und einem interessanten Szenario zu unterhalten. Wer mal wieder Lust auf einen Schmöker mit Horror-Elementen hat und auch gegenüber typischen Horror-Filmen nicht abgeneigt ist, sollte mal einen genaueren Blick auf „Der Wald“ werfen.

Rezension

Julia Engelmann – Lass mal an uns selber glauben

Kurzbeschreibung
Seit ihrem Internethit »One Day« fängt Julia Engelmann das Lebensgefühl einer ganzen Generation ein und begeistert ein Millionenpublikum. Ihre berührenden Zeilen über das Leben, die Liebe und die Suche nach dem Glück gehen direkt ins Herz. Dieser Band versammelt die schönsten Gedichte aus ihren ersten sechs Poetry-Büchern und beinhaltet sechs ganz neue Texte. Hits wie »Grapefruit«, »Keine Ahnung, ob das Liebe ist« und »One Day« schenken Hoffnung. Und mitreißend macht Julia Engelmann uns allen Mut, unsere Träume zu verwirklichen und das Leben mit Konfetti zu feiern. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_______________________________________________________

Meine Meinung
Nachdem ich bereits „Eines Tages, Baby“, „Jetzt, Baby“ und sämtliche andere Werke von Julia Engelmann gelesen habe und dabei oftmals sehr skeptisch oder auch enttäuscht aufgrund einiger Texte war, war ich umso gespannter auf ihr neuestes Werk „Lass mal an uns selber glauben“, welches ebenfalls Poetry-Slam Texte und Gedichte beinhaltet. Hier muss ich allerdings sagen, dass ich etwas enttäuscht bin.

„Lass mal an uns selber glauben“ ist dieses Mal anders als sonst, denn in diesem Werk sind ihre schönsten Werke enthalten, sodass man hier eine „Best of“-Ansammlung aus ihren ersten sechs Werken erhält. Gleichzeitig sind auch sechs komplett neue Gedichte in dem Buch enthalten. Für meinen Geschmack sind sechs neue Texte für den Preis von 12,00 EUR doch recht dünn, denn hier habe ich doch etwas mehr erwartet.

Sicherlich, die meisten der ausgewählten Texte sind gut, regen zum Nachdenken an, berühren und erwärmen das Herz, allerdings wird in diesem Werk kaum etwas Neues geboten, wenn man bereits all ihre anderen Werke gelesen hat.

Wunderschön ist dagegen wieder einmal die Aufmachung des Buches. Dies fängt mit der Covergestaltung an und endet mit den Illustrationen im Buch, die gut zu den einzelnen Texten passen.

Kurz gesagt: Da „Lass mal an uns selber glauben“ leider nur ein „Best of“ ihrer letzten Werke ist, muss man das neueste Werk von der Autorin nicht zwingend gelesen haben, denn gerade einmal sechs neue Texte sind für meinen Geschmack einfach zu wenig. Dennoch: Wer großer Fan der Autorin ist, wird sicherlich auch dieses Buch ins Regal stellen wollen.

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Emma Chase – Nicholas (Prince of Passion #1)

„Nicholas“, der erste Band der „Prince of Passion“-Reihe, stand schon eine ganze Weile bei mir ungelesen im Regal, sodass ich der Geschichte mit dem edlen Cover endlich eine Chance geben wollte. Aufgrund der vielen positiven Bewertungen hatte ich hier relativ hohe Erwartungen und war letztendlich doch sehr enttäuscht, da ich mit der Royal Romance leider gar nicht geworden bin.

Im Auftakt geht es um Nicholas Arthur Frederick Edward Pembrook, dem Kronprinzen von Wesco. Nicholas gilt bei den Frauen als Frauenschwarm, was er nur allzu sehr genießt. Dennoch besteht seine Familie darauf, dass er langsam sesshaft wird, eine Frau heiratet und für Erben sorgt. Nicholas hat es damit jedoch nicht allzu eilig, sodass er noch ein wenig sein Leben genießen möchte. An sich ist dabei rein gar nichts verwerflich, allerdings ist die Umsetzung meiner Meinung nach viel zu kitschig und zu gewollt, sodass ich an dem Verlauf der Geschichte so gar keinen Spaß hatte.

Emma Chase hat zwar insgesamt einen ganz netten Schreibstil, der sich flüssig und leicht lesen lässt, allerdings empfand ich die Sprache in dem Buch oftmals als ungünstig gewählt, denn besonders die royale Familie spricht oftmals so untypisch und ordinär, dass es für mich rein gar nicht gepasst hat. Dazu sind die Figuren zwar insgesamt ganz nett ausgearbeitet, allerdings fehlt es ihnen allesamt an Tiefe und Originalität, um wirklich lange im Gedächtnis zu bleiben. Manchmal ist ihr Denken und Handeln so belanglos, dass ich schon nach zehn Seiten wieder vergessen habe, was sie eigentlich fühlten und wollten.

Dazu kommen auch noch die Sexszenen. An sich sind solche Szenen in dem Genre vollkommen in Ordnung, allerdings kommt es in diesem Buch sehr oft zum Geschlechtsverkehr und die Szenen sind quasi immerzu identisch, sodass ich mich frage, ob man das wirklich gleich mehrfach in dem Buch lesen musste. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Letztendlich hat mich die Geschichte nicht gepackt, die Figuren haben sich immer mehr im Kreis gedreht und ich hatte zunehmend das Gefühl, nichts zu verpassen, wenn ich das Buch nicht beenden würde. Somit habe ich es letztendlich nach etwas mehr als zweihundert Seiten abgebrochen.

Rezension

Martin Peichl/Matthias Ledwinka – Gespenster zählen

Kurzbeschreibung
Etwas fehlt. Jemand ist gegangen. Zurück bleiben Phantomschmerzen. Auch seiner selbst ist sich der namenlose Erzähler nicht mehr sicher. Und weil er die Geister, die er heraufbeschworen hat, nicht so einfach wieder loswird, heißt er sie willkommen. Verlusterfahrungen, angeschlagene Beziehungen und brüchig gewordene Sicherheiten – nichts ist für ihn mehr tabu im Grenzgebiet zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Was zuerst nur schemenhaft zu erahnen ist, nimmt allmählich Gestalt an…

Martin Peichls Texte und Matthias Ledwinkas Fotografien sind Nachrufe auf Gefühle, Schilderungen von Zuständen, mit Menschen verbundene Hoffnungen und bilden einen Atlas der Verlassenschaften. Seite für Seite entfaltet sich eine emotionale Landkarte, die mal leichtfüßig, mal erdenschwer, aber immer sehnsüchtig durchschritten wird. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_______________________________________________________

Meine Meinung
Auf „Gespenster zählen“ von Martin Peichl und Matthias Ledwinka aus dem Verlag Kremayr & Scheriau bin ich nur durch großem Zufall gestoßen. Auch als ich es in den Händen hielt, war ich noch ein wenig am Zweifeln, ob ich das Buch tatsächlich lesen möchte, da es eine große Schwere und Melancholie ausstrahlt und ich nicht sicher war, ob ich mich dieser auch tatsächlich stellen möchte. Als ich jedoch erst einmal mit dem Lesen angefangen habe, wurde mir bewusst, wie tiefgründig und wichtig dieses Buch tatsächlich ist, denn „Gespenster zählen“ überzeugt mit großartigen texten und wunderschönen Fotografien.

Neben den tollen Texten von Martin Peichl sind auch die Fotos von Matthias Ledwinka ein absolutes Highlight, denn hier werden nicht nur Landschaften sehr schön abgelichtet, sondern vor allem auch Orte und Gegenstände, die teilweise in Vergessenheit geraten sind. Obwohl sie dabei auf dem ersten Blick doh sehr schlicht wirken, kann man hierbei jedoch trotzdem eine Menge entdecken und herauslesen, wenn man sich darauf einlassen kann.

Die Texte selbst sind tiefgründig, sehr direkt, mal blumig, mal schon fast fordernd, aber immer ehrlich und regen den Leser dazu an, über das Geschriebene nachzudenken. Gleichzeitig werfen die Texte auch Fragen auf, mit denen man sich letztendlich auseinandersetzen muss, auch wenn es manchmal ein wenig schwer ist, weil man sich hier ganz bewusst mit Trauer und Verlust auseinander setzen muss.

„Gespenster zählen“ ist trotz der Dicke, bzw. Dünne von gerade einmal 160 Seiten und 69 Texten ein Buch, das Zeit braucht und zwischendurch auch mal weggelegt werden muss, um die Texte wirklich zu verinnerlichen, aber auch um sie zu verarbeiten.

Somit ist „Gespenster zählen“ insgesamt ein nachdenklich stimmendes, wortgewaltiges Werk mit wunderschönen Fotografien, das einen mit Wahrheiten konfrontiert, einen umarmt, aber auch gleichzeitig immer wieder daran erinnert, dass man sich mit sich selbst, seiner Trauer und seinen Verlusten auseinandersetzen muss. Von mir gibt es eine glasklare Empfehlung.

Rezension

Shaun Hamill – Das Haus der finsteren Träume

Kurzbeschreibung
Die USA in den 1960er-Jahren: Harry Turner, ein geradezu fanatischer Verehrer von H. P. Lovecraft, macht sich an die Verwirklichung eines gewaltigen Vorhabens. Auf seinem Grundstück soll ein Geisterhaus entstehen, und zwar das größte und unheimlichste, das Amerika je gesehen hat. Harrys komplette Familie arbeitet an dem Projekt mit, obwohl seine pragmatisch veranlagte Frau und seine beiden Töchter die Augen vor der gruseligen Wahrheit verschließen: Die Monster, die im Geisterhaus der Turners ihr Unwesen treiben, sind echt. Der einzige, der diese Tatsache akzeptiert, ist der jüngste Turner-Spross Noah. Doch als er eines Tages beschließt, den Ungeheuern die Tür zu öffnen, wird das Leben der Turners zum Albtraum… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_________________________________________________________

Meine Meinung
Geschichten rund um Geisterhäuser haben mich schon immer fasziniert, da ich die Atmosphäre in den Büchern meistens immer sehr gut inszeniert finde. Somit fiel mein Interesse auch schnell auf „Das Haus der finsteren Träume“, was sehr vielversprechend klang. Meine Erwartungen waren sehr hoch und bis auf kleine Abstriche wurde ich hierbei nicht enttäuscht.

„Das Haus der finsteren Träume“ ist Shaun Hamills Debütroman, was man zwar hier und da zwar merkt, allerdings merkt man auch schnell, dass der Autor sich im Horror-Genre bestens auskennt, denn in diesem wortgewaltigen Roman ist die düstere und schaurige Stimmung nahezu perfekt. Gleichzeitig geht es hier aber nicht nur um ein unheimliches Haus, sondern vor allem auch um eine Familiengeschichte, die erstaunlich tiefgründig ist und dabei gut und ausführlich erzählt wird.

Erzählt wird dabei die Geschichte aus der Sicht von Noah, dem jüngsten Kind der Familie Turner. Mit seinen Eltern Harry und Margaret sowie seinen Geschwistern Eunice und Sydney lebt er in dem sogenannten Geisterhaus. Während seine Mutter und seine Geschwister eher weniger an Geister und Monster glauben, allgemein skeptisch sind und gerne die Sicht vor allem verschließen, ist Noah schon offener für die Welt der Geister und Monster und ist somit genauso wie sein Vater fasziniert von allem, was scheinbar im Haus und der Umgebung vor sich geht.

Grundsätzlich hat „Das Haus der finsteren Träume“ dabei eine Menge an Grusel, überraschenden Momenten und Drama zu bieten, allerdings werden Leser, die hier einen reinen, möglicherweise sogar blutigen Horrorroman erwarten, enttäuscht werden, denn in diesem Werk findet der Horror oft nur im Kopf statt und ist teilweise sehr komplex, was für das Genre teilweise ungewöhnlich ist, von mir aber sehr gern gesehen wird.

Kurz gesagt: „Das Haus der finsteren Träume“ ist insgesamt eine spannende, gruselige, aber auch tiefgründige und nachdenkliche Geschichte, die sich flott lesen lässt und neben Geistern und Monstern auch eine Familiengeschichte beinhaltet, die teilweise tragischer nicht sein kann. Von mir gibt es somit eine klare Empfehlung.

Rezension

Jonas Winner – Der Nachlass

Kurzbeschreibung
Hedda Laurent ist gestorben. Die Familie ist in Trauer vereint: Ihr Mann, die vier Kinder mit ihren Familien und Heddas Bruder Ruben sind nach Berlin gekommen, um Abschied zu nehmen. Doch bei der Testamentseröffnung erleben sie eine böse Überraschung. Nur einer der Anwesenden wird Heddas beträchtliches Vermögen erben. Wer der Glückliche ist, soll ein Wettkampf entscheiden. 27 Aufgaben müssen die Angehörigen bewältigen. Nur einer kann gewinnen. Doch was ganz harmlos beginnt, droht bald zu eskalieren. Alte Konflikte und Verletzungen reißen wieder auf. Und das Spiel wird gefährlich… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

__________________________________________________________

Meine Meinung
Nachdem ich bereits einige Thriller aus der Feder von Jonas Winner gelesen habe, war ich schon sehr gespannt auf sein neuestes Werk „Der Nachlass“, das auf den ersten Blick sehr interessant und spannungsgeladen klang und somit direkt mein Interesse wecken konnte. Somit habe ich mir von „Der Nachlass“ auch einiges versprochen und wurde am Ende nicht enttäuscht.

Die Geschichte liest sich durchweg flüssig und spannend und auch die Figuren haben bei mir einen guten Eindruck hinterlassen, da sie allesamt gut ausgearbeitet sind und man sie dementsprechend gut kennen lernt und die meisten ihrer Bewegungssgründe und Gefühle nachvollziehen kann. Einzig etwas verwirrend und aus dem Lesefluss gebracht haben mich die vielen Zeitsprünge. Diesen werden zwar an jedem Kapitelanfang immer mit dem jeweiligen Datum versehen, was an sich gelungen ist, allerdings hat dies das ein oder andere Mal dann doch etwas gestört, weil mal hier und da ein Zeitsprung für mich nicht ganz gepasst hat.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Hedda Laurent ist verstorben, was bei ihrer Familie für große Trauer sorgt. Ernüchterung kommt aber schnell auf, als es zur Testatementseröffnung kommt, denn Hedda hat in ihrem Testament verfasst, dass es nur einen einzigen Erben geben wird. Wer das ist, stellt sich erst nach einem Wettkampf heraus, der die Familie nicht nur an ihre Grenzen bringt, sondern auch einige Gefahren, Erinnerungen und Überwindung mit sich bringt. Dabei wird auch die Vergangenheit der Familie durchleuchtet und aufgezeigt, was dazu geführt hat, dass Hedda einen Wettkampf austragen lässt.

Die Aufgaben führen dabei nicht nur teilweise die Teilnehmer an ihre Grenzen, sondern auch den Leser, denn manche der Aufgaben sind nicht nur brutal, sondern vor allem auch sehr ekelerregend, sodass ich das Buch tatsächlich das ein oder andere Mal zur Seite legen musste, weil der Autor die jeweiligen Situationen sehr detailiert schildert, sodass ich mir das meiste tatsächlich bildlich vorstellen konnte.

Kurz gesagt: „Der Nachlass“ ist ein schonungsloser und spannender Thriller, der nicht nur mit interessanten und teilweisen ekelerregenden Aufgaben beeindrucken kann, sondern vor allem mit einer Familiengeschichte, die unter die Haut geht. Von mir gibts eine klare Empfehlung!

Rezension

Nica Stevens – Road Princess

Kurzbeschreibung
Tara und Jay leben in derselben Stadt und trotzdem in unterschiedlichen Welten. Sie ist die Tochter des Bürgermeisters von Boston, er gehört den Road Kings an, einer berüchtigten Motorradgang. Von klein auf wurde den beiden eingebläut, sich voneinander fernzuhalten. Als sich ihre Wege auf dem College kreuzen, spürt Tara eine Anziehung, der sie nicht widerstehen kann. Sie will Jay kennenlernen, ihm nahe sein. Doch dann findet sie heraus, was damals zwischen ihren Familien vorgefallen ist. Ihr wird klar, warum Jay sie auf Abstand hält – und weshalb ihr Vater den Kontakt zu ihm niemals dulden wird… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

__________________________________________________________

Meine Meinung
Interpretationen von „Romeo und Julia“ gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, die mal mehr, mal weniger gut gelungen sind. Somit war ich schon sehr gespannt, wie mir „Road Princess“ gefallen wird. Hierbei handelt es sich um eine sehr moderne Version des Klassikers, die in Boston spielt und auf den ersten Blick doch recht vielversprechend klang. Leider konnte mich die Geschichte jedoch am Ende nicht so überzeugen, wie ich es mir im Vorfeld erhofft habe.

Der Schreibstil ist eines der Dinge, die mir leider nicht so sehr zugesagt haben. Ich fand die Idee zwar ganz nett, dass man sich hier an „Romao und Julia“ als Vorbild herangetraut hat, allerdings verlief dies immer mehr im Sande, da es sich am Ende lediglich um eine 0815 Liebesgeschichte handelt, bei dem es natürlich auch unbedingt ein Bad Boy sein musste. Leider wird die Geschichte auch lediglich nur aus der Perspektive von Tara erzählt, sodass Jay in diesem Fall viel zu kurz kam.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Figuren, die leider sehr klischeehaft sind und sich von Figuren aus anderen Büchern des Genres kaum unterscheiden. Hier geht es wieder einmal um zwei Figuren, die unterschiedlicher nicht sein können und aus verschiedenen Welten stammen. Auf der einen Seite hat man Tara, die Tochter des Bostoner Bürgermeisters, die wohlbehütet aufwächst. Auf der anderen Seite lernen wir Jay kennen, der sich von etlichen anderen Bad Boys nicht großartig unterscheidet. Er wächst in einer Welt auf, in der Gewalt im Vordergrund steht, denn er gehört der berüchtigten Moterradgang „Road Kings“ an, welche bereits seit Jahren ein Dorn im Auge von Taras Vater sind.

Die Machtverhältnisse untereinander sind hier und da dabei gar nicht mal wirklich schlecht, das Problem ist viel mehr, dass in „Road Princess“ kaum überraschende Wendungen geschehen, sodass man schnell ein Gespür dafür bekommt, wie der komplette Verlauf der Geschichte sein wird. Dadurch habe ich nicht nur sehr schnell das Interesse an der Geschichte verloren, sondern mich auch zunehmends gelangweilt, da sich besonders der Mittelteil an vielen Stellen wie Kaugummi zog.

Ich hätte „Road Princess“ wirklich sehr gern gemocht, denn die Geschichte klang anfangs noch sehr interessant und vielversprechend, leider sollte es jedoch am Ende nicht so sein, da mich weder das Setting, noch die Figuren großartig angesprochen haben. Schade!