Rezension

Courtney Peppernell – Watering the Soul

Kurzbeschreibung
In the deepest, most enchanting part of the forest, a creature hands you a seed. Within the seed is your soul, ready to be grown again.

From internationally bestselling author Courtney Peppernell comes her new book of poetry and prose, Watering the Soul. In true Peppernell style, the book is divided into sections, this time following a step-by-step recipe, to heal your soul. Filled with themes that focus on forgiveness, gratitude, togetherness, and equality, Peppernell takes you on a journey to find a precious yet profound understanding; that a seed is not grown with haste and nor is becoming whole, that in each and every step, we find the meaning of watering the soul. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
„This is the story of your soul and how it can be grown again.“ – Ein schöner Slogan für dieses Buch und somit hat dieser kleine, aber feine Satz direkt mein Interesse geweckt. Da ich Gedichte im Allgemein sehr mag, habe ich mich somit sehr auf „Watering The Soul“ gefreut und hatte hohe Erwartungen. Leider konnten diese nicht immer erfüllt werden.

Zuerst sollte gesagt sein, dass Courtney Peppernell definitiv schreiben kann, was sie bereits u.a. bei „Pillow Thoughts“ unter Beweis gestellt hat. Die Mischung aus Gedichten und Essays ist auch in diesem Fall an sich gut gelungen, nur wirkten einige der Texte schon fast zu durchdacht.

So gut und wichtig einige der Texte auch sind, so wirken mir diese doch zu konstruiert, zu gewollt und oftmals schon fast zu kommerziell, was ich von Courtney Peppernell bislang noch nicht gewohnt war.

Dennoch werden in ihren Texten sehr wichtige Themen angesprochen, die nicht nur einem selbst gut tun, sondern auch anderen Menschen. So geht es in „Watering The Soul“ unter anderem um Selbstfindung, Vergebung, Selbstliebe, Respekt für sich selbst und anderen gegenüber, aber auch darum, stets für Neues offen zu sein.

Kurz gesagt: „Watering The Soul“ ist insgesamt eine gute, allerdings nicht überragende Sammlung an Essays und Gedichten und kann großteils mit einfühlsamen und nachdenklich stimmenden Texten überzeugen. Wären einige Texte etwas mehr aus dem Herzen heraus und weniger kommerziell, hätte ich sicherlich noch mehr Freude an diesem Buch gehabt.

Rezension

Elisabeth Naughton – Düstere Geheimnisse (Deadly Secrets #1)

Kurzbeschreibung
Nach 18 Jahren kehrt Samantha Parker in ihr Heimatstädtchen Hidden Falls zurück, um ihrer kranken Mutter beizustehen. Doch als diese unerwartet stirbt, hat Sam keine andere Wahl, als länger zu bleiben – obwohl sie nichts lieber will, als dem Ort den Rücken zu kehren, wo sie als junges Mädchen mitansehen musste, wie ihr Bruder ermordet wurde. Sie nimmt zähneknirschend einen Job als Lehrerin an. Dabei trifft sie auf den Kinderpsychologen Dr. Ethan McClane, mit dem sie zusammenarbeiten soll. Obwohl Sam ihm skeptisch gegenübersteht, kann sie sich dem Charme, den Ethan versprüht, nicht entziehen. Da geschehen immer seltsamere Unfälle, in die Sam verwickelt wird. Sie und Ethan beginnen nun, hinter Fassaden zuschauen – und bald wird offenbar, dass Geheimnisse ans Tageslicht drängen, die eigentlich verborgen hätten bleiben sollen. Und jemand schreckt nicht davor zurück, das zu verhindern. Wenn nötig mit tödlicher Gewalt… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Schon eine ganze Weile befand sich „Düstere Geheimnisse“ von Elisabeth Naughton auf dem Tolino, da ich mir nie ganz sicher war, ob mir das Buch, das gleichzeitig der Auftakt der „Deadly Secrets“ ist, tatsächlich gefallen könnte. Da ich allerdings letztendlich nichts zu verlieren habe, habe ich mich endlich auf das Buch eingelassen und muss sagen, dass es mir überraschend gut gefallen hat.

„Düstere Geheimnisse“ erzählt die Geschichte von Samantha und Ethan, einer Lehrerin und einem Kinderpsychologen, die eher unfreiwillig wieder beide zurück in ihrer Heimatstadt Hidden Falls sind und fortan zusammenarbeiten müssen. Während Samantha gerade den Tod ihrer Mutter verkraften musste und Hidden Falls seit der Ermordung ihres Bruders gemieden hat, kehrt Ethan in die kleine Stadt zurück, um einen anfälligen Jungen zu helfen, der immer mehr abzurutschen droht.

Da die Geschichte unter anderem aus der Sicht von Samantha und Ethan erzählt wird, lernt man beide gut kennen und ich konnte mich meistens gut in sie hineinversetzen. Sie sind größtenteils sympathisch, besitzen Ecken und Kanten und haben in meinen Augen gut miteinander harmoniert.
Durch den Perspektivenwechsel erfährt man auch sehr viel aus der Stadt selbst, denn in dieser Stadt gibt es weit mehr als nur ein Geheimnis, das aufgedeckt werden muss.

Neben einer gut inszenierten und oftmals prickelnden Liebesgeschichte von der Autorin gibt es in „Düstere Geheimnisse“ auch jede Menge spannende Momente, die oftmals sogar mit überraschenden Wendungen überzeugen konnten, sodass ich bei diesem Buch oftmals gut unterhalten wurde.

Kurz gesagt: „Düstere Geheimnisse“ ist ein spannendes und prickelndes Werk voller Geheimnisse, das mit interessanten Figuren und einer gut ausgearbeiteten Kleinstadt überzeugen kann.

Reihenfolge
Düstere Geheimnisse
Tödliche Wahrheiten
Protectet (keine deutsche Übersetzung)
Unspeakable (keine deutsche Übersetzung)

Rezension

Mameve Medwed – Weil ich dich liebe, deine Annie

Kurzbeschreibung
Annie und ihr Mann Sam führen in einer idyllischen Kleinstadt in Maine ein glückliches und zufriedenes Leben. Aber dann bekommt Annie eines Tages eine unerbittliche Diagnose. Wie soll sie Sam nur sagen, dass sie nicht mehr lange leben wird? Sie weiß genau, dass er mit dieser Nachricht nicht wird umgehen können. Also schreibt Annie stattdessen alles auf, was ihr an Ratschlägen für das Leben ohne sie einfällt. Es entsteht ein Handbuch voll praktischer Tipps fürs Essenkochen, Geburtstagsgeschenke kaufen, Frauen daten und noch vielem mehr. Dann findet ausgerechnet Annies Mutter das Handbuch. Anstatt Sam die Wahrheit zu verraten, beginnt sie, um das Leben ihrer Tochter zu kämpfen… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
„Weil ich dich liebe, deine Annie“ von Mameve Medwed hatte ich eigentlich gar nicht auf dem Radar und bin praktisch nur durch Zufall über das Buch gestolpert. Da die Kurzbeschreibung ansprechend klingt, wollte ich dem Buch somit eine Chance geben, allerdings hat mich die Geschichte dann doch zwiegespalten zurück gelassen.

Einerseits mochte ich den Schreibstil von Mameve Medwed, der sehr ruhig ist und das Thema „unheilbare Krankheit“ gut in den Vordergrund stellt, anderseits liest sich die Geschichte leider auch oftmals sehr holprig und unrund, was doch eher schade ist. Besonders schön ist allerdings, wie an jedem Kapitelbeginn eine Art Ratschlag für Annies Mann Sam hinterlassen ist. Da die Geschichte aus der Sicht von Annie erzählt wird, lernt man sie, ihre Gedanken und Ängste gut kennen und erlebt mit ihr eine Reise zu sich selbst, eine kaputte Mutter-Kind-Beziehung und die Angst, was passiert, wenn man nicht mehr da ist.

Annie erhält die Diagnose, dass sie unheilbar krank ist. Für sie zerbricht eine Welt, gleichzeitig möchte sie aber für ihren Ehemann Sam stark sein, der noch nichts von ihrer Diagnose weiß und den sie so lange es geht vor der Wahrheit schützen möchte. Annies größte Sorge ist dabei, dass Sam alleine nicht klar kommt, denn dieser ist oftmals sehr unselbständig, im Verhalten noch sehr kindlich und oftmals auch sehr trotzig. Annie beschließt somit ihm eine Art Ratgeber zu schreiben, der ihm dabei helfen soll, bestmöglich ohne sie zu leben. Vollkommen überraschend erhält Annie dabei Unterstützung von ihrer Mutter, zu der sie bereits seit Jahren kein gutes Verhältnis hat.

An sich klingt das alles nach einer schönen, melancholischen und intensiven Geschichte. Dennoch hatte ich mit „Weil ich dich liebe, deine Annie“ einige Probleme. So wurde ich mit Annies Ehemann Sam überhaupt nicht warm, weil dieser sehr kindlich, trotzig und anstrengend wirkt. Auch finde ich es ein wenig schade, dass man die Beziehung zwischen Annie und ihrer Mutter nicht noch mehr in den Vordergrund gestellt hat, denn dies ist meiner Meinung nach der interessanteste Part in dem Buch.

Somit ist „Weil ich dich liebe, deine Annie“ insgesamt zwar eine sehr nachdenklich stimmende und interessante Geschichte, die allerdings immer hinter ihren Erwartungen zurückbleibt, da man nicht das komplette Potenzial genutzt hat. Gut, aber kein Highlight.

Rezension

Kate Jans – Sweet Poison. Tödliche Magie

Kurzbeschreibung
Wie alle Mitglieder des Clans »Grüner Efeu« besitzt Anastasia die magische Gabe, Gift zu erzeugen. Und obwohl sie dadurch eine unglaubliche Macht in ihren Händen hält, weigert sie sich seit einem tragischen Unfall vor sechs Jahren, ihre Kräfte erneut einzusetzen. Als aber ein Serienkiller die Magierwelt in Aufruhr versetzt, ist ausgerechnet Ana eine der Auserwählten, die ihn fassen soll. Sie ist nicht nur gezwungen, in das gefährliche Manhattan zu reisen, sondern auch mit Elias zusammenzuarbeiten, der sie abgrundtief zu hassen scheint. Doch ausgerechnet er löst ein Prickeln bei ihr aus, dem sie sich einfach nicht entziehen kann… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Ein Clan, jede Menge Magie und New York: Für mich eine sehr gute Mischung, die mich direkt angesprochen hat und somit habe ich „Sweet Poison. Tödliche Magie“ von Kate Jans sehr gerne eine Chance gegeben. Leider konnte das Buch letztendlich nicht meine Erwartungen erfüllen, was doch sehr schade ist.

Dabei hatte die Geschichte eigentlich eine gute Struktur am Anfang, denn die Tatsache, dass es gleich mehrere Clans mit verschiedenen Gaben in New York ansässig sind, die normal neben den Menschen existieren und dabei von einer goldenen Königin regiert und von den sogenannten Silbernen kontrolliert wird, war sehr vielversprechend. Schade nur, dass die Umsetzung dabei leider nur mittelmäßig ist.

Kate Jans besitzt zwar an sich einen interessanten Schreibstil und hat dazu noch ein paar interessante Figuren geschaffen, allerdings plätscherte die Geschichte für mich oftmals nur so dahin. Es gab zwar hier und da einige Wendungen, mit denen ich auch nur selten gerechnet, allerdings empfand ich diese oftmals als vollkommen unnötig, da so vieles dadurch für mich nicht mehr zusammenpassen wollte.

Die Idee, dass Ana vom „Grüner Efeu“-Clan mit anderen Jugendlichen aus anderen Clans zusammenarbeiten muss, um einen Mörder ausfindig zu machen, ist insgesamt nett, aber mehr leider auch nicht. Wie zu erwarten ist, streiten sich die Jugendlichen untereinander, da es ihnen seit Jahrzehnten so vorgelebt wird, da alle Clans untereinander – wie soll es auch anders sein – verfeindet sind. Natürlich gibt es auch immer wieder kleinere humorvolle Moment und auch die Liebe darf nicht zu kurz kommen. Da dies bereits in sehr vielen anderen Büchern ebenfalls so ablief, hat die Autorin in „Sweet Poison. Tödliche Magie“ selten etwas Neues geschaffen, sodass die Geschichte für mich leider nichts war, was mich vom Hocker gerissen hat.

Somit ist „Sweet Poison. Tödliche Magie“ insgesamt kein Reinfall, allerdings kein Buch, an das ich mich noch in einem Monat erinnern werde. Wer noch nicht allzu viele Clan-Geschichten gelesen hat, wird hier möglicherweise seinen Spaß haben. Wer dagegen schon einiger solcher Bücher gelesen hat, wird hier nicht allzu viel Neues entdecken können.

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Christopher Golden – Red Hands: Tödliche Berührung

Eine Geschichte, bei der Menschen andere mit einer bloßen Berührung töten können, klang auf den ersten Blick wahnsinnig interessant und ich wollte unbedingt mehr von der Geschichte wissen.
Meine Erwartungen an „Red Hands – Tödliche Berührung“ waren somit enorm und am Ende war ich doch so sehr enttäuscht, denn leider konnte mich das Buch auf nahezu keiner einzigen Seite in den Bann ziehen, sodass ich das Buch sogar letztendlich abgebrochen habe.

Die Idee, dass Menschen eine Art „Gabe“ entwickeln, andere Menschen mit nur einer kleinen Berührung zu töten, war auf den ersten Blick wirklich gut und auch die Idee, dass Wissenschaftlicher sich mit dieser „Gabe“ beschäftigen, hat direkt mein Interesse geweckt, sodass ich mir eine spannende Geschichte erhofft habe.

Leider ist der Schreibstil allerdings oftmals so plump und oberflächlich, dass es mir schwer gefallen ist, dem Geschehen wirklich zu folgen, denn besonders die Dialoge lassen oftmals zu wünschen übrig. Aufgrund der Tatsache, dass Maeve Sinclair, die mit dieser Gabe belastet ist, Stimmen in ihrem Kopf hört, habe ich gehofft, dass man eine gewisse Tiefe in die Geschichte hineinbekommt und ihren inneren Kampf gut nach außen präsentiert. Dies ist jedoch leider nicht der Fall und ich empfand den Schreibstil leider als sehr störend und holprig, da sich die Geschichte oftmals unfertig angefühlt hat und teilweise auch den Eindruck erweckt, dass der Autor mittendrin immer wieder Ideen verworfen hat, was doch sehr schade ist, denn hier wäre eine ganze Menge mehr drin gewesen.

Da mich jedoch letztendlich weder der Schreibstil, noch die Charaktere ansprechen konnten und der Geschichte schlussendlich auch das gewisse Etwas gefehlt hat, habe ich „Red Hands – Tödliche Berührung“ nach etwas mehr als 60% frustriert abgebrochen.

(Die Rechte am Buchcover liegen bei Cross Cult)

Rezension

Sara Rider – Going for the Goal

Kurzbeschreibung
Sportagentin Jillian Nichols arbeitet nach drei Grundsätzen:
Erstens: Arbeite niemals mit arroganten Mistkerlen. Zweitens: Arbeite niemals mit jemandem, dem du nicht vertraust. Und drittens: Arbeite niemals mit jemandem, den du dir schon mal nackt vorgestellt hast.
Seitdem sie Nick „The Punisher“ Salinger vor fast zehn Jahren zufällig kennen gelernt hat, hat Jillian ihn sich häufiger nackt vorgestellt, als sie zugeben möchte. Damals war sie Praktikantin und er ein vielversprechender Rookie in der NHL. Jetzt sitzt der Eishockeystar in ihrer kleinen Agentur und will, dass sie seinen Ruf und seine Karriere rettet. Denn Nick Salinger ist ein Bad Boy, bekannt für seine Hitzigkeit auf und neben dem Eis. Grund genug, um sich nicht auf ihn einzulassen, weder privat noch beruflich. Aber die Luft zwischen den beiden knistert auch nach all der Zeit immer noch gewaltig…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Sport Romance gehört zu den Genres, die bei mir so eine Sache sind. Entweder finde ich sie persönlich zu kitschig oder mich interessiert die jeweilige Sportart nicht. Bei Eishockey bin ich immer ein wenig skeptisch, weil ich nur selten mit der Sportart etwas anfangen kann, dennoch wollte ich „Going for the Goal“ eine Chance geben und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte liest sich flüssig und leicht, einem wird Eishockey noch einmal etwas ausführlicher geklärt, sodass auch Leser*innen, die sich mit dem Sport nicht auskennen, hierbei einen kleinen Einblick erhalten. Da die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Jillian und Nick erzählt wird, lernt man beide ausreichend kennen und erhält einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt.

Dabei ist die Geschichte schnell erzählt: Jillian arbeitet als Sportagentin und soll den berühmten Eishockeyspieler Nick Salinger unterstützen. Grund dafür ist sein Ruf, denn Nick gilt nicht nur als Bad Boy, sondern ist vor allem auch dafür bekannt, dass er sowohl auf dem Eis als auch außerhalb als hitzköpfig gilt. Für Jillian kein einfacher Job, da sie schon häufiger eine Schwäche für Nick gezeigt hat und immer mit wieder harter Konkurrenz zu kämpfen hat.

Neben vielen prickelnden Momenten, gibt es in „Going for the Goal“ auch eine Menge an Intrigen und Dramen, die ich zunächst gar nicht so erwartet habe, allerdings eine schöne Abwechslung ist. Was man jedoch ein wenig kritisieren könnte, ist die Vorhersehbarkeit in der (Liebes-) Geschichte und dass die erotischen Szenen etwas zu gewollt sind und für mich nicht authentisch wirken.

Kurz gesagt: „Going for the Goal“ ist insgesamt eine gute Sports Romance, die mit einem unterhaltsamen Schreibstil und gut ausgearbeiteten Figuren punkten konnte und somit nicht nur für Eishockey-Fans empfehlenswert ist.

Rezension

Tanja Huthmacher – Ist der Lack ab, streu Konfetti drauf

Kurzbeschreibung
Die Kinder sind groß, die Ehe ist in die Jahre gekommen, und die 46-jährige Natalie fragt sich: Was nun? Umso mehr, als sie vor dem Überraschungsgeschenk ihres Gatten Julian zum zwanzigsten Jahrestag steht: eine Ackerscholle zum Selbstbepflanzen. Dabei ist sie zur Gartenfee nun wirklich nicht berufen. Lieber erfüllt sie sich endlich ihren lang gehegten Traum und tritt einer Theatergruppe bei. In Gesellschaft von sechs ganz unterschiedlichen Frauen nimmt schon bald ein furioses Stück Gestalt an. Natalie entdeckt sich selbst neu und blüht auf, während ihre Ehe im Sinkflug begriffen ist. Bis ein unerwartetes Ereignis sie vor eine folgenreiche Entscheidung stellt… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)
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Meine Meinung
Als ich spontan „Ist der Lack ab, streu Konfetti drauf“ von Tanja Huthmacher entdeckt habe, hatte ich nicht allzu viele Erwartungen an das Werk, weil ich befürchtet habe, dass es sich hier wieder um einen typischen Frauenroman mit überzeichneten Figuren handelt. Hier wurde ich jedoch glücklicherweise eines Besseren gelehrt, denn die Geschichte besitzt eine unerwartete Tiefe und konnte mich somit gut unterhalten.

In „Ist der Lack ab, streu Konfetti drauf“ wird die Geschichte der 46-jährigen Natalie erzählt. Natalie ist seit zwanzig Jahren mit ihrem Mann zusammen und hat zwei gemeinsame Kinder mit ihm, für die sie sich immer wieder zurückgenommen und auf vieles verzichtet hat. Nun, wo ihre beiden Kinder immer älter werden und auf sie nicht mehr zu stark angewiesen sind, möchte Natalie wieder mehr an sich selbst denken und sie freut sich auf den Jahrestag mit ihrem Mann. Dieser verläuft jedoch anders als erhofft, denn Julian schenkt ihr nicht etwa etwas Romantisches, sondern ein Stück Acker, auf dem sie anpflanzen darf, was immer sie möchte. Für Natalie, die sich noch nie fürs Gärtnern interessiert hat, ist dies ein kleiner Schlag ins Gesicht und sie beschließt, fortan wieder mehr an sich zu denken und schließt sich einer kleiner Theatergruppe an, um aus ihrem tristen Alltag zu entfliehen.

Mit dieser Theatergruppe beginnt auch die eigentliche Tiefe, die in dem Buch enthalten ist, denn Natalie stößt dabei auf eine Gruppe von Frauen, mit denen sie sich schnell verbunden fühlt, mit denen sie sich austauschen kann und sich gleichzeitig selbst wieder mehr zu schätzen weiß. Ganz ohne Neid und Sticheleien entstehen hier Freundschaften, die Natalie helfen, damit sie wieder zu sich selbst finden, indem sie sich nicht nur als Mutter und Partnerin sieht, sondern auch als Mensch mit eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen.

Sehr positiv ist hierbei vor allem, dass die Autorin gänzlich auf die üblichen Klischees in Frauenroman verzichten hat und eine tolle Gruppe von Frauen geschaffen wurde, die sich gegenseitig unterstützt und all die alltäglichen, aber auch außergewöhnlichen Probleme und Sorgen miteinander teilt. Somit konnten vor allem auch die gut ausgearbeiteten Dialoge bei mir punkten, denn die Gespräche unter den Frauen sind unterhaltsam, herzerwärmend, mal melancholisch und mal sehr humorvoll, sodass man sich auch als Leser*in gut in alle hineinversetzen kann.

Somit ist „Ist der Lack ab, streu Konfetti drauf“ insgesamt eine schöne, melancholische, aber auch unterhaltsame Geschichte, die mit gut ausgearbeiteten und sympathischen Figuren bei mir punkten konnte.

Rezension

Elina Krüers – Drowning In You

Kurzbeschreibung
Als Luna im Rahmen eines Austauschprogramms an die Hood River Valley High School in Oregon wechselt, will sie nur eins: die Vergangenheit hinter sich lassen und endlich einen Neubeginn wagen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn immer wieder werden die dunklen Erinnerungen der ehemaligen Leistungsschwimmerin an die Oberfläche gespült. Einzig in der Gegenwart des attraktiven Kendrick, dem Sohn ihrer Gasteltern, kann sie frei atmen. Aber der Herzensbrecher ist nicht nur ebenfalls ein erfolgreicher Schwimmer, sondern scheint Geheimnisse vor Luna zu haben, die nicht nur ihre Gefühle in Gefahr bringen könnten… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Sports Romance gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, da ist es besonders schwer, die für einen am besten passenden Werke herauszupicken. Große Hoffnungen hatte ich dabei auf „Drowning In You“ von Elina Krüers, bei der es mal ausnahmsweise nicht um Baseball oder American Football geht, sondern um Leistungsschwimmen.

Die Geschichte liest sich leicht und flüssig, besitzt teilweise sogar einen gewissen Tiefgang und die Autorin sorgt dafür, dass man die Figuren, allen voran Luna und Kendrick, gut kennen lernt. Leider konnte ich jedoch nicht so sehr mit Luna mitfiebern, wie ich es im Vorfeld erhofft habe, weil ich nie ganz mit ihr warmwurde und mich somit nicht immer alles berühren konnte.

Nach einem Unfall, an dem sich Luna die Schuld gibt, meidet sie nicht nur das Wasser, sondern möchte auch ihre Heimat St. Peter Ording verlassen, um Abstand zu gewinnen und um wieder zu sich selbst zu finden. Sie entscheidet sich für ein Austauschjahr in den USA und hofft, neu anfangen zu können. Dies fällt ihr jedoch nicht allzu leicht, denn ausgerechnet Kendrick, Sohn ihrer Gasteltern, ist ebenfalls Leistungsschwimmer, sodass sie immer wieder an den Sport erinnert wird.

Auffällig ist bei dieser Geschichte, dass nahezu jeder Charakter seine Geheimnisse hat. Luna, die nicht über den Unfall reden möchte. Kendrick, der immer wieder nur Andeutungen mag und ansonsten auch die ein oder andere Sache verschweigt oder auch Olivia, Kendricks Schwester, die ebenfalls gerne nur Andeutungen macht, aber nur selten wirklich mit der Sprache herausrückt.

Letztendlich finde ich die Geschichte ganz okay. Sie hat Höhen und Tiefen, bringt ein nettes Setting mit sich, allerdings konnte ich mich nie so ganz mit den Figuren anfreunden, sodass ihr Leben eher an mir vorbeilief, als dass ich ein Teil der Geschichte war.

Somit ist „Drowning In You“ insgesamt leider nur eine nette Geschichte für zwischendurch, die man zwar gut an einem verregneten Nachmittag lesen kann, die mich allerdings nie gänzlich in den Bann ziehen konnte, da mir letztendlich das gewisse Etwas gefehlt hat.

Rezension

Jenny Fagerlund – 24 gute Taten

Kurzbeschreibung
Zwei Jahre ist es her, dass Emma ihren Lebensgefährten Niklas bei einem Autounfall an Heiligabend verloren hat. Seitdem versteckt sie sich in ihrem kleinen Einrichtungs- und Geschenkeladen vor dem Leben. Tagsüber verkauft sie Teeservices und Geschirrtücher, nachts sitzt sie allein auf dem Dach ihres Hauses und blickt über Stockholm. Doch mit dem nahenden Fest der Liebe steht auch das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Und mit ihm ihre Schwester Magda, die alles dafür tun will, dass Emma ihren Laden, der kurz vor der Insolvenz steht, nicht verliert. Als Emma am Vorabend des ersten Dezembers einen alten Mann im Schneesturm nach Hause bringt, merkt sie, wie gut es ihr tut, anderen zu helfen. Sie fasst einen Entschluss: Sie wird 24 gute Taten vollbringen – eine für jeden Tag bis Heiligabend. Durch die Türchen ihres ganz persönlichen Adventskalenders schlüpft sie in die Leben ihrer Mitmenschen. Dabei findet Emma nicht nur neue Freunde, sondern schließlich auch sich selbst – und eine neue Liebe… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
„24 gute Taten“ von Jenny Fagerlund ist nicht nur eine absolute Wohlfühlgeschichte, sondern kann vor allem auch im Dezember als eine Art Adventskalender genutzt werden, denn jede Tat kann als solches Kapitel auch pro Tag gelesen werden.

Die Geschichte liest sich flüssig und leicht und die Figuren, allen voran Emma, sind gut ausgearbeitet, liebenswert und man lernt sie ausreichend kennen, um mit ihnen mitzufiebern und mitzufühlen.

Erzählt wird hier Emmas Geschichte auf dem Weg zu sich selbst. Emma hat vor zwei Jahren an Heiligabend ihren Lebensgefährten bei einem tödlichen Unfall verloren und es fällt ihr schwer, wieder zurück ins Leben zu finden. Sie ist hauptsächlich allein und lässt nur noch wenige Menschen an sich heran. Dies ändert sich jedoch, als sie einen älteren Mann bei einem starken Schneesturm nach Hause begleitet. Emma fühlt sich zum ersten Mal wieder lebendig und nimmt sich vor, dass sie noch bis Heiligabend insgesamt vierundzwanzig gute Taten vollbringen möchte. Dabei hilft sie nicht nur anderen, indem sie ihnen etwas Gutes tut, sondern vor allem auch sich selbst, da sie endlich wieder vermehrt am Leben teilnimmt und sich selbst aus ihrer Einsamkeit befreit.

Wunderschön ist auch, wie die Autorin ihr Heimatland Schweden in dem Buch präsentiert, denn die Landschaften werden bildgewaltig und wunderschön beschrieben, sodass ich selbst immer wieder Lust verspürt habe, nach Schweden zu reisen. Auch die insgesamt 24 Taten sind gut ausgewählt, denn diese sind weder zu kitschig, noch zu unglaubwürdig, sondern zeigen vielmehr, dass Nächstenliebe und gegenseitiges Aufeinanderzugehen noch existiert.

Somit ist „24 gute Taten“ insgesamt ein absolutes Wohlfühlbuch, das bestens in die Weihnachtszeit passt – aber auch das ganze Jahr über gelesen werden kann – und einem dazu auch noch das winterliche Schweden näher bringt.

Rezension

Romy Hausmann – Perfect Day

Kurzbeschreibung
Meine kleine Prinzessin. So allein. Du zitterst ja, du armes Ding. Komm mit mir, hab‘ keine Angst. Bei mir bist du sicher. Ich bringe dich an einen geheimen Ort, mein Herz, aber vorher müssen wir hier im Wald noch ein paar rote Schleifen verteilen, schau …

Seit vierzehn Jahren verschwinden Mädchen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Rote Schleifenbänder weisen der Polizei den Weg zu ihren Leichen. Vom Täter fehlt seit vierzehn Jahren jede Spur. Eines Abends wird der international renommierte Philosophieprofessor und Anthropologe Walter Lesniak im Beisein seiner Tochter Ann verhaftet. Die Anklage: zehn Morde an jungen Mädchen. „Professor Tod“ titelt die Boulevardpresse. Doch Ann wird die Unschuld ihres Vaters beweisen. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass ich bei „Perfect Day“ von Romy Hausmann nicht die allergrößten Erwartungen hatte, da ich schon von ihrem letzten Werk „Marta schläft“ eher enttäuscht war. Dass ich letztendlich nur geringe Erwartungen hatte, war auch gut so, denn leider empfand ich „Perfect Day“ als ein sehr durchwachsenes Werk, dass mich nicht wirklich vom Hocker reißen konnte.

Dies liegt unter anderem wieder einmal am Schreibstil von Romy Hausmann, bei dem ich mir wohl endgültig eingestehen muss, dass ich mit diesem meine Probleme habe, denn ich empfinde ihre Erzählweise für einen Thriller oftmals viel zu blumig. „Perfect Day“ ist zwar phasenweise auch durchaus spannend und bringt die ein oder andere Überraschung mit sich, allerdings wollte der Funke bei mir leider nicht überspringen.

Erzählt wird dabei die Geschichte von Ann, die die Unschuld ihres Vaters beweisen möchte, nachdem dieser wegen mehrfachen Mordes verhaftet wurde. Grund dafür ist, dass bereits seit vierzehn Jahren Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren verschwinden und umgebracht werden. Die Polizei ist sich mittlerweile sicher, dass Walter Lesniak, seines Zeichen an sehr anerkannter Philosophieprofessor und Anthropologe, für die Morde verantwortlich sein soll. Für seine Tochter Ann ist dies ein unvorstellbarer Gedanke und sie setzt alles daran, um zu beweisen, dass ihr Vater nichts mit den Morden zu tun hat.

An sich ist dies ein wirklich interessanter Plot, der mich auch sofort angesprochen hat. Problematisch ist dabei jedoch die Umsetzung, die meiner Meinung nach sehr lieblos und oftmals auch unrund ist. Vor allem hatte ich große Probleme, mich mit Ann anzufreunden, da sie für mich stets blass blieb und sie auf mich sehr distanziert gewirkt hat. Hier wäre mehr Tiefe deutlich besser gewesen. Dazu gibt es in dem Buch sehr viele Zufälle, die Ann mit den Eltern der Opfer in Verbindung bringt, was nicht zwingend glaubwürdig ist, wenn man bedenkt, dass sich die Morde innerhalb von vierzehn Jahren abgespielt haben.

Somit ist „Perfect Day“ leider nicht der perfekte Thriller für mich, sondern eher ein Buch, das aufgrund seiner Charaktere und des doch oft zu blumigen Schreibstils nicht überzeugen konnte. Schade, dass man aus dem anfänglich interessanten Plot nicht mehr gemacht hat.