Zitat

[Buchzitat] Da vorne wartet die Zeit


18453950In einer Stadt direkt am See verliert sich die Zeit. Hier sind alle Menschen nur lautlose Begleiter der Unendlichkeit. Alles kann vorbei sein. Jetzt sofort. In diesem Augenblick. Aber da es keine Zeit mehr gibt, gibt es auch keine Endzeit. Jeder Tod vergeht vor dem Grauen der Nacht. Und dann, als wäre er gar nicht da gewesen, beginnt ein neuer Tag.
Keiner der Menschen an diesem Ort weiß, dass sie nur dort sind, um Abschied zu nehmen, von ihrem letzten Atemzug. Denn fernab der Zeit, in diesem dichten Nebel am See, treffen sich die Sterbenden, um noch einmal zu leben. Sie sehen sich an und lächeln. Sie streiten nicht mehr um das letzte Wort, sie lachen nicht mehr übereinander, sie lachen miteinander. Sie bringen die Abläufe der natürlichen Ordnung durcheinander, ohne etwas zu zerstören. Sie verzeichnen Glück, sie durchstreichen Angst, sie verankern Erinnerungen. Und sie haben keine Ahnung davon, dass diese Stadt nichts weiter ist als die unendliche Weite der Illusion.

[Lilly Lindner – Da vorne wartet die Zeit – „Prolog am See“]

Zitat

[Zitat] Die schönsten Zitate aus „Die Mechanik des Herzens“


Das Buch ist leider nicht das Gelbe vom Ei, der Schreibstil ist zwar wahnsinnig schön, aber die Handlung hatte doch sehr starke Schwächen, die man nicht übersehen konnte. Dennoch gibt es viele schöne Zitate in diesem Buch, von denen ich einige vorstellen möchte.

– Eines Tages, als ich wieder einmal viel geweint hatte, fand ich heraus, dass es hilft, Tränen zu trinken, wenn man traurig ist – vor allem, wenn man sie mit Apfelschnaps mischt. Man darf sie allerdings nie trinken, wenn es einem gut geht, denn sonst kann man ohne einen Schluck Tränen kein Glück mehr empfinden und gerät in einen Teufelskreis: Man muss ständig weinen, damit man ab und zu glücklich sein kann. (Seite 26)

– Love is dangerous for your tiny heart even in your dreams, so please dream softly. (Seite 33)

– Liebeskummer mache Menschen nun mal zu Monsters der Melancholie. (Seite 47)

– Ich bin verliebt, verstehe aber nichts von der Liebe. Deshalb werde ich wütend, prügle mich und manchmal versuche ich sogar, die Zeit vor- und zurückzudrehen. (Seite 72)

– Je mehr Angst du davor hast, dich zu verletzen, desto wahrscheinlicher wirst du dich verletzen oder verletzt werden. Nimm nur mal die Seiltänzer im Zirkus. Glaubt du etwa, sie denken oben auf dem Drahtseil daran, dass sie in die Tiefe stürzen könnten? Nein, sie nehmen das Risiko in Kauf und genießen das berauschende Gefühl, der Gefahr zu trotzen. Wenn du dein Leben lang allen Gefahren aus dem Weg gehst, um dich ja nicht zu verletzen, wirst du dich schrecklich langweilen. Es gibt nichts Aufregenderes, als unvorsichtig zu sein. Siehst du! Ich sage ‚unvorsichtig‘ und deine Augen leuchten! (Seite 73)

– „Entschuldige die Störung. Seit ich dich vor ein paar Jahren singen gehört habe, träume ich davon, dich wiederzusehen. Ich bin quer durch Europa gereist, um dich zu finden, man hat mir ein Ei auf dem Kopf zertrümmert und fast wäre ich von einem Mörder, der nur Tote liebt, aufgeschlitzt worden. Zwar bin ich ein Liebeskrüppel, denn offenbar hält mein zusammengeflicktes Herz dem emotionalen Erdbeben, das mich bei deinem Anblick erschüttert, auf Dauer nicht stand, aber ich kann es nicht ändern: Mein Herz schlägt nur für dich.“ Das sind die Worte, die mir auf der Zunge brennen, aber ich bleibe stumm. (Seite 86)

– Ich liebe dich völlig verquer, weil ich mit einem kaputten Herzen zur Welt gekommen bin. Es ist mir strengstens verboten, mich zu verlieben, weil meine Uhr zu empfindlich für intensive Gefühle ist. Sie können mich töten. Trotzdem habe ich mein Leben in deine Hände gelegt, denn du hast mir eine hohe Dosis Liebe verabreicht, dass ich mich stark genug fühlte, alle Hindernisse zu überwinden. (Seite 151/152)

Zitat

Autorin vergleicht AIDS mit Vampirismus


Es gibt ja vieles, was ich in Büchern dulde, aber manches geht selbst für mich zu weit. So einen Moment durfte ich heute während meiner aktuellen Lektüre erleben. Ich weiß, dieses Buch kommt bei den meisten Lesern recht gut an, aber mir ist gerade der Lesespaß so dermaßen flöten gegangen, dass ich nur noch sprachlos den Kopf schütteln kann.

Amanda Hocking hat im ersten Band ihrer „Unter dem Vampirmond“-Reihe AIDS mit Vampirismus verglichen, was mich sprachlos und gleichzeitig wütend macht.
Wie kann man nur eine reale tödliche Krankheit mit Vampirismus vergleichen? Das werde ich wohl in 20 Jahren noch nicht verstehen.

Bin ich die Einzige, die das als so krass ansieht?

„Er hat mir erklärt, dass Vampirismus so etwas wie ein Virus ist, ähnlich wie AIDS, nur dass es einem davon nicht schlechter geht, sondern besser.“

Zitat

[Zitat aus…] Blutrote Schwestern (Jackson Pearce)


Ich habe in diesem Buch eine wunderbare Textstelle gefunden, die mich sehr berührt hat und mich seitdem auch nicht mehr so wirklich loslässt, von daher möchte ich diese hier unbedingt erwähnen.

Als wir klein waren, waren Scarlett und ich felsenfest davon überzeugt, dass wir ursprünglich im Bauch unserer Mutter eine Person gewesen waren. Wir glaubten, dass ein Teil von uns geboren werden und der andere bleiben wollte. Also musste unser Herz zerbrochen werden, damit Scarlett zuerst geboren werden konnte, und ein paar Jahre später bot dann auch ich der Welt die Stirn. In unseren kleinen Köpfen mit den Pferdeschwänzen ergab das Sinn – es erklärte, warum wir, wenn wir durch Gras rannten, tanzten oder uns im Kreis drehten, das Gefühl dafür verloren, wer von uns wer war, und es sich anfühlte, als gäbe es eine organische, zarte Bindung zwischen uns. Unser gemeinsames Herz schlug im Takt ud pumpte dasselbe Blut durch die Adern.
Doch das war vor dem Angriff. Seither verbinden sich unsere Herzen nur, wenn wir jagen, wenn Scarlett mich voller Freude anblickt, die stärker ist als ihre Narben, und dann einem Fenris nachweint, obwohl ihr Leben von seinem Tod abhängt. Ich folge ihr, und zwar immer, weil dies die einzige Zeit ist, in der unsere Herzen in perfekter Harmonie schlagen. Die einzige Zeit, in der ich mir ohne den Hauch eines Zweifels sicher bin, dass wir eine Person sind, die in zwei zerbrochen wurde.
– [Seite 56]

Schöööön, oder? 🙂

Zitat

Die schönsten Zitate aus….


Seit gestern lese ich „Rosa macht blau“ und das Buch haut mich einfach um. Ich habe ein leichtes Jugendbuch erwartet, aber was mir hier wirklich geboten wird, begeistert mich.
Ein wunderschöner Roman mit viel Liebe, Verzweiflung und großen Hoffnungen.

Und da so viele wunderbare Zitate enthalten sind, stelle ich hier mal die schönsten vor.

Irgendwann wird man ihre Leiche aus dem Meer fischen. Die wahre Todesursache wird man nicht feststellen können, denn gebrochene Herzen kann man nicht feststellen. (S. 7)

„Ein Mann muss mit dem Herzen sehen, nicht mit den Augen“, sagte Serafina. (S. 11)

Rosen verlieren niemals ihren Duft, kleine Rosa. Nicht einmal, wenn sie verblüht oder vertrocknet sind. Wenn du sie einmal nicht riechen kannst, dann ist das nur, weil dein Herz gebrochen ist. (S. 28)

Die Mama ist an einem gebrochenen Herzen gestorben, denkt Rosa. Das sieht man von außen nicht. Man erkennt es nur manchmal in den Augen. Und Maria hat darauf geachtet, dass sie immer lacht, wenn jemand sie ansieht. (S. 32)

In meinem nächsten Leben werd auch ich DJ, denkt sie. Dann müsste sie nicht mehr lächeln, wenn ihr der Hals durchgeschnitten wird. Sie einfach eine Platte spielen. ‚Thanks for your time now, you can thank me for mine and after that’s it, forget it‘. Und dazu würde sie ein Foto von einem geschlachteten Schaf an die Wand beamen. (S. 78)

Die Realität ist da drüben. Drüben auf Tonis Terrasse. Hier auf der Bank, wo Rosa sitzt, ist die andere Seite. Hier sind die Verrückten. Die Träumer. Manchmal auch die Toten. Das hier ist die Seite der gebrochenen Herzen. (S. 79)

Es ergibt keinen Sinn, dass man sich quält und sich quält und sich quält und es nicht aufhört. Das ist nicht schön! Blumen sind schön oder Spaziergänge im Mai. Aber nicht das, was Rosa macht. Rosa hat die Schnauze voll. So! Schluss! (S. 87)

Und neben ihr macht etwas „Platsch“! Wie ein nasser Klumpen klatscht ihr Herz auf den Steinboden und zieht eine kleine, traurige Schleimspur bis unters Gemüseregal. Es versteckt sich, wo’s keiner sieht, hinter der Kiste mit dem fauligen Salat. Rosa hätte ihn vorhin gleich weg räumen sollen. Jetzt stinkt es nach Tod und Verwesung unter dem Gemüseregal. Rosas Herz wird ersticken da drunten. (S. 115)

Die Sonntage sind immer das Schlimmste. Gelähmt kleben sie am Ende einer Woche. Sie atmen, und sie atmen Einsamkeit in Rosas Gesicht. Die meisten sind hellgrau. (S. 125)

‚Dummes Herz‘, sagt Rosas Kopf. Aber Rosas Herz will es nicht einsehen. Dass Liebe etwas Vergängliches ist. Etwas, das sich abnutzt. (S. 190)

Zitat

[Buchzitat] Mängelexemplar


Ich finde nichts frustrierender, als neben einer auserwählten Person zu liegen und das Bedürfnis zu haben, ihr so nah wie möglich zu sein.
Man kann sich umarmen und verknoten, bis man schwarz wird, man hat immer das Gefühl, noch näher sein zu wollen. Das sogenannte In-den-Partner-reinkriechen-Wollen.
Aber man kann nun mal, von bestimmten Sexpraktiken abgesehen, nicht in den Partner reinkriechen. Man wird nie nahe genug sein…

Zitat

Buchzitat [Der Glöckner von Notre Dame]


„Wisst Ihr, was Freunschaft ist?“ fragte er.
„Ja“, antwortete die Zigeunerin. „Freund sein heißt Bruder und Schwester sein, zwei Seelen, die sich berühren, ohne sich zu vermischen, zwei Finger an derselben Hand.“
„Und die Liebe?“ fuhr Gringoire fort.
„Oh, die Liebe!“ sagte sie mit zitternder Stimme und strahlenden Augen. „Sich lieben heißt zwei sein und doch eines sein. Ein Mann und eine Frau, die sich zum Engel verschmelzen. Die Liebe ist der Himmel.“

Zitat

Buchzitat [Blaue Wunder]


Ich habe gedacht, ich wüsste, wie Liebeskummer geht: Halte durch, es geht vorbei. Aber diesmal nicht. Du denkst, du wirst niemals wieder glücklich sein und lachen. Du denkst, dein Leben ist zu Ende. Du wünschst, dein Leben ist zu Ende und mit ihm die Schmerzen. Du glaubst, dass du nie wieder jemandem dein Herz schenken wirst, weil: Kaputte Sachen verschenkt man nicht. Jeder Sonnenstrahl verhöhnt dich, und jeder Regentropfen ist schmerzhaftes Mitleid aus dem Himmel. Nichts tut so unendlich weh wie die Liebe, wenn sie verloren geht.