Rezension

Christina Helmis – Mein Lollimädchen-Ich: Mein Leben mit der Magersucht

Kurzbeschreibung
Um nicht länger für alle das Moppelchen zu sein, hört Christina auf zu essen. Mit 17 Jahren landet sie zum zweiten Mal in der Psycho-somatischen Klinik; bei einer Größe von 1,73 m wiegt sie noch 37 Kilo. Zwei Wochen später wäre sie gestorben, sagen die Ärzte. Aber Christina will leben – und essen. In Briefen, E-Mails und Interviews dokumentiert sie ihren Kampf gegen die heimtückische Krankheit.

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Meine Meinung
„Es gibt Momente, in denen ich die Mädels um mich herum ganz objektiv betrachten kann – ohne Konkurrenzgefühl oder Neid, weil einige möglicherweise noch schlanker sind als ich. Und in diesen Momenten erkenne ich das ganze Elend und erschrecke darüber, was wir uns und unserem Umgeld antun…“

Obwohl Christina ein sehr hübsches und beliebtes Mädchen ist, fühlt sie sich in ihrem Körper nicht wohl. Ihr Bauch ist in ihren Augen nicht flach genug und ihre Schenkel zu breit. Ihre Freundinnen Nicky und Sarah tragen ihre Wunschgröße: Jeansgröße 27!

Ihre anstehende Konfirmation ist ausschlaggebend: Bis dahin will sie abnehmen und ihrer Wunschgröße näher sein.

Direkt beim ersten Diätversuch geraten ihre Gedanken unter Kontrolle: Wieviel Kalorien verbrenne ich bei welchen Tätigkeiten und wie lange muss ich Sport treiben? Durch Diättipps in Frauenzeitschriften, Kalorientabellen und viel Sport purzeln schon bald die ersten Pfunde. Nach 6 Wochen hat sie bereits 2,5 kg abgenommen. Doch es sollen noch mehr sein.

Fortan ernährt sich das junge Mädchen nur noch von Knäckebrot, Obst, Gemüse, Cola Light und Tee. Und viel zu spät merkt sie, in was sie da hineingeraten ist.

Nach zwei Klinikaufenthalten fasst Christina Helmis ihren Mut zusammen und erzählt ihre Geschichte, die schockieren und Mut machen soll…

Zusammen mit Kerstin Dombrowski hat Christina Helmis ihre Geschichte nieder geschrieben, mit der sie Jugendliche warnen, belehren und helfen möchte. Mit einer brutalen Ehrlichkeit beschreibt sie ihre Gefühle und Gedanken vor, während und nach der Magersucht.

Vor allem ihre Klinikaufenthalte schildert sie hier sehr ehrlich.
Ihren ersten Klinikaufenthalt hat sie nach 9 Wochen erfolgreich abgeschlossen. Sie hat 7 kg zugenommen und versucht mit einem Schulwechsel einen kompletten Neuanfang, der ihr auch zusehens gelingt.

Besonders tragisch ist hier ihr Rückfall, den sie durch eine unüberlegte Aussage erleiden musste. Obwohl sie wieder Spaß am Leben und Nahrung gefunden hat, lässt sie sich von ihrem Partner aus der Fassung bringen, in dem er ihre Frage nach Abnehmen nicht verneint hat.
Am Ende wiegt sie weniger als jemals zuvor. Der Blick auf die Waage weckt sie endlich auf: Mit 33 Kilogramm bei einer Größe von 1,73 m wäre sie beinahe gestorben.

Auffällig ist hier, wie verschieden die Menschen auf Christina reagieren:
Während sie am Anfang ihrer Krankheit von ihren Freundinnen eher beneidet wird und man nicht wirklich auf ihre Krankheit eingeht, sondern sich immer mehr von ihr entfernt, kümmern sich die Mitschüler auf ihrer neuen Schule umso mehr um sie und bewegen sie dazu, weiterhin auszugehen und am Leben teilzunehmen.

Vor allem ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist hier entscheidend: Sie haben ihre Diät zusammen angefangen, doch nach einem Abbruch ihrer Mutter wurde die Autorin umso ehrgeiziger. Obwohl das Thema Magersucht immer öfter in der Luft hängt, wird es nie offen angesprochen. Erst Monate später, wird es endlich offen und ehrlich zwischen Mutter und Tochter besprochen:

„Mir wird ganz übel, als ich Mama – als ich überhaupt zum ersten Mal – erzähle, was ich in den vergangenen Monaten alles angestellt habe, um abzunehmen. Ich schäme mich so sehr. Es kommt mir selbst so absurd vor. Was für eine Zeitverschwendung, denke ich. Und je mehr ich darüber rede, desto mächtiger fühlt sich die Krankheit an, desto größer wird sie und desto mehr fühlt sie sich überhaupt als Krankheit an.“
[Seite 86/87]

Neben einem tollen Cover überzeugt auch die restliche Gestaltung. Besonders interessant sind am Kapitelanfang die einzelnen Berichte von Christinas Mutter, Therapeuten und Ärzten.

„Mein Lollimädchen-Ich“ stammt aus der „Mein Leben“-Reihe.

Obwohl ich bereits viele Bücher zum Thema Magersucht gelesen habe, ist „Mein Lollimädchen-Ich“ ein Buch, dass mich besonders berührt und nachdenklich zurückgelassen hat.
Vor allem die letzten Sätze der Autorin erinnern daran, dass man immer wieder aufs Neue kämpfen muss um im Leben glücklich zu sein.

Absolut empfehlenswert!

2 Kommentare zu „Christina Helmis – Mein Lollimädchen-Ich: Mein Leben mit der Magersucht

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