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Von bettelnden Autoren und merkwürdigen Angeboten

Meckerposts gibt es aktuell wieder wie Sand am Meer in der Bloggerszene und ich auch muss nun leider ebenfalls einen solchen schreiben. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Post tatsächlich schreiben möchte, allerdings habe ich mich aufgrund der weiterhin sehr skurrilen Emails, die mich tagtäglich erreichen, dann doch für diesen Artikel entschieden.

Ich möchte hierbei jetzt nicht unbedingt über Indie-Autoren meckern, denn ich finde ihre Werke und ihr Auftreten dabei häufig sehr interessant. Dennoch gibt es leider immer wieder schwarze Schafe, die diesen guten Eindruck immer wieder zerstören. Auffällig ist dabei, dass Autoren, die bei Verlagen untergekommen sind, sowas häufig nicht nötig haben, da sie von Verlagsseite her oft genug Werbung bekommen. Es ist von daher gleich doppelt schade, dass sowas zu 90 Prozent nur in der Indie-Szene passiert.

1. Bettelnde Autoren
Es ist schon fast traurig, was man stellenweise in den Mails so liest. Anstatt sein eigenes Buch in der Mail vorzustellen, wird meistens nur lieblos auf Amazon verwiesen und mehrfach darum gebeten, doch bitte eine Rezension zu schreiben, da man von der Presse ignoriert wird und Blogger als einzige Chance ansieht. Wenn dann auch noch zugegeben wird, dass die bisherigen Rezensionen lediglich von Freunden und Familien stammen, kann man schon Mitleid haben. Aber ist es wirklich die richtige Art und Weise sich so bei eventuell zukünftigen Leser zu präsentieren?!

Gleiches gilt für Autoren, die per Mail, Facebook, Twitter und Co. um irgendwelche Stimmen auf Lovelybooks und anderen Portalen betteln. Ganz ehrlich? Es interessiert mich ehrlich gesagt rein gar nicht, welchen Platz ein Autor bei irgendeinem Portal belegt hat, da ich bei solchen Aktionen grundsätzlich nicht mitmache. Wozu auch? Solche Listen haben in der Vergangenheit oft genug gezeigt, dass es dabei nicht um das Buch ging, sondern lediglich darum, wer am besten und häufigsten in den sozialen Netzwerken unterwegs ist und somit genug Menschen animieren konnte. Das macht das Buch weder besser, noch schlechter. Hierbei muss sich jeder Autor – egal, ob Indie oder nicht – überlegen, wie er tatsächlich auf den Leser wirken möchte: Seriös und mit guten Büchern oder doch eher wie jemand, der gut Menschen animieren kann?! Sollte hierbei tatsächlich letzteres zutreffen, hat man eindeutig seinen Beruf verfehlt.

2. Platzierungen
Ich gönne jedem Autor eine gute Platzierung in den Amazon-Charts, bzw. auf irgendwelchen Bestsellerlisten. Wer gute Bücher abliefert, sollte das Lob auch genießen dürfen. Aber: Wieso zum Teufel muss man quasi stündlich seine Amazon-Platzierungen auf Facebook posten? Sowas empfinde ich meistens nur als furchtbar anstrengend und aufdringlich. Wenn man vielleicht einmal die Woche sowas postet, ist dies meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung, denn meistens wird sich dabei auch gleichzeitig beim Leser bedankt. Wenn man jedoch stündlich sowas postet und dann sogar trauert, wenn man mal innerhalb von zwei Stunden um einen Platz in der Liste abgerutscht ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Will man mir so ein schlechtes Gewissen machen, weil ich das Buch noch nicht gekauft habe? Was erwartet der jeweilige Autor in dem Moment? Das Buch eventuell noch einmal kaufen? Will man Mitleid in Form von „Warte ab, es steigt wieder“?. Tut mir leid, aber sowas kann und will ich nicht verstehen.

Liebe Autoren, ihr dürft euch freuen, ihr dürft dies auch mit den Lesern teilen, aber bitte, trauert dann auch nicht, wenn ihr in der Platzierung mal abrutscht. Denn das werdet ihr irgendwann sowieso. Sei es, weil bereits ein neues Buch veröffentlicht wurde oder einfach, dass andere Autoren in dem Moment mehr verkaufen. Man muss dann auch mal anderen Autoren sowas gönnen können!

3. Merkwürdige Angebote
Ich habe ja schon wirklich häufig kuriose Mails erhalten, bei dem mir Autoren gewisse Angebote gemacht haben. Sei es „ein Interview bei einem netten Essen“ oder auch mit „kleinen Goodies als Dank für die Rezension“ anlocken. Auch hier stellt sich mir wieder die Frage, ob man tatsächlich Autor und somit seriös sein oder dies lediglich bei einem Hobby belassen möchte. Sollte auch hier wieder letzteres der Fall sein, dann muss ich doch sagen, dass man sich nicht wundern sollte, wenn derartige Emails unbeantwortet bleiben.

4. Rezension gegen Bezahlung
Anscheinend ist es mittlerweile normal, dass dem Leser in irgendeiner Form Geld angeboten wird. Häufig kam es zuletzt bei mir vor, dass ich gebeten wurde, ein gewisses Ebook bei Amazon zu kaufen, nur damit ich später den Preis wieder erstattet bekomme. Weiterhin würde man mir weitere 5-10 EUR zusätzlich geben, wenn die Rezension positiv ausfällt. Dabei scheint es den Autoren häufig sogar egal zu sein, ob man das Buch am Ende tatsächlich gelesen hat, denn es kommt lediglich auf eine gute Bewertung an. Auch hier kann ich solche Angebote nur ablehnen, denn auch hier wird schnell klar, dass der Leser an sich nur Mittel zum Zweck ist.

Ich habe lange über diese vier Punkte nachgedacht und habe mich entschieden, dass ich fortan derartige Mails nicht mehr beantworten werde. Mir ist klar, dass ich dadurch vielleicht das ein oder andere wirklich gute Buch verpassen könnte, aber damit kann ich letztendlich sehr gut leben. Alle anderen Anfragen werden natürlich wie immer beantwortet werden, nur kann ich leider nicht jede Anfrage annehmen.

46 Kommentare zu „Von bettelnden Autoren und merkwürdigen Angeboten

  1. Hier drücke ich mal ein fettes GEFÄLLT MIR!
    Mir ist es auch schon passiert, wenn auch nicht so häufig und so kurios. Aber dieses Betteln um Stimmen auf LB ist mir häufig begegnet und finde ich nervig.
    Was auch – für mich – gar nicht geht: die Bitte, Bewertungen auf Portalen höher zu machen. Nee sorry, nicht mit mir. Entweder ich gebe MEINE Meinung ab, oder ich lasse es.

    Ich unterstütze auch gerne Indie Autoren und mache Beiträge zu Cover-Reveals oder ähnlichem. Wenn sich aber dann wieder herausstellt, dass der Autor es übertrieben hat und an dem Tag plötzlich 20 Blogger das posten – geht auch gar nicht. Da weiß ich, dass ich mir das bei demjenigen in Zukunft spare.

    LG,
    Sabrina

  2. Cover-Reveals mache ich mittlerweile grundsätzlich nicht mehr, dafür nutze ich nur noch „Waiting on Wednesday“. Ich finde es immer merkwürdig, wenn ein Autor dir erzählt, dass du das Cover exclusiv veröffentlichen darfst und es dann witzigerweise auf zwanzig Blogs gleichzeitig erscheint.

    Indie-Autoren sind super, dabei bleibe ich, aber die schwarzen Schafe, die leider immer mehr werden, zerstören leider den ansonsten guten Eindruck.

  3. mh, ein diskussionsfreudiges Thema, dass du dir hier ausgesucht hast und ich kann teilweise – nicht in allen Punkten – beide Seiten verstehen. Als Bloggerin bekomme ich auch viele Anfragen u manchmal etwas dubiose Mails, aber diese sage ich ganz normal wie die anderen ab, und hoffe, dass es damit gut ist.
    Zu den vier Punkten kann ich als Autor sagen, dass ich ja – zugegeben – auch schon mal meine Platzierung auf FB gepostet habe oder um Votes auf LB (darüber haben wir ja schon geschrieben) gebeten. Und es ist wirklich schwierig, nicht diesem Zwang zu verfallen, andere auf das Buch aufmerksam zu machen oder auf die eigene Arbeit. Man ist einfach sehr stolz, dass man so ein Projekt zu Ende geführt, halbe Nervenzusammenbrüche u Krisen überstanden hat und wenn es dann fertig ist… weiß nicht, fühlt man sich stolz und möchte das mit der Welt teilen – und ganz klar, dann auch nicht komplett übersehen werden bei der Masse an Autoren/ Bücher.
    Andere Dinge, die ich sonst noch mache, die du aber nicht erwähnt hast, sind eben Blogger-Aktionen, aber anders als früher, wo ich befreundete Blogger anschreibe, rufe ich jetzt auch nur noch auf FB auf und überlasse es jedem selbst, ob er mitmachen u unterstützen möchte. Das gleiche bei Testlesern… Also ja, ich hänge schon sehr an der ganzen Blogger-Community und verlasse mich auf sie bzw. ist es hoffentlich doch noch ein Geben und ein Nehmen und nicht bloß einseitig. Aber liegt bei mir wohl daran, dass ich aus ‚der Szene“ komme. So, das war’s von meiner Seite zu dem Thema und sorry für den langen Kommentar 😉

  4. Mir ist bisher gott sei dank noch nie einer untergekommen, der mir Geld bieten wollte. Wenn ich Mails bekomme und der Klappentext – von Amazon natürlich – gefällt mir nicht, lösche ich die Mail. Ich reagiere gar nicht darauf. In solchen Sachen bin ich von Natur aus sehr skeptisch und mag sowas überhaupt nicht.
    Es muss doch auch möglich sein, ein Buch so zu promoten, dass der Blogger Lust darauf bekommt, es zu lesen. Und jeder Autor – ob neu oder schon ein alter Hase im Geschäft – sollte fähig sein, mit Kritik umzugehen. Wer es nicht kann, ist kein Autor für mich.

  5. Ich kenne eine Autorin privat ganz gut, und diese hat mich hin und wieder gefragt, ob ich bei Lovelybooks für ihr Buch voten oder meine Rezension auch auf amazon hochladen könnte. Das war auf eine sehr nette Art und ein „nur, wenn du möchtest“. Da mache ich das sehr gerne.

    Aber wenn Leute anfangen, um Likes o.Ä. zu betteln, dann läuft doch etwas falsch. Und Geld für positive Rezensionen anbieten, finde ich auch Quatsch. Man soll doch durch seine Leistung überzeugen. Wenn noch nicht alles so gut geschrieben ist, kann man dadurch doch Lernen.
    Und machen die Autoren wirklich so viel Gewinn, wenn sie Bloggern Geld anbieten? Lohnt sich das dann so sehr?

  6. Aktionen wie Blog-Touren etc. finde ich ja okay, auch wenn ich bei sowas nicht mitmache.
    Diese Betteleien um Stimmen finde ich jedoch nicht seriös und sowas wird dann auch später – wenn man sich bei größeren Verlagen mal bewirbt – immer wieder zur Sprache kommen und das Internet vergisst nun einmal nicht. Dadurch haben sich schon viele Autoren ihre berufliche Zukunft verbaut. Sowas muss man dann aber immer für sich selbst wissen, ob man diesen Weg gehen will.

    Und ja, natürlich darf man auf sein Buch stolz sein, da steckt schließlich immer eine Menge Arbeit hinter, aber auch hier kommt es immer drauf an, WIE man es am Ende präsentieren möchte.

  7. Wenn ich ein Buch rezensiere, dann veröffentliche ich diese dann auch auf Amazon und Co. Sollte ich dies mal vergessen und man bittet mich, dies vielleicht auch dort zu veröffentlichen, ist dies kein Problem für mich, aber wenn es um die Sternebewertung an sich geht, lasse ich mir nicht reinreden.

    Mit dem Geld ist wohl so eine Sache: Wenn ich als Autor für ein Buch nur 0,99-2,99 EUR nehme und dazu noch Gebühren an Amazon abgehen, kann ein Autor eigentlich gar nicht so viel daran verdienen. Ich schätze, es ist einfach eine Investition in die Zukunft, wenn man weitere Bücher veröffentlicht. Anders kann ich es mir auch nicht vorstellen.

  8. stimmt, da gibt es sicher bessere Wege bzw. sollte man sich einifach davon nicht so beeinflussen lassen, aber wie gesagt, nicht so leicht dem zu wiederstehen, wie man denkt. Außerdem lernt man dazu bzw. aus ‚Fehlern‘, auch wenn es leider stimmt, dass alles bleibt u das Internet nichts vergisst.

  9. Wenn mir ein Autor z.B. den Klappentext schickt und sich kurz vorstellt, dann finde ich das vollkommen in Ordnung und auch oft interessant, wenn man dabei sympathisch rüberkommt, aber wenn es nur darum geht „Hier, schau an und rezensiere“, dann finde ich dies meisten dann doch zu aufdringlich und dann frage ich mich immer, wie dann erst der Inhalt sein muss.

  10. Hallo, ich als „Indie-Autorin“ bin sehr entsetzt, über das was Du da schreibst! Ich finde das sehr traurig, dass das Verhalten einiger Autoren uns alle so in Verruf bringt. Natürlich schreibe auch ich manchmal Blogger an und frage sie, ob sie meine Bücher rezensieren wollen, aber ich würde nie auf die Idee kommen, jemanden dazu zu zwingen oder zu bestechen. Komische Welt. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass man als Autorin mit einem solchen Verhalten Erfolg hat.
    Ich kann nur hoffen, dass Euch Bloggern nicht der ganze Spaß durch solche „seltsamen“ Angebote verdorben wird, denn ich schätze einen wirklichen Austausch sehr und will nicht auf Teufel komm raus eine 5 Sterne Rezi bei Amazon.
    In diesem Sinne, Sabrina, lass Dir nicht den Spaß verderben, denn das soll es doch in erster Linie machen!!!

  11. Indie-Autoren werden für mich immer etwas besonderes bleiben, denn ich finde es sagenhaft, was oftmals au die Beine gestellt wird. Ich finde es nur so schade, dass die schwarzen Schafe dabei meistens häufiger Aufmerksamkeit erhalten als diejenigen, die es tatsächlich verdient haben, von daher werde ich auch weiterhin ein großer Fan von euch bleiben! 🙂

  12. Vielen Dank für den Beitrag 🙂 Du sprichst mir aus der Seele. 🙂
    Noch bin ich eine recht neue Indie-Autorin und habe ebenfalls versucht mit Facebook Werbung zu machen. Habe aber bereits nach kurzer Zeit festgestellt, das es nicht nur extrem zeitraubend ist, sondern auch nervig, wenn die komplette Startseite nur aus Werbebeiträgen besteht und man von Gruppen oder Freunden nichts mehr sieht. Aus dem Grunde habe ich meine Werbung auf Facebook stark reduziert.
    Per Mail habe ich bislang noch keine BloggerInnen angesprochen und das hat einen sehr guten Grund. Bevor ich von jemanden verlange bzw. ihn darum bitte, das mein Buch gelesen wird, möchte ich die Person auch gerne ein wenig kennenlernen. Auch wenn es nur ein kurzes Geplänkel im Facebook-Chat ist, reicht es dennoch aus, sich und sein Buch vorzustellen, selbst aber auch zu erfahren, liest derjenige auch eBooks, in welchem Format und das wichtigste, liest derjenige überhaupt mein Genre, besteht daran Interesse.
    Den Kommentar gebe ich nicht als Werbung für mich ab, sondern um zu zeigen, es gibt auch noch Indie-Autoren, die sich vorher Gedanken machen und mit Respekt auf andere Menschen zugeht, statt nur an den Erfolg zu denken. 🙂
    Liebe Grüße
    Bianca

  13. Auch ich bin eine Indie Autorin und lese mit Entsetzen, was da so abläuft. Natürlich geht man ohne Werbung in der Masse vollkommen unter, aber dieses „betteln“ ist alles andere als angenehm. Aber schön zu lesen, dass du deswegen nicht alle Indies verdammst. 🙂

  14. Wie Recht Du hast! Das mit dem Erstatten wird gemacht, um im Ranking zu steigen :/ Ich beantworte solche Mails schon lange nicht mehr, weil sie einfach nervig sind und auch unkollegial anderen Autoren gegenüber.

  15. Ich schreibe selbst, bisher als Hobby, also ohne klassische Veröffentlichung, kann aber deine Meinung verstehen. Andererseits … Wenn man sich nicht andauernd präsent macht, also auch durch betteln, Werbung ohne Ende, nerven, bleibt man oft auf der Strecke. :-/

  16. Werbung machen ist aber auf viele Art und Weise möglich. Wenn man eine freundliche Mail schreibt und der Blogger das Gefühl hat, dass sich der Autor im Vorfeld tatsächlich mit dem Blog befasst hat, dann sieht das z.B. ganz anders aus, als wenn man einfach nur eine Rundmail an 30 Leute gleichzeitig schickt. Außerdem kann man ja auch in Kontakt mit Presse und Bloggern treten, ohne unbedingt betteln zu müssen. 😉

  17. Leider. Also mich wird man so schnell da nicht vergraulen, allerdings muss ich gestehen, dass ich vorsichtiger geworden bin und bei Anfragen erst einmal schaue, wie sich jemand auf Facebook und Co. verhält.

  18. … ich fühle grad mit den Autoren. Mit denen habe ich zu tun und ich weiß, mit welchem Herzblut sie an ihren Büchern hängen. Ich begleite sie beim Entstehen des Buches. Durch die Selfpublisher-Szene werden wir von Büchern überschwemmt… früher wusste ich: aha, Nora Roberts – neues Buch, Susan E. Philipps – neues Buch… heute fühle ich mich fast überrollt von den Neuerscheinungen. und ich bin auf die Rezensionen angewiesen.
    wie sollen sie sonst an Aufmerksamkeit kommen??? gegen Geld geht gar nicht, aber ich bitte euch ♥ seid nachsichtig, es sind ihre „Babys“ 🙂

  19. Claudia, eben weil ich Autoren auch auf ihren Wegen begleite, kann ich derartige Angebote und Bettelaktionen nicht verstehen. Wie gesagt, es wird nicht nur in Mails, sondern auch in sozialen Netzwerken etc. gebettelt und das Internet vergisst nicht, von daher sollte man es sich als Autor zweimal überlegen, ob man tatsächlich so an die Sache herangehen möchte. Erst recht, wenn die Angebote dabei alles andere als seriös sind, die sie einen so machen.
    Wenn Autoren tatsächlich erfolgreich sein wollen, haben sie sich – wie auch in jeder anderen Branche auch – zu benehmen und dies tun viele leider nicht.

  20. Nachdem ich wegen einer sachlich-kritischen Rezension von Büchern zum »Hassprediger« gestempelt wurde und seitdem wiederholt blinden Hass ernten durfte, bespreche ich wie früher lieber wieder Bücher von Profiautoren und halte mich bei Self-Publishern vornehm zurück. Zum Streicheln von geknickten Seelen mit ultimativen 5-Sterne-Lobhudelein bin ich als Blogger und Rezensent nicht bereit. Damit macht sich jeder ernsthafte Rezensent nur zum Kasper.

  21. Gefällt mir. Wenn ich mit einem Buch liebäugele, können gute (also ehrliche) Rezensionen eine gute Entscheidungshilfe sein. Was sind aber Rezensionen wert, wenn sie doch nur gekaufte Gefälligkeitsschmeicheleien sind? Nichts.

    Das Bemühen der Autoren, irgendwie Aufmerksamkeit und gute Bewertungen zu ergattern, kann ich ein Stück weit verstehen. Wie man aber auf die Idee kommt, mit solchen schrägen Angeboten punkten zu können, will mir nicht in den Kopf.

  22. In Wirklichkeit ist alles noch viel viel schlimmer als ihr glaubt. Es gibt sogar spezielle Reziagenturen oder Internetseiten, die verkaufen Rezis im Pack. Da bekommt der Autor 50 Rezis für 50 Euro dazu wird der Buchpreis dem Rezensenten erstattet. Also die wirklich „Cleveren“ schreiben keine Blogger deswegen an. Es sind vor allem diese überschwänglichen 5 Sterne Rezis die in kurzen Abständen bei einem neuen Buch folgen, also beinahe täglich eine 5 Sterne Rezi, dazwischen ab und an eine 4. Und da steht dann: Wer das nicht liest, ist selber schuld. Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe, Leute kauft das Buch. Kaufen kaufen kaufen!!! Alles in vier bis fünf Sätzen abgehandelt, zum Inhalt findet man oft nichts. Diese Agenturen stellen es dem Autor sogar frei, selbst die eigene Rezi nach den eigenen Wünschen zu verfassen, die der gekaufte Rezensent dann einstellt. Schaut man sich die Liste der Rezis dieser Leute an, ist die oftmals 20 Seiten lang und so gut wie alle haben fünf Sterne. Hier wird Verarschung im ganzen großen Stil getrieben, denn nicht nur der Preis bestimmt über eine Platzierung in der Amazon Rangliste sondern es spielt auch die Anzahl der guten Rezis in einem gewissen Zeitraum eine Rolle. Also kriegt ein Autor binnen kürzester Zeit um die 50 Rezis, die in dieser Art und Weise abgefasst wurden, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass er irgendwo seine Connections hat. Da kommen dann oft die schlechten Rezis dazu, von Lesern die sich wundern, wie dieser Autor zu dieser Masse an guten Rezis kommt, aber die sind dann auch egal, denn dann ist der Autor schon im sichtbaren Bereich…
    Zum Vergleich, nicht mal 5% aller Leser schreiben überhaupt Rezis, bekommt ein durchschnittlicher Selfpublisher plötzlich diese vielen Rezis ist das schon ziemlich faul.

    Ach ja, es gibt auch geheime Facebookgruppen in denen Indie-Autoren sich zusammengetan haben um mit gezielten Käufen ihre Bücher in die sichtbaren Ränge zu pushen.

  23. Hallo Jenny,

    wobei man sagen muss, dass dies nicht nur Indie-Autoren machen, es gibt auch sehr große Verlage, die das schon häufig gemacht haben. Da haben sich ja selbst die betroffenen Autoren drüber öffentlich beschwert.

  24. … Was??? Mittlerweile werden nicht mehr die Bücher verkauft, sondern die Leser gekauft? Also … nee! Da fehlen mir jetzt echt die Worte (was nicht so oft vorkommt).
    Aber gut, anscheinend ist es inzwischen in der Tat so, dass eine immer größere Anzahl von Leuten gern bereit ist, für den Erfolg ihres Produktes erst mal tief in die eigene Tasche zu greifen. Das ist eine schlimme Entwicklung. Zuungunsten der Qualität.
    Denn leider ist es so, dass die Autoren, die die Leser nicht dermaßen offensiv angehen, immer weniger wahrgenommen werden, da die Aufmerksamkeit ja von den „KollegInnen“ (*hüstel*) vereinnahmt wird, die mit dem Geld wedeln.
    Ich weiß nicht. Wo ist denn da noch der Sinn?
    Liebe Leser, liebe Blogger, ich danke jeder/m von Euch, die/der diese Entwicklung öffentlich anprangert. Sehr gerne schicken wir Rezensionsexemplare und machen auch mal kurze Gratis-Aktionen bei eBook-Neuerscheinungen. Alles keine Sache, im lokalen Buchhandel kann man ja auch erst mal blättern. Aber LeserInnen bezahlen? Nee. Echt nicht.
    Und die Gier nach den Rankings verstehe ich sowieso nicht. Mittlerweile hat es sich doch herumgesprochen, dass da ohne Ende getrickst wird, ne 😉
    Viele liebe Grüße aus Limburg,
    Eva

  25. Angesichts von Punkt 3 und 4 bin ich ehrlich geschockt. Peinlich zu sein, ist das eine und auch nicht wirklich angenehm. Aber das mag jeder Autor/jede Autorin für sich selbst entscheiden. Aber merkwürdige Angebote? Bestechung? Geld versprechen? Das tut mir im Herzen weh und ich frage mich immer: Was sind das für Menschen, die meinen andere kaufen zu können? Und wie können die sich im Spiegel noch in die Augen sehen? Geht es dabei nur um die Verkaufszahlen? Oder ist das mehr fürs Ego? Keine Ahnung.
    Kopfschüttelnde Grüße sendet Regina

  26. Hallo Regina.

    Danke für deine Meinung. Natürlich könnte ich jetzt sagen „Hey, das ist schnellgemachtes Geld“, aber bleibe ich mir selbst so treu? So verteile ich munter 5-Sterne-Rezensionen, die Autoren bilden sich darauf was ein und denken dann, dass sie tatsächlich das Zeug zum Bestseller haben. Der Fall danach wäre wohl viel zu tief.
    Ich kann nur hoffen, dass in naher Zukunft wieder ein Umdenken stattfinden wird.

  27. Ich schreibe seit fast acht Jahren Buchbesprechungen; sowohl im Blog als auch bei glanzundelend.de. In dieser Zeit habe ich etwa ein Dutzend Mails von Autoren erhalten. Fast alle stellten mir ihr Buch vor und fragten freundlich, ob ich vielleicht lesen möchte und dann – gegebenenfalls – etwas darüber zu schreiben – sei es im Blog oder auch nur als Mail. Meistens habe ich abgelehnt; gelegentlich dann um das Buch gebeten, freilich immer betont, dass ich mich damit zu nichts verpflichte. Mir wurde niemals Geld angeboten noch sonst irgendwelche Vergünstigungen; lediglich das Buch schickte man mir zu. Tatsächlich habe ich fünf Bücher auf diese Weise gelesen – und vier davon besprochen. Eines fand ich sehr schwach und wollte die Autorin nicht verreissen, was ich ihr auch mitgeteilt habe. Hinzu kommt noch ein Buch, dass ich nur bis Seite 20 ausgehalten hatte,

  28. Hallo Eva. 🙂

    Kleinere Aktionen finde ich immer toll, erst recht, wenn der Leser dann auch tatsächlich mit eingebunden wird und es nicht nur ums schnelle Geld geht. Es gibt unglaublich viele Autoren, die ihre Sache super machen, aber leider bekommen die schwarzen Schafe am Ende doch immer die meiste Aufmerksamkeit und dies sollte einfach nicht so sein.
    Rezensionsexemplare sind natürlich eine super Sache, sowas abzustreiten wäre schon unvorteilhaft, aber sollte man nicht besonders die Indie-Autoren mehr unterstützen, indem man ihre Bücher – und sei es nur Ebooks – tatsächlich kauft? Ich kaufe gerne und vor allem viele Ebooks und finde es immer schade, wenn man die Bücher dann gerade mal für 0,99 EUR entdeckt. Natürlich tut dies dem Portemonnaie gut, aber ein Autor selbst kann mit solchen Preisen doch nicht glücklich sein.

  29. Hallo Georg,

    es gibt natürlich auch Autoren und Verlage, die freundlich anfragen, sowas sollte auch gar nicht abgestritten werden, denn es gibt – wie schon oben gesagt – so viele Autoren, die ihre Arbeit gut machen – auch in den sozialen Medien. Es ist von daher nur so schade, dass meistens nur die negativen Emails in Erinnerungen bleiben und sei es nur, weil man sich wieder über das Verhalten des jeweiligen Autors aufgeregt hat. Ich könnte hier nun mindestens eine Stunde lang wunderbare AutorInnen nennen, die sich super verhalten und tolle Arbeit leisten, aber dies würde leider den Rahmen sprengen.

  30. Liebe Sabrina 🙂
    den Buchmarkt trifft’s wie alle anderen Märkte auch: Wenn Großverlage wie z.B. Ullstein mit ihrem „midnight“ ein Programm anbieten mit ganzen Romanen für 3,99 EUR, wird es immer mehr Leser geben, die dann eben nicht mehr mehr zahlen wollen. Und es gibt jetzt schon Rezensionen, wo sich Leser darüber beschweren, dass ihnen ein Text nicht nur nicht gefallen hat, sondern sie vor allem „für den Preis“ mehr Umfang erwartet hätten. Und der „Preis“ ist dann 0,99 EUR.
    Klar ist kein Autor, der wenigstens ein kleines Einkommen anstrebt, mit solchen Preisen glücklich. Aber was willste dagegen machen, ne … *seufz
    Und Gruß ans Hundi! 🙂

  31. Hallo Kleinbrina,

    ich habe Deinen Beitrag auf Facebook entdeckt und spontan mit meiner dortigen Autorenseite sowie dem „Deutschen Schriftstellerforum“ verlinkt. Ich vermute, dass es „Angebote“ u,a. deshalb gibt, weil es auch unter den Bloggern Leute gibt, die so etwas fördern. Da gab es auch schon umgekehrt Erfahrungsberichte von Autoren oder Kleinverlegern.

    Was Rankings und Lovely-Book-Votes betrifft ist das natürlich auch ein Instrument, News, für Facebook zu produzieren, denn wer nur sehr wenige Verlautbarungen vom Stapel läßt, taucht kaum mit Statusberichten bei seinem „Freundeskreis“ auf.

    Inflationäre Meldungen, inflationäre amazon-Rezensionen, ziemlich viel inhaltliche Beliebigkeit, letztlich wird soviel Blabla produziert, dass kaum noch durchdringt, wenn einer wirklich was zu sagen hat.

    Leider ist – selbst wenn man einen Verlag hat – nicht alles vermeidbar, wenn man Beachtung finden will, aber offensichtlich kommts mitunter durchaus an, wenn die Etikette beachtet wird..

    Schön, dass nicht nur Dein Beitrag, sondern auch einige Kommentare hier aufzeigen, dass Literatur trotz dieser Begleiterscheinungen noch ehrliche Begeisterung auslösen kann.

    LG, Rainer

  32. Das kurioseste was mir des Öfteren in den Postkasten flattert, sind die Angebote die Texte schon fertig zu übermitteln, dann bräuchte ich sie nur noch veröffentlichen…

  33. DANKE DANKE DANKE! Ich habe das schon sooo oft gedacht.
    Gerade ich, die selbst Autor ist und versucht auf vernünftigem Weg Werbung zu machen, OHNE aufdringlich zu sein, könnte darüber immer meckern. Ich habe das ganze auch auf meinem Blog geteilt.
    Ich für meinen Teil finde es okay, Rezi-Exemplare rauszugeben unter der Forderung, dass die Leser dann auch auf Amazon ihre EHRLICHE Meinung schreiben, oder es in ihrem Blog erwähnen. Aber gegen Geld oder ähnliche materielle Dinge finde ich das einfach unverschämt.
    Auch das nervige Verhalten, ständig Zahlen oder andere Dinge teilen zu müssen, selbst manchmal Leseproben, dass bringt mich oft dazu, dass Buch nicht lesen zu wollen. Genau wie Bettelmails. Also nochmal DANKE für diese Wahrheit. Ich glaube das das liegt vielen auf der Seele.
    LG Katja

  34. Indieautor wird hier als Synonym vom Eigenverleger verwendet. In anderen Kontexten ist der Indie-Autor der Autor, der bei einem konzernunabhängigen Verlag veröffentlicht. Auch die werden selten massiv unterstützt und die Leute wären dumm, selbst nicht ein wenig die Werbetrommel zu rühren. Dass das mit mehr oder weniger Charme angegangen werden kann, ist so klar, wie dass es charmantere und weniger charmante Bücher und Menschen gibt. Dass allzu plumpe Herangehensweisen nerven, ist geschenkt. Was ich allerdings etwas kritischer betrachte, ist die Tatsache, dass große Verlage die entsprechenden Blogger eigentlich ganz ähnlich bei der Stange halten. Verlagsnachmittage bei Hanser und Messetreffen bei Diogenes, bei denen die Auserwählten sich dann geadelt fühlen, ein paar Leseexemplare abgreifen und aus meiner Perspektive kaum distanziert über dieses Kaffeekränzchen berichten, sind doch letzten Endes nichts anderes, nur das der Einladende nicht Amazon-Selfpublisher Marlen Angelwing oder Rudolph Angelripper ist, sondern ein renommierter Verlag. Ich möchte hier nicht meine Hand über dumpfe Gesellen halten oder Treffen zwischen Bloggern und Verlagen schlechtreden, aber es ist auch nicht alles wunderbar, nur weil es die Großen machen. Ich wünsche mir von Buchbloggern eine gewisse Kritikfähigkeit, Neugier und ein Faible von Vielfalt, insbesondere wenn wir nicht über Genreliteratur von der Stange sprechen, sondern über Literatur mit einem gewissen künstlerischen Anspruch. Die Kleinen und Kleinsten benötigen die Unterstützung dringender, als die anderen und grundsätzlich fehlen hier die Mittel, um Blogger allzu sehr zu pampern.

  35. Ohjeohje, aktuell gibt es echt viele Negativbeiträge rund um Buchblogs und ich verstehe jeden einzelnen davon, dabei leben wir doch alle vom miteinander und nicht vom gegeneinander. schade dass es so seltsame Leute gibt =(

  36. Da kann man doch bestimmt ein Geschäftsmodell draus machen – ein Bewertungspaket in verschiedenen Abstufungen: „Basic“, „De Luxe“, „Gold“ und „Black“. Gäbe bestimmt Autoren, die für so etwas Geld ausgeben.

    *headdesk*

  37. Huhu!

    Bettelnde Autoren lehne ich meist höflich ab, außer, das Buch klingt einfach zu interessant.

    Und ja, das mit den Platzierungen habe ich mir auch schon öfter gedacht. Ich finde es ja verständlich, wenn man sich freut, und wie du schon sagtest, wenn ein Autor das einmal die Woche oder so postet, ist es ja auch ok, aber ständig?

    So merkwürdige Angebote habe ich noch nie bekommen! Auch Geld hat man mir noch nie geboten, Gott sei dank – das würde ich auch postwendend ablehnen und den Autor auf die schwarze Liste setzen.

    LG,
    Mikka

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