Rezension

Matt Haig – Wie man die Zeit anhält

Kurzbeschreibung
Tom Hazard ist Geschichtslehrer, ein introvertierter Mann, der ein zurückgezogenes Leben führt. Und er hat ein Geheimnis: Er sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, das Paris der 20er Jahre erlebt und alle paar Jahre eine neue Identität angenommen. Aber eines war er immer: einsam. Seine einzige große Liebe endete schmerzvoll.
Doch dann begegnet er der Französischlehrerin Camille. Während er ihr allmählich näherkommt, verändert sich für ihn alles…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich die Bücher von Matt Haig bislang immer sehr gerne gelesen habe, war ich schon sehr gespannt auf sein neuestes Werk „Wie man die Zeit anhält“, welches ich als Audiobook gehört habe. Aufgrund der vielen positiven Bewertungen waren meine Erwartungen enorm hoch und ich wurde diesbezüglich zum Glück nicht enttäuscht.

Bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine ungekürzte Lesung, die insgesamt eine Laufzeit von 571 Minuten, also knapp neuneinhalb Stunden, besitzt. Gelesen wird das Buch von Schauspieler Christoph Maria Herbst, der u.a. für seine Rolle in „Stromberg“ bekannt wurde. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Herbst, hier hat er mir als Sprecher jedoch sehr gut gefallen, da er Tom Hazard und alle anderen Figuren mehr als gut verkörpert hat.

Interessant ist hierbei der Aufbau des Romans, denn „Wie man die Zeit anhält“ liest sich wie eine Zeitreise, die mich von der ersten Minute an in den Bann ziehen konnte. Erzählt wird dabei die Geschichte von Tom Hazard, einem Geschichtslehrer, der zwar wie Anfang vierzig aussieht, aber bereits über 400 Jahre auf dem Buckel hat und somit schon einiges auf der Welt gesehen hat. Besonders interessant ist dabei nicht nur, dass er im Laufe der Jahre einige Persönlichkeiten wie William Shakespeare treffen durfte, sondern vor allem, wie er die Entwicklung der Menschheit betrachtet, deren Handeln, aber auch oftmals das eigene Handeln anzweifelt und hinterfragt.

Gleichzeitig geht es hierbei auch um die sogenannte Albatros-Gesellschaft, der Menschen angehören, die ebenfalls wie Tom sind und nur sehr langsam altern und somit immer wieder eine andere Identität annehmen müssen. Dass hierbei allerdings nicht alles Gold ist was glänzt, stellt Tom immer mehr fest und hinterfragt somit auch das System der Gesellschaft, was einige besonders interessante Fragen aufwirft.

„Wie man die Zeit anhält“ wird trotz der Melancholie und vielen Hinterfragungen unterhaltsam und spannend präsentiert und ich wollte somit immer mehr über Tom und dessen Vergangenheit und Ansichten erfahren.

Das Cover ist nicht nur besonders hübsch anzusehen, sondern passt auch hervorragend zur Thematik, da die Zeit hier bestens präsentiert wird. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, sodass ich „Wie man die Zeit anhält“ unbedingt lesen wollte.

Kurz gesagt: Matt Haig hat es wieder einmal geschafft, mich voll und ganz zu begeistern. Mit Tom wurde nicht nur ein interessanter und sympathischer Charakter geschaffen, sondern gibt auch immer wieder Denkanstöße zur heutigen Gesellschaft, was mir besonders gefallen hat. Da mich auch Christoph Maria Herbst als Sprecher überzeugen konnte, ist „Wie man die Zeit anhält“ ein rundum gelungenes Hörbuch.

Rezension

[Kurzrezension] Jason Rekulak – Billy Marvins Wunderjahre

Kurzbeschreibung
Es ist der Mai des Jahres 1987, und vom Cover des Playboy lächelt Vanna White. Im amerikanischen Fernsehen dreht sie das „Glücksrad“, und bei 14-jährigen Jungs wie Billy, Alf und Clark drehen bei ihrem Anblick die Hormone durch. Wenn es den dreien gelänge, eine Ausgabe des Magazins zu ergattern, könnte das ihr ganzes Leben verändern. Für immer. Auf legalem Weg ist die Zeitschrift für sie unerreichbar, also schmieden sie einen genialen Plan. Sie ahnen nicht, welche Gefahren, Gegner und Abfalltonnen ihnen im Weg stehen – und wie ein Mädchen namens Mary tatsächlich Billys ganzes Leben verändern könnte. Für immer. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Als Kind der achtziger Jahre hat mich „Billy Marvins Wunderjahre“ von Jason Rekulak direkt angesprochen, sodass ich doch recht hohe Erwartungen an die Geschichte hatte. Hierbei wurde ich zum Glück nicht enttäuscht, denn die Geschichte ist nicht nur eine tolle Zeitreise in die achtziger Jahre, sondern besticht auch mit tollen Figuren und einem tollen Schreibstil.

Jason Rekulak besitzt einen angenehmen Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt und dazu auch eine gute Portion Humor besitzt. Die Figuren sind allesamt gut ausgearbeitet, größtenteils sympathisch und auch die Dialoge wirken alles andere als holprig, sodass man hier eine interessante und gut durchdachte Geschichte erhält.

Erzählt wird hierbei die Geschichte von den besten Freunden Billy, Alf und Clark, die ihr Teenagerleben im Jahr 1987 vollends auskosten und für die Glücksrad-Fee Vanna White schwärmen. Diese hat sich gerade erst für den Playboy ausgezogen, was die drei Freunde dazu bewegt, unbedingt ein Exemplar von diesem zu kaufen, was jedoch gar nicht so leicht ist, da sie alle noch minderjährig sind. Bei einem weiteren Versuch an eine Ausgabe des Heftes zu kommen, trifft Billy auf Mary, die ihn direkt in den Bann zieht, womit der Playboy für ihn immer mehr in den Hintergrund gerät und Mary zunehmends eine Rolle in seinem Leben spielt, sodass er mit ihr die erste große Liebe erlebt.

Die Covergestaltung ist zwar schlicht, besticht allerdings mit tollen Pastellfarben, sodass es hierbei absolut nichts zu bemängeln gibt. Gleiches gilt auch für die Kurzbeschreibung, die ebenfalls direkt mein Interesse wecken konnte.

Kurz gesagt: „Billy Marvins Wunderjahre“ ist insgesamt eine tolle Reise zurück in die achtziger Jahre, die nicht nur mit interessanten und vielseitigen Figuren und einer kleinen Liebesgeschichte zu begeistern weiß, sondern auch gleichzeitig bestens das Gefühl der Achtziger widerspiegelt.

Rezension

Lorenzo Licalzi – Signor Rinaldi kratzt die Kurve

Kurzbeschreibung
Pietro Rinaldi ist achtzig Jahre alt und hat lange genug gelebt, findet er, während er Penne all’arrabbiata isst und darüber nachsinnt, wie viel mehr Trost doch in Büchern liegt als in den Menschen. Da platzt sein 15-jähriger Enkel in seine Welt und wagt es, der chronischen Übellaunigkeit seines Großvaters Paroli zu bieten. Gemeinsam mit Sid, einer furchterregenden Kreuzung aus Bernhardiner und Neufundländer, machen sie sich auf zu einem Abenteuer „on the road“ voller Umwege und Abschweifungen, Begegnungen mit alten Lieben und neuen Bekanntschaften. Denn gerade dann, wenn du glaubst, alles gesehen zu haben, gelingt es dem Leben, dich noch einmal richtig zu überraschen. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Nachdem ich bereits nur Gutes über „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“ gehört habe und zudem die Bücher aus dem Eisele Verlag sehr gerne lese, wollte ich auch dieser Geschichte eine Chance geben und hatte doch recht hohe Erwartungen. Zum Glück wurde ich hierbei nicht enttäuscht, denn Lorenzo Licalzi hat einen wunderbaren Roman geschaffen, der mir sehr gefallen hat.

Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und bringt den so typischen italienischen Lebensstil mit sich, den ich so gerne mag, einfach toll rüber, sodass ich nur so durch die Geschichte geflogen bin und den Roadtrip von Pietro Rinaldi und seinem Enkel Diego sehr genossen habe.

Erzählt wird hierbei die Geschichte des 80-jährigen Pietro erzählt, der gerade erst Geburtstag hatte und nicht mehr sonderlich große Lust auf das Leben hat, und seinem Enkel, dem 15-jährigen Diego. Während Diego eigentlich kurzerhand sein Leben beenden wollte, taucht ausgerechnet seine Tochter auf, die ihn bittet, auf ihren Sohn aufzupassen, damit sie und ihr Mann zu einer Beerdigung fahren können.

Pietro, der eher der Eigenbrödler ist und eigentlich mit niemanden etwas großartig zu tun haben möchte, ist von der Idee alles andere als begeistert und muss sich somit wohl oder übel mit Diego und dessen Hund Sid anfreunden. Diego ist jedoch sehr abenteuerlustig und somit begibt er sich mit seinem Großvater spontan auf einen Roadtrip durch Italien, der für beide zu einem unvergesslichen Erlebnis wird und Pietro aufzeigt, dass das Leben doch noch lebenswert ist.

Die Geschichte ist hierbei aufgrund des Roadtrips nicht nur wahnsinnig interessant und ereignisreich, sondern überzeugt besonders mit der schnodderigen Art von Pietro, an die man sich zwar erst einmal gewöhnen muss, den alten Mann jedoch dennoch schnell ins Herz schließen kann.

Die Covergestaltung passt nahezu perfekt zur Geschichte und besticht zusätzlich mit dem Rahmen, der die italienische Flagge darstellen soll. Auch die Kurzbeschreibung konnte mich direkt überzeugen, sodass ich der Geschichte nur allzu gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“ ist insgesamt ein unterhaltsamer, melancholischer, aber auch ereignisreicher Roman, der mit liebenswerten Figuren und einem gut ausgearbeiteten Schreibstil daher kommt. Ich bin begeistert und kann das Buch nur empfehlen!

Rezension

Christiane Bößel – Liebessprung (Liz & Vincent #1)

Kurzbeschreibung
Das Liebesleben von Krankenschwester Liz ist eine Katastrophe. Zuerst verliebt sie sich in Kollege Dan, der sie zwar unter seinen knackigen Körper, nicht jedoch in sein Herz lässt – und dann in einen Patienten, der dem fiesen Ex aufs Haar gleicht. Dummerweise liegt der Dan-Doppelgänger im Koma. Als er endlich erwacht, ist Liz klar: der oder keiner. Denn diesmal gehört zum tollen Aussehen auch ein toller Charakter. Nach einer unvergesslichen Liebesnacht ist Vincent plötzlich verschwunden. Wo ist er hin? Welches Geheimnis verbirgt er? Erst Wochen später taucht er unerwartet wieder auf und offenbart Unglaubliches. Ist Liz erneut auf einen Lügner hereingefallen oder ist Vincent tatsächlich ein Wächter aus einer anderen Dimension? ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
An „Liebessprung“, den Auftakt der „Liz & Vincent“-Trilogie, hatte ich ehrlich gesagt nicht allzu viele Erwartungen, da ich mir im Vorfeld nicht sicher war, ob mir die Geschichte tatsächlich gefallen könnte. Die niedrigen Erwartungen waren auch letztendlich gut so, denn leider wurde ich mit der Geschichte nur selten warm.

Der Schreibstil ist zwar insgesamt ganz nett, allerdings meiner Meinung nach viel zu einfach gehalten. Dazu kommt es immer wieder zu vielen Wiederholungen und einige Gedanken, besonders die von Liz, drehten sich nur allzu häufig im Kreis, sodass für mich im Laufe der Geschichte nur wenig Spannung aufkam.

Liz arbeitet als Krankenschwester und verliebt sich Hals über Kopf in ihren Arbeitskollegen Dan, der sie jedoch nur ausnutzt und immer wieder verletzt. Um ihn aus dem Weg zu gehen, beschließt sie den Arbeitgeber zu wechseln und arbeitet fortan als Schwester auf einer Intensivstation. Dabei pflegt sie Vincent, der haargenau aussieht wie Dan und somit sein Zwilling sein könnte. Liz kann ihn nur schwer aus den Augen lassen und scheint sich immer mehr in ihn zu verlieben, bis dieser aus dem Koma erwacht und sich auch noch als ein wirklich netter und aufrichtiger Mann herausstellt. Als dieser jedoch spurlos verschwindet, verzweifelt Liz immer mehr und weiß nicht mehr, wo ihr der Kopf steht…

An sich klingt „Liebessprung“ wirklich interessant, allerdings ist für mich das Problem, dass die Geschichte viel zu oberflächlich bleibt und nur wenig Tiefe besitzt. Dies ist zwar bei dem Genre an sich nicht allzu schlimm, allerdings hätte man aus der Geschichte noch so viel mehr herausholen können, was die Autorin allerdings leider nicht getan hat. Dazu empfand ich Liz oftmals als sehr anstrengend, sodass ich mehrfach von ihr einfach nur genervt war. Somit habe ich aktuell auch nicht den Drang, noch mehr über Liz und Vincent zu erfahren.

Das Cover ist dagegen richtig hübsch anzusehen und ein wahrer Eyecatcher. Die Kurzbeschreibung ist zwar an sich interessant, verrät meiner Meinung nach allerdings schon fast zu viel, sodass man nur noch selten überrascht wird.

Kurz gesagt: „Liebessprung“ ist für mich aufgrund der zu oberflächlichen Geschichte und der oftmals sehr nervigen Protagonistin leider nur ein sehr durchwachsener Auftakt der „Liz & Vincent“-Trilogie und konnte mich somit leider nicht in den Bann ziehen. Ob ich somit die anderen Bände noch lesen werde, ist mehr als fraglich.

Reihenfolge
Liebessprung
Herzenssprung
Glückssprung

Rezension

Julie Peters – Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg

Kurzbeschreibung
Eigentlich wollte Frieke nur kurz auf Spiekeroog bleiben. Doch dann will ihr Vater, dem sie seit Jahrzehnten erfolgreich aus dem Weg geht, plötzlich an ihrem Leben teilhaben. Der Forscher, den sie über eine seltene Vogelart interviewen soll, entpuppt sich als äußerst charmant, und in der Inselbuchhandlung erinnert sie sich an ihren längst vergessenen Lebenstraum: Menschen mit Büchern glücklich zu machen. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Geschichten, die auf deutschen Inseln spielen, haben es mir schon immer sehr angetan, sodass ich mich schon sehr auf „Mein wunderbarer Buchlanden am Inselweg“ von Julie Peters gefreut habe. Da ich bereits selbst schon mehrfach auf Spiekeroog war und die Insel dadurch kenne, habe ich mich somit auf eine interessante und liebenswerte Geschichte gefreut und diese letztendlich auch erhalten.

Julie Peters besitzt einfach einen wunderbaren Schreibstil, der sich leicht und locker lesen lässt und dafür sorgt, dass ich mir sehr vieles auf der Insel und in dem Buchladen bildlich vorstellen konnte. Die Figuren, allen voran Frieke, sind liebevoll ausgearbeitet, man lernt sie ausreichend kennen und kann sich gut in sie hineinversetzen.

Mit Frieke lernt man eine junge Frau kennen, die mitten im Leben steht und genau weiß, was sie in ihrem Leben möchte: gemeinsam mit ihrem Freund nach Boston. Hierbei hat sie jedoch die Rechnung ohne ihren Chef gemacht, denn dieser gibt ihr noch einen letzten Auftrag, den sie nicht ausschlagen kann. Frieke soll nach Spiekeroog, um dort einen Bericht über den Ornithologen Bengt zu schreiben. Für Frieke wird der Aufenthalt jedoch mehr als nur ein kurzes Interview, denn sie fühlt sich unglaublich heimisch auf der Insel und erfährt mehr über ihre Vergangenheit und ihrem leiblichen Vater, zu dem sie bislang keinerlei Kontakt hatte und der ebenfalls auf der Insel lebt. Und plötzlich scheint Boston doch nicht mehr ein so klares Ziel zu sein…

Auch wenn „Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg“ nicht ganz perfekt ist und hier und da auch nicht ohne Klischees auskommt, ist die Geschichte dennoch sehr gut ausgearbeitet, man fühlt sich auf der nordfriesischen Insel einfach wohl und bekommt mit Frieke eine tolle Protagonistin, mit der man gerne ihren Weg geht.

Das Cover ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern verleiht auch direkt ein Urlaubsgefühl, was mir sehr gut gefällt. Gleiches gilt auch für die Kurzbeschreibung, die sich gut und stimmig lesen lässt und direkt mein Interesse geweckt hat.

Kurz gesagt: „Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg“ besticht mit der wunderbaren Insel Spiekeroog und interessanten Figuren und ist perfekt für einen Nachmittag am Strand oder im Garten geeignet. Ich mochte die Geschichte sehr und kann sie somit nur empfehlen.

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Melissa Broder – Fische

„Fische“ von Melissa Broder gehörte zu den Büchern, die ich unbedingt lesen wollte, da die Geschichte zwar skurril, aber dennoch interessant klang. Meine Erwartungen waren somit enorm hoch, allerdings wurde ich letztendlich doch schwer enttäuscht, sodass ich das Buch sogar leider vollkommen genervt abgebrochen habe.

Dabei hat „Fische“ tatsächlich sehr gute Ansätze, die vielversprechend waren und einen recht klaren und flotten Schreibstil. Das Problem ist jedoch, dass die Umsetzung leider viel zu häufig vollkommen überzogen und anstrengend ist und in meinen Augen kein roter Faden vorhanden ist, sodass mir das Buch absolut keinen Spaß gemacht hat.

Ebenfalls anstrengend ist die Protagonistin, denn mit Lucy wurde ich leider nie wirklich warm, fand sie zum Teil unausstehlich und konnte mich auf sie und ihren Lebensstil leider nicht einlassen, sodass mich ihre Geschichte weder berühren, noch großartig ansprechen konnte.

Da ich mich leider immer mehr dabei ertappt habe, wie ich nur noch die Augen verdreht habe und letztendlich nur noch hier und da quer gelesen habe, habe ich mich dazu entschieden, das Buch nach etwas mehr als 70 Prozent abzubrechen. Manchmal soll es einfach nicht sein.

Rezension

Melanie Brandl – Mittendrin ein neuer Anfang

Kurzbeschreibung
Die Diagnose ist für Franka ein Schock: Hirntumor. Was wird jetzt aus ihr, ihrem Studium, ihrem Leben? In drei Wochen soll sie operiert werden. Ausgerechnet in diesem Moment kreuzt ein Mann ihren Weg, mit dem sie sich glatt eine Zukunft vorstellen kann – vorausgesetzt, sie hat so etwas überhaupt. Leon ist witzig, charmant und zärtlich, und wenn sie in seinen Armen liegt, zählt nur die Liebe und nicht die Angst. Franka beschließt, Leon vorerst nicht zu sagen, was mit ihr los ist. Und sie rebelliert gegen ihr Umfeld, das sie mit positiv-optimistischen Ratschlägen fast erdrückt. Denn trotz der Sorge, was nach der OP sein wird, will sie eigentlich nur eins: ihr Leben leben… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich bereits einige positive Bewertungen zu „Mittendrin ein neuer Anfang“ von Melanie Brandl gelesen habe, war ich schon sehr gespannt darauf, wie die Autorin das doch recht erdrückende Thema Krebs umgesetzt hat und ich muss sagen, dass ich positiv überrascht wurde.

Die Geschichte liest sich trotz seiner schweren Thematik leicht und flüssig, bringt immer wieder Momente mit sich, die einen nachdenklich stimmen, gleichzeitig aber auch unterhalten können, da die Geschichte nur so voller Lebensfreude trotzt. Da die Autorin selbst auch leider bereits Erfahrungen mit dem Thema Krebs machen musste, wirkt diese Geschichte nicht nur sehr persönlich, sondern zudem auch emotional und ich konnte mich gut in die Figuren, allen voran in Franka, hineinversetzen.

Erzählt wird hierbei die Geschichte von Franka, einer jungen Frau, die eigentlich mitten im Leben steht, studiert und einfach nur ihr Leben genießen möchte. Aufgrund eines Hirntumors und der anstehenden Operation wird ihr Leben jedoch vollkommen auf dem Kopf gestellt, bei dem es nicht nur große Angst gibt, sondern auch einen unbändigen Lebenswillen. Dieser verstärkt sich umso mehr, als Franka auf Leon trifft, denn dieser bietet ihr alles, was sie sich von einem Mann wünscht und sie die Welt um sich herum vergessen lässt. Franka entscheidet sich dazu, dass sie Leon nichts von ihrer Krankheit erzählen wird, da sie nicht möchte, dass dieser sie bemitleidet. Gleichzeitig muss sie sich aber auch immer wieder mit ihrem restlichen Umfeld auseinandersetzen, die sie geradezu mit Fürsorge erdrücken, was für sie alles andere als leicht ist.

Bei „Mittendrin ein neuer Anfang“ wird nicht nur ungeschönt das Thema Krebs aufgegriffen, sondern auch authentisch alle Ängste und Sorgen aufgezeigt, die nicht nur mitfühlen lassen, sondern auch sehr nachdenklich stimmen, sodass man sich selbst auch zwangsläufig die Frage stellt, wie man an Frankas Stelle reagieren würde.

Das Cover ist hübsch anzusehen, passt aber meiner Meinung nach leider nicht ganz zur Thematik, sondern würde auf dem ersten Blick vielmehr als typischer Liebesroman abgestellt werden, was ich ein wenig schade finde. Die Kurzbeschreibung konnte mich dagegen direkt überzeugen, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: „Mittendrin ein neuer Anfang“ ist insgesamt ein sehr emotionaler, lebensbejahender Roman mit einer starken Protagonistin, der mich nicht nur mitfühlen ließ, sondern auch den ein oder anderen Denkanstoß gegeben hat. Ich kann das Buch somit nur empfehlen.

Rezension

Tanja Janz – Strandrosensommer

Kurzbeschreibung
Pfahlbauten, kilometerweiter weißer Sandstrand, blühende Strandrosen und das Rauschen vom Meer – fast hätte Inga vergessen, wie schön es in St. Peter-Ording ist. Nachdem ihr Freund sich zur Selbstfindung nach Indien aus dem Staub gemacht hat, ist Inga ebenfalls reif für eine Auszeit. Sie besucht Tante Ditte, die auf einem wunderschönen alten Pferdehof an der nordfriesischen Küste lebt. Doch Inga macht eine böse Überraschung, denn der Hof steht kurz vor der Pleite. Der einzige Ausweg scheint eine zündende Geschäftsidee oder ein mittelgroßes finanzielles Wunder zu sein. Inga krempelt die Ärmel hoch – und das Glück ist mit den Fleißigen… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da mir die Bücher von Tanja Janz bislang immer sehr gefallen haben, habe ich mich schon sehr auf ihr neuestes Werk „Strandrosensommer“ gefreut, von dem ich mir sehr viel versprochen habe. Letztendlich wurde ich auch nicht enttäuscht, denn die Autorin konnte mich wieder einmal mit vielen tollen Ideen überzeugen, sodass ich das Buch sehr gerne gelesen habe.

Tanja Janz hat es dabei geschafft, mich auf nahezu jeder Seite gut zu unterhalten, denn die Geschichte wird nicht nur sehr kurzweilig erzählt, sondern konnte mich auch mit humorvollen Momenten und liebenswerten Figuren begeistern. Dabei verwendet die Autorin zwar eine recht simple Sprache, allerdings hat mich dies aufgrund des Genres absolut nicht gestört. Dazu sind die Figuren gut ausgearbeitet. Hier lernt man nicht nur Figuren kennen, die sich hauptsächlich für die neuesten Klamotten oder den teuersten Lippenstift interessieren, sondern starke Frauen, die authentisch und sympathisch sind und wissen, worauf es im Leben ankommt.

Erzählt wird dieses Mal die Geschichte von Inga, die schon viel zu lange nicht mehr in St. Peter-Ording war und nun, nachdem sie von ihrem Freund verlassen wurde, mal wieder ihre Tante Ditte besuchen möchte, die einen Pferdehof besitzt. Inga muss jedoch schnell feststellen, dass der Hof schon seine besten Zeiten hinter sich hat und kurz vor der großen Pleite steht. Inga möchte das Schicksal des Hofs jedoch nicht akzeptieren und somit sammelt sie schnell einige Ideen, wie man den Hof retten könnte. Dabei erhält sie nicht nur Unterstützung, sondern erlebt auch eine kleine Romanze, die das Herz höher schlagen lässt…

Zugegeben: Hier und da gibt es einige Momente, die doch sehr vorhersehbar sind, sodass das Buch nur mit sehr wenigen Überraschungen bestückt ist. Dies hat mir jedoch nur wenig ausgemacht, da die Figuren einfach sehr viel ausgleichen, denn diese sind allesamt sehr interessant und ich konnte besonders Inga ins Herz schließen, da sie nicht nur nicht auf den Mund gefallen ist, sondern auch keinerlei Probleme damit hat, neue Dinge im Leben auszuprobieren und neue Ziele zu verfolgen. Aber auch andere Figuren, wie z.B. Tante Ditte, die oftmals das Gegenteil ihrer Nichte ist, ist sehr sympathisch und jemand, den man einfach gerne um sich haben möchte.

Das Cover passt perfekt zum Genre und versetzt den Leser in Urlaubsstimmung. Das Meer, der Strand, der VW-Bus und das Haus harmonieren sehr gut miteinander, sodass das Cover für mich jetzt schon ein Eyecatcher ist. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und hat mich auf eine angenehme und unterhaltsame Sommergeschichte eingestimmt.

Insgesamt konnte mich „Strandrosensommer“ mit sympathischen Figuren, wunderschön beschriebenen Landschaften und einem tollen Humor begeistern, sodass ich gerne nach St. Peter-Ording zurückgekehrt bin. Wer bereits diverse Romane u.a. von Dora Heldt mochte, wird hierbei ebenfalls großen Lesepaß vorfinden. Ich kann es nur empfehlen.

Rezension

Kristen Bailey – Tütensuppenglück

Kurzbeschreibung
Übermüdet und gestresst erledigt Jools am Montagmorgen den Großeinkauf für ihre sechsköpfige Familie. Im Einkaufswagen landen auch Fischstäbchen und Muffins. Als sie von dem bekannten Fernsehkoch Tommy McCoy wegen des fehlenden Bio-Gemüses vorgeführt und als Rabenmutter beschimpft wird, platzt ihr der Kragen. Sie lässt ihren ganzen Frust über den Alltagsstress mit vier Kindern raus: Nein, sie backt ihr Brot nicht selbst, und von Quinoa hat sie auch noch nicht gehört. Aber sie liebt ihre Kinder über alles – auch wenn sie ihr manchmal maßlos auf die Nerven gehen.
Jools ahnt nicht, dass ihre Schimpftirade als Video im Internet landet und sie dort viel Zuspruch von anderen Müttern erfährt. McCoy hingegen gönnt ihr die mediale Aufmerksamkeit nicht – und fordert sie zu einem Kochwettbewerb heraus…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich zwischendurch immer mal gerne zu einem typischen Frauenroman greife, ist meine Wahl in diesem Fall auf „Tütensuppenglück“ von Kristen Bailey gefallen, die die Geschichte einer sechsköpfigen Familie mit allen Höhen und Tiefen gut beschrieben hat.

Der Schreibstil liest sich flüssig und flott, die Dialoge sind stellenweise sehr witzig, können allerdings auch hin und wieder zum Nachdenken anregen und auch die Figuren sind gut ausgearbeitet, sodass man diese, allen voran Jools, gut kennenlernt.

In „Tütensuppenglück“ wird die Geschichte von Jools und ihrer Familien erzählt, in der nur allzu häufig das Chaos herrscht, da die Eltern überfordert sind und die Kinder immer wieder mit den merkwürdigsten Ideen um die Ecke kommen. Dennoch ist die Familie auf den ersten Blick äußerst liebenswert und ich mochte die vielen Ecken und Kanten von ihnen sehr.

Als Jools eines Tages mal wieder vollkommen überfordert ist und komplett ungestylt, dafür aber vollkommen übermüdet zum Supermarkt geht und dabei auch ungesunde Lebensmittel im Einkaufswagen landen, gerät sie in die Sendung von Tommy McCoy, einen erfolgreichen Fernsehkoch, der Mütter in Supermärkten überrascht und diese an gesündere Ernährung heranführen will. Dabei wird sie mehrfach vorgeführt und wie eine Rabenmutter dargestellt, was ihr gar nicht passt, sodass ihr nicht nur der Kragen platzt, sondern auch gleichzeitig viel Zuspruch von anderen Müttern erhält, die ebenfalls nicht die Zeit haben, um immer frisch zu kochen und alles selbst zu backen. Der Streit der beiden findet seinen Höhepunkt, als es zwischen ihnen zum Kochduell kommt…

Obwohl die Geschichte oftmals sehr vorhersehbar ist und die Autorin ohne die typischen Klischees bei dem Genre nicht ausgekommen ist, gibt es hier auch einige ernstere Themen, was mir besonders gefallen hat.
So geht es hierbei nicht nur um die Kocherei an sich, sondern auch um das Verhältnis zwischen Jools und ihrer Mutter, aber auch die Ehe von Jools und ihrem Mann wird genauer durchleuchtet, was auch einige ernstere Momente hervorbringt.

Das Cover ist für mich persönlich jetzt nicht der allergrößte Kracher, allerdings muss man sagen, dass dieses immerhin gut zur Geschichte und zum Buchtitel passt, sodass man hier dennoch insgesamt eine gute Entscheidung getroffen hat. Die Kurzbeschreibung konnte mich dagegen sofort begeistern, denn diese liest sich vielversprechend und verspricht eine unterhaltsame Geschichte.

Kurz gesagt: Obwohl „Tütensuppenglück“ nicht ohne den typischen Kitsch und Klischees des Genres auskommt, findet man hier eine unterhaltsame, aber auch ernstere Geschichte vor, die mich bestens unterhalten konnte. Ich habe Jools und ihre Familie ins Herz schließen können und hoffe, dass die Geschichte noch viele weitere Menschen begeistern wird.

Rezension

Walter Moers – Buchhaim (Die Stadt der Träumenden Bücher #1)

Kurzbeschreibung
Buchhaim ist die „Stadt der Träumenden Bücher“, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Walter Moers` fantastische Abenteuergeschichte um den jungen Dichter Hildegunst von Mythenmetz, der das Geheimnis eines makellosen Manuskriptes ergründet, hat weltweit die Leser begeistert. Nun gibt es diese Geschichte aus dem Abenteuerreich der Literatur als prächtige Graphic Novel. In jahrelanger Arbeit hat Walter Moers seinen Romantext auf die Bedürfnisse einer Graphic Novel umgearbeitet und in Form eines Szenarios Hunderte von Bildern skizziert, die Florian Biege in enger Zusammenarbeit mit dem Autor kongenial in einen brillanten Comic von plastischer Farbigkeit verwandelt hat ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Nachdem ich „Die Stadt der Träumenden Bücher“ bereits als Roman sehr gemocht habe, war ich schon sehr gespannt darauf, wie die Geschichte als Graphic Novel umgesetzt wurde. Hierbei wurde ich zum Glück nicht enttäuscht, denn Geschichte besticht mit einer grandiosen Umsetzung, tollen Zeichnungen und unterhaltsamen Dialogen.

Bei dem ersten Band „Buchhaim“ hatte ich zunächst die Befürchtung, dass die Geschichte aufgrund von zu wenig Text an Charme verlieren könnte, allerdings war dies zum Glück nicht so, denn viele der Illustrationen sprechen für sich und schaffen es somit, die Atmosphäre aus dem Buch bestens zu transportieren.

Die Umsetzung von Buchhaim, der Stadt, in der Bücher nicht nur unterhalten, sondern auch bis zum Tod führen können, ist somit bestens gelungen und wird sowohl der Handlung als auch den Figuren mehr als gerecht, sodass man hier ein wahres Goodie für alle „Zamonien“-Fans geschaffen hat. Sehr schön ist auch zu sehen, dass Hildegunst von Mythenmetz hier den größte Anteil erhält, denn die Geschichte wird komplett aus seiner Sicht erzählt. Dennoch gehen andere Figuren trotz allem nicht unter, sodass man auch über sie einen guten Einblick erhält – wenn auch deutlich weniger als im Roman.

Allerdings würde ich hierbei dennoch dringend empfehlen, den Roman vor der Graphic Novel zu lesen, sodass man einige Illustrationen besser verstehen kann. Diese sind zwar grundsätzlich darauf ausgelegt, dass auch Neueinsteiger ihren Spaß an Zamonien haben, allerdings ist ein gewisses Hintergrundwissen dennoch von Vorteil.

Kurz gesagt: „Buchhaim“, der erste Band der „Die Stadt der Träumenden Bücher“-Comics, ist eine großartige Umsetzung des gleichnamigen Romans und besticht mit detaillierten und liebevoll erstellten Illustrationen, liebenswerten Figuren und tollen Texten, die Zamonien so einzigartig machen.

Reihenfolge
Buchhaim
Die Katakomben