Rezension

Casey McQuiston – Royal Blue

Kurzbeschreibung
Als seine Mutter zur ersten Präsidentin der USA gewählt wird, wird Alex Claremont-Diaz über Nacht zum Liebling der Nation: attraktiv, charismatisch, clever – ein Marketingtraum für das weiße Haus. Nur auf diplomatischer Ebene hapert es bei Alex leider ein wenig. Bei einem Staatsbesuch in England eskaliert Alexʼ schwelender Streit mit dem britischen Thronfolger Prinz Henry. Als die Medien davon Wind bekommen, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen den USA und England rapide. Zur Schadensbegrenzung sollen die beiden jungen Männer medienwirksam ihre Versöhnung vortäuschen.
Doch was, wenn Alex und Henry dabei feststellen, dass zwischen ihnen eine Anziehung existiert, die über eine Freundschaft weit hinausgeht?
Plötzlich steht nicht nur die Wiederwahl von Alexʼ Mutter auf dem Spiel…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Seit Monaten lese ich immer wieder begeisterte Rezensionen zu „Royal Blue“, sodass ich sehr hohe Erwartungen an die Geschichte hatte und mich auf auf eine unterhaltsame und süße LGBTQ-Geschichte gefreut habe. Leider kommt die Geschichte letztendlich jedoch nicht ohne Schwächen aus, sodass ich zwar nicht zwingend enttäuscht bin, jedoch insgesamt mehr erwartet habe.

Grund dafür ist unter anderem der Schreibstil, mit dem ich am Anfang meine Probleme hatte, denn mir fiel der Einstieg in die Geschichte sehr schwer, sodass ich gut und gerne knapp fünfzig Seiten gebraucht habe, ehe ich mich in der Geschichte wirklich wohl gefühlt habe, was für meinen Geschmack deutlich zu lang ist. Auch die Figuren waren ein kleines Problem. Alex und Henry waren mir zwar an sich sympathisch und ich habe ihre Geschichte gern verfolgt, allerdings habe ich mir wohl von den anderen Figuren zu viel versprochen. Alex und Henry sind dagegen sympathisch, liebenswert, besitzen durchaus Ecken und Kanten, allerdings hat mir bei den anderen Figuren eine gewisse Einzigartigkeit gefehlt, was ich sehr schade finde.

Dabei ist die Geschichte an sich ganz interessant: Alex‘ Mutter ist die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika, was ihn auch gleichzeitig in den Vordergrund rückt und zum Liebling der Nation macht. Henry ist dagegen der Kronprinz von England und steht ebenfalls im Vordergrund, sodass beide ein Leben in der Öffentlichkeit gewohnt sind. Als die beiden bei einem Staatsbesuch zum ersten Mal aufeinandertreffen, läuft dieses alles andere als harmonisch ab, sodass sie für einen handfesten Skandal sorgen und sich medienwirksam wieder versöhnen müssen. Dabei entsteht nicht nur eine Freundschaft, sondern auch eine Anziehungskraft, die nicht nur beide selbst verwundert, sondern auch für einen Skandal sorgt.

Casey McQuiston bricht hier so manches Tabuthema, denn ein homosexuellen Royal ist für viele leider heutzutage noch ein absolutes No Go, was nicht nur traurig ist, sondern auch für immenses Kopfschütteln bei mir sorgt. Die Liebesgeschichte zwischen Alex und Henry ist authentisch, toll erzählt und romantisch, was mir sehr gefällt. Dennoch wollte der Funke nicht gänzlich überspringen, da die Geschichte meiner Meinung nach oftmals unnötige Längen mit sich bringt, was nicht nur den Lesefluss gestört hat, sondern auch die Stimmung im Buch kaputt gemacht hat. Dazu kommt, dass mich die Nebenfiguren leider kaum angesprochen haben, was definitiv schade ist. Hätten mir diese besser gefallen, wäre auch die Geschichte insgesamt sehr viel besser bei mir angekommen.

Kurz gesagt: „Royal Blue“ ist insgesamt eine gute Geschichte mit einer authentischen und tollen Liebesgeschichte und einem großteils flotten Schreibstil, die jedoch auch leider nicht ohne Schwächen auskommt, was ich ein wenig schade finde. Dennoch ist „Royal Blue“ definitiv eine Empfehlung wert, da das Buch sehr wichtige Themen anspricht, die toll umgesetzt wurden.

Rezension

Anna Rosina Fischer – Für immer und dich

Kurzbeschreibung
Zwei Menschen. Zwei Stunden. Dreißig Stationen. Und was danach geschah…
Ein Scheißtag wie jeder andere auch. Dachte Jonas jedenfalls. Doch als er an einem kalten Nachmittag im Januar ein Mädchen in der Berliner S-Bahn kennenlernt, ist es von jetzt auf gleich um ihn geschehen. Gemeinsam fahren sie weit – viel weiter als eigentlich geplant, und danach ist nichts mehr wie zuvor. Denn weder gelingt es Jonas dieses Mädchen aus dem Kopf zu bekommen noch ist an ihr jener schicksalhafte Tag spurlos vorüber gegangen.
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Für immer und dich“ von Anna Rosina Fischer habe ich anfänglich ein wenig skeptisch beäugt, da ich mir nicht sicher war, ob mir das Jugendbuch gefallen wird. Da mich jedoch einige sehr positive Bewertungen letztendlich doch überzeugt haben, wollte ich dem Buch eine Chance geben und wurde nicht enttäuscht, denn hier erhält man eine emotionale und tiefgründige Geschichte, die ich zuvor nicht erwartet habe.

Die Geschichte liest sich leicht und flüssig, ist unterhaltsam, mal schneller, mal ruhiger, besitzt tiefgründige Themen und kann zusätzlich noch mit interessanten Figuren punkten. Da die Geschichte größtenteils aus der Sicht des 16-jährigen Jonas erzählt wird, lernt man ihn und seine Gefühlswelt nicht nur gut kennen, sondern ich konnte mich auch gut in ihn hineinversetzen. Für sein Alter ist er sehr reif und verantwortungsbewusst, zielstrebig und trägt das Herz oftmals auf der Zunge, was mir wirklich gut gefällt.

Hier hat die Autorin einen männlichen Protagonisten geschaffen, der tiefgründig ist und nicht wie ein typischer Bad Boy dargestellt wird, wie es leider viel zu oft in dem Genre der Fall ist. Auch das Mädchen wird hier gut dargestellt. Sie ist stur, sarkastisch, schlagfertig und liebenswert. Sie und Jonas treffen sich in der Bahn und passen wie die Faust aufs Auge zueinander und wollen sich trotz einiger Skepsis wiedersehen, allerdings zeigt sich auch diesem Fall, dass das Schicksal manchmal ganz andere Wege für einen bestimmt hat.

Dabei kommt die Geschichte erstaunlich ernst und reif daher. Die Figuren wirken allesamt sehr erwachsen, besitzen Ecken und Kanten und sind vor allem authentisch, was mir sehr gut gefällt. Somit konnte ich nicht nur mit ihnen mitfiebern, sondern auch mitfühlen, mich in sie hineinversetzen und über so manches angesprochene Thema nachdenken.

Kurz gesagt: „Für immer und dich“ ist eine tiefgründige und nachdenklich stimmende Geschichte, die nicht nur ernste Themen anspricht, sondern auch mit liebevoll gezeichneten Figuren und einem tollen Schreibstil bei mir punkten konnte.

Rezension

Oyinkan Braithwaite – Meine Schwester, die Serienmörderin

Kurzbeschreibung
Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ayoola ist das Lieblingskind, unglaublich schön – und sie hat die Angewohnheit, ihre Männer umzubringen.
Korede ist eher praktisch veranlagt und dafür zuständig hinter ihrer Schwester aufzuräumen: die Krankenschwester kennt die besten Tricks, um Blut zu entfernen, und ihr Kofferraum ist groß genug für eine Leiche. Dann verknallt sich natürlich auch Tade, der hübsche Arzt aus dem Krankenhaus, in Ayoola, der doch eigentlich für Korede bestimmt ist. Jetzt muss die sich fragen, wie gefährlich ihr Schwester wirklich ist – und wen sie hier eigentlich vor wem beschützt. Dieser euphorisch gefeierte Roman aus Nigeria ist so beiläufig feministisch wie abgründig, er ist „fiebrig heiß“ (Paula Hawkins) und verdammt cool zugleich.
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Meine Schwester, die Serienmörderin“ war schon lange vor dem Erscheinungstag in aller Munde, da das Buch bereits sehr viele Preise eingeheimst hat und immer als feministisch, witzig und rasant beschrieben wird. Da ich aufgrund der Kurzbeschreibung sehr neugierig wurde, musste ich dem Buch selbstverständlich auch eine Chance geben und wurde nicht enttäuscht, denn dieses Buch ist pure Unterhaltung.

Auf sehr angenehme und flotte Art wird hier die Geschichte der Schwestern Ayoola und Korede erzählt. Während Korede eher die bodenständigere und ruhigere Schwester ist, ist Ayoola nicht nur das Lieblingskind ihrer Eltern, sondern auch unberechenbar. Sie ist nicht nur wunderschön, sondern auch zielstrebig und weiß, was sie will. So hat sie auch von ihren Männern schnell die Nase voll und bringt diese reihenweise um. Zum Glück hat sie da ihre Schwester, denn diese arbeitet als Krankenschwester und weiß genau, wie man eine Leiche oder auch Blut verschwinden lassen kann.

Wer hier aufgrund des Plots einen Thriller erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein, denn hier gibt es nichts, was sonderlich spannend wäre. Hier geht es vielmehr um eine Geschichte zwischen zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können und andere Erwartungen vom Leben haben. Ayoola ist hier der deutlich dominantere Part in der Beziehung und nutzt ihre Schwester aus, um ihre Morde zu vertuschen. Korede ist dagegen sanfter und bodenständiger und hadert deutlich mehr mit ihrem Gewissen und fragt sich immer mehr, zu was ihre Schwester noch alles fähig ist. Dies wird besonders sichtbar, als sich ausgerechnet Tade, ein Arzt aus dem Krankenhaus in Ayoola verliebt, obwohl eigentlich Korede ein Auge auf ihn geworfen hat.

„Meine Schwester, die Serienmörderin“ bietet zudem jede Menge witzige Momente. Der Humor in der Geschichte ist zwar ein wenig eigen und sicherlich nicht jedermanns Sache, aber mich konnte die Autorin damit gut unterhalten. Gleichzeitig regt die Geschichte aber auch zum Nachdenken an und man stellt sich automatisch auch selbst die Frage, wie weit man für die eigene Familie gehen würde, um diese zu schützen.

Kurz gesagt: „Meine Schwester, die Serienmörderin“ ist eine unterhaltsame, tiefgründige, wortgewaltige und nachdenklich stimmende Familiengeschichte, die mich mit einem rasanten Schreibstil und interessanten Figuren begeistern konnte.

Rezension

Holly Jackson – A Good Girl’s Guide to Murder

Kurzbeschreibung
Eigentlich ist der Fall abgeschlossen: Vor fünf Jahren wurde die Schülerin Andie Bell von ihrem Freund Sal Singh ermordet. Die Polizei ist sich sicher, dass es so war. Die ganze Stadt ist sich sicher. Alle – außer Pippa. Für ein Schulprojekt will sie den Fall noch einmal aufrollen. Bewaffnet mit ihrem Laptop, einer Diktiergerät-App und viel Mut beginnt Pippa, Fragen zu stellen. Doch bald merkt sie, dass nicht alle wollen, dass die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet werden… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Obwohl ich auf „A Good Girl’s Guide to Murder“ sehr gespannt war, war ich auch mindestens genauso skeptisch, da der Klappentext sehr an „One Of Us Is Lying“ von Karen M. McManus erinnert. Dennoch habe ich „A Good Girl’s Guide to Murder“ gerne eine Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht, denn hier erhält man einen spannungsgeladenen und packenden Jugendthriller.

Holly Jackson besitzt einen angenehmen Schreibstil, der sich fast durchweg spannend und flüssig liest. Die Figuren sind gut gezeichnet, authentisch und man lernt sie ausreichend kennen, um mit ihnen mitzufiebern. Gleichzeitig ist auch die Aufmachung des Buches sehr gelungen.

„A Good Girl’s Guide to Murder“ ist dabei schnell erzählt: Vor fünf Jahren verschwand die Schülerin Andie Bell spurlos und nicht nur die Polizei, sondern auch der gesamte Ort sind sich sicher, dass nur ihr damaliger Freund Sal als Täter infrage kommt. Dies scheint sich auch für alle zu bestätigen, als dieser sich kurz darauf selbst das Leben nimmt, sodass Andies Fall schnell von der Polizei abgeschlossen wurde. Aber es gibt auch Menschen, die auch nach Jahren immer noch an Sals Unschuld glauben – so auch Pippa. Pippa nutzt ein Schulprojekt, um den Fall von damals noch einmal aufzurollen und möchte dabei auch gleichzeitig beweisen, dass Sal nicht für Andies Verschwinden verantwortlich ist. Dabei ahnt sie jedoch nicht, was sie damit alles in Bewegung setzt und scheint dabei auch schnell sehr in Gefahr zu geraten.

Pippas Ermittlungen werden sehr glaubwürdig erzählt und werden immer wieder durch Botschaften, Projekteinträge und anderes belegt, was „A Good Girl’s Guide to Murder“ sehr authentisch wirken lässt und somit für noch mehr Spannung sorgt. Dabei mochte ich auch das Zusammenspiel zwischen Pippa und Ravi, Sals jüngerem Bruder, der sich ebenfalls an den Ermittlungen beteiligt.

Kurz gesagt: „A Good Girl’s Guide to Murder“ ist ein spannender und ereignisreicher Jugendthriller, der mit authentischen und interessanten Figuren sowie einem tollen Schreibstil überzeugen kann.

Rezension

Mina Teichert – Spring! Vor allem über deinen Schatten

Kurzbeschreibung
Pebbels redet leise und höflich. Coco flucht am liebsten laut und wild.
Pebbels ist sehr schüchtern. Coco liebt die Aufmerksamkeit.
Pebbels hat keine Freunde. Coco beschließt, dass Pebbels ihre neue beste Freundin ist.

Sie nimmt Pebbels mit in ihre bunte Welt, denn das ehemalige Zirkusmädchen weiß, wie man für sich einsteht. Und bevor Pebbels sich umsehen kann, hat sie eine echte Freundin, mit der es ihr gelingt, über ihren eigenen Schatten zu springen! ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Spring! Vor allem über deinen Schatten“ ist mir zunächst durch sein leider viel zu überladenes Cover aufgefallen, sodass ich ein wenig skeptisch war. Da die Kurzbeschreibung jedoch eine süße Geschichte verspricht, habe ich mir doch noch einen Ruck gegeben und der Geschichte eine Chance gegeben. Zwar konnte mich die Geschichte letztendlich nicht gänzlich überzeugen, allerdings habe ich hier eine schöne Geschichte zwischen zwei jungen Mädchen vorgefunden, die durchaus unterhalten kann.

Mina Teichert besitzt einen sehr schönen und angenehmen Schreibstil, der sich leicht und flott lesen lässt. In „Spring! Vor allem über deinen Schatten“ erzählt sie die Geschichte von Coco und Pebbels, zwei ungleichen Mädchen, die als Freundinnen jedoch perfekt zusammenpassen und sich gegenseitig ergänzen.

Während Pebbels sehr ruhig wirkt, stets höflich ist und gerne im Hintergrund bleibt, ist Coco sehr viel lauter, fordender und liebt es im Vordergrund zu stehen. Was zunächst wie Tag und Nacht klingt, entpuppt sich als perfekte Freundschaft zwischen den ungleichen Mädchen, da sie nicht nur voneinander lernen, sondern auch jeweils von der anderen inspiriert werden. Dabei wird die Geschichte auf witzige Art erzählen. Gleichzeitig gibt es auch einen kleinen Kriminalfall in dieser Geschichte, denn Cocos Vater wird beschuldigt, einen Diebstahl begangen zu haben und Coco und Pebbels setzen alles daran, um seine Unschuld zu beweisen.

Obwohl mich die Geschichte sicherlich gut unterhalten kann und diese vor allem altersgerecht erzählt und jungen Lesern eine schöne Botschaft mit gibt, bin ich dennoch nicht gänzlich überzeugt, da mir insgesamt der ganz große Kracher gefehlt hat, um vollends begeistert zu sein.

Kurz gesagt: „Spring! Vor allem über deinen Schatten“ ist eine schöne Geschichte über eine Mädchenfreundschaft, die voller kleiner Botschaften und Wortwitz steckt. Zwar ist es für mich nicht das größte Highlight, allerdings konnte mich die Geschichte trotz kleinerer Schwächen überzeugen.

Rezension

Jenny Blackhurst – Mein Herz so schwarz

Kurzbeschreibung
Am Abend ihrer Hochzeit stürzt sich Evie White von einer Klippe in den Tod. Ihre Leiche wird nie gefunden, doch es gibt Zeugen für den Sturz. Was hat Evie dazu gebracht, ihr Leben so plötzlich zu beenden? Als ihr Bräutigam und ihre beste Freundin versuchen, diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, stoßen sie auf dunkle Abgründe im Leben der Verstorbenen. Allmählich beginnen sie zu begreifen, dass sie die wahre Evie nie wirklich kannten – und dass sie die Vergangenheit besser ruhen lassen sollten… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Auf der Suche nach spannenden Thrillern bin ich unter anderem auf „Mein Herz so schwarz“ von Jenny Blackhurst gestoßen. Da der Thriller nicht nur sehr spannend, sondern auch mysteriös klang, wollte ich diesem unbedingt eine Chance geben. Nun, der erhoffte Kracher blieb leider aus, allerdings ist „Mein Herz so schwarz“ für zwischendurch ganz gut geeignet und schenkt einen ein paar spannende Lesestunden.

Jenny Blackhurst erzählt die Geschichte spannungsgeladen und flüssig, manchmal jedoch ein wenig auch zu ausschweifend, was nicht unbedingt ins Genre passt, da der Spannungsbogen hierbei ein wenig gelockert wird. Die Figuren sind gut gezeichnet, man lernt diese ausreichend kennen und ich konnte mich auch teilweise in sie hineinversetzen.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Am Tag ihrer Hochzeit stürzt sich Evie in den Tod. Obwohl ihre Leiche nicht gefunden wird, gibt es ausreichend Zeugen, die beweisen können, dass sie von einer Klippe gestürzt ist. Obwohl die Polizei direkt ihre Ermittlungen aufnimmt, ermitteln auch Evies beste Freundin Rebecca und Evies Ehemann auf eigene Faust, um zu erfahren, was Evie dazu bewegt hat, von der Klippe zu springen. Dabei kommen viele Geheimnisse ans Tageslicht, die zeigen, dass man Evie vielleicht doch nicht so gut kannte, wie man immer geglaubt hat.

Da „Mein Herz so schwarz“ hauptsächlich aus der Sicht von Rebecca erzählt wird, lernt man diese nicht nur gut kennen, sondern auch die gemeinsame Vergangenheit mit Evie, die seit Kindheit an miteinander befreundet sind. Dabei wird die Geschichte allerdings leider nicht immer logisch erzählt, denn es häufen sich kleinere Logikfehler, die man zwar hier und da verzeihen kann, allerdings machte dadurch einiges keinen Sinn, was mehr als schade ist.

Kurz gesagt: „Mein Herz so schwarz“ ist ein netter Thriller für zwischendurch mit interessanten Figuren, der hier und da einige wirklich spannende Szenen mit sich bringt, aber insgesamt der ganz große Kracher fehlte, um wirklich vollends begeistert zu sein.

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Sabine Kornbichler – Der letzte Gast

Da ich sehr gerne Thriller und Krimis lese, wurden mir schon häufiger die Werke von Sabine Kornbichler empfohlen. Hierbei fiel meine Wahl auf „Der letzte Gast“, das an sich recht interessant und vor allem spannend klang. Leider entpuppte sich die Geschichte jedoch zu einem absoluten Flop, denn „Der letzte Gast“ ist nicht nur unheimlich langatmig, sondern vor allem auch so sehr vorhersehbar, dass es schon fast weh tut.

Die Geschichte liest sich sehr holprig, steckt voller Wiederholungen und ist sehr flach. Die Figuren sind teilweise gut ausgearbeitet, allerdings war mir keine einzige Figur auch nur ansatzweise sympathisch, da sie sehr naiv sind, und die Art und Weise, wie sie miteinander agieren, wirklich nicht gut umgesetzt war.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Berna Kiening ist neunundsechzig Jahre alt und aufgrund einer unheilbaren Krankheit ans Bett gefesselt. Für sie ist dies kein Zustand und somit möchte sie bereits in wenigen Wochen in die Schweiz reisen, um Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Dazu kommt es jedoch nicht mehr, da Berna eines Tages erdrosselt in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Gefunden wird sie dabei von ihrer Dogwalkerin Mia, die quasi alles falsch macht, was man nur falsch machen kann: Anstatt offen und ehrlich mit der Polizeit zu sprechen und denen alles zu sagen, handelt sie lieber auf eigene Faust und will den Fall quasi im Alleingang lösen, was leider alles andere als gut umgesetzt wurde.

Dadurch wird die Geschichte nicht nur immer absurder, sondern vor allem auch langatmig. Somit ist diese für mich alles andere als packend, sondern lediglich klischeehaft, vorhersehbar und mit einem Spannungsbogen versehen, der nahezu nicht spürbar ist.

Dies ist auch der Grund, weshalb ich das Buch nach etwas mehr als 70% abgebrochen habe, denn die Auflösung hat mich schlicht und ergreifend leider nicht mehr interessiert. Sehr schade.

(Die Rechte am Buchcover liegen beim Piper Verlag)

Rezension

Lukas Hainer – Das dunkle Herz (Herz #1)

Kurzbeschreibung
Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Das dunkle Herz“ ist der Auftakt der „Herz“-Dilogie und klang für mich nach einer spannenden und ereignisreichen Geschichte, sodass ich dieser nur allzu gerne eine Chance gegeben habe. Hierbei wurde ich zum Glück nicht enttäuscht, denn die Geschichte besticht nicht nur mit interessanten Figuren und einem tollen Setting, sondern auch mit einem packenden Schreibstil.

Von Anfang an ist man ohne große Erklärungen direkt mitten im Geschehen. Die Geschichte liest sich dadurch spannend, packend, flüssig und bietet jede Menge unerwartete Momente, was mir sehr gefallen hat. Die Wüstenstadt ist großartig ausgearbeitet, man kann sich sehr vieles bildlich vorstellen und hat mich ein wenig an die „Maze Runner“-Reihe erinnert, was ich jedoch nicht allzu schlimm finde. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, man lernt sie ausreichend kennen und fiebert mit ihnen mit.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Vor zehn Jahren verschwindet Ben spurlos, sodass sein Schicksal für seine Familie ungewiss ist. Seit seinem Verschwinden gibt es jährlich eine Gedenkfeier – nur, dass diese in diesem Jahr anders abläuft, denn Bens Schwester Anna wird plötzlich schwindelig und sie findet sich in einer Wüstenstadt wieder, was nicht nur bei ihr für Staunen sorgt, sondern auch für viele andere Menschen, die sich dort mit ihr aufhalten. Je mehr sich Anna dort aufhält, umso mehr erfährt sie über die Stadt, aber auch über ihren Bruder, der scheinbar auch dort gewesen ist. Die Frage, ob er noch lebt, treibt sie an, immer mehr über seinen Verbleib zu erfahren, gleichzeitig hat sie aber auch die Sorge, dass auch sie nicht mehr aus der Stadt herausfindet.

Neben Anna sind auch die anderen Figuren mehr als gelungen. Allen voran dabei ein Wächter, der zwar anfänglich ein wenig skurril daher kommt, aber auch eine Gruppe von Jungs, die allesamt in der Stadt leben und füreinander einstehen und aufeinander aufpassen.

Die Geschichte ist durchgehend spannend erzählt, besitzt ruhige, aber auch packende Momente und ist insgesamt bildgewaltig und detailverliebt, sodass ich die Geschichte sehr gerne gelesen habe und gespannt bin, wie es im zweiten Band „Das weiße Herz“ weitergehen wird.

Kurz gesagt: „Das dunkle Herz“ ist eine spannende und packende Geschichte mit einem genialen Setting, interessanten Figuren und einem flotten Schreibstil, die mich durchgehend unterhalten konnte. Ich freue mich bereits sehr auf die Fortsetzung.

Reihenfolge
Das dunkle Herz
Das weiße Herz

Rezension

Juno Dawson – Clean

Kurzbeschreibung
Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich? ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Clean“ von Juno Dawson gehört zu den Büchern, die definitiv Eindruck hinterlassen. Dieses Buch behandelt nicht nur sehr wichtige Themen wie Alkohol- und Drogensucht, sondern auch Essstörungen und die Suche nach sich selbst. Hier hatte ich hohe Erwartungen und wurde nicht enttäuscht, denn obwohl die Themen hier sehr schwierig sind, hat die Autorin meistens genau die richtigen Worte gefunden.

Die Geschichte liest sich schonungslos, ist wortgewaltig, weiß durchaus zu schockieren und regt zum Nachdenken an. Die Figuren sind gut gezeichnet, teilweise sympathisch, man lernt sie ausreichend kennen und ich konnte mich teilweise in ihre Situation hineinversetzen. Einziger Negativpunkt ist hier, dass die Autorin nicht ohne Klischees auskommt, was meiner Meinung nach vollkommen unnötig ist.

In „Clean“ geht es um die 17-jährige Lexi, die nicht nur reich und schön ist, sondern auch nicht sonderlich viel mit ihrem Leben anzufangen weiß, sodass sie fast ihre gesamte Zeit mit Alkohol, Drogen und Partys verbringt. Nachdem sie erneut eine Überdosis Heroin genommen hat, greift ihr Bruder endlich ins Geschehen ein und bringt sie gegen ihren Willen in die Clarity-Klinik, wo sie einen Entzug machen soll. Für Lexi ist der Entzug nicht nur eine enorme körperliche Belastung, sondern auch psychisch, denn sie ist von den Gruppentherapien sehr gestresst, was vor allem an den doch sehr unterschiedlichen Menschen liegt.

Kendall ist ein Trans-Mädchen, Ruby leidet an einer Essstörung, Saif ist süchtig nach Aufpuschmitteln und Guy leidet unter Zwangsneurosen. Und dann ist da auch noch Brady, ein ehemaliger Kinderstar, der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Was wie ein wild zusammengewürfelter Haufen wirkt, entpuppt sich später als eine Einheit, die sich gegenseitig unterstützt und besonders Brady scheint Lexi unter die Haut zu gehen. Dies führt auch dazu, dass sie sich und ihren bisherigen Lebensstil nicht nur hinterfragt, sondern auch einiges besser machen möchte, aber ihre Angst zu scheitern ist groß.

Juno Dawson hat die jeweiligen Erkrankungen und Zweifel der Figuren gut recherchiert, was auch sehr auffällt, denn sie hält sich sehr an alles, was man bereits aus anderen Büchern, aber auch Berichten kennt, was doch ein wenig schade ist, da man – wenn man bereits einige Bücher zu den Themen gelesen hat – kaum neue Informationen erfährt. Dadurch fehlt es dem Buch auch trotz aller positiver Kritik ein wenig an Tiefe.

Kurz gesagt: „Clean“ ist insgesamt ein gutes Jugendbuch mit schwierigen Themen, die berühren und unter die Haut gehen, aber nicht ganz ohne Klischees auskommt, was besonders bei den Figuren mehr als auffällig ist. Dennoch sollte jeder, der sich für die Themen Alkoholmissbrauch, Drogen, Transsexualität und Co. interessant, mit dem Buch beschäftigen, da diese gut behandelt werden.

Rezension

Louise O’Neill – Du wolltest es doch

Kurzbeschreibung
Emma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jeden herumkriegt. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid? ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Du wolltest es doch“ ist ein von der Thematik her eher schwieriges Buch, das sowohl zum Nachdenken anregt, als auch aufwühlt und wütend macht. Da ich bislang fast nur positive Bewertungen zu dem Buch gelesen habe, wollte ich es unbedingt lesen und muss sagen, dass ich trotz aller Lobeshymnen doch recht enttäuscht bin.

Schuld daran ist nicht nur der oftmals sehr langatmige Schreibstil, sondern auch die Botschaft, die hier im Buch vermittelt wird, denn hier wird das Vergewaltigungsopfer wie eine Täterin behandelt. Jeder sagt, sie ist selbst schuld. Jeder sagt, dass sie es aufgrund ihres bisherigen Verhaltens verdient hat. Dadurch vermittelt die Autorin dem Leser*in, dass man eine solche Tat selbst zu verantworten hat, was dazu führen kann, dass ein Opfer erst gar nicht erst zur Polizei geht und eine solche Tat zur Anzeige bringt. Eine Autorin, die ein solch brisantes Thema anspricht, steht meiner Meinung nach in der Verantwortung, um besonders jüngere Leser*innen aufzuklären, was hier jedoch kaum passiert ist.

Dazu kommt, dass fast alle Figuren, insbesondere das Opfer, sehr unsympathisch dargestellt werden. Emma ist (natürlich!) wunderschön und sich dessen auch bewusst, denn sie liebt es im Mittelpunkt zu stehen und bei den Jungs gut anzukommen. Sie wirkt sehr arrogant und aufdringlich und wird bei einer Party das Opfer einer Vergewaltigung. Während sie sich an kaum etwas erinnern kann, existieren sogar Fotos davon, was dazu führt, dass Emma keinerlei Mitleid oder Hilfe angeboten bekommt, sondern von allen nur als Schlampe abgestempelt wird.

So erschreckend dies auch ist und so wütend mich das Ganze gemacht hat, so muss ich auch sagen, dass die Geschichte damit leider auch sehr authentisch ist, da es leider viele junge Mädchen und auch Frauen gibt, die sich für das, was ihnen passiert ist, schämen und es somit nicht zur Anzeige bringen.

Kurz gesagt: „Du wolltest es doch“ ist alles andere als eine leichte Lektüre: Sie macht fassungslos, wütend, lässt einen mit dem Kopf schütteln und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. An sich könnte das Buch nahezu perfekt sein, da die Autorin jedoch meiner Meinung nach oftmals daneben gegriffen hat und auch die Figuren sehr unsympathisch sind, bin ich letztendlich doch enttäuscht.