Rezension

Bill Willingham – Fables: Legenden im Exil (Fables #1)

Kurzbeschreibung
Wer hat Rose Red umgebracht?
In Fabletown, wo Märchenfiguren mit gewöhnlichen New Yorkern zusammenleben, reden alle über diese Frage. Aber nur der große böse Wolf ist in der Lage, diesen Fall zu lösen – und gemeinsam mit Snow White, Roses Schwester, die Gemeinschaft von Fabletown vor dem Zerfall zu bewahren.
~ Quelle

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Meine Meinung
Da ich vor einigen Wochen das Telltale-Spiel „The Wolf Among Us“ auf der Playstation gespielt habe, habe ich mich im Anschluss mal genauer mit den Figuren beschäftigt und herausgefunden, dass die gleichnamige Comic-Reihe auch in Deutschland erschienen ist und habe mir spontan den ersten Band gekauft. „Fables: Legenden im Exil“ ist der erste Sammelband der Comic-Reihe „Fables“, die von Bill Willingham geschaffen wurde. Da ich die meisten der Figuren bereits aufgrund des Spiels kannte, hatte ich hier sehr hohe Erwartungen und wurde auch nicht enttäuscht.

In der „Fables“-Reihe geht es um Märchenfiguren, die aus ihrem jeweiligen Märchenland fliehen mussten und allesamt in New York City, besser gesagt im fiktiven Stadtteil Fabletown, gestrandet sind. Hierbei haben sich u.a. Snow White, der böse Wolf, die kleine Meerjungfrau, Belle und das Biest, die drei kleinen Schweinchen und viele andere Figuren ein neues Leben aufgebaut und treten ab sofort fast alle nur noch in Menschengestalt auf.

Bigby, der auch als der böse Wolf bekannt ist, ist ab sofort der Sheriff von Fabletown und arbeitet eng mit Snow White zusammen, die wiederum für den Bürgermeister arbeitet. Der erste Fall hat auch direkt etwas mit Snow White zu tun, denn ihre Schwester Rose Red ist nicht nur spurlos verschwunden, sondern ihre Wohnung ist komplett blutverschmiert, sodass direkt der Verdacht entsteht, dass Rose Red Opfer eines Verbrechens geworden ist. In Fabletown ist dies ein Skandal, da die Fabelwesen allesamt ihre früheren Taten zutiefst verurteilen und fortan ein friedliches Leben miteinander führen. Für Bigby bleibt somit nur noch die Frage, wer Rose Red auf dem Gewissen haben könnte – und die Liste der Verdächtigen ist lang…

Zuallererst muss mal gesagt werden, dass die Zeichnungen wirklich ganz großes Kino sind und die Figuren allesamt gut dargestellt werden, sodass man die meisten direkt erkennt. Bei einigen Figuren musste ich zwar erst überlegen, aus welchem Märchen sie stammen könnten, allerdings finde ich es sehr gelungen, dass hierbei so viele unterschiedliche Märchenfiguren im modernen New York aufeinandertreffen.

Der Fall selbst ist spannend geschrieben, die Suche nach dem möglichen Mörder ist umfangreich, zudem gibt es auch immer wieder kleinere Nebenhandlugen wie Snow Whites Scheidung oder Bigbys Gefühle für Snow White. Das Ende hat mich ein wenig überrascht, da ich mit dem Ausgang absolut nicht gerechnet habe, allerdings finde ich die Lösung im Nachhinein sehr genial.

Ich bin somit von „Legenden im Exil“ sehr begeistert und werde auch die weiteren Sammelbände, die meistens aus fünf Einzelcomics bestehen, nach und nach lesen. Ich kann die Geschichte somit auch allen empfehlen, die bislang noch keine Erfahrungen mit Comics haben, da diese gut aufgeteilt sind und man keinerlei Schwierigkeiten haben dürfte.

Reihenfolge der Sammelbände
Legenden im Exil
Farm der Tiere
Märchenhafte Liebschaften
Die letzte Festung
Aufmarsch der Holzsoldaten
Fremde Heimat
Arabische Nächte (und Tage)
Wölfe
Väter und Söhne
Der gute Prinz
Krieg und andere Kleinigkeiten
Die dunklen Jahre
Das große Fables-Crossover
Hexen
Rose Red
Wettkampf der Zauberer
Stadt der Werwölfe
Super-Team
Erben des Windes
Welpen im Spielzeugland
Snow White
Camelot
Unwritten Fables
Glücklich bis an ihr Ende
Lebewohl
1001 schneeweiße Nächte
Cinderella

Rezension

Michael Buckley – Die Spur des Riesen (Die Grimm Akten #1)

Kurzbeschreibung
Sabrina und Daphne können es kaum glauben. Sie sollen tatsächlich die Nachfahren der berühmten Brüder Grimm sein! Doch damit nicht genug: All die bekannten Märchenfiguren sind keine erfundenen Gestalten, sondern es gibt sie wirklich! »Grimms Märchen« sind Aufzeichnungen von Verbrechen, die die Familie über Jahrhunderte gesammelt hat! Sabrina und Daphne stehen nun vor einer wichtigen Aufgabe: Sie sollen in die Fußstapfen ihrer Großmutter treten und als Märchendetektive für Ordnung sorgen. Ihr erster Fall: Ein Riese, der in der Stadt sein Unwesen treibt… ~ Quelle

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Meine Meinung
Von dieser Buchreihe habe ich schon eine ganze Menge Gutes gehört und von daher war meine Neugierde auf den ersten Band „Die Spur des Riesen“ schnell geweckt. Ich war sehr gespannt auf die magischen Geschichten und noch mehr auf die Figuren, die im Vorfeld alle sehr sympathisch klangen. Zwar waren am Ende nicht alle Figuren sympathisch, aber dies verzeihe ich dem Autor sehr gerne, denn der Auftakt der „Grimm Akten“ konnte mich überzeugen.

Michael Buckley hat einen angenehmen Schreibstil, der für Kinder bestens geeignet ist. Orte und Figuren werden sehr detailliert beschrieben, sodass man sich das gesamte Buch bildlich vorstellen kann. Manchmal wurde mir jedoch die eine oder andere Situation schon fast als zu selbstverständlich erzählt. Als Leserin tappte ich mindestens genauso lange im Dunkeln, wie es bei den Schwestern Sabrina und Daphne der Fall war. Über die Gebrüder Grimm wurde kaum etwas verraten, dafür aber immer wieder in Rätseln gesprochen. Ein bisschen mehr Aufklärung hatte ich mir daher schon gewünscht.

Sabrina und Daphne könnten als Schwestern kaum unterschiedlicher sein. Während Daphne offen auf die Menschen zugeht und stets alles recht neugierig beobachtet, ist Sabrina eher skeptisch und sucht immer wieder nach Fluchtmöglichkeiten. Ihre Eltern sind verschwunden und sie haben die letzten Monate immer wieder bei Pflegefamilien verbracht, bei denen sie immer wieder weggelaufen sind. Nun sollen sie zu ihrer angeblichen Oma gebracht werden, ihre Eltern haben ihnen jedoch gesagt, dass ihre Großmutter verstorben sei. Verständlich, dass besonders Sabrina skeptisch wird. Die Großmutter hat mir sehr gut gefallen. Sie ist altmodisch, aber dennoch modern veranlagt und möchte für ihre Enkelinnen nur das Beste. Sie bringt ihren Enkelinnen bei, dass sie von den Gebrüder Grimm abstammen und Fälle im Ort Ferryport Landing lösen müssen.

Ferryport Landing ist ein märchenhafter Ort, in dem Märchenfiguren, aber auch Riesen leben. Viele Märchenfiguren kennt man bereits aus den Märchen der Gebrüder Grimm, sodass bei mir einige Kindheitserinnerungen hochgekommen sind. Dazu werden die Märchen kindgerecht beschrieben, sodass man sich auf der ein oder anderen Seite zwar gruseln kann, dabei aber nie übertrieben wird. So bekommt man es u.a. mit Riesen zu tun, die Häuser zertrampeln, mit einem bösen Bürgermeister, der seine Mitarbeiter erniedrigt und den Einwohnern nicht unbedingt das Beste wünscht, aber auch mit vielen sympathischen Figuren, die ich bereits in anderen Geschichten sehr mochte.

Die Covergestaltung gefällt mir gut. Zwar ist diese nicht ganz so märchenhaft wie der Inhalt, aber dennoch schön anzusehen. Die Kurzbeschreibung hat mir ebenfalls direkt zugesagt und sie fasst das Wichtigste zusammen.

Insgesamt hat mir der Auftakt der „Grimm Akten“ gut gefallen und ich werde mit Sicherheit auch die anderen Bände lesen. „Die Spur des Riesen“ ist wahrlich märchenhaft und kann mit liebenswerten Figuren und einem interessanten Plot punkten. Märchenfans werden ihre wahre Freude an diesem Buch haben. Empfehlenswert!

Reihenfolge
Die Spur des Riesen
Ach wie gut, dass niemand weiß…
The Problem Child (dt. Titel unbekannt)
Once Upon a Crime (dt. Titel unbekannt)
Magic and Other Misdemeanors (dt. Titel unbekannt)
Tales From the Hood (dt. Titel unbekannt)
The Everafter War (dt. Titel unbekannt)
The Inside Story (dt. Titel unbekannt)
The Council of Mirrors (dt. Titel unbekannt)

Rezension

Gabriella Engelmann – Goldmarie auf Wolke 7

Kurzbeschreibung
Marie schwebt auf Wolke 7, als sie einen Job im Laden Traumzeit ergattert. Traumhaft ist vor allem auch der Ire Dylan, den sie dort kennen lernt. Dann geschehen plötzlich viele magische Dinge, die Marie sich nicht erklären kann. Die mysteriöse Nives spinnt ihre Schicksalsfäden und im Leben von Marie und ihrer Stiefschwester Lykke ist bald nichts mehr, wie es einmal war. ~ Quelle

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Meine Meinung
Mit „Goldmarie auf Wolke 7“ hat Gabriella Engelmann erneut eine Märchenadaption geschrieben. Wie immer schafft es die Autorin, ein Märchen so neu zu schreiben, dass es leicht fällt, sich auf die Geschichte einzulassen und somit ist es immer wieder ein riesengroßer Spaß, die Bücher der Autorin zu lesen.

Der Schreibstil ist gewohnt gut und somit sehr leicht und flüssig zu lesen. Gabriella Engelmann schafft es immer wieder, mich an ihre Werke zu fesseln, sodass es mir sehr schwer fällt, die jeweiligen Bücher aus den Händen zu legen. Die Geschichte spielt wieder einmal in Hamburg, sodass ich erneut die Möglichkeit hatte, die Stadt noch näher kennenzulernen. Immer wieder schön, dass die Autorin Hamburg so treu bleibt und sämtliche Märchen in der Stadt spielen. So wachsen mir nicht nur die Charaktere ans Herz, sondern auch immer mehr die Stadt selbst.

Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt. Zum einen gibt es immer wieder Tagebucheinträge von Lykke, zum anderen wird die Geschichte über Marie sehr ausführlich erzählt und dann gibt es noch die Erzählung von Frau Holle, sodass die Märchenstimmung bei mir dieses Mal besonders hoch war.

Marie ist eine Protagonistin, die man nur gerne haben kann. Sie ist liebenswürdig, man kann sich in ihre Gefühle und ihre Lage hineinversetzen und ich habe in so mancher Situation mit ihr gelitten. Da ihr Vater verstorben ist, lebt sie bei ihrer Stiefmutter und ihrer Stiefschwester. Während sich ihre Stiefmutter liebevoll um sie kümmert, versteht sie sich mit ihrer Stiefschwester Lykke alles andere als gut, denn diese ist oftmals neidisch und zieht sich eher zurück, als am Familienleben teilzunehmen. In ihren Tagebucheinträgen lästert Lykke oftmals über Marie, deren Freunde und den Alltag, denn sie vor lauter Verbitterung nur gehemmt nachgehen kann. Dylan, der hier als Märchenprinz gilt und von Marie ins Herz geschlossen wird, fand ich schon deutlich sympathischer als Lykke, da er positiver durchs Leben geht.

Natürlich darf auch in diesem Märchen eine Liebesgeschichte nicht fehlen und somit hat man mit Dylan und Marie wieder einmal etwas geschaffen, was mir gut gefallen hat. Die Geschichte ist trotz der sonst eher kitschigen Liebesgeschichten in Märchen sehr gut gelungen und alles wirkt sehr natürlich und vorsichtig und überhaupt nicht aufgesetzt. Das steht nicht nur den beiden Protagonisten, sondern auch der Handlung sehr gut.

Ebenfalls sehr positiv ist die Entwicklung der Charaktere in diesem Buch. Normalerweise erkenne ich erst die stetige Entwicklung nach mehreren Bänden, hier ist es jedoch so, dass sich die Charaktere seitenweise weiterentwickeln und es ist erstaunlich, was kleine Momente dabei doch ausmachen können. Besonders Lykke hat mir dabei sehr gut gefallen, auch wenn ich zugeben muss, dass sie nicht unbedingt mein Liebling war.

Wie bei allen Märchen von Gabriella Engelmann gibt es auch dieses Mal wieder ein Personenregister am Anfang des Buches, das ich wie immer sehr gelungen und hilfreich finde. Es ist immer wieder schön, bereits im Vorfeld über die Charaktere zu erfahren, sodass ich bereits im Vorfeld erahnen kann, welche Figuren mir sympathisch sind und welche nicht.

Dazu hat es mir sehr gut gefallen, wie stark Frau Holle in die Geschichte eingebaut wurde und man bereits lieb gewonnene Charaktere aus den anderen Märchenbüchern noch einmal erleben durfte. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Autorin an bereits abgeschlossenen Geschichten festhält und der Leser dennoch die Chance erhält, etwas Neues über die Charaktere zu erfahren.

Das Cover ist wunderschön geworden und ist ein absoluter Hingucker in jedem Bücherregal. Die knalligen Farben und die vielen Sterne runden das gelungene Bild ab und auch die Kurzbeschreibung liest sich gut, ohne zu viel zu verraten. Gut gemacht!

Insgesamt hat mir „Goldmarie auf Wolke 7“ gut gefallen und es war mal wieder schön, in die Märchenwelt der Autorin schlüpfen zu dürfen. Interessante Charaktere und ein unterhaltsamer Plot sorgen dafür, dass ich dieses Buch so schnell nicht vergessen werde. Kauf- und Leseempfehlung.