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[Diskussion] Wenn Buchhändler Amazon empfehlen…

Liebe Leute, ich bin geschockt!
Wenn es um den Buchhandel geht, kann man mich ja nur noch selten schocken oder mir gar ein müdes Lächeln abgewinnen. Heute war dies jedoch so ein Fall, über den ich noch nicht so ganz hinweg bin.

Ich wollte heute eigentlich nur kurz in die Thalia Buchhandlung, um mich mal umzuschauen, bis mir ein Buch einfiel, welches ich mir mal genauer anschauen wollte. Da ich das Buch selbst nicht gefunden habe, bin ich zur Information gegangen und habe die Buchhändlerin nach dem Buch gefragt. Da die Bücher von Mark Z. Danielewski nicht unbedingt die großen Massen ansprechen, habe ich schon damit gerechnet, dass die Buchhändlerin den Autor nicht unbedingt auf Anhieb kennt. Dies wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, wenn nicht genau DAS passiert wäre:

fuffzigAn der Information fragte ich die Buchhändlerin nach „Das Fünfzig Jahre Schwert“ von Mark Z. Danielewski. Sie schaute mich zunächst ein wenig ratlos an, wurde jedoch direkt aktiv, was mich aber schon ein wenig stutzen ließ, denn das Buch wurde nicht zuerst im hauseigenen System gesucht, sondern auf Google. Ich runzelte die Stirn, schaute meinen Freund an und dachte noch „Was macht sie da?“, als der nächste Klopper kam: Sie öffnete Amazon.de und erklärte uns, dass das Buch bei Amazon vorrätig sei, bei Thalia jedoch nicht, da das Buch „wahrscheinlich zu alt wäre“. Nur mal so: Das Buch ist vor einer Woche erschienen!

Ich schaute die gute Frau dann einen Moment lang ratlos an und fragte, ob das Buch denn überhaupt im System sei, da wurde erstmalig nachgeschaut und – yay! – es wurde immerhin gefunden. Sie könnte es mir gerne bestellen, wenn ich denn ein paar Tage lang warten könnte. Amazon.de war zu dem Zeitpunkt immer noch nebenbei geöffnet, sodass ich dort sehen konnte, dass das Buch am nächsten Tag geliefert werden könnte. Ich bedankte mich daraufhin höflich und verließ schockiert die Buchhandlung.

Ja, ich weiß: Nicht alle Buchhändler sind so und natürlich sind sowas nur Einzelfälle, ABER:
Ist es nicht so, dass Buchhändler immer wieder Amazon und anderen Onlineshops vorwerfen, dass diese den Buchhandlungen die Kunden wegnehmen würden? Wird Amazon nicht immer als der böse Feind dargestellt?! Man sollte bedenken: Bücher sollten umgeschrieben werden, weil dort Amazon.de erwähnt wurde!

Ich finde es sehr bedenklich, wenn Buchhändler mittlerweile schon ihre Kunden auf Amazon.de verweisen und muss dann auch sagen, dass ich es nicht verstehen kann, wenn man dann als Buchhändler immer wieder auf das Versandhaus rumhackt. Ich kaufe gerne und viel auf Amazon, allerdings vergesse ich auch nie den Buchhandel und kaufe auch dort sehr viele Bücher, Notzbücher und andere Schreibwaren. Wenn ich aber jetzt schon von Buchhändler direkt zu Amazon geschickt werde, dann läuft beim deutschen Buchhandel einiges falsch.

Wie steht ihr dazu? Kauft ihr gerne noch beim Buchhändler um die Ecke oder bevorzugt ihr den bequemeren Weg über Amazon? Sollten Buchhändler eurer Meinung solche Empfehlungen aussprechen?