Rezension

William Ritter – Der gnadenlose König (Jackaby #4)

Kurzbeschreibung
Jackaby und seine Assistentin Abigail treffen auf ihren schlimmsten Gegner. Ein dunkler König versucht, die Welt mithilfe einer Mischung aus Magie und Technik aus den Angeln zu heben. Das Duo muss an allen Fronten kämpfen: die Untoten zurück zwingen und den Riss zwischen der Erde und der Anderswelt schließen. Dabei kommen sich Abigail und der Detektiv Charlie immer näher, während Jackaby sich seine Gefühle für die Geisterdame Jenny eingesteht. Doch die Zukunft ist bedroht, wenn sie den gnadenlosen König nicht bezwingen können… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Nachdem mir bereits die ersten drei Bände der „Jackaby“-Reihe von William Ritter sehr gefallen haben, war ich schon sehr gespannt auf den vierten und somit letzten Band „Der gnadenlose König“ und habe mir eine ähnlich spannende und humorvolle Geschichte erhofft. Leider muss ich jedoch sagen, dass mich der Abschluss der Reihe ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat.

Da mir der Schreibstil bereits bei den Vorbänden sehr zugesagt hat und ich gar nicht mit so viel Humor gerechnet habe, bin ich froh, dass der Autor seinem Stil weiterhin treu geblieben ist und sich dazu seit seinem Debüt immer mehr steigert. Dazu liest sich die Geschichte sehr leicht und flott, sodass ich von Anfang an sofort in die Geschichte hineingefunden habe. Gleichzeitig sind die Schauplätze hervorragend gewählt und verbreiten eine düstere Atmosphäre und auch die Figuren wurden von William Ritter liebevoll ausgearbeitet und haben sich gut weiterentwickelt, sodass ich mich direkt wieder mit ihnen anfreunden konnte und den letzten Fall von Jackaby und Abigail gerne verfolgt habe.

Während Jackaby und Abigail in den ersten Bänden nicht immer eingespielt wirkten, sind sie mittlerweile ein eingespieltes Team und ich mochte die Chemie zwischen ihnen sehr. Obwohl Jackaby oftmals sehr skurril und stellenweise auch schroff wirkt, ist Abigail das Herz in dem Ermittler-Duo und lässt sich von Jackaby nicht alles gefallen, sodass man die beiden trotz ihrer Ecken und Kanten direkt ins Herz schließt und sie gerne auf ihren Ermittlungen begleitet.

In „Der gnadenlose König“ haben die Figuren wieder alle Hände voll zu tun, denn hierbei hat es William Ritter schon fast ein wenig übertrieben, denn dieses Mal möchte nicht nur der König seine Macht gnadenlos erweitern, sondern auch der Bürgermeister der Stadt New Fiddleham will seine Macht demonstrieren, indem er allen magischen Wesen den Krieg erklärt, da er von seiner Frau, die eine Nixe ist, betrogenn wurde. Die magischen Wesen, darunter viele Gestaltwandler, Gnome und Vampire, suchen bei Jackaby Schutz, was jedoch alle übrfordert und für noch mehr Chaos sorgt.

Dies ist auch gleichzeitig das Problem an „Der gnadenlose König“, denn hier sind einfach zu viele Ideen geradezu abgearbeitet worden, sodass das Buch zu überfüllt wirkt. Hier wäre noch locker ein fünfter Band durchaus möglich gewesen, aber stattdessen findet hier geradezu eine Abarbeitung statt, was man besonders gegen Ende merkt, denn dieses kommt zu plötzlich und erscheint sehr hektisch, was sehr schade ist.

Das Cover ist für mich ein absoluter Hingucker, da es auf den ersten Blick doch recht unscheinbar wirkt, man danach jedoch immer mehr Details entdeckt, die perfekt zur Geschichte passen. Auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen, sodass ich die Fortsetzung unbedingt lesen wollte.

Kurz gesagt: „Der gnadenlose König“ ist insgesamt ein netter, wenn auch nicht überragender Abschluss der „Jackaby“-Reihe. Die Geschichte kann zwar durchaus mit spannenden und humorvollen Momenten überzeugen, aber letztendlich wirkte die Geschichte auf mich zu überladen, um vollends begeistert zu sein. Dennoch sollte man der „Jackaby“-Reihe eine Chance geben, wenn man sich für Geschichten wie „Sherlock Holmes“ mit Fantasy-Elementen interessiert.

Reihenfolge
Jackaby
The Map (#1.5 / dt. Titel unbekannt)
Die verschwundenen Knochen
Der leichenbleiche Mann
Der gnadenlose König

Rezension

Carolin Philipps – For Your Eyes Only

Kurzbeschreibung
Lilly ist überglücklich: Endlich ist sie mit ihrem Schwarm Jannis zusammengekommen. Doch sie macht sich Sorgen, als Jannis kurz darauf mit seiner Abschlussklasse nach Mallorca fährt. Denn mit dabei ist Jannis’ Ex-Freundin Jennifer, die deutlich macht, dass sie Jannis um jeden Preis zurückgewinnen möchte. Um Jennifers Reizen etwas entgegensetzen zu können, schickt Lilly ihm sexy Fotos von sich. Ihr Plan scheint zunächst aufzugehen, denn Jannis antwortet sehnsüchtig. Am nächsten Tag aber tauchen die Nacktfotos plötzlich bei Facebook und auf den Handys von Jannis’ gesamter Abschlussklasse auf. Lilly wird zum Gespött der ganzen Schule. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„For Your Eyes Only“ stand schon längere Zeit ungelesen im Regal und ich war ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich es aufgrund der Thematik lesen möchte. Nun, wo ich das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen habe, hat mich das Buch doch sehr zwiegespalten zurückgelassen, da ich die Thematik einerseits gut und wichtig finde, allerdings war ich auch stellenweise von der Handlung sehr genervt.

Die Geschichte liest sich leicht und flüssig, aber auch oftmals sehr ermahnend, was mich ein wenig gestört hat, da hier gleich mehrfach immer wieder der Finger erhoben wird. Zwar ist es wichtig, dass hierbei durchaus eine Art Aufklärung stattfinden muss, dass man nicht einfach im Teenageralter freizügige Fotos verschicken darf, allerdings hätte man das auch ein wenig anders gestalten können.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 14-jährigen Lilly, die seit vier Monaten mit dem 18-jährigen Jannis zusammen ist. Aus Angst, dass er während seiner Abschlussfahrt wieder mit seiner Ex-Freundin Jen zusammen kommen könnte, schickt sie ihm per SMS mehrere freizügige Fotos, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Dies geht jedoch deutlich schief und ihre Fotos werden schnell in Umlauf gebracht, was nicht nur Lillys Leben verändert, sondern auch das ihrer Eltern, denn fortan stehen Drohungen, Mobbing und Einsamkeit an der Tagesordnung.

So traurig und schockierend Lillys Schicksal dabei auch ist, so sehr war ich leider auch von ihr genervt, denn sie ist mit ihren vierzehn Jahren leider sehr unreif und naiv, sodass sie auch locker als Zehnjährige hätte durchgehen können. Ihre Schwärmerei für Jannis wirkt streckenweise sehr ungesund und auch ihr oftmals sehr undurchdachtes Handeln bei Freunden und falschen Freunden sorgte lediglich dafür, dass ich oftmals genervt die Augen verdreht habe.

Natürlich hat die Autorin hier bewusst eine naive Protagonistin gewählt, um aufzuzeigen, was Jugendlichen passieren kann, wenn sie zu leichtgläubig sind und den falschen Menschen vertrauen, allerdings war es für meinen Geschmack einfach zu too much, sodass ich mit Lilly weder groß mitfühlen, noch mich in sie hineinversetzen konnte. Auch die anderen Figuren sind leider eine komplette Enttäuschung, da diese leider oftmals keine Tiefe besitzen und man sie kaum kennen lernt.

Kurz gesagt: „For Your Eyes Only“ ist sicherlich aufgrund seiner Thematik ein wichtiges Buch, allerdings haben die Charaktere es mir sehr schwer gemacht, die Gschichte voll und ganz zu mögen, sodass ich das Buch letztenlich zwar ganz in Ordnung, aber bei Weitem nicht überragend fand. Dennoch wird hier ein Thema behandelt, über das sich zumindest jeder einmal schlau machen sollte.

Rezension

A.J. Finn – The Woman in the Window

Kurzbeschreibung
Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken – und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen – Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Lange Zeit war ich am überlegen, ob ich „The Woman in the Window“ tatsächlich lesen möchte, da ich mich mit zu sehr gehypten Büchern immer ein wenig schwer tue. Letztendlich bin ich jedoch froh, dass ich das Buch gelesen habe, da dieses mich nicht enttäuscht hat, sondern mit einem spannenden Plot überzeugen konnte.

Da ich bereits mehrfach gelesen habe, dass sich A.J. Finn von „Das Fenster zum Hof“ von Alfred Hitchock inspirieren ließ, war ich sehr gespannt darauf, wie viel Einfluss der Film auf die Geschichte genommen hat. Man muss zwar sagen, dass es hier durchaus sehr viele Ähnlichkeiten gibt, allerdings hat mich dies nur wenig gestört. Die Geschichte liest sich spannend und meistens flüssig, besitzt aber auch durchaus ruhigere Momente, die jedoch gut zur Stimmung, die in dem Buch vorherrscht, passt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Anna, die seit einiger Zeit unter Angstzuständen, Depressionen, Schuldgefühlen und Panikattacken leidet und deswegen ihr Haus nicht mehr verlässt. Stattdessen beobachtet sie die Welt nur noch von ihrem Fenster aus, chattet mit fremden Menschen weltweit und betäubt ihre Ängste mit Medikamente und zu viel Alkohol. Dabei beobachtet Anna auch ihre neuen Nachbarn die Russels und muss dabei tatenlos mitansehen, wie ihre Nachbarin brutal überfallen wird. Als Anna alles später meldet und Rede und Antwort stehen möchte, glaubt man ihr nicht, denn angeblich ist nichts von einem solchen Überfall bekannt. Gleichzeitig wird auch sehr viel aus Annas Vergangenheit bekannt und man erfährt, wieso sie zu einem solch ängstlichem Menschen geworden ist.

Anna hat es mir am Anfang nicht ganz leicht gemacht. Ich finde es zwar immer interessant, wenn Figuren psychisch angeschlagen sind und man somit einen guten Blick in ihre Gedanken und Gefühle erhält, allerdings empfand ich Anna anfangs als sehr unnahbar und anstrengend, was sich jedoch im Laufe der Geschichte stark verbesserte, sodass ich sie immer interessanter fand.

Kurz gesagt: „The Woman in the Window“ ist insgesamt ein spannender Thriller, der zwar oftmals sehr ruhig und unscheinbar erscheint, mich aber dennoch auf großen Strecken unterhalten und packen konnte, sodass ich das Buch sehr gerne gelesen habe.

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Ruth Ware – Wie tief ist deine Schuld

„Wie tief ist deine Schuld“ von Ruth Ware klang zunächst nach einem spannenden Thriller mit einem interessanten Plot, sodass meine Erwartungen relativ hoch angesetzt waren. Leider bin ich am Ende jedoch so enttäuscht gewesen, dass ich das Buch nach etwas mehr als 75 % abgebrochen habe, da es mich leider weder packen, noch unterhalten konnte, sondern lediglich für einige ereignislose Lesestunden gesorgt hat.

Dabei war die Idee an sich nicht schlecht und hatte auch sehr viel Potenzial, doch leider wurde dieses überhaupt nicht genutzt, denn die Geschichte wird nicht nur sehr langatmig, unspektakulär und alles andere als spannend erzählt, sondern beinhaltet auch farblose Charaktere, die austauschbar sind und mit denen ich mich nicht identifzieren konnte.

Die Geschichte handelt von Isa, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und ihren Freundinnen Kate, Thea und Fatima. Die jungen Frauen sind seit ihrer Jugend miteinander befreundet und treffen nun, nach einer Nachricht von Kate, wieder aufeinander, da in Salten, dem Ort, in dem sie aufgewachsen sind, eine Leiche gefunden wurde. Dabei wissen alle, wer die Leiche ist und wie sie an die Küste gelangen konnte. In vielen Rückblenden wird dabei nach und nach aufgedeckt, was vor siebzehn Jahren geschehen ist. Leider zieht sich dies jedoch wie Kaugummi, nur um dann bereits in der Häfte des Buches komplett aufgelöst zu werden.

Dadurch, dass bereits viel zu früh alles aufgelöst wurde und die Geschichte nur noch mehr vor sich hinplätscherte, habe ich leider vollkommen das Interesse an „Wie tief ist deine Schuld“ verloren, sodass ich das Buch vorzeitig abgebrochen habe. Schade!

(Die Rechte am Buchcover liegen beim jeweiligen Verlag)

Rezension

Richard Laymon – Der Regen

Kurzbeschreibung
Ein seltsamer, schwarzer Regen fällt auf die Kleinstadt Bixby. Er kommt in Schauern und ist warm und irgendwie unnatürlich und er verändert die Stadt. Die Bewohner werden erfüllt von Hass und Wut – und dem Wunsch zu töten. Und als der Regen weiter fällt, mischt sich das Wasser mit dem Blut der Opfer. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Ich habe in den letzten Jahren bereits einige Bücher von Richard Laymon gelesen und war von denen auch meistens begeistert, von daher war ich schon sehr auf „Der Regen“ gespannt und hatte doch recht hohe Erwartungen an die Geschichte. Diese wurden zwar nicht gänzlich erfüllt, allerdings hat mir das Buch dennoch gut gefallen und konnte mich in vielen Momenten schocken.

Richard Laymon besitzt hier wieder einmal seine oftmals saloppe, sehr direkte und einfach gehaltene Sprache, die mir schon immer sehr zugesagt hat. Das Buch liest sich flüssig und leicht, besitzt den ein oder anderen Schocker, viele Gewaltszenen und auch die Figuren sind im Großen und Ganzen gut ausgearbeitet. Zwar gab es hier und da auch ein paar sehr vorhersehbare Momente, allerdings hat mich dies nur wenig gestört.

Interessant sind dieses Mal besonders die kurzen, knackigen Kapitel, die schon fast eher an kleine Szenen aus einem Horrorfilm erinnern, denn diese sind gut aufeinander aufgebaut, oftmals äußerst brutal und man kann sich – ob man will oder nicht – dadurch vieles bildlich vorstellen. Dabei achtet Richard Laymon genauestens darauf, dass man als Leser besonders die Umgebungen wahrnimmt, was mir besonders gut gefällt.

In der Geschichte geht es um die Kleinstadt Bixby, auf der seit Tagen ein schwarzer Regen hinabfällt, der die Bewohner der Stadt verändert. Diese werden nicht nur zusehends aggressiver und hasserfüllter, sondern hegen auch immer mehr den Wunsch zu töten. Dabei spielt nicht nur Gewalt eine große Rolle, sondern auch Sex und Rassismus. Gleichzeitig findet „Der Regen“ an mehreren Schauplätzen in Bixby statt, sodass man gleich mehrere Figuren dabei begleiten darf, wie sie mit dem Regen und der Wut in sich umgehen und wie sich die Menschen allesamt verändern.

Das Cover trifft meinen Geschmack zwar nicht ganz, allerdings muss ich schon sagen, dass dies gut zur Geschichte passt und somit gelungen ist. Die Kurzbeschreibung liest sich dagegen richtig spannend und fasst nur das Nötigste zusammen, sodass man auf den Verlauf der Geschichte gespannt sein darf.

Kurz gesagt: Richard Laymon hat es wieder einmal geschafft, mich mit einem oftmals saloppen, aber dennoch spannend gehaltenen Schreibstil und interessanten Figuren in den Bann zu ziehen. Wer mal wieder Lust auf einen Thriller mit Horror-Elementen hat, sollte zu „Der Regen“ greifen.

Rezension

[Kurzrezension] Lang Leav – Love Looks Pretty on You

Kurzbeschreibung
Filled with wisdom and encouragement, every single page is a testament to the power of words, and the impact they can have on the relationships you build with others. And most importantly, the one you have with yourself.

Lang Leav captures the intricacies of emotions like few others can. It’s no wonder she has been recognized as a major influencer of the modern poetry movement and her writing has inspired a whole new generation of poets to pick up a pen. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Auf „Love Looks Pretty on You“ von Lang Leav war ich schon sehr gespannt, weil ich bereits einige Texte der Autorin auf Facebook und Instagram entdeckt habe. Meine Erwartungen waren somit sehr hoch und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht, denn sämtliche Texte von ihr stecken voller Ideen, Gefühle und Gedanken, die mich begeistern und berühren konnten.

Ihre Texte sind nicht nur hochintelligent und regen zum Nachdenken an, sondern sind auch teilweise provokant, skurril, wirken aber immer eindringlich und ehrlich, ohne dabei jedoch zu kommerziell zu wirken. Gleichzeitig sind ihre Texte auch sehr gesellschaftskritisch, denn hier geht es nicht auschließlich um die Liebe und das Leben an sich, sondern auch um Feminismus und die eigene Sexualität.

Die Texte zum Thema Liebe, Freundschaft und Beziehung sind nicht immer romantisch, sondern sprechen auch Themen wie Beziehungskrisen, Unzufriedenheit und Verlust offen und vor allem sehr nüchtern an, was mir persönlich sehr gefällt, da Lang Leav somit nie ins Kitschige abdriftet.

Somit ist „Love Looks Pretty on You“ eine sehr schöne, oftmals nüchterne, aber auch nachdenklich stimmende Textsammlung, die mir sehr gefallen hat.

Rezension

[Hörspiel] Dumbo – Das Original-Hörspiel zum Real-Kinofilm

Kurzbeschreibung
Der Zirkus von Max Medici hat schon bessere Zeiten gesehen. Und auch das neugeborene Elefantenbaby Dumbo trägt mit seinen Riesenohren nur weiter zum Gespött der Leute bei. Der abgehalfterte Zirkusstar Holt Farrier soll sich um den kleinen Elefanten kümmern und das Problem aus der Welt schaffen. Doch als Holts Kinder Milly und Joe herausfinden, dass Dumbo mit seinen außergewöhnlichen Ohren fliegen kann, setzt nicht nur die angeschlagene Zirkustruppe all ihre Hoffnung in den kleinen Dickhäuter. Auch ein Unternehmer wittert die Sensation und damit natürlich das große Geld. Er will Medici überreden, ihm den kleinen Dumbo als Attraktion für seinen Vergnügungspark Dreamland zu verkaufen. An der Seite der charmanten Luftakrobatin Colette setzt Dumbo dort zum Höhenflug an doch hinter den strahlenden Kulissen von Dreamland lauern dunkle Geheimnisse! ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Nach langer Zeit hatte ich mal wieder große Luft auf ein Hörspiel. Da ich bislang die Real-Verfilmung von „Dumbo“ leider noch nicht gesehen habe, habe ich mich hierbei für das Hörspiel entschieden und war sehr gespannt, wie ich es letztendlich finden werde. Letztendlich muss ich sagen, dass ich zwar nicht restlos begeistern bin, mich das Hörspiel aber dennoch überzeugen konnte.

Wer hier eine reine Nachahmung des Animationsklassikers aus dem Jahre 1941 erwartet, der wird enttäuscht sein, denn hier gibt es einige große Unterschiede, die ich allerdings ganz interessant finde. So stehen bei der Realverfilmung nicht nur die Tiere im Vordergrund, sondern auch die Menschen, allen voran der ehemalige Soldat und Zirkusstar Holt Farrier und seine Kinder Milly und Joe. Holt war vor dem Krieg ein gefeierter Star in der Pferdedressur, allerdings musste der Zirkus während seiner Zeit im Krieg und nach dem Tod seiner Frau die Pferde verkaufen, sodass Holt fortan für die Elefanten und somit auch für Dumbo zuständig ist.

Ein weiterer großer Unterschied ist, dass sich hierbei nicht nur alles im Zirkus abspielt, sondern auch im Vergnügungspark Dreamland, der den Zirkus von Maximilian Medici aufkaufen möchte. Dabei wird auch oftmals aufgezeigt, wie skrupellos und vor allem respektlos die Menschen mit den Tieren umgehen.

Auch das Ende unterscheidet sich sehr vom Animationsfilm, denn dieses passt deutlich mehr in die heutige Zeit und ist meiner Meinung nach sehr gelungen.

Das Hörspiel umfasst insgesamt eine Laufzeit von 66 Minuten. Dabei werden die Synchronstimmen aus dem Film verwendet. Während in den Vereinigten Staaten u.a. die Schauspieler Collin Farrell, Michael Keaton, Danny DeVito und Eva Green den Figuren ihre Stimmen leihen, sind in der deutschen Fassung unter anderem Florian Halm, Jan Spitzer, Joachim Tennstedt und Elisabeth von Koch zu hören.

Kurz gesagt: Auch wenn sich die Realverfilmung von „Dumbo“ deutlich zum Animationsklassiker aus dem Jahr 1941 unterscheidet, habe ich das Hörspiel rund um Dumbo und der Familie Farrier sehr gemocht und auch gleichzeitig meine Liebe zu Hörspielen wieder entdeckt. Somit kann ich das Hörspiel nur empfehlen.

Rezension

[Kurzrezension] Barbara J. Zister – Nosferatu. Vom Vollmond geweckt

Kurzbeschreibung
Finnys Leben hat sich um hundertachtzig Grad gedreht. Gerade noch It-Girl an ihrer Schule, lebt sie nun als Rattendämon abgeschottet von den Menschen, die ihr einst so viel bedeuteten. Mit dem Beginn der Nacht muss sie sich in ihrer dunklen Kellerwohnung verstecken, denn was der Mond in ihr weckt, sollte keinem begegnen. Doch als sie auf den süßen Skaterboy Mad trifft, beginnt sie zu hoffen – auf ein Leben, eine Zukunft und die Liebe. Bis sie den »Nosferatu« begegnet… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
„Nosferatu. Vom Vollmond geweckt“ befand sich schon eine ganze Weile ungelesen auf meinem eReader und ich war lange unschlüssig, ob ich es tatsächlich lesen möchte. Nun, wo ich dem eBook doch endlich eine Chance gegeben habe, muss ich leider sagen, dass ich enttäuscht bin.

Grund dafür sind leider die Figuren, die mir durchweg unsympathisch sind. Barbara J. Zister versucht die Geschichte zwar einigermaßen spannend zu gestalten, allerdings wirkt „Nosferatu. Vom Vollmond geweckt“ leider oft zu undurchdacht. Gleichzeitig hat es auch sehr lange gebraucht, bis ich mich in der Geschichte zurecht finden konnte, da ich besonders anfänglich keinen Zugang zur Geschichte gefunen habe. Dazu erhält man mit Finny eine Protagonistin, die ich sehr unsympathisch und oberflächlich finde und mit der ich mich nicht anfreunden konnte.

Es kommt zwar nicht oft vor, dass in Geschichten ein Rattendämon auftritt, allerdings wirkt das Ganze für mich zu sehr abgespact, dazu besitzt die Geschichte meiner Meinung nach nicht den berühmten roten Faden, sodass diese oftmals einfach ziellos vor sich hinplätschert, was doch sehr schade ist.

Somit ist „Nosferatu. Vom Vollmond geweckt“ für mich leider kein Highlight. Wären die Figuren ein wenig sympathischer und die Geschichte etwas interessanter und spannender gestaltet worden, hätte ich wohl deutlich mehr Spaß an dem Buch gehabt.

Rezension

[Kurzrezension] Louise Bay – King of New York (The Royals Collection #1)

Kurzbeschreibung
Max King ist der König der Wall Street. Ganz New York liegt ihm zu Füßen.

Fast ganz New York. Denn nach Feierabend gibt seine Tochter Amanda den Ton an. Seit sie bei ihm wohnt, sind Familie und Firma zwei strikt getrennte Welten – für etwas Anderes ist in seinem Herzen kein Platz.
Bis er Harper trifft. Seine neue Mitarbeiterin bringt ihn jeden Tag um den Verstand und nachts um den Schlaf. Und als er ihr eines Abends im Aufzug zu seinem Penthouse begegnet – und sie küsst -, geschieht, was er um jeden Preis vermeiden wollte: Seine beiden Welten prallen unwiderruflich aufeinander!
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Bei „King of New York“, dem ersten Band der „Royals Collection“, war ich von Anfang an ein wenig unschlüssig, denn Bücher, in denen Chef und Mitarbeiterin einander nicht widerstehen können, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Dennoch wollte ich dem Buch eine Chance geben, muss aber leider sagen, dass ich es am Ende nur ganz in Ordnung fand.

Man muss zwar sagen, dass der Schreibstil durchaus zu gefallen weiß und auch die abwechselnde Perspektive aus Max‘ und Harpers Sicht gelungen ist, allerdings sind die Figuren auch leider das große Problem, denn diese sind mir oftmals viel zu blass und besitzen kaum Ecken und Kanten, sodass man sich nur sehr schwer mit ihnen identifizieren kann. Die Liebesgeschichte und auch die prickelnden Momente sind zwar solide ausgearbeitet, aber leider hat man immer wieder das Gefühl, als hätte man die Geschichte bereits in abgewandelter Form woanders gelesen.

Die Idee, dass sich der oftmals unnahbare Chef, dem fast die ganze Stadt zu Füßen liegt, von seiner neuen Mitarbeitern angezogen fühlt und beide dabei einen inneren Kampf austragen, ist alles andere als neu und wurde bereits in sehr vielen Büchern aus dem Genre thematisiert. Man muss zwar sagen, dass sich die Autorin hier wirklich sehr um den Plot bemüht hat, allerdings konnte es mich am Ende nicht gänzlich überzeugen.

Somit ist „King of New York“ zwar insgesamt eine nette Geschichte für zwischendurch, aber leider kein Buch, dass sich innerhalb des Genres hervorhebt. Dennoch werde ich wohl dem zweiten Band „Park Avenue Prince“ eine Chance geben.

Reihenfolge
King of New York
Park Avenue Prince
Duke of Manhattan
British Knight
Earl of London (20. Dezember 2019)

Rezension

Alafair Burke – The Wife

Kurzbeschreibung
Als Angela den attraktiven Jason Powell trifft, denkt sie nicht, dass der renommierte Wirtschaftsprofessor sich für sie interessieren könnte, doch zu ihrer Überraschung verliebt sich Jason in sie. Er heiratet sie und nimmt ihren Sohn auf, als wäre es sein eigener. Endlich glaubt Angela, ihre dunkle Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Sechs Jahre später ist Jason dank eines Buches zu einem Star geworden – und eine junge Studentin wirft ihm vor, sie sexuell belästigt zu haben. Jason behauptet, unschuldig zu sein, aber dann verschwindet die Studentin spurlos, und Angela wird in einen Strudel aus Schuld und Verdächtigungen gezogen. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Thriller gibt es wie Sand am Meer, von daher ist es oftmals sehr schwer, hierbei die richtig guten Perlen zu erwischen. Da „The Wife“ jedoch sehr gut klang und ich bereits mehrfach gelesen habe, dass das Buch besonders mit starken, emanzipierten Frauen überzeugt, war ich sehr gespannt auf das Buch. Leider war ich am Ende dann doch sehr enttäuscht.

Es ist zwar richtig, dass es hier durchaus ein paar starke weibliche Figuren gibt, allerdings bringt das alles nichts, wenn der eigentliche Inhalt leider nicht überzeugen kann. Die Geschichte ist stellenweise sehr langatmig und belanglos und meiner Meinung nach für einen Thriller auch viel zu ruhig, sodass nur selten wirklich Spannung aufkam.

Wenn ein Buch aus sehr vielen Polizeiverhöre besteht, kann das durchaus interessant sein. Dies hat z.B. Stephen King mit „Dolores“ vorgemacht. Bei „The Wife“ wollte es jedoch für mich nicht funktionieren, da einfach keine Spannung aufkommt und ich auch die Figuren als nicht interessant genug empfinde. Starke, weibliche Figuren sind zwar nett, wenn sie aber außer dieser Eigenschaft kaum etwas zu bieten haben, ist das Ganze leider sehr mau.

In Zeiten der ganzen Me Too-Debatten springt „The Wife“ auf den Zug auf und thematisiert eine sexuelle Belästigung. So soll der Wirtschaftsprofessor Jason Powell eine seiner Studentinnen sexuell belästigt haben, was er jedoch bestreitet. Das Thema sexueller Missbrauch wird dabei meiner Meinung nach viel zu lasch thematisiert und es wirkt, als wollte die Autorin das Thema „einfach mal so“ aufgreifen, ohne jedoch dabei in die Tiefe zu gehen. Geiches gilt auch für das spurlose Verschwinden, sowie die Ehe zwischen Jason und seiner Frau Angela. Dies ist sehr schade, denn hier hätte man so viel mehr draus machen und eine deutlich spannendere und ereignisreichere Geschichte gestalten können.

Kurz gesagt: „The Wife“ hat alles, um richtig guter Thriller zu werden, doch leider wurde das vorhandene Potenzial leider überhaupt nicht genutzt, sodass die Geschichte ohne Spannung oder interessante Figuren daherkommt. Manchmal soll es einfach nicht sein.