Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Ich habe abgebrochen…] Tami Fischer – Burning Bridges (Fletcher University #1)

Die „Fletcher University“-Reihe von Tami Fischer wurde mir in den letzten ein, zwei Jahren immer wieder empfohlen und somit sind die Bände nach und nach allesamt in mein Regal gewandert. Meine Erwartungen waren somit auch dementsprechend hoch und ich habe mir emotionale Geschichten mit viel Humor gewünscht. Der erste Band „Burning Bridges“ sollte den Anfang machen, allerdings ist dies mein einziger Ausflug an die Fletcher University geworden, da ich das Buch nach etwas mehr als die Hälfte fast schon genervt abgebrochen habe.

Tami Fischer schreibt die Geschichte zwar durchaus flüssig und der Schreibstil ist auch alles andere als unangenehm, allerdings hat sich so mancher Logikfehler eingeschlichen, der für mich leider schon recht früh dafür gesorgt hat, dass ich mit der Geschichte nicht warm geworden bin. So wird ein Long Island Icetea schon fast so beschrieben, als sei dieser praktisch alkoholfrei und dazu behauptet Emma, sie sei in einer Bar seit Jahren Stammkundin, wird dann aber weder vom Türsteher, noch vom Besitzer des Ladens erkannt. Das wollte einfach nicht für mich zusammenpassen. Solche kleinen Logikfehler tauchen leider immer wieder auf und haben mich somit aus meinem Lesefluss gerissen, was sehr schade ist.

Das größte Problem war für mich jedoch Ella selbst, denn diese wirkt auf mich unsympathisch, selbstgefällig, egoistisch, sehr widersprüchlich und vor allem sehr naiv. Letzteres ist sicherlich eine von der Autorin bewusst geschaffene Charaktereigenschaft, allerdings hat dies weitesgehend dazu geführt, dass mich Ella immer mehr genervt hat und ich sie nicht mehr ernst nehmen konnte und ich somit auch das Interesse an ihrem Leben und somit an „Burning Bridges“ verloren habe.

Dazu hat die eingebaute Liebesgeschichte für mich keinerlei Leidenschaft, sondern wirkt schon fast wie eine Zweckbeziehung. Ella und Chase wirken fast schon zu zurückhaltend, kennen sich praktisch kaum, da sie sich oft nur selten oder kurz begegnen und somit habe ich ihnen die Leidenschaft, Liebe und Sympathie füreinander nicht abgenommen. Spannend fand ich anfänglich, dass es auch einen kleinen Crime-Anteil in dem Buch gibt. Leider ist dieser jedoch genauso voraussehbar und voller Logikfehler wie die der Rest Geschichte.

Somit habe ich leider für mich feststellen müssen, dass mich „Burning Bridges“ nicht so begeistern konnte, wie ich es anfänglich erhofft habe. Das ist sehr schade, denn eigentlich passt die Geschichte in mein Beuteschema, aber manchmal soll es wohl einfach nicht sein. Schade!

(Die Rechte am Buchcover liegen bei Droemer Knaur)

Rezension

Erica Ferencik – Ein Lied vom Ende der Welt

Kurzbeschreibung
Ein Anruf wirft die Linguistin Valerie völlig aus der Bahn. Wyatt, ein Forschungskollege ihres toten Bruders, hat in der Arktis ein Mädchen gefunden, das eine unbekannte Sprache spricht. Obwohl Valerie den Ort fürchtet, an dem ihr Bruder starb, reist sie ins ewige Eis. Dort droht die Situation sie zu überwältigen: Die Natur ist wild, Wyatt brillant, aber unberechenbar. Einzig zu dem Mädchen Naaja spürt Valerie eine tiefe Verbindung, und es gelingt ihr, dessen Vertrauen zu gewinnen. Aber Naaja wird jeden Tag schwächer, und Wyatt verhält sich immer rätselhafter. Valerie weiß, dass sie auf ihre Intuition vertrauen und Naaja retten muss – selbst wenn sie damit ihr Leben aufs Spiel setzen muss… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Die Arktis war schon immer ein faszinierender Ort für mich und es wundert mich selbst, dass ich bislang nur wenige Bücher gelesen haben, deren Setting dort angesiedelt ist. „Ein Lied vom Ende der Welt“ von Erica Ferencik hat mich allerdings direkt angesprochen und ich muss sagen, dass sich das Buch sehr gelohnt hat, denn man bekommt hier eine spannende, melancholisch und nachdenklich stimmende Geschichte.

Ich muss zwar gestehen, dass ich am Anfang kleinere Probleme mit dem Schreibstil hatte, weil dieser teilweise sehr blumig ist, allerdings konnte ich mich schnell daran gewöhnen und habe immer mehr in die Geschichte hineingefunden. Besonders die Beschreibungen rund um die Arktis, die Forschungsstation und das oftmals beklemmende Gefühl der Protagonistin Valerie werden hier sehr gut und nachvollziehbar beschrieben. Vieles kann man sich dabei bildlich sehr gut vorstellen und man merkt der Autorin ihre Liebe zur Arktis an, die fast schon ansteckend ist.

„Ein Lied vom Ende der Welt“ spricht nicht nur aktuelle Themen wie den Klimawandel an, sondern zeigt auch auf, wie bedrückend die Atmosphäre in einer Forschungsstation sein kann, in der man immer isoliert und auf sich selbst gestellt ist. Aber auch Naaja, ein kleines Mädchen, das im Eis gefunden wird und eine bislang noch unbekannte Sprache spricht und die Linguistin Valerie spielen eine große Rolle. Valerie möchte Naaja helfen, hat aber selbst mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen, da sie keine guten Erinnerungen an die Arktis hat, weil ihr Bruder dort auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist.

Die Geschichte thematisiert dabei nicht nur das vorsichtige Aufeinandertreffen zwischen Naaja und Valerie, sondern konzentriert sich auch auf den Tod von Valeries Bruder, der noch viele Fragen offen lässt und für ein mulmiges Gefühl sorgt. Dabei wird „Ein Lied vom Ende der Welt“ überraschend spannend und bietet ein paar Twists, mit denen ich zunächst nicht gerechnet habe. Gleichzeitig liegt aber auch immer wieder eine gewisse Schwere auf der Geschichte, die dafür sorgt, dass ich stets mit Valerie mitfühlen konnte und sie auf ihrer Reise gerne begleitet habe.

Somit ist „Ein Lied vom Ende der Welt“ insgesamt eine spannende, ereignisreiche und emotionale Geschichte voller Überraschungsmomente, die mit interessanten Figuren und einem tollen Setting überzeugen kann.

Rezension

Britta Sabbag/Igor Lange – Ich will so sein wie du

Kurzbeschreibung
Der Tiger hätte so gerne eine so majestätische Mähne wie der Löwe.
Doch der Löwe wäre gerne so eindrucksvoll gestreift wie der Tiger.
Über lustige Wege schaffen sie es, so auszusehen wie der andere.
Aber macht das wirklich glücklich?
Am Ende stellen sie fest, dass sie doch lieber sie selbst sind!
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
In den letzten Jahren habe ich schon so manches Buch von Britta Sabbag gelesen. Egal, ob Liebesroman, Jugendbuch oder kleine Bilderbücher, die Autorin überzeugt immer mit tollen Ideen und einem interessanten und liebevollen Schreibstil und somit konnte mich auch „Ich will so sein wie du“ wieder einmal überzeugen.

„Ich will so sein wie du“ erzählt die Geschichte von Löwe und Tiger, die sich immer gegenseitig aus dem Weg gehen, da sie neidisch aufeinander sind und immer Selbstzweifel bekommen, wenn sie in der Nähe des anderen sind. Während der Löwe den Tiger um seine Streifen bewundert, wünscht sich Tiger eine so volle Mähne wie der Löwe. Doch erst als beide dem anderen nacheifern wollen, merken sie, dass sie von anderen Tieren nicht nur anders wahrgenommen werden, sondern sich auch immer mehr selbst verlieren.

Die Botschaft, dass man sich immer selbst so lieben und akzeptieren soll, wie man ist, wird sehr schön an jüngere Leser vermittelt und zeigt, dass jeder seine Schwächen und Stärken hat und auf seine eigene Art und Weise einzigartig ist.

Auch die vielen detailreichen Illustrationen von Igor Lange sind wunderschön und passen immer perfekt zur Geschichte. Besonders schön ist auch, dass in den Illustrationen ein kleines Suchspiel eingebaut ist, denn auf jeder Seite ist eine kleine Schildkröte versteckt, die man suchen soll.

Somit ist „Ich will so sein wie du“ insgesamt eine schöne Geschichte mit einer starken Botschaft, die mich voll und ganz überzeugen konnte. Perfekt zum Vorlesen oder für Erstleser geeignet!

Rezension

Barbara Canepa/Anna Merli – Elisabeth (End #1)

Kurzbeschreibung
Stellt euch vor, dass die euch umgebende Welt völlig erstarrt ist. Dass das Flüstern des Windes und das Murmeln des Regens in eine gnadenlose Monotonie verfallen sind. Dass die bleierne Stille als absolute Alleinherrscherin alles sie Umgebende bis zur Unkenntlichkeit auflöst. Dies ist mein Universum. Eine Welt, in der das Lied der Zeit aufgehört hat, seine Klagen anzustimmen. Eine blutleere Zeit, bar jeder Farben, wo die Geister und verlorenen Seelen endlich den Frieden in ihren zeitlosen und majestätischen Mausoleen finden. Ich bin 13 Jahre alt. Mein Name ist Elisabeth. Meine Haare sind weiß wie das Leben. Wenn ihr möchtet, könnt ihr mich treffen. Aber dafür müsst ihr sterben. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Düstere Graphic Novels habe ich schon immer ganz besonders gemocht, denn meistens finde ich die Zeichnungen dabei einfach wunderbar. Somit habe ich mich sehr auf „Elisabeth“, Band 1 der „End“-Reihe, von Barbara Canepa und Anna Merli gefreut, das ich erfreulicherweise in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt habe. Leider muss ich jedoch sagen, dass ich am Ende doch sehr enttäuscht bin.

„Elisabeth“ besticht zwar mit wunderschönen Zeichnungen, die sehr detailverliebt und düster sind, allerdings hat die Geschichte selbst nicht viel zu bieten. Eine düstere Stimmung ist hier praktisch nicht spürbar, vielmehr wurde ich mit der Zeit eher ungeduldig und habe darauf gewartet, dass endlich etwas bedeutungsvolles passiert.

Elisabeth ist Internatsschülerin und im Alter von 13 Jahren verstorben. Sie lebt als eine Art Geist mit Fabelwesen zusammen in einem Mausoleum, in dem praktisch die Zeit stehen geblieben ist und nichts passiert. Elisabeth selbst hat in der Zeit auch nicht viel zu sagen, außer, dass sie wieder leben möchte. Andere Internatsschülerinnen wollen dagegen herausfinden, wie Elisabeth ums Leben gekommen ist, denn über ihren Tod gibt es gleich mehrere Mythen, auf die jedoch so gut wie gar nicht eingegangen wird. Eine weitere Sache, die ich als sehr störend empfand ist die Darstellung von Elisabeth, denn das Mädchen wird gleich mehrfach halbnackt gezeichnet, was meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen, zumal sie erst dreizehn Jahre alt ist.

Allgemein wirkt die Geschichte sehr unfertig und vieles wird von den Autorinnen nur angedeutet, aber nie wirklich aufgelöst oder weitergesponnen, sodass die Geschichte sich letztendlich im Sande verläuft. Dazu wird seit mehr als neun Jahren ein zweiter Band namens „Nora“ angekündigt, der jedoch bislang nie erschienen ist, sodass man davon ausgehen kann, dass die Fortsetzung auch nicht mehr erscheinen wird, was sehr schade ist, da Nora als Strippenzieherin galt, die mehr über den Tod von Elisabeth herausfinden möchte.

Kurz gesagt: So gern ich „Elisabeth“ aufgrund der Kurzbeschreibung auch mögen wollte, so sehr hat mich die ereignislose Geschichte mit flachen Figuren und wenig Handlung enttäuscht. Sehr schade, denn die eigentlich tollen Zeichnungen hätten eine bessere Geschichte verdient gehabt.

Reihenfolge
Elisabeth
Nora (Erscheinungsdatum unbekannt)

Rezension

Stephen King – Billy Summers

Kurzbeschreibung
Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Obwohl ich bereits seit sehr vielen Jahren ein riesengroßer Fan von Stephen King bin und praktisch jedes Buch vom Autor blind kaufe, war ich bei „Billy Summers“ tatsächlich ein wenig skeptisch, da ich normalerweise kein großer Fan von Büchern bin, in denen Auftragskiller eine große Rolle spielen. Da ich Stephen Kings Fähigkeiten jedoch auch bei diesem Werk vertraut habe, habe ich auch diesem Buch eine Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht.

Ich muss zwar zugeben, dass „Billy Summers“ es nicht in meine Favoriten-Liste von Stephen King geschafft hat, allerdings bekommt man hier einen soliden, hochintelligenten Thriller, der seine spannenden, aber auch ruhigen Momente mit sich bringt. Die Geschichte ist häufig salopp geschrieben und der typische King-Stil ist auch deutlich spürbar. „Billy Summers“ liest sich durchgehend flüssig, spannend, unterhaltsam, aber auch häufig vulgär. Gleichzeitig ist „Billy Summers“ auch gesellschaftskritisch und mit kleinen Spitzen versehen, was mir jedoch gut gefallen hat, da diese kleinen Spitzen immer in den richtigen Momenten aufgetaucht sind.

Auch die Figuren, allen voran Billy selbst, sind gut ausgearbeitet, oftmals aber auch roh von der Art her, was jedoch gut passt. Billy ist ein Kriegsveteran, der bereits viel erlebt hat und mitansehen musste und nun, wo er wieder im Land ist, nicht wirklich weiß, wo sein Platz auf der Welt ist. Um sich über Wasser zu halten, wird er zum Auftragskiller, verliert dabei aber nicht seine Menschlichkeit, sondern kann grundsätzlich noch von gut und böse unterscheiden. Sein nächster Auftrag soll der letzte sein, denn dieser ist finanziell so lukrativ, dass er es endlich schaffen möchte, ein normales Leben zu führen, ohne sich dabei auf den nächsten Mord vorbereiten zu müssen. Dies ist allerdings schnell vergessen, als er selbst ins Fadenkreuz gerät und auf der Flucht immer mehr zu sich selbst findet und dabei sein Leben überdenkt und die weiteren Schritte plant.

Eine weitere wichtige Person in dem Buch ist Alice, eine junge Frau, die von Billy gerettet wird, nachdem sie von mehreren Männern vergewaltigt wurde. Die beiden freunden sich an und sind gemeinsam auf der Flucht. Für Billy ist Alice‘ Zustand nur schwer zu ertragen und somit nimmt er Rache an den Männern. Beide fliehen von Ort und zu Ort und erhalten immer wieder Untertützung und Unterschlüpfe, sodass man „Billy Summers“ teilweise auch als Road Trip bezeichnen kann. Als Leser*in sollte man jedoch stets bedenken, dass keine der Figuren wirklich sonderlich sympathisch ist und man nur wenig mit ihnen mitfühlen kann, denn alle haben etwas unrechtes getan und somit fällt es schwer sich mit den Figuren anzufreunden. Dennoch hat das Buch eine gewisse Faszination auf mich gehabt, denn es wird so bildgewaltig erzählt, dass ich mir das Werk immer wieder wie einen Film vorstellen konnte.

Kurz gesagt: „Billy Summers“ ist ein spannender und facettenreicher Thriller, der mit actiongeladenen Szenen, aber auch mit teilweise ruhigen Momenten begeistern kann. Zwar kommt das Werk nicht an Meisterwerke wie „Shining“, „Joyland“ oder „ES“ heran, ist aber dennoch ein Muss für jeden King-Fan und diejenigen, die sich für Auftragskiller-Romane interessieren.

Rezension

Sophie Kinsella – Die Familienfeier

Kurzbeschreibung
Seit ihr Vater mit der unmöglichen Krista zusammen ist, spricht Effie kaum mehr ein Wort mit ihm. Als das Paar auch noch das Familienanwesen Greenoaks verkauft und zu diesem Anlass eine große Abschiedsparty schmeißt, hat Effie endgültig genug. Sie beschließt, sich auf die Feier zu schleichen, um heimlich ein paar Erinnerungsstücke aus ihrer Kindheit zu retten. Prompt läuft sie in Greenoaks Joe in die Arme – ihre Jugendliebe und inzwischen umschwärmter Herzchirurg. Während Effie unbemerkt von den anderen Gästen durch Greenoaks schleicht, lernt sie nicht nur Joe, sondern auch ihre Familie von einer ganz neuen Seite kennen. Und sie muss sich fragen, ob nicht jeder eine zweite Chance verdient hat? ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Sophie Kinsella und ich haben eine lange gemeinsame Vergangenheit, denn mittlerweile lese ich ihre Werke seit fast zwanzig Jahren und habe früher geradezu jedes Buch von ihr verschlungen. Mittlerweile hat sich dies ein wenig geändert, denn ihre letzten Werke haben mir fast alle nicht mehr so zugesagt und somit war ich auch dementsprechend skeptisch, als die sympathische Autorin mit „Die Familienfeier“ ein neues Buch auf den Markt gebracht hat. Obwohl ich bei dieser Geschichte nicht allzu viel erwartet habe, hat es mich letztendlich doch ein wenig enttäuscht zurückgelassen.

Ein Grund dafür ist der Schreibstil. Normalerweise mag ich die Art, wie Sophie Kinsella mit Worten umgeht und auf humorvolle Art und Weise Geschichten erzählt und ihren Figuren Leben einhaucht. Bei „Die Familienfeier“ wirkte auf mich jedoch alles ein wenig zu gewollt. Es werden zu viele Klischees bedient und es fehlte mir grundsätzlich an Sympathie und Verständnis für die Figuren, sodass sich für mich leider nur vieles vor sich hinplätscherte und ich so manches Mal leicht genervt die Augen verdreht habe.

Was hier auf den ersten Blick als eine Art Familien-Komödie mit jeder Menge Drama und Geheimnissen in Buchform verkauft wird, entpuppt sich jedoch als eine Geschichte voller Klischees und Fremdschäm-Momente, die ich nur selten unterhaltsam oder lustig fand. Das lag vor allem auch an den Figuren, die sich von anderen Figuren aus anderen Werken von Sophie Kinsella kaum unterscheiden.

Auch hier bekommt man es mit einer Protagonistin zu tun, die eher sehr eigenwillig ist, immer mit dem Kopf durch die Wand möchte und das Herz auf der Zunge trägt. An sich kann das ja nett sein – wenn man die anderen Werke von der Autorin nicht kennen würde. Aber hier bekommt man immer wieder eine Light-Version von Becky Bloomwood aus Kinsellas berühmter „Shopaholic“-Reihe, was ich sehr schade finde, denn normalerweise kann es Sophie Kinsella deutlich besser.

Die Familienfeier selbst ist an sich gar nicht mal so uninteressant, denn Effie bekommt dabei einen ganz anderen Eindruck von ihrer Familie und kann mit so manchem Vorurteil aufräumen, allerdings ist sie dabei auch oft viel zu aufgesetzt, stur und teilweise auch unsympathisch. Trotz aller Slapstick-Momente, die bei Kinsella irgendwie immer dazugehören, hätte ich mir hier gewünscht, dass man die Familie, die vielen Veränderungen und teilweise auch negativen Gefühle, die sich im Laufe der Zeit bei den Familienmitgliedern angesammelt haben, ein wenig ernster hätte erzählen können. Dies hätte auch die Gefühle, Vorurteile und teilweise auch Verbitterungen einiger Familienmitglieder etwas authentischer erscheinen lassen.

Kurz gesagt: Ich muss mir wohl eingestehen, dass ich aus den Werken von Sophie Kinsella herausgewachsen bin, denn leider konnte mich auch „Die Familienfeier“ aufgrund der Figuren und doch eher flachen und vorhersehbaren Handlung nicht abholen. Somit kann ich leider auch keine Empfehlung aussprechen.

Rezension

Lou Allori – Rotes Licht, grünes Licht

Kurzbeschreibung
Auf einer Party erhält Will eine Telefonnummer, die angeblich all seine Geldsorgen lösen soll. Ein schlechter Scherz, oder? Doch die Studiengebühren lasten so schwer auf Will, dass er die Nummer wählt. Kurze Zeit später findet er sich in einer riesigen Halle voller Menschen wieder. Ihnen allen wird eine enorme Summe Geld versprochen. Dafür müssen sie bloß ein paar Kinderspiele gewinnen. Der einzige Haken: Wer verliert, stirbt nicht nur im Spiel… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Fanfictions sind bei mir immer so eine Sache, denn entweder finde ich sie unfassbar gut oder eher schlecht, sodass es da nur selten ein Mittelding gibt. Da ich jedoch ein riesengroßer Fan der südkoreanischen Netflix-Serie „Squid Game“ bin, wollte ich der Geschichte „Rotes Licht, grünes Licht“ von Lou Allori eine Chance geben und ich wurde trotz anfänglicher Skepsis nicht enttäuscht.

„Rotes Licht, grünes Licht“ hält dabei grundsätzlich an den Werten von „Squid Game“ fest, allerdings gibt es auch Unterschiede. So spielt die Fanfiction nicht in Südkorea, sondern in Frankreich. Die Kandidaten sind dabei Studenten, die allesamt auf eine Elite-Universität gehen, dabei jedoch nicht zu den gut betuchten Studenten gehören, sondern teilweise gleich mehrere Jobs annehmen müssen, um ihre Studiengebühren zu bezahlen. Jeder Student, der angesprochen wird und Interesse zeigt, zukünftig finanziell ausgesorgt zu haben, wird als Kandidat bei den sogenannten Spielen ausgesucht. Wer bereits „Squid Game“ kennt, der weiß, dass am Ende nur Einer/Eine überleben kann und die anderen, die bei den Spielen ausscheiden, nicht überleben dürfen.

Während es bei „Squid Game“ den oftmals sehr sympathischen, aber auch naiven Gi-hun gibt, wird „Rotes Licht, grünes Licht“ aus der Sicht von Will erzählt. Will ist ein Einzelgänger, der aufgrund seiner Größe, seiner Armut und seiner Homosexualität oftmals gemobbt wird und somit nur wenige Menschen an sich heranlässt. Während Will bei den ersten Spielen noch sehr emotional ist und mit den Konsequenzen der Spiele zu kämpfen hat, entwickelt er sich im Laufe der Zeit zu einer starken Persönlichkeit, der für sich und andere einsteht.

Eine andere wichtige Kandidatin in dem Spiel ist die junge Studentin Anna, die einen sehr trockenen Humor hat, eine gewisse Leichtigkeit mit sich bringt, für alles und jeden Spitznamen hat und das Herz auf der Zunge trägt. Sie und Will freunden sich an und versuchen die Spiele gemeinsam zu meistern. Aber natürlich gibt es da auch deutlich düstere Kandidaten, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen und sich daran erfreuen, wenn Kandidaten erschossen werden.

Ein Highlight in diesem Buch sind neben den vielseitigen Figuren auch die Spiele, die mir sehr gefallen haben. Neben „Himmel und Hölle“ sind hier auch eine Art Völkerball vertreten, aber auch eine deutlich brutalere Variante von „Simon Says“. Die Spiele sind dabei sehr gut ausgearbeitet, oftmals brutal und die Emotionen der Spieler werden sehr gut auf die Leser übertragen, sodass ich so manches Mal mit den Spielern mitgefiebert habe.

Somit ist „Rotes Licht, grünes Licht“ insgesamt eine spannende, schonungslose und gut ausgearbeitete Geschichte mit interessanten, vielseitigen Figuren und einem Setting, das mich von Anfang an in den Bann ziehen konnte. Somit kann ich nur eine Empfehlung aussprechen!

Rezension

Serena Valentino – Die Schönste im ganzen Land (Disney Villains #1)

Kurzbeschreibung
Das Märchen von Schneewittchen und ihrer bösen Stiefmutter ist weltbekannt. Nicht bekannt ist hingegen, warum die Königin in ihrem Wesen so böse geworden war. Immer schon gab es viele Vermutungen: weil sie die Schönheit der Stieftochter nicht ertrug. Oder weil sie eifersüchtig auf die verstorbene, erste Frau des Königs war? In diesem Märchen werden erstmals die wahren Gründe erzählt… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Seit Kindheit an bin ich ein großer Fan von Märchen und Disney-Filmen und bin mit Klassikern wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, „Arielle die Meerjungfrau“, „Peter Pan“, „Cinderella“ und Co. aufgewachsen, die ich selbst bis heute unzählige Male gesehen habe. Somit ist die „Disney Villains“-Reihe von Serena Valentino ein absolutes Muss für mich, um mehr über die sogenannten Bösewichte aus den Disney-Klassikern zu erfahren.

Den Anfang macht dabei „Die Schönste im ganzen Land“, der sich mit dem Leben und der Entwicklung der bösen Königin und Stiefmutter von Schneewittchen auseinandersetzt. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich nicht die höchsten Erwartungen an das Buch hatte, da ich nie ein großer Fan von Schneewittchen war und letztendlich war dies auch gut so, denn das Buch hat mich doch ein wenig enttäuscht zurückgelassen.

Bereits der Schreibstil entpuppte sich für mich als große Herausforderung, denn diesen habe ich trotz des eigentlich schönen Märchenstils als anstrengend empfunden. Grund dafür sind die zu vielen Wiederholungen. So wird auf nahezu den ersten fünfzig Seiten immer wieder erwähnt, wie unsicher die Königin doch ist und wie liebevoll sie ihre Stieftochter immer anschauen würde. Dazu bekommt Schneewittchen auch zusätzlich noch die beiden Spitznamen „Schnee“ und „Schneechen“, die ebenfalls auf nahezu jeder Seite gleich mehrfach erwähnt werden, was für mich einfach zu viel war. Dies hätte man meiner Meinung nach alles mehr umgehen können.

Die Geschichte selbst, die sich teilweise wie eine Fanfiction liest, ist nur auf den letzten Seiten wirklich interessant, denn vorher ist es ein einziger Dialog zwischen der Königin und Schneewittchen oder auch mit ihrer Kammerzofe. Dazu immer wieder Gespräche mit ihrem Ehemann, dem König, die aber so einfach gehalten sind, dass man das Gefühl hat, dass in dem kompletten Buch nur Fremde miteinander sprechen würden. Positiv ist dagegen, dass die Entwicklung der Königin nachvollziehbar und glaubwürdig erfolgt, was mich mit dem Buch einigermaßen versöhnt.

Dennoch fällt es mir schwer, letztendlich hier eine Empfehlung auszusprechen. Schön ist die Idee, das Leben der Königin aus „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zu durchleuchten allemal, allerdings empfand ich das Werk insgesamt als sehr unpersönlich und den Schreibstil als sehr anstrengend. Fans von Schneewittchen oder Märchen allgemein sollten hier definitiv einen Blick riskieren und sich selbst einen Blick machen, aber eine uneingeschränkte Leseempfehlung kann ich leider nicht aussprechen.

Reihenfolge
Die Schönste im ganzen Land
Das Biest in ihm
Die Einsame im Meer
Das Geheimnis der Dunklen Fee
Das verzauberte Haar
Das Geheimnis der Schwestern
Cruella, die Teufelin
Das Herz so kalt
Niemals Nimmerland (September 2022)

Rezension

Kathrin Klingner – Katze hasst Welt

Kurzbeschreibung
Jedes Wochenende Caffè Latte schäumen für betrunkene Jungesellinnen-Abschiede auf dem Hamburger Kiez. Freunde, die sich mit gutgemeinten Ratschlägen in Sachen Beziehung nicht zurückhalten. Kolleginnen, die ungefragt zur Gesichtsenthaarung raten. Der Alltag der misanthropen Protagonistin Katze ist eine Abfolge von tragischen und komischen Situationen, die Katze stoisch und schweigsam über sich ergehen lässt. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass ich mehr der Hunde-Freund bin und Katzen zwar mag, aber kein großer Fan von ihnen bin. Somit bin ich auch ein wenig skeptisch gewesen, als ich „Katze hasst Welt“ von Kathrin Klingner in einem offenen Bücherschrank entdeckt und spontan mitgenommen habe. Letztendlich konnte mich die Kurzbeschreibung dann doch überzeugen, sodass ich der Geschichte zumindest eine Chance geben wollte.

In dem Comic geht es um eine Katze in den Zwanzigern, die in Hamburg lebt und an einer Kunsthochschule studiert. Katze ist grundsätzlich unzufrieden und unglücklich mit sich und der Welt und tritt dementsprechend auf, indem sie den meisten Menschen, aber auch Tieren gegenüber gleichgültig wirkt. Die Kunsthochschule fällt ihr zunehmends schwer und sie lässt nur wenige Menschen in ihr Leben hinein, wie z.B. Panda. Panda ist das Gegenteil von Katze: Aufgeschlossen, freundlich und herzlich. Dass dabei zwei vollkommen andere Welten aufeinandertreffen, ist schnell klar und somit lässt sich schnell erahnen, wie die Beziehung zwischen den beiden endet.

Interessant ist dabei, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird, sodass man die Beziehung der beiden, aber auch Katzes Leben an der Kunsthochschule noch intensiver wahrnimmt. Gleichzeitig ist in „Katze hasst Welt“ eine deutliche Melancholie und phasenweise auch Gleichgültigkeit spürbar, die sich teilweise auch auf die Leser*innen überträgt, was dazu geführt hat, dass ich trotz der Unnahbarkeit der Katze mit ihr mitfühlen konnte.

Somit ist „Katze hasst Welt“ ein Comic, der zwar im Großen und Ganzen in Ordnung, mich allerdings bei Weitem nicht so begeistern konnte, wie ich es mir aufgrund der Kurzbeschreibung erhofft habe. Für Zwischendurch ist der Comic sicherlich einen Blick wert, aber mehr auch nicht. Katzen-Fans könnte der Comic allerdings deutlich besser gefallen.

Rezension

Raina Telgemeier – Smile (Smile #1)

Kurzbeschreibung
Wer lächelt, zeigt Zähne. Nur bei Raina klafft eine riesige Lücke, wo früher ihre Schneidezähne waren. Seit ihrem Unfall trägt sie eine peinliche Zahnspange. Und immer wieder muss sie zum Zahnarzt, zum Chirurgen, zum Kieferorthopäden. Da kann einem das Lachen schon einmal vergehen. Als ob sie sonst keine Probleme hätte! Pickel zum Beispiel. Und Jungs. Wie gut, dass sie an der neuen Schule wenigstens echte Freundinnen findet. Und am Ende auch wieder lachen kann. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

_____________________________________________________

Meine Meinung
Da ich schon immer eine Schwäche für Comics und Graphic Novels hatte, bin ich immer nach der Suche nach neuen Geschichten und bin dabei auf „Smile“ von Raina Telgemeier gestoßen. Mehr als zehn Jahre nach Ersterscheinung sind vergangenen, ehe das Werk es auch den Weg nach Deutschland geschafft hat und somit bin ich umso gespannter, was es mit hochgelobtem Comic auf sich hat.

„Smile“ ist dabei eine Autobiographie von Raina Telgemeier, die über ihre Schulzeit berichtet und wie sie nach einem Unfall, bei dem sie die Vorderzähne verloren hat und jahrelang mit Zahnspangen und Operationen zu kämpfen hatte. Auf humorvolle Art und Weise beschreibt sie dabei ihre Zeit an der Junior High und später an der High School Anfang der Neunziger Jahre, wo sie sich nie wirklich wohlgefühlt hat und oftmals anders an die anderen Kinder war.

Während alle anderen Mädchen sich zunehmend für Make Up, Jungs und die nächste Party interessiert haben, entdeckt Raina zwar auch das andere Geschlecht, allerdings interessierte sie sich auch weiterhin für Videospiele und ihre Pfadfindergruppe. Allerdings merkt sie selbst im Freundeskreis, dass sie nur eine Außenseiterin ist, die von den meisten nur mehr geduldet wird oder dazu da ist, damit sich andere über sie lustig machen.

Erst auf der High School erkennt sie immer mehr, wer sie wirklich ist, was sie im Leben will und dass sie zukünftig auf falsche Freunde verzichten kann, die sie nicht nehmen, wie sie ist. Gleichzeitig dürfen natürlich auch die ersten Verliebtheiten nicht zu kurz kommen.

Positiv ist bei „Smile“, dass sich sowohl Jugendliche als auch Erwachsene in die Geschichte und in Reina hineinversetzen können, denn jeder hatte einmal mit Unsicherheiten, Zahnspangen oder falschen Freundschaften zu kämpfen. Dazu ist „Smile“ herrlich selbstironisch, erzähl ungeschönt von der Pubertät, Unsicherheiten und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören.

Somit hat mir „Smile“ aufgrund der selbstironischen Erzählungen und den tollen Zeichen enorm gut gefallen und ich konnte nicht nur mit Reinas mitfühlen, sondern mich auch in sie hineinversetzen, denn sind wir mal ehrlich: Die Pubertät ist kein Zuckerschlecken. Hoffentlich werden auch die anderen beiden Bände „Sisters“ und „Guts“ ins Deutsche übersetzt.

Reihenfolge
Smile
Sisters
Guts (keine dt. Übersetzung vorhanden)