Interview

Interview mit Andreas Kimmelmann


Wenn es um Kurzgeschichten geht, ist Andreas Kimmelmann kaum noch wegzudenken. Horror- und Thriller sind seine Leidenschaft, was man dem ehemaligen Rechtsanwalt deutlich anmerkt. Im Herbst erscheint sein neuester Roman „Der Richter und sein Mörder“. Ein guter Grund, um den Autor zum Interview zu bitten.

Hallo Andreas! Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. 🙂
Aber gerne. 🙂

Neben deiner Arbeit als freier Autor warst du als Rechtsanwalt tätig. Hast du dich dabei auch von einigen Fällen inspirieren lassen?
Nein, die Fälle in “Mord im Lichthof” und im zweiten Roman mit Alwin Eichhorn, der im Herbst erscheint, sind fiktiv. Vom Arbeitsablauf eines Strafverteidigers, den ich ja selbst durchlebt habe, kamen aber schon Inspirationen. Insbesondere was die langen Arbeitszeiten, das Prozedere in Haftangelegenheiten etc. angeht.

2007 erschien deine erste Geschichte. Hast du davor auch schon immer geschrieben oder kamst du eher zufällig zur Schreiberei?
Ich schreibe schon, seit ich klein bin. In der Grundschule mit Filzstiften, als Jugendlicher mit der Schreibmaschine. Mit 19 bin ich dann auf einen Computer umgestiegen. Falls jetzt jemand schockiert dreinblickt, das war 1998. Da gab es das noch. 😉 Ab 2007 wollte ich damit einfach an eine größere Öffentlichkeit gehen.

Mord_im_Lichthof_html_m6f604954Du hast dich hauptsächlich auf Kurzgeschichten spezialisiert, warum?
Ich glaube, das wirkt nur so, weil die Kurzgeschichten langsam so eine Masse ausmachen. Das liegt aber daran, dass ich Kurzgeschichten immer zwischen größeren Schreibprojekten schreibe, wenn ich mal Ablenkung brauche und ein paar kleinere Ideen verarbeiten möchte. Dass ich bei Chichili dann zwei Kurzgeschichtenbände als E-Book herausgeben durfte, war natürlich schön, da ich so einmal mehrere zusammenfassen konnte. Auch gibt es immer 1-2 Wettbewerbe im Jahr, bei denen ich gerne mitmache, die letzten 2 Jahre war ich damit ja ganz erfolgreich. 2011 habe ich den 3. Platz beim Ersten Deutschen E-Book-Preis gemacht, 2012 und 2013 bin ich mit jeweils einem Kurzkrimi in der Top-25-Anthologie des Agatha-Christie-Krimipreises gelandet. Das hat mich natürlich motiviert, weiter Kurzgeschichten zu schreiben. Das Verhältnis wird sich aber jetzt wieder ein bisschen verschieben. Im Herbst erscheint ja ein zweiter Kriminalroman mit Alwin Eichhorn im Titus Verlag (gedruckt und elektronisch) und bei Chichili liegt noch ein Romanmanuskript für ein E-Book von mir.

Die meisten deiner Geschichten sind lediglich als Ebook erschienen. Wie kam es zu dieser Entscheidung und liest du privat auch eher Ebooks oder greifst du dort lieber zum Taschenbuch?
Bei den Kurzgeschichten hat es sich einfach so entwickelt, weil die elektronisch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden können. Es sind auch ein paar in gedruckten Magazinen und Anthologien erschienen, aber die Masse, gerade das letzte Jahr, habe ich dann über zwei E-Book-Sammelbände herausgebracht. Ich glaube, ein Kurzgeschichtenband ist gedruckt sehr schwer zu vertreiben, bei E-Books ist das Publikum da aufgeschlossener. Bei dem neuen Kriminalroman im Herbst wird es wieder eine gedruckte und eine elektronische Fassung geben, wie schon bei “Mord im Lichthof”. Ich selbst mag Taschenbücher und E-Books, bei E-Books finde ich jedoch schön, dass man auch viele neue Autoren lesen kann, insbesondere nach Empfehlungen auf Facebook oder Twitter.

Neben deinen Horror- und Thrillergeschichten hast du in den Jahren 2010 und 2011 eine Kinderbuchreihe geschrieben. Welches Genre fällt dir persönlich leichter?
Das mit der Kinderbuchreihe hat sich eher zufällig ergeben, weil zwei Freunde von mir das herausgegeben haben und schon einen Zeichner, aber noch keinen Texter hatten. Da mir die Figur “Maxl” gefallen hat, habe ich gerne mitgemacht. Leichter waren auf jeden Fall die Kinderbücher, die waren ja im Pixie-Format. Das heißt, wenn die Idee da war (und das habe ich nie erzwungen, sondern einfach gewartet, bis sie kommt), war das Buch in einer halben Stunde geschrieben. Ist ja immer nur ein Satz pro Seite, der Rest besteht aus Bildern. Bei einer Krimi- oder Horrorgeschichte sitze ich länger, ganz zu schweigen von einem Roman. Was aber spannend an den Kinderbüchern war: es war schön, plötzlich seine eigene Geschichte in Bildern zu sehen.

Darf man zukünftig auch eventuell mit anderen Genres rechnen?
Ich bin grundsätzlich schon im Krimi- und Horrorgenre zu Hause, das wird wohl auch in Zukunft zu sein. Ich halte es für möglich, dass auch noch mal ein Kinderbuch von mir erscheint. Geschrieben habe ich seinerzeit hierfür mehr Bände als letztlich erschienen sind, vielleicht kommen die ja die nächsten Jahre noch raus. Das Manuskript, das für eine eventuelle E-Book-Veröffentlichung bei Chichili liegt, ist aber tatsächlich mal ein anderes Genre, es spielt ein bisschen in den Fantasy- und Abenteuerbereich rein.

17842514Welche Bücher liest du in deiner Freizeit und gibt es Autoren, die dich inspirieren?
Ich lese sehr gerne Stephen King, John Grisham, Ernest Hemingway, Agatha Christie und auch moderne Krimiautoren wie z.B. Henning Mankell. Inspirierend finde ich insbesondere Stephen King, nicht in der Sache an sich – da habe ich, denke ich, ganz eigene Ideen – aber gerade in der Liebe zum Detail und zur Charakterdarstellung, mit der er schreibt. Als Kindle-Besitzer lese ich aber gerne auch neue Bücher, insbesondere aus “meinen” Genres und freue mich immer, auf neue gute Autoren zu stoßen.

Wie sieht ein typischer Schreibtag bei dir aus?
Ich stehe meistens ein bisschen früher auf, Kaffee und dann drehe ich eine Runde im Wald und am Isarstrand, da wird der Kopf frei. Dann ab an den Laptop, ein paar kurze Lebenszeichen auf Facebook und Twitter und dann geht es ans Schreiben. Mal mit, mal ohne Musik. Wenn ich morgens zu schreiben anfange, mache ich meistens am Nachmittag Schluss, außer wenn ich gerade in der Endphase eines Romans bin. Fange ich erst nachmittags an, kann es sich auch mal bis in die Nacht hinein ziehen. Die letzten drei Schreibtage an einem Roman sind die intensivsten, da möchte ich am liebsten gar nicht aufhören.

Kannst du schon etwas zu aktuellen Projekten verraten oder sind diese noch streng geheim?
Im Herbst wird ein zweiter Band zu “Mord im Lichthof” erscheinen (als Print und E-Book), wieder im Titus Verlag. Der Titel steht noch nicht ganz fest. Es wird keine Fortsetzung, nur ein neues Abenteuer mit demselben Protagonisten, dem Münchner Junganwalt Alwin Eichhorn. Ansonsten habe ich vage ein neues Krimiprojekt im Kopf, aber das ist noch zu frisch, um schon etwas darüber zu verraten.

Hast du ein spezielles Lebensmotto?
Ich lege mir fast wöchentlich ein neues zu. Zu lange nach demselben zu leben, finde ich langweilig.

Möchtest du meinen Lesern zum Schluss noch etwas sagen?
Ich freue mich natürlich sehr, wenn ein paar deiner Leser jetzt Lust bekommen haben, einmal etwas von mir zu lesen. Ich freue mich immer über neue Leser und halte gerne Kontakt zu ihnen. Heißt, ich bin grundsätzlich immer ansprechbar für Fragen und Diskussionen, gerne auch auf Facebook, Twitter oder, wenn sie stattfinden, auf Lovelybooks-Leserunden. Eine solche wird übrigens im August zu “Mord im Lichthof” stattfinden. Ich nehme auch Freundschaftsanfragen von Lesern immer gerne an, auch an Diskussionen auf meiner Pinnwand, die fast täglich stattfinden, kann sich jeder gerne beteiligen.

Vielen Dank für das Interview!

© Kleinbrinas Bücherblog

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Bisherige Romane und Kurzgeschichten (Auswahl):
Der Fluch des Schattenkönigs
Mord im Lichthof
Falsche Schritte, dunkle Phade
Kurz bevor dem Morgen graut
Agenda 2050
Aufgeblasenes Pack
Emilys Heimkehr
Zweimal ist einmal zu viel

Zukünftige Titel:
Der Richter und sein Mörder (Mord im Lichthof #2)

Interview

Interview mit Nancy Salchow


Bei modernen Liebes- und Frauenromanen muss ich spontan immer an Nancy Salchow denken. Ich mag den Humor, die Figuren und die jeweiligen Beziehungen jedes Mal sehr und seit Juni erscheint ihre Reihe „Die Wildroseninsel“. Ein guter Grund für ein Interview!

Hallo Nancy! Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst.

Wie viele andere Autoren auch hast du zuerst Leseproben auf Neobooks veröffentlicht. Kannst du angehenden Autoren dabei Tipps geben, wie sie sich dort am besten präsentieren können, um auf sich aufmerksam zu machen?
Meine aktivere Zeit auf Neobooks liegt schon eine Weile zurück, meine Anmeldung fand im Januar 2011 statt, im April darauf stand ich dann im Finale des Wettbewerbs. Mein Tipp entsprechend der damaligen Verhältnisse, die sich so sehr nicht geändert haben dürften: Ein aktives Teilnehmen an der Community. Die Leute müssen und sollen sehen, dass ein echter Mensch hinter den Werken steht – deshalb habe ich mich sowohl im Forum als auch bei eigenen Rezensionen für andere Werke als eben so ein Mensch gezeigt. Genauso wie ich es mir eben auch von den anderen Usern abgeschaut hatte, denn genau das gefiel mir: Eine große Gemeinschaft mit echten Menschen. Natürlich gibt es immer Leute, die einem den Erfolg missgönnen oder die Werke genauestens analysieren, um noch mehr Schwächen aufzuzeigen – aber die meisten User sind darum bemüht, ehrliche Kritik zu üben, egal ob positiver oder negativer Natur. Und genau das bringt einen am Ende weiter, egal, ob man wirklich im Wettbewerb gewinnt oder nicht. Ein toller Start ist Neobooks so oder so, zumindest war es bei mir so.

Du veröffentlichst deine Bücher mittlerweile über Knaur, veröffentlichst einige Werke aber auch weiterhin durch Self-Publishing. Warum ist es dir so wichtig, nicht nur bei einem Verlag zu veröffentlichen?
Ich bin sehr gern unabhängig und habe bei manchen Werken einfach auch den Drang, diese ganz genauso in die Welt hinauszulassen, wie ich es mir vorstelle – gerade weil mir allgemein gültige Normen nicht immer so wichtig sind wie mein Bauchgefühl. Deshalb das Selfpublishing. Ein tolles Gegengewicht ist allerdings die Zusammenarbeit mit professionellen Lektoren, die ich sehr schätze und hoffentlich noch lange genießen darf. Ich würde weder auf das Selfpublishing noch auf die Zusammenarbeit mit Knaur verzichten wollen: beide Erfahrungen sind sehr wertvoll, auch für die Zukunft.

Bislang hast du einige Frauen- und Liebesromane veröffentlicht. Mit „Der verschlossene Gedanke“ hast du das Genre gewechselt. Kannst man eventuell auch auf ein Jugendbuch von dir hoffen?
Ich schließe generell gar nichts aus, kenne mich in dem Genre allerdings bisher nicht wirklich aus. Mal schauen, wohin mich die Zukunft noch bringt. Auf jeden Fall bin ich für Wünsche immer offen. Wenn ich wieder an dem Punkt für ein neues Buch bin, stellt sich die Frage, wohin mich die Reise als nächstes bringen wird, so oder so – und dann ist alles möglich.

13621452Die Cover deiner Bücher sind immer sehr schön anzusehen und auch oftmals sehr passend zur Geschichte. Suchst du dir die Cover dabei selbst aus oder lässt du dich von anderen Menschen beraten?
Die meisten Cover habe ich selbst gestaltet, bis auf „Herzliche Restgrüße“, „Das Glück im Augenwinkel“ oder die Wildrosen-Serie. In diesen drei Fällen hat mir der Verlag seine Vorschläge geschickt, die ich dankbar angenommen habe. Wenn ich die Cover für meine Selfpublishing-Werke erstelle, tue ich das allein und ohne Ratschläge von anderen, für „Das Luftblumenhaus“ habe ich allerdings drei Cover-Vorschläge gepostet und die Leser entscheiden lassen. Auch eine sehr wertvolle Erfahrung. 🙂

In „Memo von Meena“ übernimmt ein Mann eine Frauenkolumne. Dabei wird auch gezeigt, wie schwer eine Kolumne überhaupt sein kann. Kannst du dir vorstellen, selbst Kolumnen für Zeitschriften zu schreiben? Falls ja, welche Themen würden dich dabei besonders interessieren?
Ich glaube, dass der Druck, jede Woche ein neues Thema abliefern zu müssen, nichts für mich wäre. Ich mag die Vorstellung, nur dann zu schreiben, wenn mir auch danach ist. Grundsätzlich schließe ich aber wie gesagt nichts aus. Aber ob sich meine Kolumnen auch gut lesen würden – diese Frage stelle ich mir selbst gerade. 😉 Vermutlich würde ich typische Frauenprobleme aufgreifen oder über Tiere schreiben, da es mit ihnen täglich etwas Neues zu erleben gibt. Wer weiß, wohin mich der Weg noch führt.

„Liebe in Lammfellsocken“ ist ein ganz besonderes Ebook von Dir, da viele persönliche Gedanken und Zitate zum Thema „Liebe“ enthalten sind. Fiel es dir sehr schwer, deine Gedanken so offen zu präsentieren?
Die Offenheit an sich war kein Problem für mich, vielmehr habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob meine Art zu schreiben bei den Lesern ankommen würde. Umso mehr freut es mich, dass du gerade dieses Buch positiv erwähnst.

Du möchtest einen neuen Roman schreiben. Wie gehst du dabei zunächst vor? Beginnt erst die Recherche oder hast du bereits Namen und Figuren direkt im Kopf?
Ich habe in der Regel das Grundthema im Kopf und den roten Faden, danach beginne ich, mich den Protagonisten zu widmen. Danach beginne ich mit dem Schreiben, ein Exposé fertige ich nur dann an, wenn ich das Werk für einen Verlag schreibe, ansonsten verzichte ich darauf und schreibe gern einfach drauf los, um dann zu sehen, wohin mich die Geschichte trägt.

18159673Gibt es Autoren oder Bücher, die dich inspirieren?
Es klingt vielleicht unglaubwürdig, aber ich lese selbst extrem selten. Bis heute liebe ich allerdings vor allem den Stil von Anita Shreve. Ihre Erzählweise ist so elegant und wissend, dass ich manche ihrer Zeilen am liebsten einrahmen würde.

Hast du Lieblingsbücher oder Lieblingsautoren, die du immer wieder lesen könntest?
Olympia von Anita Shreve habe ich schon sehr sehr oft gelesen.

Wie sieht bei dir ein typischer Schreibtag aus?
Ich schreibe selten einen ganzen Tag lang, gerade weil ich weiß, wie schlecht zu viel Druck für die Nerven ist. Außerdem verliere ich so viel schneller die Freude daran. Viel lieber schreibe ich hin und wieder ein paar Stunden am Stück – die dann allerdings ganz entspannt vom Bett aus, auf dem Sofa oder im Garten. Nebenbei nasche ich mal einen Joghurt, schaue eine DVD oder gehe zu den Hunden. Das Schreiben ist also ein ganz normaler Bestandteil eines Tages, fast so wie das Trinken. Letzteres tue ich allerdings wie immer viel zu wenig, wie mir gerade auffällt. 😉

Neben deinen Büchern schreibst du auch Songtexte. Fallen dir diese leichter oder sind diese sogar schwerer, da diese nicht so lang sind?
Ich liebe die Songtexterei, da ich auf diese Weise viele Themen, die mir sehr am Herzen liegen, in Worte fassen kann. Diese Art zu schreiben ist ein sehr wertvolles Ventil. Ich hoffe, dass ich dieser Liebe bald wieder vermehrt nachkommen kann. Sie verlangt mir allerdings mehr Konzentration ab als das Schreiben an einem Roman.

Kannst du schon etwas zu zukünftigen Projekten verraten?
Im Herbst 2014 erscheint mein erstes Werk im Print, genauer gesagt bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur: Der Familienroman „Emilias Spuren“. Außerdem arbeite ich hin und wieder an meinem ersten autobiografischen Werk, das ich im Selfpublishing veröffentlichen möchte. Ein sehr persönliches Buch, das aber auch sehr speziell ist.

Hast du ein bestimmtes Lebensmotto?
Nichts geschieht ohne Grund.

Gibt es noch etwas, was du deinen Lesern sagen möchtest?
Danke für eure Treue und die Offenheit meinem Werken gegenüber, selbst als ich noch ganz am Anfang stand. Jeden Schritt, den ich noch machen werde, kann ich nur tun, wenn ihr euch diese Offenheit bewahrt. Und nur dann bereitet mir das Schreiben auch Freude. Dafür danke ich euch von Herzen!

Vielen Dank für das Gespräch! 🙂

© Kleinbrinas Bücherblog

Nancy Salchow, 1981 geboren, arbeitet von Kindesbeinen an an eigenen Romanprojekten, wagte sich allerdings erst 2011 mit ihren Werken an die Öffentlichkeit und stellte Leseproben ihrer Manuskripte auf Neobooks ein, der Autorenplattform der Verlagsgruppe Droemer Knaur. Seitdem hat sie über Neobooks/Droemer Knaur den Roman „Herzliche Restgrüße“ sowie ihre eigene eBook-Edition mit den bisherigen Titeln „Das Glück im Augenwinkel“ sowie „Das Luftblumenhaus“ veröffentlicht. Außerdem erschienen mehrere eBooks von ihr auch im Selfpublishing. [Quelle: Amazon]

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Bisherige Titel:
Der verschlossene Gedanke
Unser sechzehntes Jahr
Schlaflos in Tofuwürstchen
Herzliche Restgrüße
Das Glück im Augenwinkel
Doppelkinnbonus
Memo in Meena
Das Luftblumenhaus
Zwei Worte bis zu Dir (Die Wildroseninsel #1)
Das Ende einer Suche (Die Wildroseninsel #2)
Die Antwort im Meer (Die Wildroseninsel #3)
Die Nacht der Sternenfänger (Die Wildroseninsel #4)
Das Gesicht der Freiheit (Die Wildroseninsel #5)

Zukünftige Titel:
Zeilen im Sand (Die Wildroseninsel #6) (August 2013)
Die Wildroseninsel – Gesamtausgabe (September 2013)
Emilias Spuren (Herbst 2014)
Das Leben, Zimmer 18 und du

Interview

Interview mit Piper Shelly/Anna Katmore


In den letzten Wochen ist mir ein Buch besonders positiv aufgefallen: „Teamwechsel“ von Piper Shelly, bzw. Anna Katmore, wie die Autorin jetzt heißt. Nun ist auch der zweite Band „Ryan Hunter“ auf Deutsch erschienen. Grund genug, mit der Autorin ein ausführliches Interview zu führen. Viel Spaß beim Lesen!

17617744Hallo Piper! Schön, dass du da bist.
Hi Brina, danke für die Einladung zu diesem netten Plausch.

Mit deinem Roman „Teamwechsel“ („Play with me“) hast du die Herzen der Teenager in den USA erobert. Wie kommt es, dass du den Roman zunächst auf Englisch verfasst hast und erst später auf Deutsch?
Das ist einfach erklärt. Ich liebe die englische Sprache. Ich hatte nie vor, jemals ein Buch auf Deutsch zu schreiben. Seit ich 17 war, habe ich nur noch englische Bücher gelesen. Ich finde einfach, dass man in dieser Sprache Dinge so wunderbar auf den Punkt bringen kann, ohne dabei viel drum herum reden zu müssen. Deutsch hingegen ist sehr viel umständlicher und für mich zum Teil sogar etwas schwerfällig. Der Grund warum ich „PLAY WITH ME“ überhaupt ins Deutsche übersetzt habe war, dass in meiner Familie und meinem Freundeskreis niemand meine Bücher lesen konnte, weil niemand so gut Englisch spricht. Ich wollte, dass sie wissen, was ich schreibe. Also habe ich mich in den Weihnachtsferien hingesetzt und die deutsche Fassung geschrieben. Es hat Spaß gemacht, doch ich hätte nie erwartet, dass „TEAMWECHSEL“ in Deutschland und Österreich so gut ankommt.

„Ryan Hunter – This Girl is Mine“ ist der zweite Band der „Grover Beach Team“-Reihe und ist erst kürzlich in Deutschland erschienen. Das Buch thematisiert „Teamwechsel“ aus Ryans Sicht. Auf deiner Homepage habe ich gelesen, dass sich der dritte Band um Tony drehen wird. Kannst du mir schon etwas zum Inhalt verraten oder ist dieser noch streng geheim? 😉
Ach du meine Güte, geheim ist bei mir gar nichts.
Ich weiß nicht, ob das eine gute oder schlechte Eigenschaft von mir ist, doch am liebsten würde ich immer alles sofort mit meinen Lesern teilen. Tonys Buch ist zwar erst halb-fertig und wird auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, doch die Handlung ist von vorne bis hinten bereits durchdacht. Die Geschichte spielt etwa 3 Monate nach „TEAMWECHSEL“. Cloeys Cousine Samantha kommt in die Stadt, um für einige Zeit bei ihren Verwandten zu leben. Schon am ersten Abend lernt sie Tony kennen, allerdings von seiner schlimmsten Seite. Er macht ihr erstmal das Leben zu Hölle, weil er bloß keinen Kontakt mit „noch einer Summers“ haben möchte. Erst ganz langsam und nach einem echt fiesen Tiefschlag seinerseits kommen sich die beiden näher und entdecken ihre Gemeinsamkeiten. Da Buch ist aus Sams Sicht erzählt, wird aber ein paar kurze Kapitel aus Tonys Perspektive enthalten. Es werden auch Liza und Ryan und viele ihrer Freunde wieder auftauchen. Es macht echt Spaß, die Geschichte in Grover Beach weiterzuschreiben. Einen deutschen Titel habe ich zwar noch nicht, aber die Originalausgabe wird vermutlich „T is for…he’s a Total jerk“ heißen.

Mein Lieblingscharakter ist eindeutig Ryan, weil er sich im Laufe der Geschichte immer mehr öffnet und sich selbst einiges eingesteht. Welche Figur ist dir besonders ans Herz gewachsen oder identifizierst du dich eventuell sogar mit einer Figur?
Ich liebe sie alle. Ganz ehrlich. Ryan ist einfach ein Junge, in den ich mich auf Anhieb verliebt hätte, und es war toll, die Möglichkeit zu haben, einen Burschen ganz nach meinem Geschmack zu formen. Liza ist mir selbst wohl am ähnlichsten. Aber ganz besonders im 3. Teil wächst mir Susan mehr und mehr ans Herz. Ich denke, die Kleine bekommt als nächstes ihre Geschichte. 😉

Mit Tony hast du eine Figur geschaffen, die alles hätte haben können, aber am Ende dann doch fast alles verloren hat. Ich muss gestehen, dass er mir aufgrund einiger Entscheidungen nicht immer unbedingt gefallen hat. Wie stehst du zu ihm?
Tony ist ein ganz Süßer. Er ist eben nur wie alle anderen in einem schwierigen Alter, wo es nicht immer leicht ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Eigentlich war ja geplant, dass er Liza am Ende doch bekommt. Ryan Hunter sollte nur eine Nebenfigur werden, eine kleine Ablenkung unterwegs… 😉 Doch er wurde einfach zu sexy, als dass ich ihn hätte wieder verschwinden lassen können. In der Erstfassung war Lizas Name allerdings auch Samantha Matthews. Ich hatte nur während des Schreibens ein Buch einer Freundin gelesen, deren Hauptcharakter ebenfalls Samantha hieß, und ich wollte nicht, dass sie das Gefühl hat, ich würde ihre Heldin kopieren. Also habe ich Sam umbenannt in Liza. Und plötzlich war sie nicht mehr für Tony bestimmt. Das Ende war so nie geplant, gefällt mir aber viel besser als das eigentliche. Und ich wette, euch auch. 😉 Tony bekommt nun seine Sam und obwohl er in der ersten Hälfte des Buches ein echter Vollidiot ist, bin ich sicher, dass ihr ihn am Ende alle genauso lieben werdet, wie ich.

18159138„Teamwechsel“ hat sich stellenweise wie ein Film gelesen. Sollte das Buch verfilmt werden, welche Schauspieler würdest du dir dabei wünschen?
OMG, ich würde mir echt wünschen, Liz und Ryan in einem Film zu sehen. Allerdings liegt das nicht in meiner Hand. Filmproduzenten kann man leider als einfacher Schriftsteller nicht mal eben anrufen und um ein Date zur Buchvorstellung bitten. Allerdings hat mich vor einigen Wochen eine Literatur Agentur kontaktiert, die mir einen Vertrag angeboten haben. Wir arbeiten nun zusammen, was im Großen und Ganzen bedeutet, dass sie mein Buch an einen traditionellen Buchverlag verkaufen wollen. Vielleicht klappt es ja in diesem Rahmen dann auch mit einer Verfilmung. Ich würde dann zwar unheimlich gerne beim Casting dabei sein und die Schauspieler mit aussuchen, doch konkrete Wünsche habe ich nicht. Auf meiner Seite findet ihr Bilder der Charaktere, so wie ich sie mir vorstelle. Wenn es diese Leute auf dem Set geben würde, wäre ich überglücklich.

Auf deiner Website hast du zu deinen Büchern Playlists erstellt. Nach welchen Kriterien hast du die Songs ausgewählt?
Einzig und allein nach Geschmack. Was mir gerade so gefällt, kommt auf meine Playlist. Nur für meine neue Erzengelserie habe ich bevorzugt Instrumentalmusik ausgewählt. Thomas Bergersen und Futureworld Music passen da besonders gut, weil die Lieder so dramatisch sind.

„Loving Your Lies“ ist am 1. Februar in den USA erschienen. Besteht auch die Chance, dass das Buch in Deutschland erscheint?
Auf jeden Fall. Ich muss nur noch die Zeit finden, um es zu übersetzen. Da das Buch sehr lang ist, wird es wahrscheinlich 3 bis 4 Monate dauern. Ich hoffe aber, dass ich dieses Jahr noch dazu kommen werde. Die Frage ist, ob vor Tonys Buch oder erst hinterher. Hm, was meint ihr?

Ich habe mal auf Goodreads gelesen, dass du für einige Leser „Der weibliche John Green“ bist. Wie stehst du zu solchen Vergleichen?
Echt? Wer bitte ist John Green?

Welche Autoren oder Bücher haben dich inspiriert? Und gibt es Bücher, die du immer wieder lesen könntest?
Also zum Schreiben animiert hat mich definitiv Lisa Jane Smith mit ihren Vampirgeschichten. „The Night World“ war die erste Serie, die ich von der Autorin gelesen habe, und dann gleich auf Englisch für meine Gymnasium-Matura. Ich hab hinterher alles von ihr verschlungen und wusste genau, ich will auch einmal jemanden mit meinen Geschichten so berühren, wie sich mich mit ihren berührt hat. Ob ich diese Bücher noch einmal lesen möchte, weiß ich nicht, denn ich lese generell alles nur einmal. Außer „Twilight2 – das Buch hab ich zweimal gelesen. (Nur den ersten Teil).
Klingt vielleicht total blöd, aber meine eigenen Bücher lese ich immer wieder gerne, denn das Schreiben hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gerne wieder in die Geschichte eintauche, und alles nochmal erlebe.

17288193Du setzt dich an deinen Schreibtisch und möchtest ein neues Buch schreiben. Wie gehst du dabei vor? Suchst du dir zunächst die Namen der Figuren und die Orte aus, oder entsteht zuerst die Geschichte selbst und erst dann der Rest?
Pipers Writing 101:
Der erste Gedanke zu einer neuen Story ist meist nur eine kurze Szene aus der Mitte. Ziemlich wahrscheinlich ein sehr romantischer Augenblick, der mir einfällt, wenn ich gerade gar nichts zum Schreiben zur Hand habe. (Das ist immer total gemein!) Da seh ich dann auch gleich die Gesichter meiner neuen Helden, allerdings sind die da meist noch namenlos. Als Nächstes setzt ich mich hin und schreibe das erste Kapitel, ohne mir vorher viele Gedanken zum Buch selber zu machen. Hierbei bekomme ich dann ein erstes Gefühl für die Charaktere selbst. Wie sie sind, was sie denken, welche persönlichen Ticks sie haben, all das. Namen finden ist nicht immer leicht und ich schau auch hin und wieder mal unter babynames.com was denn passen könnte. Und dann wird geplant. Es dauert dann meist ein oder zwei Tage, bis ich eine passende Geschichte für diese Charaktere gefunden hab. Oft chatte ich dafür auch mit meiner Kritik-Partnerin und hör mir ihre Meinung an. Brainstorming, ihr wisst schon. 😉

Es gibt Autoren, die sich oftmals für Lesetouren als zu schüchtern empfinden oder keine Lust auf die Reisen haben. Wie stehst du zu Lesetouren und hat man als Leser eventuell die Chance, dich irgendwann in Deutschland bei einer Lesung zu treffen?
Ich gehöre definitiv zur schüchternen Sorte. Ich weiß echt nicht, ob ich eine Lesung nervlich überstehen würde. Ich verlese mich dann sicher hundertmal und abgesehen von einer zittrigen Stimme leuchtet mein Gesicht wohl wie ein radioaktives Stoppschild. Bitte, zwingt mich nicht dazu.

Ein angehender Autor kommt auf dich zu und bittet dich um Tipps, wie man sein Buch am besten vermarkten könnte. Welche Tipps würdest du dabei geben?
Leider kann ich in der Hinsicht gar keine guten Ratschläge verteilen. Ich hab keine Ahnung, wie man sein Buch gut vermarktet. Das Einzige, was ich getan habe, war den „Publish-Button“ auf Amazon Kindle-Publishing zu drücken. Der Rest kam von alleine. Ich hätte nie gedacht, dass mein Buch diesen Raketenstart hinlegen würde. Es verkauft sich sozusagen von allein.
Tipps fürs Schreiben könnte ich euch hingegen unzählige geben, allerdings würde das den Rahmen dieses Interviews sprengen. Ich hab mal für meine US Freunde ein Writing 101 zusammengestellt. Darin gibt’s sicher gute Tipps, wie man richtig anfängt und all das.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?
Ich arbeite Teilzeit in einem Finanzbüro einer großen Firma, das heißt ich stehe etwa um 6 Uhr auf, checke meine Emails, gehe zur Arbeit und komme mittags nach Hause. Nachdem ich für meinen Sohn gekocht und ihm bei den Hausaufgaben geholfen habe, kann ich mich dann an meinen Laptop setzen und mit dem Schreiben anfangen. Meist verbringe ich den Rest des Tages am Computer, außer an Donnerstagen. Da muss ich „Vampire Diaries“ kucken. 😉

Was machst du in deiner Freizeit?
Was verstehst du unter Freizeit? Meine Freizeit ist mit Schreiben ausgefüllt. Wenn ich mal nichts zustande bringe, unternehme ich auch gerne etwas mit meiner Familie. Wir fahren hin und wieder in die Berge, gehen Eisessen oder am Wochenende mit Freunden weg. Zweimal die Woche gehe ich außerdem Zumba tanzen. Das hat sich mittlerweile echt zu einem meiner Lieblingshobbies entwickelt.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Geht nicht gibt’s nicht!

Möchtest du deinen deutschen Lesern noch etwas sagen?
Ja klar, wenn du mich schon so fragst… Ganz, ganz herzlichen Dank für eure lieben Emails, eure super Rezensionen und euer tolles Feedback. Damit hatte ich nicht gerechnet und daher ist es umso schöner.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern!
Danke! Es hat echt Spaß gemacht, hier zu sein. Deine Fragen waren cool und dein Blog gefällt mir sowieso.
Cheers,
Piper/Anna

© Kleinbrinas Bücherblog

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Bisherige Titel:
Teamwechsel // Play with me (Grover Beach Team #1)
Ryan Hunter – This Girl Is Mine // Ryan Hunter (Grover Beach Team #2)
Loving Your Lies (Übersetzung ist geplant)

Zukünftige Titel:
Gabriel (Angelic Disaster #1)
T is for…he’s a Total jerk (voraussichtlicher Titel / Grover Beach Team #3)

Interview

Interview mit Gabriella Engelmann


Bettina und ich hatten die große Ehre, ein Interview mit Gabriella Engelmann zu führen.

Hallo Gabriella, noch einmal vielen Dank, dass Du dir die Zeit für das Interview nimmst.
Ich freue mich, dass ihr beide euch die Zeit genommen habt sowohl die Leserunde zu organisieren als auch dieses Interview hier – dankeschön 🙂

Kleinbrina: Wie bist du auf die Idee gekommen, Märchen einen neuen Look zu geben?
Der eigentliche Impuls kam vom Arena -Verlag. Meine damalige Lektorin hatte die grandiose Idee Märchen modern erzählen zu lassen, und fragte mich als Autorin an. Als meine Agentin die Mail an mich weiterleitete, musste ich erst lachen. Wenn es nämlich ein Genre gibt, zu dem ich seit meiner Kindheit ein ambivalentes Verhältnis habe, dann sind es Märchen.
Ich habe sie einerseits immer und immer wieder gelesen, habe mich andererseits aber genauso häufig über vieles geärgert, oder mich total gefürchtet… Also habe ich ein bisschen nachgedacht und mich dann in den Zug nach Würzburg gesetzt, um zu Arena zu fahren. Im Gepäck hatte ich ein Konzept für „Schneewittchen“ sowie die feste Absicht, ehrlich meine Meinung kundzutun. Deshalb erzählte ich beim Mittagessen frei von der Leber weg, dass ich eigentlich kein besonderer Märchen-Fan bin und mir das alles nur unter dem Aspekt vorstellen könnte, meine ganz eigene Version daraus zu machen. Wie man sieht, hat das ja geklappt 🙂

Stories48: Hast du noch mehr Ideen für weitere Märchenbücher?
Ja, mittlerweile jede Menge… Und ich hoffe noch einige von ihnen verwirklichen zu dürfen, zumal Ende 2012 das zweihundertjährige Jubiläum der Kinder – und Hausmärchen der Gebrüder Grimm beginnt. Seitdem ich an diesem Thema dran bin, stolpere ich alle naslang über Märchen, und werte das als Zeichen. Außerdem sehe ich Hamburg als eine Stadt, in der noch viele andere Märchenfiguren Platz hätten, weil sie so schön und vielseitig ist. Mein absoluter Traum: Ein „Gipfeltreffen“ aller Figuren, am besten in der Zwergen-WG von Schneewittchen.

Kleinbrina: Gibt es ein Märchen, an das du dich nicht herantrauen würdest?
Im ersten Moment denke/dachte ich das von allen Märchen, außer Schneewittchen. Gerade „Dornröschen“ fand ich kompliziert, weil da im Grunde nichts passiert. Zum Glück ist mir aber dann doch einiges eingefallen 😉 Als nächstes dachte ich: NIE und NIMMER schreibe ich was über Aschenputtel. Die wird die ganze Zeit in sklavenähnlichen Zuständen gehalten, muss ewig Linsen sortieren, ist ständig dreckig und darf nicht auf den Ball. Doch dann passierte das, was häufig bei mir passiert, wenn ich felsenfest behaupte etwas GAR NICHT zu wollen: Ich habe dann doch eine Idee – und verwirre damit Lektoren, Verlage – und mich selbst 😉 Um aber die Frage konkret zu beantworten: Es gibt EINES, zu dem ich definitiv keinen Zugang finde, obwohl es so beliebt ist und das ist der FROSCHKÖNIG. Ich finde diese Prinzessin so dermaßen unsympathisch, dass dazu selbst MIR nix einfällt…

Stories48: Welches Buch liest du zur Zeit?
Auf meinem Nachttisch türmen sich wie immer viele, viele Bücher. Ich freue mich schon sehr auf die Olivia-Bücher von Claudia Toman – die sind längst „überfällig“, würde ich sagen. Doch ganz konkret habe ich seit vorgestern „Wie im richtigen Film“ von Oliver Wnuk am Wickel, und konnte mich gestern Nacht nur sehr mühsam davon trennen. Lustig und melancholisch zugleich, ich mag diese Mischung!

Kleinbrina: Welcher Protagonist ist dir am ähnlichsten?
Ich sage an dieser Stelle immer gern, dass in allen meinen Charakteren ein Teil von mir steckt. Um die Frage in Hinblick auf die beiden Märchen zu beantworten:

Schneewittchen: Ich bin bestimmt ein bisschen wie JamieTim. Ich esse und koche leidenschaftlich gern, und wäre zu gern konsequente Vegetarierin. Zu 99% esse ich auch kein Fleisch, aber wehe man hält mir ein Grillwürstchen vor die Nase – dann ist es aus 😉 Mit JamieTim teile ich sicherlich auch einen gewissen Hang zu Schüchternheit, der mich immer mal wieder überfällt – und eine Vorliebe für Romantik.
Dornröschen: Wie Rosalie habe auch ich im Hotel gearbeitet. Nur ein halbes Jahr, dann gefiel mir das Ganze nicht mehr und ich wurde Buchhändlerin, ein sehr, sehr schöner Beruf! Mit ihr verbindet mich ein wenig die Kombination aus Vorsicht, und gelegentlichen unüberlegten „Kamikaze“-Aktionen, die mich (und meine Umgebung) dann überraschen. Aber Rosalie ist im Gegensatz zu mir mutiger. Als ICH gelegentlich mit gespenstischen Erscheinungen zu tun hatte, war mir definitiv mulmiger zumute als ihr bei den Begegnungen mit der „White Lady“…

Stories48: Welchen Protagonisten aus deinen Büchern hast du am meisten ins Herz geschlossen?
Schwiiierige Frage… an sich liebe ich sie alle, denn sie sind ja meine „Babys“. Aber ich mag glaube ich die Anna Bergman aus dem Roman „Wolkenspiele“ sehr gern, weil ich mich ihr besonders verbunden fühle. Und ach ja, fast vergessen: Ich liebe die Bücher-Bloggerin July-Sadie aus meinem Junge-Erwachsene-Roman „Schluss mit lustig“ (Rowohlt), weil mir ihr Schwanken zwischen Pessimismus und Optimismus sehr ähnelt. Ansonsten kann ich mich über Rocco, den besten Freund von René aus Dornröschen, amüsieren, denn ich habe ihn ein wenig an die Figur von „sexy“ Chuck Bass aus der Serie „Gossip-Girl“ angelehnt.

Kleinbrina: Gibt es einen Autor, oder ein bestimmtes Buch, das dich zum Schreiben animiert hat?
Hmmmm… ich denke es war eher die Summer der vielen, vielen Bücher… ich muss aber sagen, dass es mir zwei Titel besonders angetan haben: „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Katharina Hagena und mein Favorit aus dem vergangenen Jahr: „Rubinrotes Herz, eisblaue See“. Wenn ich so schreiben könnte, wie Morgan Callan Rogers wäre ich glücklich.
Und wenn ich so viel Humor hätte wie Kerstin Gier und Steffi von Wolff wäre das natürlich auch nicht zu verachten… 😉

Stories48: Bekommst du Mitspracherecht bei der Buchgestaltung?
In gewissem Rahmen schon, aber das erst seit meinem Sylt-Roman „Inselzauber“. Die beiden Vorgänger haben mir was die Covergestaltung betrifft Tränen in die Augen getrieben, weshalb sie auch gar nicht mehr auf meiner Website stehen. Doch dann hat sich Knaur zum Glück für die samtige, ornamentale „Puschel“-Haptik entschieden, die sehr gut ankommt – und Arena macht sowieso tolle Cover!

Kleinbrina: Welchen Tipp würdest du Jungautoren geben?
Lesen, lesen, lesen – um ein Gefühl für Figurenzeichnungen, Erzählstrukturen und Plots zu bekommen. Vielleicht bloggen, auf alle Fälle schreiben, schreiben, schreiben – und sich mit einem gewissen Abstand das Ergebnis selbstkritisch anschauen. Wenn man das Gefühl hat, der Text könnte jetzt „raus“, dann würde ich ihn einer nahe stehenden, aber objektiven Person zur Lektüre geben, die Leseerfahrung hat. Eltern, beste Freunde etc. sind da oft keine sachlichen Ratgeber. Wenn man dann das Gefühl hat, ich würde mir jetzt gern einen Verlag suchen, bitte AUF KEINEN FALL einfach wild Manuskripte durch die Gegend schicken. Lieber gezielt eine gute Agentur suchen, die im positiven Fall alle weiteren Schritte professionell in die Wege leiten kann. Und eins ist auch noch wichtig: Sich nicht sofort verunsichern zu lassen, aber auch offen für gute Ratschläge und kritikfähig sein.

Stories48: Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?
Ich wünschte ich könnte an dieser Stelle von geheimnisvollen Ritualen berichten, behaupten ich könne nur bei Vollmond schreiben, wenn er schräg durch das Fenster meines Hexenhäuschens scheint, ich zeitgleich Räucherstäbchen abfackle und gregorianische Gesänge höre, während sich draußen Vampire und Werwölfe einen Wettkampf liefern 😉
Die Wirklichkeit ist aber eher banal: Ich stehe relativ früh auf, trinke im Bett ein großes Glas Milchkaffee mit (Achtung, jetzt wird’s exzentrisch!) einem Strohhalm und schaue auf das Bootshaus am Kanal. Dabei überlege ich, was ich am Tag so vorhabe, und wie ich das alles am besten strukturiere. Nach dem Frühstück lese ich meine Mails, schaue bei Amazon und Facebook rein (poste dort was, wenn es was zu erzählen oder empfehlen gibt) und beginne dann mit der eigentlichen „Arbeit“. Als nächstes lese ich den Text vom Vortag, überarbeite ihn und schreibe dann weiter.
Die Mittagspause verbringe ich wenn es geht in der Sonne, mal allein, mal zusammen mit Kollegen, oder Freunden, oder ich koche zur Entspannung selbst etwas. Am Nachmittag schreibe ich weiter, so lange ich mich konzentrieren kann und schließe dann mit einer Runde Facebook ab. Immer spannend zu lesen, womit sich alle so beschäftigen, was sie bewegt.
Abends herrscht dann „Ruhe im Karton“.
Zwischendurch gibt es natürlich viele berufliche Treffen mit Kollegen, oder ich arbeite an den Texten meiner Scout-Autoren, oder streife mit der Digitalkamera durch Hamburg, um die Schauplätze meiner Bücher festzuhalten. Manchmal müssen Lesungen, oder Märchen-Workshops vorbereitet werden, oder ich beantworte schöne Inerviewfragen, so wie jetzt gerade.

Kleinbrina: Schreibst du lieber Bücher für Kinder und Jugendliche oder doch lieber für Erwachsene?
Beides gleich gern, auch wenn ich zugeben muss, dass ich momentan an den modernen Märchen (und die positiven Reaktionen darauf ) meinen ganz besonderen Spaß habe. Denn das Tolle an ihnen ist, dass sie prinzipiell ab ca. 12 Jahren für alle Altersstufen geeignet sind. Ich würde aber auch sehr gern wieder für die 11-12-jährigen schreiben, also eine Stufe „drunter“ wie in meinem CKK-Buch „Kuss au chocolat“. Das hat nämlich echt Laune gemacht 🙂

Stories 48: Wer bekommt deine Buchnotizen als erstes zu lesen?
Die erste Idee für den Plot – also das Exposé – meine Agentin Anja Keil, die dann eine erste Einschätzung vornimmt. Erst wenn dieser „Test“ bestanden ist, der Verlag, bzw. die Lektorin.
Während des Schreibprozesses bleibt aber alles bei mir, um mich nicht durch die Meinung anderer verwirren zu lassen. Ich habe was die Herausgabe von Stoffen vor Erscheinen des Buches betrifft, eine absolute Macke. Erst wenn meine Belege vom Verlag da sind, bekommen mein Familie und Freunde die signierten Bücher.

(c) Kleinbrina/Sabrina R. & stories48/Bettina Z.

Interview

Interview mit Cornelia Franke


Über eine Leserunde zu „Timmy und die Allergomörder“ bin ich kürzlich auf Cornelia Franke aufmerksam geworden.
Schon damals war sie ihren Lesern gegenüber sehr offen und hat gerne unsere Fragen beantwortet.

Im Nachhinein haben wir noch ein kleines Interview geführt, welches ich euch heute präsentieren darf. 🙂

Magst Du Dich meinen Lesern ein wenig vorstellen?
Ich bin 21 Jahre, Studentin der Literaturwissenschaft und lebe seit drei Jahren in Berlin. Ich bin ein Schussel, eine Chaotin und eine begeisterte Buchverschlingerin. Nach meinem Abitur habe ich den Entschluss gefasst, meinen Traum, Autorin zu werden, zu leben. Dies hat mir ein paar der schönsten Erfahrungen eingebracht, wie meine Aktion „Autorin sucht Verlag“, bei der ich auf der Leipziger Buchmesse 2010 in knallbunten T-Shirts Werbung für meine Texte machte.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Als Teenager habe ich unheimlich viel gelesen. 2003 brachte mir der Vater einer Freundin die englische Ausgabe von Eragon (Christopher Paolini) von einer Reise mit. Da ich nicht auf eine Fortsetzung warten wollte, dachte ich mir eine eigene aus. Von da an dauerte es nicht mehr lange mit den eigenen Geschichten.
Ansonsten habe das Schreiben, egal ob Roman, Kurzgeschichte oder Gedicht, als Mittel gesehen, meine Erinnerungen, meine Gefühle und Gedanken zu verarbeiten. Sowohl als Teenager als auch heute.

Du hast auf deiner Homepage angegeben, dass Du u.a. von Joanne K. Rowling inspiriert wurdest. Kannst Du Dir vorstellen, auch einmal eine Buchreihe zu schreiben oder bevorzugst Du einzelne Bücher?
Ich schreibe derzeit an zwei Trilogien. U.a. mein Fantasy-Jugendbuch „Tou’Gard“ (Arbeitstitel) und an einer High-Fantasy Geschichte. Was jedoch nicht bedeutet, dass nicht auch ein paar Einzelbände in der Ideenkiste warten.


Wie lange hast Du für „Timmy und die Allergomörder“ gebraucht und wie bist Du auf die Idee mit den Allergomördern gekommen?
Für die erste Fassung habe ich zwei Wochen gebraucht; ich habe sie praktisch aus mir heraus geschrieben. Danach habe ich noch zwei Monate den Text überarbeitet und an den Szenen gefeilt.
Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie die Allergomörder entstanden. Nur, dass ich mit meinem Mann darüber diskutierte, warum noch niemand versucht hat, Bienen zu dressieren. Von diesem Punkt aus haben wir uns überlegt, wie man Menschen mit ihren Allergien (wie Staub oder Lebensmittelunverträglichkeit) ärgern könnte. Daraus entwickelten sich dann die etwas anderen Allergologen; meine Allergomörder.

Kannst Du Dir vorstellen, auch mal ein völlig anderes Genre auszuprobieren, wie z.B. einen Thriller?
Letzten Sommer hat es mich in die Genres der Vampirbücher und Zeitreisen verschlagen. Daher werde ich mich definitiv auch an anderen Genres ausprobieren. Jedoch schreibt am besten darüber, was man erlebt hat. Mit einundzwanzig Jahren besteht mein Leben zum größten Teil noch aus meiner Jugend und dem Erwachsenwerden. Daher werde ich erstmal in diesem Bereich bleiben.

Was liest Du privat und welches Genre sagt Dir überhaupt nicht zu?
Fantasy, Jugendbücher, Klassiker. Hin und wieder brauche ich meine „Badewannenlektüre“, das sind jene Frauenromane, bei denen man ganz genau weiß, dass sich das Pärchen nach vielen Irrungen und Wirrungen am Ende kriegt. Aber ich lese auch gerne Krimis, insofern sie nicht nur aus der Sicht des Ermittlers geschrieben werden. Wichtig ist, dass die Geschichte mich packt und mitreißt.
Historische Romane und vor Blut und Ekel tropfende Thriller sagen mir überhaupt nicht zu.

Was würdest Du Jungautoren raten, die gerade an ihrer ersten Geschichte schreiben?
Niemals aufgeben und Mut zum Misserfolg. Die ersten Texte sind meist nur Schreibversuche. Das klingt hart, aber wenn ich mir meine sechs Jahre alten Geschichten ansehe, denke ich meist: Was hast du denn da gemacht? Schreiben ist ein Handwerk, das man mit der Zeit und der Ausübung erlernt.
Jedoch sollte man sich stets gut erkundigen, welche Verlage und Agenturen was für Geschichten suchen und sich an die Anforderungen halten. Und niemals auf einen Druckkostenzuschussverlag (DKZV) hereinfallen.

Welches Buch ist dein persönlicher Geheimtipp?
Einen wirklichen Geheimtipp gibt es wohl kaum noch, wenn man die enorme Ausweitung und Geschwindigkeit des Internets bedenkt. Die letzten Bücher, die in einem Zug gelesen habe, waren Die Unsterblichen von Natalie Babitt (Jugendbuch), If you could see me now von Cecilia Ahern (Roman), Diner des Grauens von A. Lee Martinez (Fantasy/Parodie) und Das Handbuch der Detektive von Jedediah Berry(Krimi). Letzteres gehörte zu meinen Top Büchern aus dem Jahre 2010.

Magst Du meinen Leser noch etwas sagen?
Lasst euch in Timmys Welt voller Abenteuer und kurioser Berufe ziehen? Und niemals aufgeben, an eure Träume zu glauben. 😉

Vielen Dank für das Interview! 🙂

Autorenhomepage: http://www.corneliafranke.org/

Lesungen
25.1.2011 : Lesung in der Max-Brauer-Gesamtschule; Hamburg
08.3.2011 : Lesung in der Grundschule Bötzow, Bötzow
17.3.2011 : Lesung in der Mittelschule Portlitz, Leipzig
18.3.2011 : Lesung in der Mittelschule 16, Leipzig
18.3.2011 : Lesung auf der Leipziger Buchmesse, Fantasy Leseinsel, Halle 2
21.3.2011 : Lesung in der Drei Seen Grundschule, Fürstenwalde
18.4.2011 : Lesung in der zeebr@ Grundschule, Brieselang
19.4.2011: Lesung in der Schule Neurahlstedt, Hamburg
14.5.2011: Lesung im Rahmen der Berliner Langen Buchnacht

Foto: (c) Privat
Interview: (c) kleinbrina/Sabrina R.

Interview

Interview mit Kirsten Marohn


Zur Autorin
Kirsten Marohn, Jahrgang 1972, wuchs in einer Kleinstadt in Niedersachsen auf und arbeitete in diversen Jobs, bevor sie 2003 eine Halbtagsstelle annahm, um dem Schreiben mehr Zeit zu widmen. Seit 1997 lebt die Autorin mit ihrem Mann in Düsseldorf und weigert sich seitdem, der „schönsten Stadt der Welt“ den Rücken zu kehren.

2008 erschien Kirsten Marohns Debütroman Lappalie.
2009 folgte Bunte Fische.

Weitere Infos gibt es auf ihrer Homepage:

Hallo Kirsten,
vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

Ich habe zu danken – ohne Dich und Kleinbrinas Blog wäre das Gewinnspiel zu meinem Debütroman LAPPALIE nie zustande gekommen! Die Gewinner müssten die Bücher inzwischen erhalten haben, mir bleibt da nur noch, Danke zu sagen und einen schönen Lesegenuss zu wünschen!

Was machst Du, wenn Du nicht gerade schreibst?
Ich kümmere mich um meinen Mann, den Garten und unsere Stofftiere! Außerdem gehe ich einem Halbtagsjob im Einzelhandel nach. Früher habe ich ganztags im Büro gearbeitet, aber das hat mich nicht glücklich gemacht. Jetzt kann ich mich in der zweiten Hälfte des Tages meinem anderen Leben widmen. Außerdem gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino, stöbere in der DVD Sammlung meines Mannes und lese gerne und viel.

Gibt es schon Pläne für einen dritten Roman? Falls ja, magst Du schon etwas verraten?
Bei meinem Debütroman LAPPALIE und meinem zweiten Roman BUNTE FISCHE habe ich ein ziemliches Tempo vorgelegt – pro Jahr ein Buch. Für mich ist das schnell, ich bin eher ein gemächlicher Schreiber und benötige Zeit, damit sich die Dinge entwickeln können. Bei meinem nächsten Roman möchte ich es langsamer angehen lassen, es steckt alles noch in den Kinderschuhen. Ich möchte das neue Buch vorerst ausschließlich als kostenlosen e-book Download auf meiner Webseite veröffentlichen. Ich finde den Austausch zwischen Leser und Autor sehr spannend, ich wünschte, man könnte den Leser irgendwie intensiver mit einbinden in das Geschehen rund um das Buch. Ich arbeite da noch an einigen Ideen.

Wie schwer (oder leicht) war es für Dich, einen Verlag zur Veröffentlichung zu finden?
Ich habe keinen richtigen Verlag, bisher habe in einem Dienstleistungsverlag veröffentlicht, d.h. ich zahle für den Druck der Bücher und kümmere mich um die Vermarktung selbst. Das empfinde ich als sehr praktisch – es gibt mir die Kontrolle über Titel, Cover, Inhalt und dergleichen. Auf der anderen Seite muss ich mich allerdings auch mit Dingen wie der neuen deutschen Rechtschreibreform herumplagen, damit das nicht so ernst ausfällt, habe ich für mich und meine Romane beschlossen, bei der alten Reform zu bleiben. Früher habe ich mich um die Veröffentlichung in großen Publikumsverlagen bemüht, aber ich glaube, ich passe nicht in das heutige Schema, bin nicht trendy genug, jedenfalls hatte ich bisher keinerlei Erfolg oder konnte kein Interesse für mein Manuskript einheimsen. Ich habe hunderte Manuskriptproben verschickt, Literaturagenten kontaktiert und viel, viel gewartet, gewartet und gewartet. Warten und Ausdauer ist das A und O, wenn man in einem Publikumsverlag veröffentlichen will. Ein Beispiel: Ich habe Anfang Januar ein Kapitel eines Manuskripts an eine Handvoll Verlage verschickt – und bis heute keinerlei Antwort erhalten, weder per Mail noch auf dem Postweg. Das zeigt, wie überlaufen die Verlage sind, was nicht erstaunlich ist, wenn man sich anschaut, wieviele Menschen über einen PC verfügen und schreiben möchten. Man kann sich vorstellen, wie lange der Veröffentlichungsprozess eines einzigen Buches dauert und wieviel Arbeit damit verbunden ist. Ich habe für mich entschieden, dass dies nicht mein Weg ist. Dieses lange Warten und die vielen Absagen haben mich mürbe gemacht, es erschüttert das Selbstwertgefühl – und wenn ein Autor sagt, eine Absage würde ihn unbeeindruckt lassen, dann lügt er. Jede Absage ist wie ein Schlag ins Gesicht. Und ich will nicht, dass mir der Spaß am Schreiben vergeht, weil ich mich mit den Hindernissen des Veröffentlichens herumplagen muss. Bis ein Roman im Handel erscheint, können Jahre vergehen! Ich möchte Geschichten erzählen – das Veröffentlichen und Geld verdienen rangiert bei mir an letzter Stelle. Sicherlich muss ein Basisbudget vorhanden sein, um den Druck zu finanzieren, aber mit etwas Know How und einem Ehemann an der Seite, der rechnen kann, gelingt das. Nichtsdestotrotz soll das nächste Buch als kostenloser e-book Download auf meiner Webseite erscheinen. Der Veröffentlichungsprozess verkürzt sich dadurch immens und es entfällt die Abhängigkeit zu einem Verlag.

Woher stammen die Grundideen für deine Bücher? Fantasie oder durch Menschen, Geschichten die du kennst?
Ich denke, es ist eine Mixtur aus beidem. Die Menschen, über die ich schreibe, sind allesamt fiktional, aber die Gefühle, die sie durchleben, kenne ich auch, weil ich sie oftmals selbst durchlebt habe. Ich denke, viele Menschen mussten sich in ihrem Leben schon mal Gefühlen stellen, die ihnen neu waren, die sie irritierten, an denen sie aber auch wachsen konnten. Wenn man in seinem Leben an eine Kreuzung gelangt, kann man im Stillstand verharren oder die Herausforderung annehmen. Manchmal bedarf es einiger Zeit, um loszulassen, das musste auch der Charakter Maja aus meinem aktuellen Buch BUNTE FISCHE erfahren, aber letztendlich scheint es immer besser, etwas zu wagen, statt sich in unzufriedene Verhältnisse einzufügen. Manchmal kommt man nicht umhin, ein Risiko einzugehen, um einen Neuanfang zu starten. Manchmal wird man scheitern, manchmal gewinnen. Egal, was geschieht: Wenn man etwas wagt, kann man sich später zumindest nicht vorwerfen, es nicht wenigstens versucht zu haben! Das liest sich natürlich ganz hervorragend und altklug und weise, alles, was ich mitnichten bin – ich beneide meine Charaktere, wie sie sich durchs Leben schlagen! Mir selbst gelingt das oftmals nicht, aber ich arbeite daran ;o)

Hattest Du schon einmal eine Schreibblockade? Und wie gehst Du mit dieser um?
Ich hatte bisher noch keine ernsthafte Schreibblockade. Ich bin da auch nicht so verbissen, was das Schreiben angeht. Früher habe ich mir ein strenges Pensum auferlegt, wieviel ich meinte, pro Tag schaffen zu müssen – das waren 1000 Worte. Doch damit macht man sich nur das Leben schwer. Wenn es an einem Tag mal nicht klappt, widme ich mich anderen Dingen, bis die Kreativität wieder ruft. Bei Konzentrationsproblemen etc. hilft es mir meistens, wenn ich mich erde, im wahrsten Sinne des Wortes: Ich gehe dann raus und stürze mich in die Gartenarbeit. Manchmal sind es die ursprüngliche Erfahrungen wie der Kontakt mit Muttererde, das Wühlen in Blumenbeeten, das Zupfen von Unkraut – all das macht meinen Kopf wieder frei macht. Autoren sind oftmals recht kopflastig und schweben in ihren Welten, da benötigt es einen Ausgleich, dann funktioniert auch das Schreiben wieder.

Benötigst Du nach Beendigung eines Buches etwas Abstand um dich zu sammeln? Oder wie „verabschiedest“ Du dich von deinen Charakteren?
Im Gegenteil, ich bin stets erleichtert, wenn ein Buch fertig ist und die Charaktere flügge sind und ich ihnen ihren Haustürschlüssel übergeben kann, damit sie in ihre neues Zuhause einziehen können. Ich hoffe, sie fühlen sich allesamt dort pudelwohl – ich habe jedenfalls mein Bestes gegeben und viel Zeit und Kraft investiert, um die richtigen Teppiche und Tapeten auszusuchen und das Ambiente wohnlich herzurichten! Wenn ich an einem Buch dran bin, beschäftige ich mich sehr intensiv mit den Charakteren und ihren Gefühlen, ich durchlebe ihre Welten, es ist dann meist eine Erleichterung, wenn ich die Dinge zum Abschluss bringen und mir das ganze Gebilde von außen anschauen kann. Das Ergebnis ist nicht immer zufriedenstellend – hier und da findet man immer – immer! – noch etwas auszubessern: Risse in der Wand, ein Fleck auf dem Teppich, eine defekte Türklingel, Putz, der von der Decke rieselt. Aber man muss loslassen können, nur dann kann man sich einem neuen Projekt widmen. Aber ich genieße es, das fertige Buch nach einem Jahr erneut neu zu lesen, oftmals kommt mir der Roman dann wie eine fremde Welt vor.

Welcher Charakter liegt Dir besonders am Herzen?
Ach, ich liebe sie eigentlich alle, ohne große Unterschiede. Aber Maja steht mir persönlich sehr nahe, sie ist mir ans Herz gewachsen, weil ein großer Teil von ihr auch in mir steckt. Mein Held ist natürlich Sven – wer will nicht so einen Typen an seiner Seite wissen? Grrrr.

Welches Genre sagt Dir überhaupt nicht zu und welches würde Dich mal reizen?
Ich gebe es nur ungern zu, aber der Historische Roman ist nicht mein Faible. Ich lese das sehr ungern, schaue mir auch ungern Filme aus dieser Zeit an, mir liegt mehr das Hier und Jetzt der Gegenwart. Urban Fantasy würde mich reizen, aber nicht in der Form, in der das Genre im Moment mutiert, also nicht mit Gestaltwandlern, Vampiren und dergleichen. Ich denke da an eine Liebesgeschichte, in der die fantastischen Elemente in der realen Welt verankert und nicht immer positiver Natur sind. Etwas, wo sich der Charakter mit herumplagt, ein lästiges, vielleicht auch schmerzhaftes Übel, etwas, woran der Charakter wachsen kann.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, mit anderen Autoren ein Buch zu schreiben, wen würdest Du Dir dafür wünschen?
Ich glaube, davon lasse ich besser die Finger. Vom Hören-Sagen meiner Umgebung weiß ich, dass ich in der Entstehungsphase eines Buches meist unausstehlich bin, deswegen rate ich davon ab, mich als Co-Autorin für ein Buch zu wählen. Das Schreiben ansich ist ein einsamer Prozess, den ich aber auch sehr genieße – die Ruhe, das Alleinsein mit den eigenen Gedanken, das ist etwas sehr intimes als auch privates.

Welches Buch ist dein persönlicher Geheimtipp und welches Buch gehört deiner Meinung nach auf die Bestsellerliste?
Das gibt es sehr viele Bücher zu nennen. Erst kürzlich habe ich den zweiten Teil von Jennifer Robersons Karawanen Serie beendet. Der erste Teil heißt Die Karawane, der zweite Teil nennt sich Im Dämonenwald. Jennifer Roberson hat einen großartigen Schreibstil – detailliert, humorvoll, farbenprächtig und spannend. Ich kann es kaum erwarten, den dritten Teil zu lesen!

Noch einmal vielen Dank für dieses Interview!

(c) Sabrina R./kleinbrina