Rezension

[Kurzrezension] Zach Hines – Neun

Kurzbeschreibung
Neun Leben zu haben statt einem einzigen ist eine riesige Chance. Vor allem, wenn man durch jede Wiedergeburt ein bisschen schöner, klüger und besser wird. Julians Freunde können es gar nicht erwarten, die Schwelle zu ihrem jeweils nächsten Leben zu überschreiten. Doch Julian hat Angst. Seine eigene Mutter wurde in ihrem neunten Leben sehr merkwürdig und verschwand schließlich. Was, wenn einem in Wahrheit mit jedem Tod ein Stückchen vom alten Leben weggenommen wird? Als Julian doch den Sprung ins zweite Leben wagt, sieht er, dass er mit seinen Zweifeln nur allzu recht hat: Er kommt einer riesigen Verschwörung auf die Spur. Einer Verschwörung, die selbst für Menschen mit neun Leben tödlich ist… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Was würdest du tun, wenn du neun Leben hättest? Diese und andere Fragen thematisiert „Neun“ von Zach Hines und bringt dabei nicht nur jede Menge Spannung mit sich, sondern auch einige skurrile Momente, die mich wirklich gut unterhalten haben.

Zunächst war ich ein wenig skeptisch, da ich befürchtet habe, dass die Auflösung hierbei zu schnell passieren könnte und die Geschichte somit stets vorhersehbar ist, allerdings ist dem nicht so. Zach Hines hat eine interessante und spannende Geschichte geschaffen, die sich flüssig und leicht lesen lässt. Die Figuren sind dagegen reine Geschmackssache. Einige fand ich sehr sympathisch und gut ausgearbeitet, andere waren dagegen vom Autor komplett überzeichnet, was ein wenig schade ist, da hier mehr drin gewesen wäre.

In „Neun“ geht es nicht nur darum, wie leichtsinnig die Menschen heutzutage mit ihrem Leben umgehen und wie schnelllebig stellenweise alles verläuft, sondern auch die Hinterfragung, was es mit den neun Leben zu tun hat, welchen Sinn diese haben und warum so viele Menschen ihre Chancen auf ein normales, sicheres Leben nicht nutzen. So gibt es besonders bei den Jugendlichen viele sogenannte Auslöschungsparties, bei denen man möglichst spektakulär sterben möchte. Mal ertrinkt man, mal erschießt man sich, mal betrinkt man sich so sehr, dass man an einer Alkoholvergiftung stirbt – je spektakulärer man stirbt, desto höher steigt man bei anderen im Ansehen. Dies ist zwar einerseits sehr makaber und lässt einen immer wieder mit dem Kopf schütteln, andererseits ist es allerdings doch sehr interessant, welche Ideen der Autor hierbei ausgearbeitet hat. Auch die Erklärung des Sinns ist sehr interessant, spannend umgesetzt und bringt eine gewisse Tiefe mit sich, die ich im Vorfeld nicht erwartet habe.

Somit ist „Neun“ insgesamt eine spannende und gut ausgearbeitete Geschichte mit einer interessanten Thematik und der Frage nach dem Sinn des Lebens. Zwar sind die Figuren stellenweise sehr anstrengend und besitzen noch deutlich Luft nach oben, allerdings hat mich dies während des Lesens nur selten gestört. Aufgrund dessen kann ich nur eine Empfehlung aussprechen!