Rezension

Steffi von Wolff – Das kleine Appartment des Glücks

Kurzbeschreibung
Jetzt fängt das Leben richtig an! Endlich hat Nicole den Schulabschluss in der Tasche – nun will sie so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen. Gemeinsam mit ihren besten Freundinnen Julia, Saskia und Kim gründet sie eine WG, für die es eine goldene Regel gibt: »Keine Männer, keine Probleme.« Schließlich ist der Alltag in einer reinen Mädels-Bude schon chaotisch genug. Aber wie lange werden die vier sich an ihre guten Vorsätze halten … und wo kommen eigentlich die kleinen Wildschweine her, die plötzlich ungebremst durch die Wohnung rasen? ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich Bücher von Steffi von Wolff bereits seit Jahren gerne zwischendurch lese und es mal wieder Zeit für eine Geschichte von ihr war, fiel meine Wahl auf „Das kleine Appartment des Glücks“. Aufgrund der Kurzbeschreibung waren meine Erwartungen hoch und ich muss sagen, dass mich das Buch auf seine ganz eigene Art und Weise überzeugen konnte.

Wer bereits ein oder mehrere Bücher von der Autorin gelesen hat, weiß, dass der Schreibstil stellenweise durchaus anstrengend sein kann, denn Steffi von Wolff arbeitet sehr gerne mit Dialekten, Akzenten und Dialogen, die begeistern, aber auch sehr nerven können. Dennoch liest sich die Geschichte leicht und flüssig, sodass ich diese in einem Rutsch gelesen habe.

Auch die Figuren sind stellenweise sehr schwierig. Zwar sind alle ausreichend und liebevoll von Steffi von Wolff ausgearbeitet worden, allerdings werden diese häufig so überspitzt dargestellt, dass es schon fast weh tut. Besonders Nicole und ihre drei Freundinnen Julia, Saskia und Kim sind Paradebeispiele dafür, dass man eine Hassliebe zu Figuren aufbauen kann. Nicole z.B. lässt sich mal eben 7 cm Silikon unter die Füße spritzen, damit sie groß genug für die Polizeischule ist. Kim dagegen sammelt Brautkleider, für den Fall, dass sie ihren Traummann in naher Zukunft kennen lernt und quasi vom Fleck weg heiratet. Die Figuren sind nicht nur oftmals sehr naiv, sondern besitzen so viele Macken, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. So unterschreiben die vier jungen Frauen nicht nur ungelesen einen Mietvertrag, sondern halten es nicht einmal nötig, sich die Wohnung vorher anzuschauen.

In „Das kleine Appartment des Glücks“ erlebt man aber nicht nur den Einzug der Mädels in die WG, sondern auch ihren Weg zum Erwachsenwerden. So bereiten sich alle nach dem Abitur aufs Studium und die Ausbildung vor, lernen neue Freundschaft, aber auch Männer kennen und müssen sich plötzlich mit alltäglichen Dingen wie kochen, putzen oder einkaufen auseinandersetzen, die bislang immer ihre Eltern übernommen haben.

Ich muss zwar zugeben, dass ich das Buch auf seine ganz eigene Art und Weise sehr anstrengend fand, allerdings konnte es mich durchaus unterhalten, denn das Zusammenspiel mit den Figuren und den oftmals unvorhersehbaren Situationen sind durchaus für den ein oder anderen Schmunzler gut.

Weniger überzeugen kann mich dagegen das Cover, das zu altbacken wirkt. Hier hätte ich mir ein frischeres, jugendlicheres Cover gewünscht, was aber wie immer Geschmacksache ist. Die Kurzbeschreibung liest sich dagegen interessant und unterhaltsam, sodass diese direkt mein Interesse wecken konnte.

Kurz gesagt: „Das kleine Appartment des Glücks“ ist aufgrund der Figuren zwar oftmals sehr anstrengend, aber auch mindestens genauso unterhaltsam, sodass ich das Ebook gern gelesen habe. Dies ist zwar kein Kracher, aber dennoch für einen verregneten Nachmittag gut geeignet.