Rezension

Abbi Glines – In Sehnsucht vereint (Once She Dreamed #1)

Kurzbeschreibung
In Sammy Jos kleiner Heimatstadt in Alabama hat alles seine Ordnung: Niemand zieht weg, geheiratet wird untereinander, man bekommt Kinder und lässt sich in seinem Reihenhäuschen nieder. Doch Sammy Jo will etwas anderes. Seit sie denken kann, möchte sie hinaus in die Welt, mehr sehen, mehr erleben. Nur hat sie keine Ahnung, wie sie das anstellen soll, denn sie arbeitet Tag für Tag in der Bäckerei und ihre Mutter findet den Lebensentwurf mit heiraten, in der Nähe bleiben und Kinder kriegen perfekt für sie!
Alles ändert sich, als Hale Christopher Jude durch die Tür spaziert: Er verkörpert alles, wovon sie träumt – doch Sammy Jo übersieht, dass Dinge manchmal anders sind, als sie scheinen…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Da ich ein großer Fan von Abbi Glines bin und ihre Geschichten bislang immer sehr gemocht habe, habe ich mich schon sehr auf ihre neueste Novella „In Sehnsucht vereint“, den Auftakt der „Once She Dreamed“-Dilogie, gefreut. Leider entpuppte sich die Geschichte als große Enttäuschung, denn ich konnte mit den Figuren leider rein gar nichts anfangen.

Selbst der sonst so von mir gelobte Schreibstil konnte nicht bei mir punkten, denn die Geschichte liest sich altbacken, bringt viel zu viele Wiederholungen mit sich und auch die Figuren und Dialoge wirken leider alles andere als gut ausgearbeitet. Würde man es nicht besser wissen, könnte man glatt denken, dass die Geschichte in den fünfziger oder sechziger Jahren spielt, allerdings spielt die Geschichte tatsächlich in der Gegenwart, was mich sehr abgeschreckt hat, da es für mich gar nicht zur heutigen Zeit passt. Dies ist einfach nicht der Schreibstil, den ich sonst von der Autorin gewohnt bin.

Auch die Figuren konnten nicht bei mir punkten. Sammy Jo müsste mit ihren achtzehn, fast neunzehn Jahren eigentlich ein selbständiges Leben führen können, doch sie richtet ihr Leben meistens komplett nach ihrer Mutter, die das sagen hat. Sammy Jo darf nur mit ihren Freunden rausgehen, wenn ihre Mutter es erlaubt, sie muss in der Bäckerei arbeiten, darf aber dort nur essen, was ihre Mutter ihr anreicht und allgemein scheint sie kein eigenes Leben zu haben. Während andere in ihrem Alter bereits ans Heiraten und Kinderkriegen denken, weil das in ihrem Ort in Alabama so üblich ist, hat Sammy Jo ganz andere Ziele, denn sie will unbedingt die Welt sehen und raus aus dem Ort, was auch der Grund ist, weshalb sie sich auf keinen Mann aus Alabama einlassen möchte.

An sich ist das eine gute Einstellung, wenn Sammy Jo dabei nicht so wahnsinnig arrogant wäre und alle anderen, auch ihre Freunde, für eine andere Meinung nur belächelt. Gleichzeitig wird auch ständig angemerkt, dass Sammy Jo das hübscheste Mädchen im Ort ist, sie es selbst aber nicht so sieht. Wieso man dies hier immer und immer wieder erwähnen musste, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft, da es letztendlich unwichtig ist.

Die ganze Geschichte ist letztendlich darauf ausgelegt, dass Sammy Jo aus dem Ort raus möchte, ob mit Mann oder ohne ist ihr dabei fast schon egal, solange sie der Hölle Alabama entkommen kann. Hier wäre es deutlich schöner gewesen, wenn Abbi Glines nicht mit der Holzhammermethode gearbeitet hätte, sondern sowohl den Figuren als auch dem Setting und besonders dem Schreibstil noch einmal einen Feinschliff verpasst hätte.

Die Covergestaltung ist dagegen wunderschön und ist auch das einzige Element an diesem Buch, was modern wirkt. Die Kurzbeschreibung liest sich vielversprechend, sodass ich die Geschichte unbedingt lesen wollte. Schade, dass der Inhalt letztendlich dann doch nicht überzeugen konnte.

Kurz gesagt: Obwohl ich Abbi Glines bislang immer sehr gerne gelesen habe, hat mich „In Sehnsucht vereint“, der Auftakt der „Once She Dreamed“-Dilogie, bitter enttäuscht. Der Schreibstil wirkt altbacken, die Figuren sind unsympathisch und auch sonst habe ich den typischen Stil von Abbi Glines sehr vermisst. Sehr schade, hier wäre mehr drin gewesen.

Reihenfolge
In Sehnsucht vereint
Für immer verliebt (2. Mai 2018)

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