Rezension

Axel Ranisch – Nackt über Berlin

Kurzbeschreibung
Jannik und Tai, von ihren Mitschülern liebevoll Fetti und Fidschi genannt, sind zwei ganz normale Sechzehnjährige. Bis sie eines Tages ihren Rektor sturzbetrunken auf der Straße auflesen und in seiner eigenen Wohnung einsperren. Aus dem Scherz wird schnell eine handfeste Entführung. Tai genießt es, »Gott« zu spielen und zwingt den Lehrer zu einem Seelenstriptease.
Ein Höllentrip für Jannik, der schnell bemerkt, dass Tai seine zarte Verliebtheit nur ausnutzt. Er muss handeln…
~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung – WERBUNG)

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Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass ich an „Nackt über Berlin“ zunächst gar keine Erwartungen hatte, da ich mir anfangs nicht sicher war, ob mir das Buch gefallen könnte. Je mehr ich jedoch in die Geschichte hineingefunden habe, umso größeren Spaß hatte ich an der Geschichte und habe hier eine unterhaltsame, teilweise erschreckende, aber auch nachdenklich stimmende Geschichte vorgefunden.

Zugegeben: An den oftmals recht ordinären und saloppen Schreibstil musste ich mich zunächst gewöhnen, allerdings ist dieser dennoch in Ordnung, da es gut zu den jeweiligen Figuren passt. Die Geschichte liest sich leicht und flüssig und auch die Figuren sind gut ausgearbeitet, sodass man diese ausreichend kennen lernt. Erzählt wird die Geschichte hierbei abwechselnd aus der Sicht des 16-jährigen Jannik und dessen Schuldirektor Jens Lamprecht.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt und handelt von den Schülern Jannik und Tai, zwei gute Freude, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können. Während Jannik homosexuell ist, sich allerdings noch nicht geoutet hat und auf klassische Musik steht, ist Tai immer mit der Kamera unterwegs und filmt alles und jeden, der ihm unter die Nase kommt. Als die beiden eines Tages zufällig ihren Schuldirektor entdecken, der im angetrunkenen Zustand recht hilflos wirkt, entscheiden sich die beiden Schüler kurzerhand den Lehrer in seine Wohnung zu bringen.

Doch aus dem „einfachen in die Wohnung bringen“ wird schnell mehr und der Direktor wird in der eigenen Wohnung von de beiden Schülern gefangen gehalten. Was anfangs wie ein lockerer Streich erscheint, entpuppt sich immer mehr zu einem Verbrechen, das bei allen Figuren seine Spuren hinterlässt…

Obwohl die Geschichte hier oftmals ungeahnte, skurrile und witzige Momente besitzt, hat sie mich dennoch auch oft zum Nachdenken angeregt. Dies liegt besonders an den Figuren, die mich begeistern konnten. Ich fand sie zwar nicht immer sympathisch, allerdings empfand ich sie als sehr interessant, habe vieles hinterfragt und gleichzeitig viele Antworten bekommen, sodass ich definitiv mit ihnen warm wurde und eine interessante Coming-of-Age-Geschichte vorfinden durfte.

Die Covergestaltung ist ein absoluter Eyecatcher und eine tolle Metapher für die Geschichte. Die Kurzbeschreibung liest sich ebenfalls gut und fasst das Wichtigste zusammen, sodass es hier absolut nichts zu meckern gibt.

Kurz gesagt: „Nackt über Berlin“ ist eine interessante, skurrile, aber auch nachdenklich stimmende Coming-of-Age-Geschichte, die mir sehr gefallen hat und mich trotz anfänglicher Skepsis überzeugen konnte. Ich kann die Geschichte somit nur jedem Leser ans Herz legen.

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Ein Kommentar zu „Axel Ranisch – Nackt über Berlin

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