Rezension

Laura Wohnlich – Sweet Rotation


Kurzbeschreibung
Der plötzliche Tod ihrer Mutter hat eine nachhaltige Wirkung auf die 19-jährige Anna. Sie muss endlich das Projekt Erwachsenwerden in Angriff nehmen. Aber Anna sucht nicht nur einen Job. Sie sucht einen Platz in der Welt. Anna ist zerbrechlich und mutig zugleich. Sie ist desillusioniert und bereit, bis an ihre Grenzen zu gehen – und darüber hinaus. Sie wird Escortgirl. In ihrem neuen Leben spielen biedere Zahnärzte Nebenrollen und ein durchgedrehter Künstler die Hauptrolle. Bis Nelson auf den Plan tritt. Seine Augen haben die Farbe von Waldpfützen, sie sind undefinierbar und schön. Ja, Anna hat sich verliebt. Doch ist das die Lösung für ihre Probleme? ~ Quelle

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Meine Meinung
„Sweet Rotation“ gehört zu der Sorte Buch, die ich unbedingt mögen wollte. Da mir die Leseprobe gut gefallen hat, hatte ich hohe Erwartungen und die Hoffnung, dass das Buch ein echter Kracher werden könnte. Leider war ich dann am Ende doch ein wenig enttäuscht, da das Buch dann letztendlich doch nicht so meins war.

Was den Schreibstil angeht, so kann man der Autorin nichts vorwerfen, denn die Geschichte liest sich nicht nur sehr angenehm, sondern auch trotz der manchmal doch recht schwermütigen Thematik erstaunlich humorvoll. Das Problem war für mich eher die Protagonistin Anna, mit der ich leider bis zum Schluss nicht warm wurde. Ich hätte gerne so viel mehr mit ihr mitgelitten und sie auf ihrem Weg begleitet, aber irgendwie war sie mir stets zu distanziert, hat sich zu wenig weiterentwickelt und war manchmal auch nicht immer authentisch, sodass es mir doch schwer gefallen ist, mich mit ihr anzufreunden.

Anna muss mit gerade einmal neunzehn Jahren den plötzlichen Tod ihrer Mutter verarbeiten. Dabei bekommt sie weder großartig finanzielle Unterstützung, noch den Halt ihres Vaters, der ihr absolut keine Hilfe ist. Da sie mit ihrem Leben allgemein überfordert ist und sich bislang nie großartig mit dem Leben eines Erwachsenen beschäftigt hat, kommt für sie auch kein normaler Beruf in Frage, um ihr Leben zu finanzieren. So entscheidet sie sich dafür als Escortgirl zu arbeiten und bekommt es so mit verschiedenen Menschen zu tun, die jedoch nie wirklich wichtig für ihr Leben sind, bis sie auf Nelson trifft, in den sie sich direkt verliebt. In ihn sieht sie direkt die Lösung aller Probleme, allerdings muss auch sie feststellen, dass eine Beziehung nicht unbedingt einen Menschen mit Problemen, Sorgen und Ängsten von allein heilen kann…

An sich besitzt die Geschichte viele gute Ideen und Ansätze, das Problem ist jedoch, dass mir manches zu überdreht war. Sicherlich wird es auch Menschen wie Anna geben, die nicht viel wert auf Erwachsensein und Verpflichtungen legen, allerdings hat sie meiner Meinung nach schon zu viel erleben müssen, um sich so zu verhalten, wie sie es teilweise macht. Ich fand sie stellenweise zwar authentisch, aber auch viel zu überzogen, was auch leider für alle anderen Figuren ebenfalls gilt.

Das Cover ist schlicht, aber durchaus passend, denn hier hätte ein zu vollgepacktes oder gar buntes Cover absolut keinen Platz gehabt. Die Kurzbeschreibung ist gelungen und hat mich direkt neugierig gemacht, sodass ich der Geschichte sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: Auch wenn „Sweet Rotation“ letztendlich nicht das Buch war, was ich erwartet habe, wurde ich dennoch oftmals zum Nachdenken angeregt und gleichzeitig unterhalten. Es wird zwar nie mein Lieblingsbuch und konnte mich auch nie ganz in den Bann ziehen, allerdings sollte man dennoch dem Werk eine Chance geben, wenn man sich mit komplexen und oftmals desillusionierten Figuren anfreunden kann.

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Ein Kommentar zu „Laura Wohnlich – Sweet Rotation

Meinung? Immer her damit. :)

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