Rezension

Caitlin Moran – All About a Girl


Kurzbeschreibung
England 1990, die Happy Mondays sind in den Top of the Pops, Margaret Thatchers Regierungszeit neigt sich dem Ende zu, und das Land ächzt unter der Arbeitslosigkeit: Wie soll man bloß in einer Sozialsiedlung in Wolverhampton inmitten einer chaotischen Familie erwachsen werden – mit einem Vater, der seit zwanzig Jahren von einer Karriere als Rockstar träumt und einer Mutter, die, obwohl sie schon drei Kinder hat, eine erneute Schwangerschaft bis zum Geburtstermin als Magenverstimmung deutet? Reicht Johanna Morrigans Trickkiste aus schwarzem Eyeliner, Doc Martens, derben Sprüchen, einem wilden Partystil und einem immensen Wissen über angesagte Popmusik aus, um sich neu zu erfinden, endlich Sex zu haben und die Familie aus der Misere zu retten? ~ Quelle

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Meine Meinung
Ich bin ein Kind der frühen achtziger Jahre und habe somit die neunziger Jahre sehr bewusst mitbekommen. Was passt da also besser, als eine Geschichte, die nicht nur in England, sondern auch in neunziger Jahren spielt? Aufgrund der Kurzbeschreibung wurde ich sehr neugierig und wollte „All About a Girl“ dementsprechend gern lesen.

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht ganz so sicher, was ich von der Geschichte halten soll, denn einerseits finde ich die Geschichte zwar interessant, andererseits konnten mich die Figuren aber leider gar nicht von sich überzeugen. Man muss der Autorin zwar hoch anrechnen, dass sie hier interessante und auch heute noch stellenweise brandaktuelle Themen bestens beschreibt, allerdings wollte bei mir der Funke nie so ganz überspringen, sodass ich mich nicht vollständig auf die Geschichte einlassen konnte. Dazu kommt, dass der Schreibstil doch oftmals knallhart ist und sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, denn die Autorin schreibt sehr salopp und schonungslos und scheut sich auch nicht, ein eher verpöntes Thema anzusprechen.

Die 14-jährige Johanna und ich wollten einfach nicht zueinander finden, denn sie blieb für mich bis zum Schluss nicht greifbar, sodass ich weder mit ihr mitfühlen, noch nie sonderlich ins Herz schließen konnte. Vielmehr habe ich ihren Lebensweg oftmals mit einem Schulterzucken verfolgt, da wir wohl einfach zu verschieden sind und ich mich so gar nicht in sie hineinversetzen konnte. Bereits mit vierzehn Jahren dreht sich bei ihr viel um die Sexualität und hat bereits jetzt in der Hinsicht sehr viele Phantasien und Wünsche.

Wer jetzt aber hier ein typisches Jugendbuch erwartet, bei dem es darum geht, den Traumprinzen zu finden, der – selbstverständlich – für immer bei einem bleibt, der wird enttäuscht sein, denn hier geht es um das nackte Leben: Ungeschönt, manchmal sehr direkt und somit konnte mich die Geschichte dennoch das ein oder andere Mal zum Nachdenken anregen.

Hier geht es vielmehr um das Leben an sich, ums Erwachsenwerden und um den Platz, den man im Leben noch finden muss. Johanna lebt mit ihren Eltern in einer Sozialwohnung, ihre Eltern sind eher untypische Eltern und leben alten Träumen nach. Dadurch stehen Johanna und ihre Geschwister oftmals im Hintergrund, sodass sie noch nicht zu sich selbst gefunden haben. Das Leben in den Neunzigern wird dagegen gut beschrieben und ich konnte mich an vieles, was hierbei angedeutet wurde, noch erinnern, sodass sich sicherlich der ein oder andere Leser mit dem Buch verbunden fühlen könnte.

Auch wenn ich die Geschichte hier zum Teil lobe, konnte ich mich dennoch nie mit ihr anfreunden, denn ich habe hier mit etwas vollkommen anderen nicht gerechnet. Nicht zwingend mit einem typischen Jugendbuch, sondern eher mit einer Geschichte, die nicht so salopp und oftmals knallhart beschrieben wird. Ich denke aber, dass Leute, die einen solchen Schreibstil bevorzugen, großen Spaß an der Geschichte haben dürften.

Das Cover ist sehr schön anzusehen und besticht mit tollen Farben, sodass es für mich ein absoluter Hingucker ist. Auch die Kurzbeschreibung ist sehr gelungen und fasst die Geschichte schon gut zusammen.

Insgesamt kann man sagen, dass „All About a Girl“ ein netter Roman ist, der mich allerdings von den Figuren her leider nicht begeistern konnte. Die Geschichte ist zwar schnell zu lesen und hat auch den ein oder anderen skurrilen Moment parat, allerdings muss ich insgesamt sagen, dass ich wohl nichts verpasst hätte, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Dennoch sollten Fans der neunziger Jahre dem Buch eine Chance geben.

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Ein Kommentar zu „Caitlin Moran – All About a Girl

Meinung? Immer her damit. :)

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