Rezension

Timothy Stahl – Haus der stillen Schreie


Kurzbeschreibung
Louisiana, USA: Vor Jahren kehrten Daniel und Kenny ihrem Elternhaus den Rücken, und keinen der beiden Brüder zog es je wieder dorthin zurück. Aber nun zwingt sie der brutale Tod ihres Vaters heimzukommen: Sie müssen den Nachlass regeln und wollen das große, abgeschiedene Haus verkaufen.
Beim Aufräumen stoßen sie auf Spuren mysteriöser Geschehnisse, die sich offenbar während ihrer Kindheit ereigneten, ohne dass sie selbst auch nur etwas davon ahnten. Und ihr Vater kam tatsächlich auf noch grausamere Weise ums Leben, als es zunächst den Anschein hatte… Für Daniel und Kenny beginnt eine dunkle Reise in die Vergangenheit: Wer war ihr Vater wirklich? Welche blutige Schuld hat er auf sich geladen? Und wer lässt die Söhne nun so teuflisch dafür büßen?
~ Quelle

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Meine Meinung
Kurzgeschichten sind bei mir stets gern gesehen, denn ich liebe einfach eine solche Geschichte zwischendurch, ehe ich ein anderes, deutlich umfangreicheres Buch beginne. „Haus der stillen Schreie“ hat mich hierbei zunächst durch sein Cover angesprochen, das mir sehr gut gefallen hat, von daher habe ich diesem Ebook sehr gerne eine Chance gegeben.

Timothy Stahl benutzt bei seiner Geschichte eine sehr eindringliche Sprache, die zwar stellenweise etwas salopp ist, sich aber ansonsten sehr gut und flüssig lesen lässt. Dazu wird das Haus, dessen Umgebung und ganz besonders die Kellerräume sehr detailliert beschrieben, sodass ich oftmals das Gefühl hatte, als stünde ich direkt neben Daniel und Kenny. Gleichzeitig weiß die Geschichte auch sehr gut zu überraschen, denn nach dem ersten Abschnitt dachte ich zunächst, dass der Tod rund um den Vater abgeschlossen ist und nun jeder sein Leben weiterlebt, aber da habe ich mich mächtig getäuscht, denn ab der Mitte scheint die Geschichte erst richtig los zu gehen.

Die Figuren sind ebenfalls gut ausgearbeitet und man lernt diese für eine Kurzgeschichte mit gerade einmal knapp einhundert Seiten sehr gut kennen. Daniel ist eher der ruhigere Typ, der vor Jahren sein Elternhaus verlassen hat, um sein Medizinstudium zu beginnen und später als Arzt in einem Krankenhaus zu arbeiten. Kenny, der um keinen einzigen Spruch verlegen ist, hat ebenfalls sehr früh das Elternhaus verlassen, um Lehrer zu werden. Während es Daniel jedoch eher um die Karriere ging, wollte Kenny zunächst einfach nur weg aus der verhassten Villa, in der er von seinem Vater nie akzeptiert wurde. Auch die ungleichen Brüder kommen nicht unbedingt gut miteinander aus, da Kenny all seine Wut und seinen Frust immer an Daniel ausgelassen und diesen sogar schon einmal vom Dachboden gestoßen hat, nur um eine gewisse Macht auszuüben. Es ist von daher kein Wunder, dass die Brüder auch nach dem Tod des Vaters nur sehr zögerlich aufeinander zu gehen.

Das Ende hat mir hierbei besonders gut gefallen. Dies war kurz, knackig und voller Schockmomente, die mir eine Gänsehaut beschert haben. Dazu wurden nahezu alle offenen Fragen beantwortet und jede wichtige Figur kam noch einmal zu Wort, sodass der Autor hier einen spannenden und schockierenden Abschluss gefunden hat. Hier bin ich auch der Meinung, dass die Geschichte auch sehr gut mit zweihundert oder dreihundert Seiten sehr gut funktioniert hätte.

Das Cover fand ich von Anfang sehr gut, da dies eine bedrückende Atmosphäre schafft und sehr gut zur Geschichte passt. Die Kurzbeschreibung finde ich dagegen nur teilweise gelungen, denn hier wurde mir ein bisschen zu viel vorweg genommen.

Insgesamt ist „Haus der stillen Schreie“ eine sehr gute und spannende Kurzgeschichte, die Horror und Thriller bestens miteinander vereint und für Gänsehautmomente sorgt. Wer mal wieder Lust auf eine knackige Kurzgeschichte hat, sollte dieser Geschichte durchaus eine Chance geben. Empfehlenswert!

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2 Kommentare zu „Timothy Stahl – Haus der stillen Schreie

Meinung? Immer her damit. :)

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