Rezension

Mirjam H. Hüberli – Ewig und eine Stunde

Kurzbeschreibung
Es ist ihr drittes Jahr in Paris – der Stadt der Liebe, wenn auch nicht für Geneviève. Bis sie eines Tages anfängt Botschaften zu finden. Auf Kaffeebechern, Parkbänken und in den Augen eines jungen Mannes, den sie nie zuvor gesehen hat. Aber der sie zu kennen scheint. ~ Quelle

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Meine Meinung
Da Kurzgeschichten bei mir immer gut ankommen und ich Carlsens neuestes Label „Bittersweet“ sehr interessant finde, musste ich unbedingt sämtliche Kurzgeschichten haben und selbstverständlich auch lesen. Nachdem ich bereits die Kurzgeschichte von Tanja Voosen gelesen habe und begeistert war, musste Mirjam H. Hüberlis Geschichte „Ewig und eine Stunde“ direkt folgen. Diese hat mir trotz kleinerer Schwächen ebenfalls gut gefallen.

Mirjam H. Hüberli besitzt einen sehr angenehmen Schreibstil, der dafür sorgt, dass man sich sofort wohlfühlt und mittendrin im Geschehen ist. Die Dialoge sind flüssig, zum Teil kitschig, zum Teil romantisch. Die Figuren sind zudem sehr gut ausgearbeitet, sodass man sie trotz der Kürze von knapp achtzig Seiten gut kennen lernt. Als Kritikpunkt muss jedoch gesagt werden, dass die Geschichte schon recht früh vorhersehbar ist, als kleine Stichworte bereits am Anfang der Geschichte in den Raum geworfen wurden, die für den weiteren Verlauf fast schon zu viel verraten haben. So denkt Geneviève untere anderem daran, ihre Katze zu füttern, obwohl sie keine besitzt.

Mit Geneviève lernt man eine sehr liebenswürdige und sympathische Figur kennen, die zwar ab und zu durch den Wind ist, jedoch immer authentisch wirkt. Sie lebt mitten in Paris und hat den Eiffelturm immer im Blick, wohnt allein in ihrer großen, neuen Wohnung und fühlt sich einsam. Stellenweise kommt es fast so vor, als wäre sie auch nach drei Jahren in der Stadt der Liebe nie so ganz angekommen, sodass sie eine gewisse Melancholie ausstrahlt. Als sie dann wieder Nash begegnet, spürt sie ein Kribbeln, das sie zuvor noch nicht in ihrem Leben erlebt hat. Sie empfindet eine solche Vertrautheit ihm gegenüber, obwohl sie ihn zuvor noch nie gesehen hat – oder etwa doch?

Die Liebesgeschichte fand ich stellenweise schon fast zu vorhersehbar, was ich ein wenig schade finde. Die Auflösung ist zwar an sich stimmig und lückenlos, allerdings hätte ich etwas mehr Spannung deutlich schöner gefunden. Außerdem wurde hierbei mit einigen Klischees gespielt, was ich zwar in Ordnung finde, allerdings war es mir zum Teil dann doch etwas zu kitschig.

Das Cover wirkt auf den ersten Blick relativ schlicht, je mehr man sich jedoch drauf konzentriert, desto mehr Details erkennt man. Besonders die Uhr passt nicht nur gut zum Buchtitel, sondern auch zur Geschichte selbst. Die Kurzbeschreibung wusste ebenfalls zu überzeugen, sodass ich dieses Ebook unbedingt lesen musste.

Insgesamt hat mir „Ewig und eine Stunde“ trotz kleinerer Schwächen gut gefallen, sodass ich diese Geschichte nur empfehlen kann. Wer außerdem ein Liebhaber von Paris ist und auch nichts gegen ein wenig Kitsch einzuwenden hat, wird mit dieser Kurzgeschichte sicherlich seine wahre Freude haben.

Ein Kommentar zu „Mirjam H. Hüberli – Ewig und eine Stunde

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