Rezension

Craig Silvey – Liam und das Amulett

Kurzbeschreibung
Liam McKenzie ist zwölf Jahre alt und DER MASKIERTE RÄCHER – ein Superheld mit unfassbaren Kräften. Irgendwann wird er ganz bestimmt die Welt retten. Bis es so weit ist, patrouilliert Liam jeden Abend auf der kleinen Wohnstraße in Begleitung seines Hundes Richie der Powerbeagle und bewahrt die Anwohner der Franklin Street vor Schwierigkeiten. Doch dann bekommt Liam eine Aufgabe, für die ganz andere Superkräfte nötig sind… ~ Quelle

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Meine Meinung
„Liam und das Amulett“ hab ich eher durch Zufall entdeckt und war zunächst ein wenig skeptisch. Da mich aber besonders das Cover sehr angesprochen hat, wollte ich dem Buch dennoch eine Chance geben und bin mittlerweile froh darüber, denn trotz einiger kleinerer Schwächen wurde ich von der Geschichte unterhalten.

Die wohl größte Schwäche ist in diesem Buch der Schreibstil. Diesen empfand ich als viel zu einfach und passte stellenweise auch gar nicht zum Inhalt. Obwohl die Geschichte anhand der Kurzbeschreibung wie ein Kinderbuch klingt, steckt doch sehr viel mehr dahinter, denn hier werden bisherige Entscheidungen im Leben hinterfragt und über kaputte Ehen philosophiert. Die Art und Weise, wie besonders über das Thema Ehe und Verlust geschrieben wurde, hat mir sehr zugesagt und mich zum Nachdenken angeregt, Problem ist nur, dass viele Gedanken dabei für Kinder nicht unbedingt nachvollziehbar sein könnten. Andere Dinge, die in dem Buch thematisiert werden, wie z.B. Liams Heldenkleidung, seine Schwäche für Energien und sein Verhalten außerhalb seines Helden-Gimmicks wurde mir dagegen viel zu einfach dargestellt und ich hätte mir dabei etwas mehr Anspruch gewünscht. Gut gefallen haben mir dagegen die Dialoge und die Beschreibung der Charaktere.

Mit dem 12-jährigen Liam lernt man einen Jungen kennen, der seinen Platz im Leben anscheinend noch nicht gefunden hat. Er tarnt sich nachts als Superheld und bewacht die Nachbarschaft, viele Freunde scheint er nicht zu haben, da das Thema mit keiner Silbe angesprochen wird. Gleichzeitig scheint er als Scheidungskind sehr viel allein zu sein, da er sich in seiner Freizeit fast ausschließlich mit Edelsteinen, Energien, Physik und Superhelden beschäftigt. Sein treuer Freund ist Richie, ein Beagle, der ihn auf seinen nächtlichen Streifzügen begleitet. Joan, eine Nachbarin, die Liam besonders am Herzen liegt, ist mit ihrem Leben zutiefst unglücklich, da sie sich mit ihrem Mann ständig streitet und sich zu wenig um sich selbst kümmert. Als Liam ihr anonym ein Bernstein-Amulett zukommen lässt, damit dieser ihr Kraft gibt, entwickelt sich nach und nach ein interessantes Gespräch zwischen den beiden Protagonisten und man stellt fest, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als man bislang angenommen haben.

So gut die Geschichte an sich auch ist, so wenig mag sie tatsächlich in ein Genre passen oder auf eine bestimmte Zielgruppe angesetzt sein. Auf der einen Seite ist es ein Buch für Kinder, auf der anderen Seite auch für Erwachsene, da über das Leben philosophiert wird, womit eher jüngere Leser eventuell (noch) nichts mit anfangen können. Gleichzeitig war ich mir bis zum Schluss nicht sicher, ob es die Geschichte in der Gegenwart spielt oder ob Liam sich als Erwachsener an „die gute, alte Zeit“ zurückerinnert. Hierbei muss wohl jeder für sich seine ganz eigene Antwort finden.

Das Cover gefällt mir unglaublich gut, da es an alte Kinoposter aus den fünfziger und sechsziger Jahren erinnert. Allerdings kann das Cover auch ein wenig in die Irre führen, denn ich habe nur anhand des Covers zunächst an einen Krimi gedacht. Die Kurzbeschreibung ist dagegen gelungen und hat mich direkt neugierig gemacht.

Insgesamt hat mir „Liam und das Amulett“ trotz des recht einfachen Schreibstils gut gefallen, sodass ich mit Sicherheit irgendwann ein weiteres Buch des Autors lesen werde. Wer also mal wieder Lust auf eine kurzweilige Kurzgeschichte hat oder gerne Geschichten zu Superhelden liest, wird mit diesem Buch sicherlich seine Freude haben.

2 Kommentare zu „Craig Silvey – Liam und das Amulett

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