Rezension

Anna Gold – Verpissimo

Kurzbeschreibung
Italienische Sprachkenntnisse sind nur eine Frage der Einstellung Auswandern nach Italien! Nix hält Dana und ihre allerbeste Freundin Mel in Deutschland: Ihre Jobs sind ätzend, ihre Freunde (Käfer-Klaus und Mickey) betrügerisch beziehungsweise Muttersöhnchen. Kurzentschlossen investiert Mel in eine Villa im Piemont, die ihr der italienische Makler am Telefon ans Herz gelegt hat. Eine Frühstückspension ist angedacht. Nur: Der schrullige Vorbesitzer (Müll-Mastro, die Altlast) weigert sich auszuziehen. Zahlende Gäste kommen entweder gar nicht oder sind Rocker. Oder Grufties. Meer ist weniger, und was um alles in der Welt ist die Kottize Fischikale? Die Freundinnen sind mittendrin im dolce vita für Hartgesottene inklusive italienischer (Alb-)Traummänner… ~ Quelle

Hier kann das Buch gekauft werden!

__________________________________________________________

Meine Meinung
„Verpissimo!“ gehört zu den Büchern, die ich in diesem Jahr unbedingt lesen wollte, da es mir sowohl von Buchhändlern, als auch von anderen Bloggern empfohlen wurde. So ein Buch, dass so hochgelobt wird, müsste mir doch eigentlich gefallen, oder? Tja, es war nun wirklich nicht schlecht, stellenweise sogar recht unterhaltsam, aber dennoch wurde ich am Ende mit der Geschichte einfach nicht warm, sodass ich für dieses Buch eigentlich nur ein Wort übrig habe: Nett!

Über den Schreibstil kann ich eigentlich nicht meckern, denn die Geschichte hat sich sehr schnell und leicht gelesen, die Dialoge sind oftmals recht witzig und spritzig, die Figuren meistens gut ausgearbeitet und detailliert beschrieben und auch sämtliche Ideen der Autorin hatten meistens Hand und Fuß. Dennoch hat mir stellenweise der berühmte rote Faden in der Geschichte gefehlt und die Besonderheit, die mich an das Buch fesseln konnte. Ich habe immer wieder auf den großen Knall gewartet, aber dieser ist leider ausgeblieben. Schön ist jedoch, dass in der Geschichte nur selten mit Klischees gespielt wurde. Da dies bei dem Genre nur äußerst selten vorkommt, war dies eine willkommene Abwechslung.

Die Figuren sind, wie schon gesagt, gut ausgearbeitet und mir haben ihre Entwicklungen gut gefallen. Anfangs sind Dana und Mel noch recht graue Mäuse, die mit ihrem Leben unzufrieden sind und scheinbar nicht den Mut haben, an der jeweiligen Situation etwas zu verändern. Beide stecken in Beziehungen, haben jedoch das Gefühl, als würden diese falsch verlaufen. Während Dana sich zu viel gefallen lässt und keine wirklich gleichberechtigte Partnerschaft führt, da sich immer wieder die zukünftige Schwiegermutter einmischt, hat Mel immer wieder das Gefühl, dass ihr Partner sie mit einer anderen Frau betrügt. Nachdem die Beziehung zwischen Dana und Micky zerbricht, beschließt sie, mit ihrem Leben neu zu beginnen und Mel steht ihr tatkräftig zur Seite. Die beiden jungen Frauen packen ihre sieben Sachen und fliehen regelrecht nach Italien, um zur Ruhe zu kommen, aber auch um sich selbst zu finden.

So nett das neue Leben von Dana und Mel in Italien auch zunächst klingt, so wenig konnte es mich oftmals begeistern. Sicherlich, die Grundidee ist toll und viele weitere Ideen konnten mich ebenfalls zum Teil unterhalten, aber dennoch hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Mir haben in diesem Buch die ganz großen Gefühle gefehlt, der Herzschmerz, den ich mir besonders von Dana erhofft habe. Ja, die Geschichte ist witzig, was bei dem Genre aber auch von Anfang an erwartet wird. Zudem waren mir sämtliche Figuren bis zum Schluss fremd. Ich fand Mel und Dana zwar sympathisch, aber dennoch wurde ich mit den beiden Frauen einfach nicht warm. Normalerweise stelle ich mir bei Chick-Lit Romanen oft vor, wie es wäre, die jeweilige Protagonistin im Freundeskreis zu haben und wie ich mit ihr umgehen würde, bei Dana und Mel war jedoch die gesamte Zeit über nur ein einziges Fragezeichen in meinem Kopf, was ich sehr schade fand. Auch die anderen Figuren, wie Micky oder auch Mastro wurden von der Autorin zwar sehr detailliert beschrieben, aber dennoch konnte ich auch mit ihnen nicht besonders viel anfangen.

Wirklich schlecht ist das Buch aber nicht, denn es gibt sehr viele positive Ansätze, die durchaus unterhalten können, allerdings muss man sich dann auch darauf einlassen können. Dazu kommt, dass das vorhandene Potential oftmals nicht genutzt wurde. Mein größtes Problem war aber anscheinend, dass meine Erwartungen am Anfang einfach zu hoch angesiedelt waren. Hätte ich das Buch zunächst wie ein typisches Buch aus dem Genre behandelt, wäre ich wohl weniger enttäuscht gewesen.

Das Cover ist dagegen hübsch anzusehen und passt natürlich hervorragend zum Thema Italien. Außerdem passen die Farben, sowie die beiden Models farblich sehr gut zueinander, sodass dieses Cover ein toller Hingucker im Regal ist. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und hat mich spontan neugierig gemacht.

„Verpissimo!“ ist eine Geschichte, die mich am Ende mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen hat. Einerseits mochte ich die Geschichte und musste doch das ein oder andere Mal schmunzeln, allerdings hat mir am Ende einfach insgesamt die Besonderheit gefehlt. Das Buch ist nett, aber nett reicht leider nicht, um allzu lang im Gedächtnis zu bleiben. Dennoch werde ich Anna Gold weiterhin im Auge behalten.

Mit dem Erstellen eines Kommentars erklärst du dich bereit, dass deine Daten beim Abschicken des Kommentars gespeichert werden.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.