Rezension

Gail Giles – Das wirst du nie mehr los


Kurzbeschreibung
Der 16-jährige Wade führt das »perfekte« Leben, hat viele Freunde und ist mit dem heißesten Mädchen der Schule zusammen. Was keiner weiß: Er lebt unter falschem Namen – und hat einen Menschen auf dem Gewissen! Als die Bombe platzt, beginnt eine gnadenlose Hetzjagd, und Wade und seiner Familie bleibt nur die Flucht nach Texas. Dort versucht er, von vorn anzufangen. Doch als er sich in die verschlossene Sam verliebt, will er nicht länger mit einer Lüge leben – und trifft eine folgenschwere Entscheidung… ~ Quelle

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Meine Meinung
„Das wirst du nie mehr los“ stand schon längere Zeit auf meiner Wunschliste, von daher war ich besonders froh, als ich dieses Buch nun endlich lesen konnte. Ich habe von Gail Giles bereits zwei Bücher gelesen, von denen ich sehr begeistert war und war dadurch umso mehr gespannt, wie mir „Das wirst du nie mehr los“ gefallen wird. Ich muss sagen, dass ich dieses Buch trotz seiner Thematik sehr genossen habe und es nur selten aus den Händen legen konnte.

Was Gail Giles schreibt, muss einfach von mir gelesen werden. Die Autorin besitzt einen sehr interessanten Schreibstil, der sich spannend und flüssig liest. Dazu sind ihre Jugendthriller meistens recht unblutig und die Grausamkeit findet eher in den Köpfen statt. So war es auch dieses Mal wieder, auch wenn ich sagen muss, dass mich diese Thematik bislang am meisten angesprochen hat. Die Geschichte besitzt trotz der Thematik einen recht angenehmen Humor. Wer Sarkasmus und schwarzen Humor zu schätzen weiß, wird hierbei oft seine Freude haben. Die Dialoge lesen sich recht interessant und besonders die Gespräche zwischen Wade und seinem Psychologen haben mich oftmals nicht losgelassen. Die Figuren werden dazu mehr als gut beschrieben und man lernt besonders Wade sehr gut kennen. Seine Beweggründe, wieso er einen Menschen auf dem Gewissen hat, sind sehr erschreckend, jedoch ist sein Weg zur Reue, aber auch seine ganz persönliche Art von Selbstzerstörung sehr interessant.

Wade hat in sehr jungen Jahren ein anderes Kind in Brand gesetzt, welches nach drei Tagen an den Folgen der Verbrennungen verstorben ist. Seitdem ist für ihn nichts mehr, wie es einmal war. Er wird für viele Jahre in eine psychiatrische Einrichtung gesteckt, muss mit anderen gefährlichen Jugendlichen zusammenleben und verstehen, was er getan hat und wie er mit dieser Schuld umzugehen hat. Sein Leben in der Einrichtung, aber auch danach werden dabei authentisch beschrieben, seine Gedanken und Gefühle im Bezug auf seine neue Freiheit sind nachvollziehbar und auch die Menschen, die sich mit ihm anfreunden und über sein altes Leben erfahren, sind gut gelungen. Wade hatte es zuletzt immer schwer: Seine Mutter verstarb an Krebs, in Alaska war er oftmals fernab der Zivilisation und von seinem Vater fühlte er sich so manches Mal im Stich gelassen. Seine Tat verarbeitet er nur schwer. Er kann sich nicht verzeihen, sieht aber auch gleichzeitig die Schuld bei anderen Menschen, sodass es Jahre braucht, bis er sich und seine Tat akzeptiert und somit lange braucht, bis er ein neues Leben anfangen kann. Auf der Highschool kann er endlich beweisen, was in ihm steckt, jedoch fällt ihm ein normaler Alltag schwer, sodass er sich oftmals überfordert fühlt und sich auf andere Menschen nur schwer einlassen kann.

Die Hetzjagd, die beginnt, als seine neuen Freunde erfahren, was er in der Vergangenheit getan hat, wird ebenfalls glaubhaft beschrieben, allerdings fand ich so manche Situation auch zu überspitzt. Natürlich ist man geschockt, wenn man erfährt, wer Wade tatsächlich ist und natürlich wendet sich die ein oder andere Person auch von ihm ab. Was ihm, seinem Vater und seiner Stiefmutter jedoch angetan wird, fand ich stellenweise mehr als daneben. Dies führt dazu, dass er erneut ein neues Leben an einem anderen Ort beginnen muss und dieses Mal soll alles anders sein, jedoch erfährt er zum ersten Mal, was es heißt, wenn man sich verliebt und somit möchte er sich und seine Vergangenheit auch nicht mehr verstecken.

Besonders bemerkenswert ist hierbei, dass die Autorin es tatsächlich schafft, dass selbst ich Mitleid für Wade empfinden konnte. Man lernt ihn und seine Tat mehr als gut kennen und somit konnte ich gar nicht anders, als mich am Ende tatsächlich in in hineinzuversetzen. Was er getan hat, ist sicherlich alles andere als gut und grausam und er wurde auch vollkommen zu Recht bestraft, aber dennoch habe ich stellenweise Mitleid mit ihm gehabt, da er trotz all der Jahre in der Jugendpsychiatrie dennoch kaum wirkliche Chancen erhält und ihn selbst ein neuer Name und ein neuer Wohnort nicht wirklich weiter bringt, bzw. schützen kann.

Die Gestaltung des Covers ist sehr schlicht gehalten, aber trotzdem ansehnlich. Die leicht gebückte Haltung und das versteckte Gesicht passen sehr gut zu Wade und seinem Verhalten in der Öffentlichkeit. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen, fasst die wichtigsten Momente zusammen, verrät dabei dennoch nicht zu viel. Gut gemacht!

Insgesamt konnte mich Gail Giles mit „Das wirst du nie mehr los“ unterhalten, schockieren und zum Nachdenken anregen. Die Figuren sind allesamt authentisch und auch der Fall selbst ist mehr als interessant, sodass ich dieses Buch kaum aus den Händen legen konnte. Wer bereits andere Bücher von Gail Giles mochte, wird auch dieses Buch verschlingen. Für Leser, die einen gut gemachten Jugendthriller in Verbindung mit viel Psychologie zu schätzen wissen, werden an diesem Buch sicherlich auch ihre Freude haben. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

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Ein Kommentar zu „Gail Giles – Das wirst du nie mehr los

Meinung? Immer her damit. :)

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