Rezension

Agnes Hammer – Ich blogg dich weg!

Kurzbeschreibung
Julie ist schön, beliebt und kann wundervoll singen. Zusammen mit ihrer Band will sie am Schulfest auftreten. Doch wie aus dem Nichts erhält Julie gemeine E-Mails, Beschimpfungen, Drohungen. Dann taucht im Internet ein gefaktes Facebook-Profil auf, das Julie als arrogante Zicke darstellt. Im Nu lästern Klassenkameraden und wildfremde User online über sie. Julie verzweifelt. Wer tut ihr das an? Als sie auch noch die Band verlassen soll und die Drohungen in Gewalt umschlagen, eskaliert die Situation. ~ Quelle

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Meine Meinung
„Ich blogg dich weg!“ wurde zuletzt von vielen Bloggern gefeiert, sodass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Ich hatte zwar nicht unbedingt die größten Erwartungen an dieses Buch, aber dennoch fand ich die Thematik sehr interessant, sodass ich dem Buch eine Chance geben wollte. Die Geschichte ist an sich zwar ganz in Ordnung, allerdings wollten die Geschehnisse nicht so auf mich wirken, wie ich es gern gewollt hätte.

Der Schreibstil ist einfach gehalten, aber dennoch überzeugend. Man lernt viele verschiedene Figuren kennen, da jedes Kapitel aus einer anderen Sicht erzählt wird. So lernt man neben Julie noch ihre Freunde Jasmina, Sebastian, Marek, sowie Ela und die Außenseiterin Lisa kennen. Die abwechselnden Sichtweisen sind der Autorin dabei sehr gut gelungen, da Gefühle und Gedanken dabei gut beschrieben werden. Obwohl die Geschichte insgesamt nur auf knapp 160 Seiten kommt, wird der Inhalt dennoch ausführlich und detailliert erzählt, sodass die Geschichte am Ende nicht zu knapp erscheint. Die Thematik wird dazu authentisch geschrieben und man merkt Agnes Hammer an, dass sie sich ausführlich mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt hat. Aber dennoch war ich mit dem Buch am Ende nicht ganz glücklich, denn es gab einige Dinge, die mich gestört haben.

Mein ganz großes Problem mit diesem Buch sind zwei Kritikpunkte, die ich nur sehr schwer verzeihen konnte: Bereits auf den ersten Seiten kann man mehr als deutlich erkennen, wer die Person hinter der ganzen Aktion ist, es wird sogar ein Gedankengang dazu sehr genau beschrieben. Von daher war für mich sehr schnell die Luft raus aus der Geschichte. Dies hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen, denn so habe ich die Geschichte zwar weiterhin gelesen, konnte jedoch mit Julie nicht mehr mitfiebern.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Figuren, denn diese waren mir viel zu oberflächig und egoistisch. Niemand davon konnte mich begeistern oder gar berühren. Zwar war das alles recht schockierend, was mit Julie passiert ist, aber wirkliches Mitleid hatte ich nicht, da sie viel zu oft nur an sich und ihre Stimme denkt. Sie ist sich ihrer Ausstrahlung und Stimme sehr bewusst und setzt beides gekonnt ein. Dazu lässt sie sich immer wieder von ihrer Mutter und ihren Freunden sehr stark beeinflussen, sodass man das Gefühl hat, als wäre sie nur eine kleine Marionette. Ihre Gedanken waren oftmals sehr oberflächlich, sodass ich stellenweise nur genervt die Augen verdreht habe. Hätten sie und die anderen Figuren ein wenig mehr Tiefe gehabt, wäre die Geschichte für mich viel intensiver gewesen. Vor allem Lisa fand ich sehr interessant, ich habe gehofft, dass man noch viel mehr über ihr Leben erfährt, doch leider war dem nicht so. Es ist schon schade, dass ausgerechnet die authentischste Figur am wenigsten Zeit erhalten hat.

Dennoch konnte mich das Buch trotz der beiden Kritikpunkte zum Großteil überzeugen. Das Thema Mobbing wird sehr authentisch dargestellt, sodass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass dieses Buch zukünftig auch an Schulen thematisiert wird. Der Verlauf der Geschichte wird immer dramatischer, alles spitzt sich zu und am Ende eskaliert durch falsche Verdächtigungen und Äußerungen alles, sodass großer Hass entsteht. Der eigentliche Täter, der das Fake-Profil erstellt hat, spielt nur noch eine kleine Rolle, während andere Menschen, die Julie ebenfalls nicht mögen, ihre große Chance sehen, sich ebenfalls an ihr zu rächen. Dabei spielt auch oftmals Gewalt eine Rolle, was hier ebenfalls gut geschildert wird. Je mehr man sieht, wie eine Person leidet, umso hemmungsloser werden diese Menschen. Beleidigungen reichen plötzlich nicht mehr aus und und schon wird aus Antipathie Hass und man ist auch dazu bereit, weitere Schritte gegen eine Person zu gehen, was hier mehr als gut dargestellt wird.

Das Cover ist zwar sehr schlicht, aber mehr als passend. Der Titel alleine ist Aussage genug, um mein Interesse zu wecken. Durch die Schriftart wird die Aussage noch einmal verdeutlicht, denn diese wirkt sehr hart und verschönigt nichts durch irgendwelche Verschnörkelungen oder sonstige Kritzeleien. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und verrät nicht zu viel.

„Ich blogg dich weg!“ ist sicherlich eine gute und interessante Geschichte, die mich jedoch nicht komplett von sich überzeugen konnte. Die Figuren waren mir zu oberflächlich und die Geschichte war durch gewisse Aussagen direkt zu Beginn des Buches sehr vorhersehbar. Sehr schade, aber dennoch möchte ich die Geschichten allen empfehlen, da diese Thematik heutzutage jeden etwas angeht.

7 Kommentare zu „Agnes Hammer – Ich blogg dich weg!

  1. Hey,
    Ist es Dein erstes Buch von der Autorin? Ich hatte ich „Bewegliche Ziele“ gelesen, fand es ganz okay. „Herz klopf“ liegt noch auf meinem Sub. Bis jetzt reizt mich „Ich blogg Dich weg“ aber immer noch nicht.
    LG Ela

  2. Hallo Kleinbrina,

    ich bin gerade beim Ermitteln der Endstände zur Challenge Deutschsprachige Autoren 2013 und stellte fest, dass obige Rezi deine 80. ist. Wegen des einen Tages Verspätung (die CDA 2013 lief bis zum 15. Januar) musst du auf keinen Fall auf ein 8. Los verzichten. Verlinke die Rezension noch auf deiner Challengeseite. Ich habe dich bereits mit 8 Losen vorgemerkt. 🙂

    LG, Sylvia

  3. Ist mein erstes Buch von ihr. War wie gesagt ganz okay, aber es ging für mich gar nicht, dass bereits auf den ersten Seiten quasi alles verraten wurde.

  4. Hallo, habe auch schon einiges über dieses Buch gehört, wusste aber nicht so recht, was ich davon halten soll. Danke für die Rezi :-). Herzliche Grüße,

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