Rezension

Anne Hertz – Trostpflaster

Kurzbeschreibung
„Was ist wichtiger?“, will ich wissen. „Zu lieben – oder geliebt zu werden?“ Simon guckt mich überrascht an. „Das ist doch wohl klar“, antwortet er. „Ich will selbstverständlich beides.“ Julia kann zufrieden sein: Sie hat einen sicheren Job, einen liebevollen Freund und wird sich bald ihren großen Traum erfüllen: die absolute Traumhochzeit. Aber dann wird ihr gekündigt und die gerade noch so heile Welt bekommt heftig Schlagseite. Um sie wieder ins Gleichgewicht zu bringen, nimmt Julia kurzentschlossen das ungewöhnliche Jobangebot der frisch gegründeten Trennungsagentur Trostpflaster an. Doch die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Chef gestaltet sich schwierig, denn Julia ist hin- und hergerissen, ob sie ihn ins Herz schließen kann – oder doch besser erschlagen sollte… ~ Quelle

Hier kann das Buch gekauft werden!

__________________________________________________________

Meine Meinung
Nach „Wunderkerzen“, „Sternschnuppen“ und „Sahnehäubchen“ hatte ich mal wieder große Lust auf einen Roman von Anne Hertz. Da ich noch einige Titel zur Auswahl hatte, habe ich mich spontan für „Trostpflaster“ entschieden, was sicherlich eine gute Wahl für Zwischendurch war, auch wenn ich dabei leider zugeben muss, dass mir die anderen Werke besser gefallen haben.

Anne Hertz ist ein Sammelpseudonym, dass aus den Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz besteht. Das Autorinnen-Duo konnte mich mit ihrem typischen Schreibstil wieder einmal begeistern. Die Geschichte liest sich sehr flüssig und leicht, ist stellenweise nicht sonderlich anspruchsvoll, aber dennoch unterhaltsam. Bei dem Humor wurde – wie auch schon bei den anderen Büchern – stellenweise über die Stränge geschlagen, was ich den Autorinnen jedoch gerne verzeihe. Es ist quasi alles wie immer: Entweder man mag den Schreibstil oder eben nicht. Ich gehöre Gott sei Dank zu den Menschen, die sich immer wieder aufs Neue auf den Schreibstil einlassen können, jedoch muss ich auch zugeben, dass es nicht immer so ganz mein Humor ist, aber dies ist ja zum Glück Geschmacksache.

Die Geschichte selbst empfand ich zwar unterhaltsam, aber stellenweise auch recht langatmig was wohl zum Großteil damit zusammenhängt, dass ich mich mit den Figuren leider nicht anfreunden konnte. Sie waren mir stellenweise zu skurril und nicht authentisch genug, um mich in ihre Lage hineinversetzen zu können. Stellenweise sind sie auch ein wenig unsympathisch, aber dennoch in gewisser Art und Weise auch liebenswert. Es fiel mir wirklich schwer, mit ihnen warm zu werden und ihre Gefühle und Gedanken ernst zu nehmen, da diese oftmals viel zu dramatisch dargestellt wurden. Man kann schon fast sagen, dass sämtliche Figuren kleine Dramaqueens sind. Sowas kann man sicherlich mögen, allerdings habe ich mich damit stellenweise ein wenig schwer getan.

Julia, Tom, Katja und Co. sind zwar an sich wirklich gut ausgearbeitet, aber haben meinen Geschmack leider nicht treffen können, da ihre Entscheidungen oftmals so dermaßen skurril sind, dass ich stellenweise dann doch mit dem Kopf schütteln musste. Zwar waren die Figuren in anderen Büchern der Autorinnen auch immer recht ungewöhnlich, aber hier war es mir zum Teil zu viel des Guten, was ich mehr als schade finde. Die Idee, eine Trennungsagentur zu gründen, fand ich anfangs noch sehr genial und vielversprechend, allerdings ist die Idee dann einfach nur vor sich hingeplätschert und liest sich ohne große Highlights.

Dazu ist die Geschichte an vielen Stellen schon sehr voraussehbar, was jedoch auch mit dem Genre zusammenhängt, welches mich nur noch selten überraschen kann. Das Problem war dabei besonders die Liebesgeschichte, denn ich habe dabei immer wieder auf ein Highlight gehofft, nur leider ist dies nicht eingetroffen, denn die Liebesbeziehungen und Freundschaften plätschern nur so vor sich hin und besitzen nur wenige Höhen und Tiefen.

Das Cover ist wieder einmal typisch Anne Hertz: Ein schlichter Hintergrund mit einem klar ersichtlichem Objekt, das gut zur Geschichte passt. Die Pralinenschachtel und der warme Orangeton beißen sich zwar ein wenig, aber dennoch ist das Cover sehr schön anzusehen. Die Kurzbeschreibung umfasst das Wichtigste und hat mich zum Lesen animiert.

„Trostpflaster“ ist eine solide Geschichte, die mich zum Großteil unterhalten konnte, die allerdings nicht an andere Werke wie „Wunderkerzen“ oder „Sternschnuppen“ heranreichen konnte. Dennoch kann ich die Geschichte nur jedem Leser ans Herz legen, der bereits die anderen Werke vom sympathischen Autoren-Duo gelesen hat.

Ein Kommentar zu „Anne Hertz – Trostpflaster

Mit dem Erstellen eines Kommentars erklärst du dich bereit, dass deine Daten beim Abschicken des Kommentars gespeichert werden.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.