Rezension

Sarah Mlynowski – Abby und Schneewittchen in Gefahr (Whatever After #1)

Kurzbeschreibung
Die zehnjährige Abby, die vor Kurzem mit ihrer Familie von Chicago in das kleine Dorf Smithville umziehen musste, ist sich sicher, dass die nächsten Jahre sterbenslangweilig werden. Doch dann entdeckt sie gemeinsam mit ihrem Bruder Jonah im Keller einen magischen Spiegel – der sie von einem Moment auf den anderen ins Märchenland katapultiert. Dort kommen die Geschwister gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass Schneewittchen in den vergifteten Apfel beißt. Doch mit den Folgen ihrer guten Tat haben sie nicht gerechnet: Verfolgt von der bösen Stiefmutter müssen sie das unvorhergesehen wache und lebendige Schneewittchen mit dem Prinzen zusammenbringen. Wird Abby es schaffen, das Märchen zu retten? ~ Quelle

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Meine Meinung
Märchen-Adaptionen gibt es aktuell wie Sand am Meer. Da ist es stellenweise richtig schwer, sich die wirklich guten Bücher rauszupicken. Da mir nun schon öfters „Abby und Schneewittchen in Gefahr“ empfohlen wurde, wollte ich diesem recht kurzen Buch von gerade einmal 170 Seiten eine Chance geben. An sich ist die Geschichte wirklich nett, allerdings ist „Abby und Schneewittchen in Gefahr“ kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss.

Der Schreibstil ist wirklich schön und altersgerecht. Die Geschichte liest sich trotz einiger Längen sehr flüssig und leicht, jedoch habe ich an vielen Stellen die nötige Spannung vermisst. Die Autorin gibt sich zwar bei der Beschreibung der Figuren und der Umgebung große Mühe, aber dennoch war mir die Geschichte oftmals viel zu oberflächlich beschrieben, sodass ich mich nicht immer auf die Figuren einlassen konnte. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, was besonders für jüngere Leser von Vorteil sein kann.

Mein Problem bei dem Buch war jedoch, dass die Geschichte trotz seiner Kürze von gerade einmal 170 Seiten stellenweise wirklich langatmig war. An sich ist es eine tolle Idee, wenn man versucht, ein Märchen, welches leicht verändert wurde, nun wieder zum Original zu führen, doch leider war die Geschichte rund um Schneewittchen, die sich hier nur Schnee nennt, stellenweise zu ereignislos, da besonders im mittleren Teil des Buches nicht passiert. So warten Schnee, Abby und Jonah fast vier Tage, bis der Prinz endlich mal vorbeikommt und dann beachtet er nicht einmal die Kiste, in der Schnee liegt. Dadurch bekommt man als Leser nur oberflächliche Gespräche mit, die sich immer wieder nur im Kreis drehen.

Leider sind in diesem Buch nicht nur die Gespräche oberflächlich, sondern auch die Figuren. Abby ist an sich ein sehr sympathisches, aufgewecktes Mädchen, das Situationen gut einschätzen kann, allerdings ist sie dabei auch sehr oberflächlich. So regt sie sich immer wieder auf, wie man Bananen auf einem Erdnussbutter-Sandwich vermatschen kann, wenn man diese doch in Scheiben isst. Gleichzeitig regt sie sich über das Spiel „Fangen“ auf und betont immer wieder, dass sie Richterin werden möchte, da sie für Gerechtigkeit einstehen möchte. Letzteres ist wirklich eine gute Eigenschaft, nur leider ist dies auch so ziemlich alles, was man über sie erfährt. Gleiches gilt für ihren siebenjährigen Bruder Jonah, der gerne auf Entdeckungstouren geht und immer wieder belehrt und aufgehalten werden muss, da er sonst immer wieder verschwinden würde. Die Geschwister ergänzen sich sehr gut, allerdings empfand ich Jonah an etlichen Stellen als sehr anstrengend.
Schneewittchen, die sich selbst nur Schnee nennt, empfand ich ebenfalls stellenweise als anstrengend, da sie in erster Linie durch Naivität auffällt. Auch die sieben Zwerge waren sehr ungewöhnlich, da unter ihnen sich auch drei Frauen befinden. Ich fand diese Konstellation sehr interessant, aber leider wurde auf die Zwerge kaum eingegangen, sodass man so gut wie gar nichts über sie erfahren durfte.

Die Auflösung der Geschichte fand ich ein wenig enttäuschend. Natürlich weiß jeder, der sich für Märchen interessiert, wie die Geschichte von Schneewittchen ausgeht, aber dennoch war mir die Auflösung der leicht veränderten Geschichte zu einfach gehalten. Plötzlich geht alles ganz glatt und alles, was zuvor noch ein riesengroßes Problem war, wird binnen Sekunden gelöst. Sicherlich darf man nicht vergessen, dass diese Geschichte bereits für Leser ab 10 Jahren ist, aber dennoch habe ich mir ein wenig mehr erhofft, was leider nicht eingetreten ist.

Das Cover wirkt auf den ersten Blick hin relativ schlicht, allerdings ist das Cover auf den Blick ein wahrer Hingucker, denn was zunächst lediglich wie Bäume aussieht, entpuppt sich als Einhörner, einer großen Eule, Pilzen, kleinen Blumen, zwei Feen (?!) und einer Sonne. Da hat man sich wirklich Gedanken gemacht, Kompliment! Auch die Kurzbeschreibung ist gelungen und liest sich sehr vielversprechend, ohne dabei zu viel zu verraten.

Insgesamt ist „Abby und Schneewittchen“ sicherlich ein ganz nettes Buch, jedoch hätte ich auch nichts verpasst, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Die Figuren sind zwar ganz nett, wurden mir jedoch zu oberflächlich beschrieben, sodass ich nie so ganz mit ihnen warm werden konnte. Dennoch werde ich auch den zweiten Band „Abby und Aschenputtels Geheimnis“ lesen, da mich interessant, ob eine Weiterentwicklung stattfinden wird. Fans von Schneewittchen und Märchen werden bei diesem Buch sicherlich ihren Spaß haben.

Reihenfolge
Abby und Schneewittchen in Gefahr
Abby und Aschenputtels Geheimnis
Sink or Swim (dt. Titel unbekannt)
Dream On (dt. Titel unbekannt)

Ein Kommentar zu „Sarah Mlynowski – Abby und Schneewittchen in Gefahr (Whatever After #1)

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