Rezension

Stephen King (als Richard Bachman) – Menschenjagd

Kurzbeschreibung
Reality-TV im Jahr 2025: In der Gameshow Running Man werden die Kandidaten zu Freiwild – gejagt von einem Killerkommando und der ganzen Nation. Wer überlebt, gewinnt eine Milliarde Dollar – und wird er dabei selbst zum Mörder, gibt es einen Bonus obendrauf. Benjamin braucht das Geld, um seine todkranke Tochter zu retten. Er weiß, dass es noch nie einen Überlebenden gab… ~ Quelle

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Meine Meinung
Dystopien hatten es bei mir noch nie sonderlich leicht, dementsprechend skeptisch war ich daher bzgl. „Menschenjagd“ und habe das Buch zunächst eher zögerlich aufgeschlagen. Je mehr ich jedoch in die Geschichte eingetaucht bin, je begeisterter war ich, denn „Menschenjagd“ besitzt alles, was ich mir bei einem Buch wünsche: Ein packender Schreibstil, Spannung, interessante Figuren und eine oftmals unvorhersehbare Handlung.

Stephen King hat es erneut geschafft, mich mit seinem phänomenalen Schreibstil und Ideen zu begeistern. Die Geschichte liest sich von Anfang an wie ein Film und hat mich direkt gefesselt. Man merkt der Geschichte zwar an, dass diese bereits über dreißig Jahre alt ist, aber dennoch empfand ich sie stellenweise als sehr modern, da die Geschichte im Jahre 2025 spielt. Zwar liegt King mit seinen Entwicklungen im Jahre 2025 nicht ganz richtig, da vieles noch zu utopisch klingt, aber dennoch habe ich ihm abgekauft, wie die Welt in knapp zehn Jahren aussehen könnte.

Die Geschichte liest sich flüssig, die Dialoge sind oftmals sehr salopp, aber dennoch durchaus passend, da die Reaktionen sehr gut zu den Figuren passen. Die Geschichte wird in genau einhundert Kapiteln erzählt, die einen Countdown darstellen. Dies ist nicht nur gut gegliedert, sondern macht bei der Art der Geschichte auch tatsächlich Sinn.

„Menschenjagd“ hat mich gar nicht mehr losgelassen. Es ist erschreckend, was Menschen in der Zeit, in der das Buch spielt, machen müssen, um zu überleben. Die Hauptfigur Benjamin muss sich für die Projekte des TV-Senders bewerben, da sein Kind erkrankt ist und er das Geld für Medikamente braucht. Seine Familie lebt in ärmsten Verhältnissen und an Lebensmittel, Geld oder gar angenehme Wohnverhältnisse ist nicht zu denken. Da er sich nicht speziell auf ein TV-Format bewerben kann, weiß er selbst nicht, für welche Show die TV-Macher ihn einsetzen möchten. Da er laut den Machern stark und entschlossen wirkt, muss er bei „Running Man“ als Gejagter teilnehmen.

„Running Man“ ist ein „Spiel“, welches bislang immer tödlich endete. Ein Mensch wird von allen gejagt und muss einen Monat lang überleben. Dabei kann jeder Bürger, der vor dem Fernseher sitzt, ihn ausliefern oder gar schlimmeres anstellen. Dabei ist es dem Gejagten vollkommen selbst überlassen, wie er um sein Leben kämpft. Er kann sich verstecken, in die Offensive gehen oder sich sogar direkt fangen lassen, wenn ihm nichts mehr am Leben liegt.

Die Darstellung von „Running Man“ hat mir sehr gefallen. Sie ist außergewöhnlich, dramatisch, spannend und auch erschreckend. Die Bürger werden manipuliert, sodass sie den Gejagten, in diesem Fall Benjamin, hassen und unbedingt ausliefern möchten. Die Art und Weise, wie sich Benjamin gegen das Land und die TV-Anstalt wehrt, ist beispielhaft, aber ebenfalls sehr erschreckend. So wird schonungslos aufgezeigt, wozu eigentlich harmlose Menschen bereit sind, wenn diese in einer Extremsituation stecken und um ihr Leben kämpfen müssen.

Schon oft habe ich gelesen, dass „Menschenjagd“ an „Die Tribute von Panem“ erinnert. Wirklich bestätigen kann ich dies nur zum Teil. Natürlich merkt man schon, dass zumindest die Grundidee ein wenig abgeschaut wurde – nämlich von Suzanne Collins. Zwar sind die Geschichten nicht identisch, aber man merkt schon, dass zumindest hier und da einige Szenen in leicht abgeänderter Form verwendet wurden. Allerdings sollte man diesen Vergleich auch nicht zu ernst nehmen, da die Geschichten auch sehr unterschiedlich sind.

Das Cover ist, wie bei den meisten Taschenbüchern von Stephen King, relativ schlicht. Die Flugzeugturbine passt sehr gut zur Geschichte, jedoch wird dabei auch bereits fast schon zu viel verraten. Die Kurzbeschreibung ist dazu ebenfalls gelungen und hat mich trotz kleiner Skepsis direkt angesprochen.

Insgesamt hat mir „Menschenjagd“ mehr als gut gefallen und ich kann von Stephen King mittlerweile nicht mehr genug bekommen. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, der Plot interessant und dazu sehr aufwühlend. Wer gerne Dystopien liest und Stephen King nicht unbedingt verschmäht, wird mit „Menschenjagd“ ein Buch finden, dass nicht mehr loslässt. Empfehlenswert!

2 Kommentare zu „Stephen King (als Richard Bachman) – Menschenjagd

  1. Schöne Rezi. Hab das Buch schon vor über 10 Jahren gelesen. Ich mag Stephen King auch sehr. Seine Phantase finde ich zwar schon mtunter erschreckend. Da denke ich schon manchmal: So ein Schriftsteller muss selbst ein wenig krank sein. Aber gefesselt haben mich bisher all seine Bücher. Kann RUnning Man (Menschenjagd) also auch nur empfehlen.

  2. Ich meine mal gelesen zu haben, dass King meinte, dass er ohne das Schreiben längst selbst etwas angestellt hätte. Natürlich war dies mehr als Scherz gemeint, aber dennoch oft erschreckend, wie man auf solche Ideen kommt. Dafür ist er aber auch genial!

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