Rezension

Joanne Horniman – Über ein Mädchen

Kurzbeschreibung
Anna ist schüchtern und einsam – bis sie Flynn trifft, zuerst mit Gitarre auf der Bühne, dann im Café, dann mit vollen Einkaufstaschen auf der Straße. Beide fühlen sich unwiderstehlich zueinander hingezogen. Zusammen zeichnen sie, essen Bananenkuchen, träumen, baden, lachen – und lieben sich. Doch auch zwischen Liebenden gibt es Geheimnisse; auch Liebende sind sich manchmal unglaublich fremd und manchmal hält die Liebe nicht… ~ Quelle

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Meine Meinung
Über „Über ein Mädchen“ habe ich bereits viele unterschiedliche Meinungen gelesen, viele davon waren doch recht negative Stimmen, was mich aber (zunächst) nicht verschrecken sollte. Da ich das Buch schon lange auf meiner Wunschliste hatte, war ich natürlich begeistert, als ich das Buch durch eine Wanderbuch-Aktion lesen durfte. Leider war das Buch eine komplette Enttäuschung, denn ich wurde weder mit den Figuren, noch mit der Handlung warm.

Bereits die ersten Seiten waren sehr anstrengend für mich, da ich mit dem Schreibstil leider nicht zurecht kam. Man merkt der Autorin zwar an, dass sie sich sehr bemüht hat, aber leider hat sie es dabei deutlich übertrieben, denn die Geschichte ist viel zu blumig und viel zu kitschig geschrieben. Dazu gibt es jede Menge kleine Kapitel, die sich um Themen drehten, die bei dem Buch alles andere als wichtig waren. Dazu gibt es leider viel zu wenig Dialoge und dafür viel zu viele (unnötige) Gedankengänge, die dazu führten, dass ich immer mehr das Interesse an Anna, der Hauptfigur, verloren habe.

Anna war von Anfang an eine schwierige und eher unsympathische Figur, mit der ich mich nur selten identifizieren konnte. Sie ist schüchtern, sehr melancholisch und die geborene Dramaqueen. Nur selten ist sie mit sich und ihren Mitmenschen zufrieden und auch sonst kann sie nur selten glücklich sein. Ihre Liebe zu Flynn empfand ich als unglaublich anstrengend, denn sie denkt dabei stellenweise so melancholisch und sehnsüchtig, dass mir die Geschichte schon fast zu süß und kitschig erscheint. Jeder Mensch, mit dem sie im Alltag Kontakt hat, wird von ihr einfach nur „Nicht-Flynn“ genannt und wenn Flynn in ihrer Nähe ist, bekommt sie entweder kein Wort heraus oder wird rot im Gesicht. Auch sonst hat sie Flynn nicht besonders viel zu sagen, denn die größte Leidenschaft zwischen den beiden Mädchen scheint die Stille zu sein, denn sie schweigen lieber, als sich miteinander zu unterhalten. Flynn konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Zwar fand ich sie ein wenig sympathischer als Anna, aber dennoch erschien sie mir fast schon unnahbar, da man kaum etwas über sie erfährt. Auch die anderen Figuren, wie z.B. Annas Mutter waren zwar in der Geschichte vorhanden, aber mehr auch nicht. Alles wirkt sehr oberflächlich und somit hatte ich bis zur letzten Seite nicht annähernd das Gefühl, dass ich einen der Charaktere kennengelernt hätte.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Anna und Flynn erschien mir an vielen Stellen sehr unglaubwürdig, denn alles geht so schnell und ohne Erklärungen, sodass ich ständig das Gefühl hatte, dass ich irgendwas verpasst hätte. Von Anfang spricht Anna von Liebe und der Tatsache, dass sie bereits nach der zweiten Begegnung nicht mehr ohne sie existieren möchte. Dies war mir ein wenig zu viel des Guten, denn wenn man den weiteren Verlauf betrachtet, wirkt die Geschichte immer unglaubwürdiger und klischeehaft.

Die Geschichte an sich hätte sehr interessant werden können, da ich Romane über gleichgeschlechtliche Liebe noch nicht allzu oft gelesen habe, aber leider konnte ich an diesem Buch keinen Spaß finden. Wäre der Schreibstil weniger blumig und kitschig gewesen und hätte ich die Figuren ein wenig sympathischer gefunden, hätte „Über ein Mädchen“ ein gutes Buch werden können, aber so war ich am Ende froh, als ich das Buch endgültig schließen konnte. Wäre das Buch kein Wanderbuch gewesen, hätte ich es wohl nach etwas mehr als fünfzig Seiten abgebrochen, aber so habe ich mich schließlich doch noch durchgekämpft.

Die Covergestaltung ist dagegen wunderschön und passend zur Geschichte. Ich mag die zarten Farben, die gut zur Thematik passen und auch der Titel hätte nicht passender sein können. Dazu ist das Cover deutlich schöner als das Original-Cover. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen. Schade, dass der Inhalt letztlich nicht mithalten konnte.

Insgesamt hat mir „Über ein Mädchen“ leider nicht gefallen. Ich hätte das Buch aufgrund seiner Thematik sehr gerne gemocht, aber leider war dies nicht möglich. Der Schreibstil war mir eindeutig zu kitschig und auch die Figuren fand ich eher weniger sympathisch. Ein weiteres Buch von Joanne Horniman lesen? Aktuell eher nicht. Dieses Buch kann ich leider nicht empfehlen.

4 Kommentare zu „Joanne Horniman – Über ein Mädchen

  1. Eine sehr schöne Rezi, die vieles von dem widerspiegelt, was ich auch dachte! Toll, dass Du es aber bis zum Ende gelesen hast. Ich bemühe mich, bei der nächsten Notizbuchaktion etwas besseres zu finden und hoffe, Du bist wieder dabei 🙂

  2. Ich fand die Aktion sehr schön, zumal es mein erstes Wanderbuch war. 🙂 War schon schön zu lesen, was andere Leser über das Buch dachten und stellenweise genau das geschrieben haben, was ich auch empfunden habe.
    Beim nächsten Mal wäre ich sehr gerne wieder dabei. 😀

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