Rezension

Kate Harrison – Frostiges Paradies (Soul Beach #1)

Kurzbeschreibung
Als Alice eine E-Mail von ihrer toten Schwester bekommt, hält sie das zunächst für einen schlechten Scherz. Dann folgt jedoch eine Einladung in die virtuelle Welt von Soul Beach, einem idyllischen Strandparadies, wo ihre Schwester Megan seit ihrer Ermordung festsitzt.
Unter www.soulbeach.org entdeckt Alice eine völlig neue Welt abseits der Realität, die sie mehr und mehr in ihren Bann zieht. Doch wer steckt hinter Soul Beach und warum herrschen hier solch strenge Regeln? Warum wird der Strand nur von Jungen und Schönen bewohnt? Und warum sind sie alle tot? Wer hat Megan umgebracht? Und könnte Alice das nächste Opfer sein?
~ Quelle

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Meine Meinung
„Soul Beach“ ist mir bereits vor einigen Monaten durch das wunderschöne Cover aufgefallen. Da ich von der Kurzbeschreibung zunächst nicht so begeistert war, habe ich das Buch jedoch erst viel später zur Hand genommen, aber dann auch direkt darauf was sich definitiv gelohnt hat, denn der erste Band der „Soul Beach“-Trilogie ist spannend und unterhaltsam zugleich. Jedoch muss ich zugeben, dass ich auch skeptisch war, denn es klingt schon etwas merkwürdig, wenn man behauptet, dass tote Jugendliche auf einer Website zum Leben erweckt werden, bzw. dort festsitzen.

Der Schreibstil von Kate Harrison hat mir sehr gut gefallen. Bereits am Anfang wird beschrieben, wie Meggie aus dem Leben gerissen wird und man bekommt das volle Ausmaß mit: Gedanken des Mörders, die Beerdigung, der schmerzvolle Abschied der Familie und die Trauerverarbeitung, aber auch immer wieder die Hoffnung, dass der Mörder endlich gefasst wird. Die Geschichte liest sich flüssig, spannend, mal flapsig, mal romantisch, aber nie langatmig. Dazu werden der Strand, die Figuren, die Gedanken von Alice und auch die Gefühle der Trauerverarbeitung sehr gut beschrieben.

Bei den Figuren hat sich die Autorin besondere Mühe gegeben, denn diese werden nicht nur optisch sehr gut beschrieben, sondern auch genau vom Charakter her durchleuchtet. Alice ist die Schwester der verstorbenen Meggie und Hauptfigur der Geschichte. Sie kann den Tod ihrer großen Schwester immer noch nicht so ganz fassen und erhält eine Email von ihr, was sie zunächst als Scherz ansieht. Als sie jedoch eine Einladung zu „Soul Beach“ erhält, wird sie doch neugierig. Dort trifft sie virtuell auf ihre Schwester, die dort in einer Art Zwischenwelt lebt, bis ihr Tod vollständig aufgeklärt wird. Meggie ist jetzt leider nicht die sympathischste Figur in diesem Buch, was wohl an ihrem Ruhm als Sängerin, aber auch von ihrem starken Selbstbewusstsein abzuleiten ist. Sie kann sehr liebenswürdig, aber auch sehr vereinnahmend und oberflächlich sein. Die Nebenfiguren wie Alice‘ Freunde, ihre Eltern, sowie Meggies Freunde am Soul Beach konnten mich überzeugen und ich konnte einige davon ins Herz schließen.

Die Art und Weise, wie „Soul Beach“ dargestellt wird, hat mir gut gefallen, mich stellenweise aber auch ratlos zurückgelassen. Eine virtuelle Plattform dient plötzlich als Zwischenwelt zwischen der Realität und ja.. dem Himmel?! An sich ist dies eine richtig gute Idee, allerdings wird mir zu wenig erklärt, wie dies überhaupt funktioniert. Immer wieder heißt es nur, dass man selbst nicht wisse, wie dies funktioniere. Ein paar Antworten mehr hätte ich daher gut gefunden, allerdings gehe ich stark davon aus, dass man im zweiten Band mehr Antworten erhält. Alice‘ Empfinden habe ich dabei jedoch ein wenig als unrealistisch empfunden, denn sie nahm dort vieles als selbstverständlich hin und hat einige sehr offensichtliche Dinge kaum hinterfragt. Ich hätte an ihrer Stelle wohl mehr als tausend Fragen gehabt.

Das gesamte Buch war von der ersten bis zur letzten Seite spannend und unvorhersehbar. Ich schwanke auch jetzt noch, wer der Mörder von Meggie sein könnte und habe gleich zwei Menschen dabei im Verdacht. Die Autorin hat dabei so viele Türen offen gelassen, dass man zum Nachdenken animiert wird und den nächsten Band kaum abwarten kann. Gut ist aber auch, dass es hier nicht nur um den Mord von Meggie geht, sondern auch um die Todesursachen der anderen Teenager, die sich auf „Soul Beach“ befinden, so recherchiert Alice u.a. nach Meggies neuen Freunden und macht dabei einige Entdeckungen, die alles andere als schön sind. So sind einige bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, andere haben sich selbst umgebracht und andere wurden in die Magersucht getrieben.

Die Gestaltung des Covers hat mir sehr gut gefallen. Das Paradies „Soul Beach“ wird dabei gut dargestellt und der Titel ist gut platziert. Ein absoluter Hingucker ist auch der schwarze Buchschnitt, der direkt ins Auge springt. Ich mag sowas sehr und bin immer wieder froh, wenn ich sowas an Büchern entdecken kann. Die Kurzbeschreibung hat mich anfänglich ein wenig irritiert, mittlerweile mag ich diese aber sehr, da das Buch dabei gut zusammengefasst wird, ohne jedoch zu viel zu verraten.

„Frostiges Paradies“ hat mich von Anfang an begeistern können. Sympathische Figuren, ein interessanter Plot und die Mischung aus Realität und virtuelle Welt haben mich direkt angesprochen und somit kann ich die beiden weiteren Bände kaum noch erwarten. Ich kann nur hoffen, dass das vorhandene Potential weiterhin genutzt wird und auch einige offene Fragen beantwortet werden. Absolute Kauf- und Leseempfehlung!

Reihenfolge
Frostiges Paradies
Soul Fire (dt. Titel unbekannt)
Soul Storm (dt. Titel unbekannt)

2 Kommentare zu „Kate Harrison – Frostiges Paradies (Soul Beach #1)

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