Rezension

Carolin Philipps – Weine nicht, Prinzessin!

Kurzbeschreibung
Wenn die Suche nach Liebe zur Sucht wird Ihre Eltern haben keine Zeit für Urlaub, alle Freundinnen sind weggefahren Lara hockt alleine zu Hause. Bis sie eines Nachmittags Henk trifft, der sich um sie und ihre Langeweile kümmert. Sie genießt seine Zärtlichkeiten, auch wenn das „erste Mal“ dann ganz anders wird, als sie es sich ausgemalt hat. Als Henk von seinen Schulden erzählt, ist Lara sofort bereit, ihm zu helfen. Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, verkauft sie für ihn ihren Körper. Doch trotz allem liebt sie Henk… ~ Quelle

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Meine Meinung
Selten ist mir eine Rezension so schwergefallen, denn ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Ich hatte es schon sehr lange auf der Wunschliste und als ich es endlich in den Händen halten konnte, habe ich es direkt angefangen, aber ja, bis zum Schluss wusste ich nicht so ganz, was ich vom Inhalt halten soll.

Von Carolin Philipps kannte ich bereits das Buch „Second Face“, welches mich vor knapp zwei Jahren begeistern konnte. Dementsprechend habe ich mich auf ihren tollen Schreibstil gefreut und dieser war wieder einmal sehr gut. Die Autorin beschreibt Ortschaften sehr genau und lässt bei den Charakteren immer einen kleinen Spielraum, sodass man sich die einzelnen Figuren selbst vorstellen muss. Mit der Thematik Kinderprostitution wird sehr gut umgegangen: Die Gefühle und Gedanken werden glaubhaft beschrieben und auch die Abhängigkeit liest sich an vielen Stellen sehr authentisch. Zwar fragt man sich als Außenstehende, wieso Lara das alles freiwillig mit sich machen lässt und wieso sie sich immer wieder auf Henk einlässt, aber dennoch konnte ich das junge Mädchen verstehen.

Lara ist ein ganz besonderes Mädchen, dass mit ihren fast 14 Jahren mitten in der Pubertät steckt. Ihre Freundinnen sind alle im Urlaub und sie langweilt sich im Restaurant ihrer Eltern, welches sie erst kürzlich von der verstorbenen Großmutter übernommen haben. Im Restaurant trifft sie auf Henk, der ihr seitdem kaum von der Seite weicht. Sie ist direkt von seiner Art fasziniert und stört sich nicht am Altersunterschied von knapp 7 Jahren. Lara lässt sich voll und ganz auf Henk ein, erlebt mit ihm ihr erstes Mal und lässt sich von ihm zur Prostitution überreden. Er bittet sie immer wieder darum, seine Freunde kennenzulernen, die für sie bezahlen, als Begründung gibt er Schulden an, die sie sehr gerne für ihn begleichen möchte.

Dieses Buch war mit einer solchen Thematik daher nicht leicht. Immer wieder habe ich mich gefragt, wieso Lara so viel von Henk hält, ihn auch nach Prügeleien und Wutanfällen liebt und bedingungslos zu ihm hält. Sie nimmt ihn vor jedem in Schutz und gibt sich selbst an den Prügeleien die Schuld, weil sie geweint habe und er dies nicht ertragen könne. Ich hätte Lara gerne mehrfach geschüttelt und ihr „Wach auf!“ zugerufen, aber leider ist man als Leser vollkommen hilflos und muss mitansehen, wie ein junges Mädchen in ihr Unglück läuft.

Auch das Ende ist für mich vollkommen unverständlich und hat mich zum Teil sogar richtig wütend gemacht. Dabei ist dies noch nicht einmal die Schuld der Autorin, sondern vielmehr eine logische Folge des gesamten Verlaufs. Lara ist vollkommen süchtig nach Liebe und Geborgenheit und nimmt daher Schmerzen und Scham vollkommen hin, ohne dies nur ansatzweise zu hinterfragen. Das Ende – ohne zu viel zu verraten – lässt einen fassungslos und traurig zurück. Von daher noch einmal ein großes Kompliment an die Autorin, dass sie sich einen solchen Schritt gewagt hat und die Geschichte authentisch beendet hat.

Die Covergestaltung ist schlicht, aber durchaus passend, auch wenn Lara nur bedingt sichtbar ist. Der blaue Fleck am Hals ist jedoch deutlich zu sehen. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und weist direkt darauf hin, wie naiv und unbeholfen Lara an die Sache geht.

Dieses Buch hat mich sprachlos und wütend zurückgelassen, mich zum Nachdenken und Kopfschütteln angeregt. Wenn eine Geschichte solche Emotionen hervorlocken kann, dann war es am Ende wohl doch ziemlich gut. Ich würde das Buch besonders jüngeren Lesern empfehlen, da es nicht nur schonungslos Laras Erfahrungen schildert, sondern auch aufklärt und in gewisser Weise warnt. Ein Buch, dass definitiv unter die Haut geht.

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