Rezension

Jess Jochimsen – „Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?“

Kurzbeschreibung
Liebevoll und sehr komisch erzählt Jess Jochimsen vom ganz normalen Wahnsinn der Kindererziehung: Sein Sohn Tom verschönert Wahlplakate, sagt unliebsamen Verwandten und Ordnungshütern »die Wahrheit« und zieht in der Nachbarschaft einen mafiösen Wettring mit Fußballbildchen auf… und sein bekloppter Vater hat alle Hände voll zu tun, des kindlichen Anarchismus Herr zu werden. ~ Quelle

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Meine Meinung
„Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?“ war mir bislang vollkommen unbekannt. Als ich das Buch geschenkt bekommen habe, war ich demnach zuerst skeptisch, aber dann wollte ich Jess Jochimsen und dem Werk dann doch eine faire Chance geben. Gelohnt hat es sich allemal, denn die vielen kleinen Kurzgeschichten haben mich gut unterhalten.

Jess Jochimsen hat einen sehr angenehmen und humorvollen Schreibstil. Der Autor beschreibt in vielen kleinen Kurzgeschichten das Leben eines Vaters mit seinem Sohn Tom und dessen verrückten Ideen. Was mir an diesem Buch besonders gefällt, ist die Tatsache, dass das Buch nicht als Erziehungsratgeber dienen, sondern einfach unterhalten soll. So werden Toms Geschichten schonungslos erzählt und dabei auch die Schwächen der Eltern offen dargelegt. Gleichzeitig erkennt man aber auch, dass Tom seine ganz eigenen Fehler und Erfahrungen macht, ohne dafür großartig bestraft zu werden.

Tom muss man einfach ins Herz schließen. Er ist sehr ehrlich, manchmal eventuell sogar zu ehrlich, chaotisch, hat das Herz auf dem rechten Fleck und weiß schon relativ früh, wie er sich in der Welt durchsetzen muss. So geht er u.a. zu seinen Verwandten hin und sagt ihnen, dass er sie nicht mag, handelt in der Schule mit Fußball-Sammelkarten, vergräbt wertvolle Ohrringe in Baugruben und wirft seine Kleidungsstücke in den Müllcontainer, weil er hofft, dass eine Frau, die den Container ständig durchsucht, etwas Schönes zum Anziehen findet.

Sicherlich, sowas treibt die Eltern manchmal in den Wahnsinn, aber dennoch merkt man besonders bei seinem Vater, dass dieser sehr stolz auf ihn ist, auch wenn er dies nicht immer offen zeigen kann. So wird er auch u.a. von seiner Frau verurteilt, weil Tom seine Schweißfüße geerbt hat und immer dazu verdonnert, mit seinem Sohn Schuhe kaufen zu gehen, was ihnen nicht unbedingt immer Spaß macht, gleiches gilt übrigens auch für das Schneiden der Zehen.

Sehr schön ist dabei auch, dass Toms Vater die ein oder andere Schwäche offen zugibt und nicht unbedingt der große Übervater ist, der seinen Sohn vor jedem noch so kleinen Problem schützen möchte. Er lässt ihn seine eigenen Fehler machen, ist aber dennoch stets für ihn da und hat auch nichts dagegen, ihn so manches mal zu belehren.

Der Humor hat mir sehr gut gefallen und ich musste an vielen Stellen schmunzeln. Sicherlich, einige Geschichten sind relativ überspitzt dargestellt, allerdings liest sich jede Geschichte sehr authentisch. Jede Geschichte ist meistens auf 2-4 Seite untergebracht, sodass „Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?“ schnell und einfach zu lesen ist.

Das Cover hätte bei so einem Werk gar nicht anders ausfallen dürfen. Es wirkt sehr schlicht und bildet lediglich Tom und seinen Vater ab, mit der für ihn alles entscheidenden Frage. Wie Vater und Sohn zueinander stehen, merkt man auch schnell an der Haltung. Der Vater stützt seinen Sohn, während er zu ihm hoch schaut. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls vollkommen in Ordnung.

Insgesamt wurde ich von „Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?“ bestens unterhalten. Wer humorvolle Kurzgeschichten über Kinder und deren Eltern mag, wird mit diesem Buch sicherlich seinen Spaß haben. Jess Jochimsen ist für mich nun kein Unbekannter mehr und wer weiß, vielleicht werde ich zukünftig ja noch einmal ein Buch von ihm lesen. Empfehlenswert!

Ein Kommentar zu „Jess Jochimsen – „Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?“

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