Rezension

Krystyna Kuhn – Das Tal – Die Jagd (Season 2.3)

Kurzbeschreibung
Das Tal liegt düster zwischen den Berghängen der Rocky Mountains. Ben und die anderen Studenten am Grace College, die seit zwei Jahren merkwürdigen und unerklärlichen Ereignissen ausgesetzt sind, scheinen am Ende ihrer Kräfte. Wer spielt dieses geheimnisvolle und tödliche Spiel mit ihnen? Und was haben ihre Eltern und Großeltern mit der Vergangenheit des Tals zu tun? Während sich überall auf der Welt die Katastrophen häufen, stoßen die acht Studenten endlich auf das Geheimnis. Nun müssen sie ihr ureigenes Erbe antreten. Doch sie kämpfen gegen die Zeit.
~ Quelle

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ACHTUNG! Rezension kann Spoiler zu den anderen Bänden enthalten!
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Meine Meinung
Lange, fast schon zu lange hat es gedauert, aber nun war es endlich soweit: „Die Jagd“, Band 2.3 der „Das Tal“-Reihe ist endlich erschienen. Wieso ein knapp 260 Seiten langes Buch mehrfach verschieben werden musste, kann ich mir ehrlich gesagt nicht so ganz erklären, aber immerhin durfte ich nun endlich dieses Buch lesen, auf das ich mich schon sehr lange gefreut habe. „Die Jagd“ hat mir zwar gut gefallen, erscheint mir aber ein wenig als Lückenfüller, was bei der langen Wartezeit einfach nicht hätte sein müssen. Ich habe einen Knaller erwartet, der mich auf den letzten Band brennen lässt, aber dies blieb leider aus.

„Die Jagd“ ist sicherlich etwas anders als seine Vorgänger. Während in den anderen Bänden bislang immer recht sympathische Charaktere zu Wort gekommen sind, bekommt man mit Benjamin und Debbie dieses Mal zwei Charaktere präsentiert, die mir ehrlich gesagt nicht so gefallen haben. Von Benjamin war ich bislang immer recht begeistert, aber nun, wo ich seine Sicht so kenne, wurde mir stellenweise richtig schlecht, denn bis auf dieses „Hey, ich bin so cool, bzw. wäre es gerne und muss das nach außen tragen“ und „Ich will Drogen“ kam da zum Großteil nicht viel bei rum. Auch Debbie ist von Anfang an mein Hasscharakter gewesen. Zwar ist es mal ganz interessant gewesen, wie sie tickt, aber leider stellt sich heraus, dass sie einfach nur ein sehr verbitterter Mensch ist, der andere Menschen am liebsten am Boden sehen will. Wenn man bedenkt, was in diesem Band alles passiert und zum Teil auch schon aufgelöst wird, hätte ich mir lieber einen Charakter wie Robert, David oder Rose gewünscht, denn diese haben die Lage immer sehr gut eingeschätzt und interessante Entscheidungen getroffen. Allerdings will ich nun nicht sagen, dass Debbie und Benjamin keine guten Entscheidungen getroffen haben, es waren nur andere, als die, die ich erwartet habe. Jeder Charakter hat dabei seine Berechtigung und erscheint alles andere als überflüssig, aber dennoch konnte ich Benjamin und Debbie in diesem Band leider nicht in mein Herz schließen. Da bleiben Rose, David, Katie und Robert ganz klar meine Favoriten, da ich mich mit ihren Gedanken und Entscheidungen bislang immer identifizieren konnte.

Beim Schreibstil kann man der Autorin allerdings nur wenig vorwerfen. Die Dialoge wirken wieder sehr gut ausgearbeitet, die Ortschaften werden wieder einmal detailliert beschrieben und auch Benjamin und Debbie wurden authentisch dargestellt. Was mich jedoch sehr gestört hat, waren die wirren Zeitsprünge, auf die ich nicht vorbereitet war und die mich stellenweise eher genervt, als begeistert haben. Mir fehlt bei der Geschichte eine klare Linie, die mich durch das Buch führte, aber ich wurde lediglich zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergeschleudert. Hoffentlich wird dies im nächsten Band wieder etwas besser.

Die Charaktere sind, wie bereits weiter oben erwähnt, sehr gewöhnungsbedürftig und ich hätte mir als Protagonisten lieber zwei andere Charaktere gewünscht, aber gut, kann man nicht ändern. Dennoch muss ich sagen, dass Debbie und Benjamin genauso dargestellt wurden, wie ich sie mir immer vorgestellt habe, wobei ich gehofft habe, dass Benjamin etwas ernsthafter denken würde. Während Debbie sehr kompliziert ist und stellenweise unglaublich oberflächlich und hasserfüllt denkt, ist Benjamin stellenweise eher einfach gestrickt. Zwar ist er an sich ganz sympathisch, aber seine ständigen Gedanken an Drogen sind einfach nicht neu und somit hat er mich nur selten überraschen können. Die anderen Charaktere wie Julia, Robert, Chris, Rose, David und Katie werden wieder einmal sehr gut dargestellt und es ist interessant zu sehen, wie nahe mache von ihnen dem Geheimnis schon gekommen sind, ohne es selbst zu wissen. Die Naturkatastrophen und die vielen umgekommenen Menschen, die dabei weltweit auftauchen, sind dagegen sehr spannend und ich habe hohe Erwartungen, wie diese Situation aufgelöst wird.

Das Tal selbst wird in diesem Band so gut wie noch nie beschrieben. Dabei wird jedoch nicht genau auf das Aussehen des Tals eingegangen, sondern vielmehr auf dessen Geheimnisse und was damals auf dem Ghost tatsächlich vorgefallen ist. Einiges macht davon tatsächlich Sinn, aber einige Sachen, wie z.B. die Umstände von Grace sind doch stellenweise sehr unlogisch und haben mich stutzen lassen.

Die bisherige Auflösung ist, ohne spoilern zu wollen, zwar interessant, aber auch enttäuschend. Ich habe mir da eine ganz große Nummer erhofft, die bislang noch nicht eingetreten ist. Ich kann daher nur hoffen, dass es im letzten Band den ganz großen Knall geben wird, der mich sprachlos zurücklassen wird. Die Wendungen sind zwar aktuell auch ganz interessant und für mich unvorhersehbar, aber dennoch fehlte etwas, was ich gar nicht so genau benennen kann, ohne zu sehr zu spoilern. Was mich jedoch gestört hat, sind die Zeitsprünge in die Vergangenheit, die mir stellenweise ein bisschen zur sehr in den Fantasy-Bereich gingen. Da erwarte ich eine Auflösung, die wieder authentischer ist.

Das Cover ist wieder einmal schön und passend zur Reihe. Zwar kann man sich über die Farbgestaltung dabei streiten, aber immerhin bin ich froh, dass man dem Coverstil treu geblieben ist. Die Kurzbeschreibung ist dagegen sehr verwirrend, zumal der Klappentext und auch die Fyler, die zum Buch verteilt wurden, stellenweise was ganz anderes berichten, als die Kurzbeschreibung selbst. Wer dies verzapft hat, hat sich hoffentlich etwas dabei gedacht, wobei ich dies gerade bezweifel.

Insgesamt ist „Die Jagd“ ein guter, spannender und unvorhersehbarer Band, der zwar mehr oder weniger wie ein Lückenfüller erscheint, aber dennoch erstmals klare Antworten auf meine vielen Fragen geben konnte. Ich bin sehr gespannt, was mich im letzten Band „Die Entscheidung“ erwarten wird und ich hoffe, dass ich dabei nicht enttäuscht werde, sondern endlich sämtliche Fragen beantwortet werden. Für Fans der „Das Tal“-Reihe ist dieses Buch sicherlich ein Muss, ich kann mir aber auch vorstellen, dass einige über die Ausrichtung von „Die Jagd“ sehr enttäuscht sein könnten. Hoffentlich müssen wir auf „Die Entscheidung“ nicht allzu lange warten!

Reihenfolge
Season 1.1 – Das Spiel
Season 1.2 – Die Katastrophe
Season 1.3 – Der Sturm
Season 1.4 – Die Prophezeiung
Season 2.1 – Der Fluch
Season 2.2 – Das Erbe
Season 2.3 – Die Jagd
Season 2.4 – Die Entscheidung

4 Kommentare zu „Krystyna Kuhn – Das Tal – Die Jagd (Season 2.3)

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