Rezension

Maja von Vogel – Nachtsplitter

Kurzbeschreibung
Eigentlich wollte Jenny beim Rockfestival nur ein bisschen Spaß mit ihren Freunden haben. Doch dann wacht sie mitten in der Nacht halbnackt in einem fremden Auto auf – und kann sich an nichts erinnern. Was ist passiert? Und gibt es irgendeinen Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall, der sich auf der angrenzenden Autobahn ereignet hat? Als Jenny nachforscht, kommt die ganze schreckliche Wahrheit ans Licht. ~ Quelle

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Achtung: Rezension kann Spoiler enthalten!

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Meine Meinung
Maja von Vogel war mir bislang nur von „Die drei !!!“ ein Begriff. Da mir ihr Schreibstil dort immer sehr gefallen hat, wollte ich mal etwas anderes von ihr lesen und bin dabei auf „Nachtsplitter“ gestoßen. Da der Inhalt recht vielversprechend klang, habe ich es in der hiesigen Buchhandlung gekauft und es direkt gelesen. Obwohl die Geschichte einige Schwächen hat, hat mir das Buch dennoch gut gefallen.

Der Schreibstil ist toll, anders kann man es gar nicht sagen. Die Autorin beschreibt die Charaktere und die Orte, speziell das Festivalgelände, sowie die Wälder sehr genau, sodass es mir leicht fiel, mich in die Charaktere hineinzuversetzen und die Orte genau vor Augen zu haben. Die Dialoge sind mal unterhaltsam, mal geheimnisvoll und stimmig, man merkt dabei auch schnell, welche Charaktere miteinander harmonieren und welche nicht. Dazu spielt die Geschichte nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit. Es kommt immer wieder zu Erinnerungen, die sich nach und nach zusammensetzen, sodass es am Ende ein erschütterndes Gesamtbild ergibt.

Obwohl die Charaktere meiner Meinung nach nicht unbedingt sympathisch sind, konnte ich mich dennoch in gewisser Weise in sie hineinversetzen. Vor allem Jenny hat mir trotz ihrer stellenweise sehr zurückhaltenden Art gut gefallen. Ihre Gefühle und Gedanken sind nachvollziehbar und besonders ihre Ängste werden dabei gut in Szene gebracht. Sie wurde in ihrem Leben schon oft enttäuscht, muss mit wenig Geld auskommen und vertraut nur wenigen Menschen. Ihr Freund ist dagegen durch und durch ein Unsympath, der sich in der Öffentlichkeit zwar als recht smart ausgibt, aber dies keinesfalls ist. Man merkt schnell, dass er ein Blender ist, der mehr an sich, als an andere Menschen denkt. Gleiches gilt für Jennys beste Freundin, die einen hohen Männerverschleiß hat und dabei nicht weiter darüber nachdenkt, was andere über sie denken und welche Konsequenzen ihre Taten mit sich bringen können. Sehr interessant fand ich dagegen Jakob, der neu in die Jennys Klasse kommt und Jenny auf dem Festival kennen lernt. Man merkt sofort, dass er etwas verheimlicht und recht düster wirkt, aber genau das ist auch so interessant an ihm.

In der Geschichte geht es hauptsächlich um die Auflösung des Autounfalls auf der Autobahn – wer hat die Flasche auf die Straße geworfen? Wer hat ein Menschenleben ausgelöscht? Warum wurde dies getan? Jedoch gibt es auch viele weitere Themen, die in diesem Buch verarbeitet werden. Es geht darum, dass Geheimnisse gelüftet werden, Freundschaften und Beziehungen zerbrechen, andere Beziehungen dagegen entstehen und um die Frage, wer man wirklich ist und zu was ein Mensch fähig sein kann, wenn er verzweifelt ist.

Allerdings gibt es auch zwei Dinge, die mich bei diesem Buch gestört haben:
Zum einen ist die Geschichte oftmals sehr vorhersehbar. Dies ändert zwar nicht unbedingt etwas an der Spannung, aber dennoch kam das Ende für mich nicht ganz überraschend, jedoch die Art und Weise, wie herauskommt, wer der wahre Täter ist. Was mich ebenfalls sehr gestört hat, war das Ende selbst, denn dies kam meiner Meinung nach viel zu schnell. Man erfährt zwar, wer der Täter ist, aber man erfährt nicht, was aus der Person wurde, denn die Geschichte endet einfach damit, dass sich der Täter selbst anzeigen möchte, aber die nötigen Konsequenzen erfährt man nicht mehr. Sehr schade.

Das Cover selbst ist ganz okay, ist jedoch nicht ganz frei von Spoilern. Die Autobahnbrücke und die Weinflasche sind jedoch gut in Szene gesetzt und passen hervorragend zur Handlung. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls okay und enthält die wichtigsten Punkte.

Insgesamt hat mir „Nachtsplitter“ trotz der Vorhersehbarkeit gut gefallen. Die Charaktere sind zwar nicht alle sympathisch, aber durchaus interessant. Wer zwischendurch gerne zu einem Thriller greift, ist bei „Nachtsplitter“ gut aufgehoben. Leseempfehlung!

Ein Kommentar zu „Maja von Vogel – Nachtsplitter

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