Rezension

Wendy Wunder – Flamingos im Schnee

Kurzbeschreibung
Campbell Cooper würde gern ein normales Leben führen, aber die Diagnose Krebs hat ihr den Alltag genommen. statt sich wie jeder andere Teenager in ihrem Alter zu vergnügen, verbringt sie Tage und Wochen im Krankenhaus. Ihre Chancen stehen schlecht, das weiß sie, und an Wunder hat sie noch nie geglaubt. Ihre Mutter ist da anders. Als diese von einer Stadt in Maine hört, in der auch die unmöglichsten Dinge wahr werden, packt sie Campbell und den halben Hausstand zusammen und macht sich auf den Weg dorthin. Und tatsächlich gibt es in Promise Merkwürdiges zu sehen: Schnee im Sommer, Regenbogen ohne Regen und eine Schar Flamingos. Doch Campbell lässt sich so schnell nicht überzeugen. Erst als sie Asher kennenlernt und langsam beginnt, ihr Leben wieder zu genießen, scheint fast alles möglich… ~ Quelle

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Meine Meinung
„Flamingos im Schnee“ ist mir ehrlich gesagt nur aufgefallen, weil es immer wieder mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green verglichen wird. Da ich ein großer Fan von John Green bin, wurde ich natürlich neugierig und wollte „Flamingos im Schnee“ unbedingt lesen und wurde dann doch etwas enttäuscht, denn bis auf die Thematik ist da kaum Gemeinsamkeit vorhanden. Selbstverständlich habe ich dabei nicht nur den Vergleich bewertet, sondern auch die gesamte Handlung und deren Stimmung, nur konnte die mich so oft leider nicht überzeugen.

Wendy Wunder hat einen Schreibstil, mit dem ich oft nicht klargekommen bin. Vieles wirkt oftmals viel zu bemüht und damit nicht wirklich authentisch. Dazu hat sie immer wieder mit Disney abgerechnet, was ich nicht so ganz verstehen konnte, denn ich glaube, dass sich die Autorin mit ihren vielen negativen Äußerungen nicht unbedingt einen Gefallen getan hat. Die Charaktere werden zwar von ihr relativ ausführlich beschrieben, aber dennoch wirkten sie sehr flach und nicht wirklich sympathisch. Dazu hat die Geschichte an vielen Stellen oftmals seine Längen, sodass sich die Handlung nicht immer flüssig liest. Auf den ersten einhundert Seiten passiert quasi kaum etwas, außer eine negative Haltung gegenüber Disney und eine nörgelnde Cam.

Besonders mit Cam hatte ich sehr große Probleme. Als Krebspatientin hat sie mit ihrem Leben bereits abgeschlossen und lebt quasi nur noch lustlos vor sich hin. Sie macht ihrer Familie das Leben nicht unbedingt leicht, indem sie ständig eine Antihaltung an den Tag legt und an Wunder möchte sie auch nicht glauben. Dazu wird quasi fast jeder Mensch in ihrer Umgebung von ihr schlecht dargestellt. Es war wirklich nicht leicht mit Cam und obwohl ich sie wirklich mögen wollte, ist mir dies leider nicht gelungen und somit konnte ich bzgl. ihrer Krankheit nicht mitfühlen, was sehr schade ist, denn dies ist normalerweise die Voraussetzung bei so einem Buch. Auch ihre Mutter und ihre Schwester haben mir nicht gefallen, da sie oft zu aufgesetzt wirkten und ihre Fröhlichkeit oftmals fehl am Platze wirkten. Asher wirkt dagegen schon fast sympathisch, nur leider wird er von Cam anfangs stellenweise so schlecht geredet, dass es schwer fiel, sich dabei nicht beeinflussen zu lassen.

Natürlich darf bei so einer Thematik eine Liebesgeschichte nicht fehlen. Diese ist jedoch besser als erwartet und somit ein Pluspunkt. Asher und Cam kommen sich nur langsam näher, sodass dieser Teil der Geschichte so ziemlich der einzige Punkt ist, bei dem Cam nicht aufgesetzt wirkt. Ich kann ihre Gedanken und Ängste im Bezug auf Bindung und Liebe verstehen, auch wenn ich vielleicht so manches Mal anders gehandelt hätte, aber dennoch wird die Liebesgeschichte so vorsichtig und liebevoll geschrieben, dass mich immerhin dieser Teil unterhalten konnte.

Vieles in dem Buch wurde mir oftmals viel zu negativ dargestellt. Besonders Cam denkt immer nur negativ, lässt sich auf nichts mehr ein und lebt lieber für sich und möchte weder mit den Menschen in Promise etwas zu tun haben, noch stellenweise großartig etwas von ihrer Mutter, die sie oftmals abstößt. Man möchte, dass sie unbedingt gesund wird, nimmt viele Strecken von Florida nach Maine auf sich, nur um sie zu retten und alles was ihr dabei einfällt sind sarkastische und verletzende Bemerkungen. Dazu war mir die Geschichte auf vielen Strecken viel zu emotionslos. Bei so einer Thematik erwarte ich quasi, dass ich in Tränen ausbreche, nur ist dies in „Flamingos im Schnee“ leider nicht aufgetreten. Gleichzeitig gefällt mir oftmals die Antihaltung der Autorin nicht und ich finde, dass sie oftmals viel zu häufig ihre eigene Meinung hat mit einfließen lassen, sodass die Charaktere, besonders Cam, dadurch noch aufgesetzter wirken.

Das Cover ist gelungen, erinnert aber nicht sofort an ein Jugendbuch. Dennoch ist es schön anzusehen und passend zur Thematik. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und macht direkt Lust auf mehr.

Insgesamt hat mich „Flamingos im Schnee“ leider nicht so berühren und beeindrucken können, wie ich es mir erhofft habe. Die Charaktere wirken fast allesamt flach und unsympathisch und somit konnte ich leider nicht mit ihnen fühlen und somit war es mir stellenweise schon fast egal, was aus ihnen wird. Wendy Wunder hat mit Sicherheit Talent, allerdings sollte sie dann mehr darauf achten, dass alles nicht so unglaublich bemüht erscheint. Leser, die bereits „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green geliebt haben, sollten bei „Flamingos im Schnee“ nicht zu viel erwarten.

10 Kommentare zu „Wendy Wunder – Flamingos im Schnee

  1. Ich habe es auch gelesen und mir ist das gesamte Buch sehr fern geblieben, ich konnte einfach keine Nähe zur Geschichte oder den Protagonisten aufbauen. Deine Rezi kann ich gut nachvollziehen, vieles was du geschrieben hast, habe ich beim lesen auch gedacht.

    LG
    Jai

  2. Hm, das ist ja sehr schade. Ich habe das Buch auch hier zu stehen und habe mir eigentlich viel davon versprochen, aber wenn man gerade bei einer solchen Thematik nicht angesprochen wird, schade.
    Naja, ich mache mir selbst ein Bild und bin gespannt, ob ich deine Kritikpunkte bestätigen kann.

  3. Ich habe vielleicht schon zu viele Bücher zu dieser Thematik gelesen, sodass ich eventuell etwas abgestumpft bin, dies wäre zumindest eine Erklärung. Aber es liegt wohl auch daran, dass mich die Antihaltung so enorm gestört hat.

  4. Ich hatte auf den ersten einhundert Seiten sehr stark das Gefühl, als wäre das Buch nur als Abrechnung mit Disney gedacht. Leider alles andere als gut. Sehr schade. Der Vergleich mit John Green ist alles andere als gerechtfertigt.

  5. Ja, das stimmt. Ich hatte auch den Gedanken daran, dass hier die amerikanische Spaßgesellschaft und eben auch Disney bewusst negativ dargestellt werden sollen. Die Bezeichnung „Abrechnung“ trifft es wirklich gut. Hm, hab ganz vergessen, das in meine Rezi zu schreiben.

    Den Vergleich mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ finde ich auch nicht passend. Die Schreibe ist völlig anders und auch der Umgang mit der Thematik Krebs ist völlig anders. Bei John Green wird deutlich, dass Krebs scheiße ist, das habe ich bei Wendy Wunder vermisst.

  6. Oje, dem Erscheinungstermin des Buches fiebere ich schon lange entgegen, aber was ich hier jetzt lese, klingt ja nicht unbedingt vielversprechend. Vorbestellt ist es schon, allerdings schraube ich mal meine Erwartungshaltung ein wenig zurück.

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