Rezension

Lola Jaye – Bis du erwachst

Kurzbeschreibung
DAS LEBEN IST EIN GESCHENK, DAS MAN NUR AUSPACKEN MUSS.
Lena liegt nach einem Unfall im Koma. Ihre Schwestern, die arbeitslose Millie und Cara, die Karrierefrau, lassen alles stehen und liegen, um ins Krankenhaus an ihre Seite zu eilen. Dort, an Lenas Bett, kommen sie sich wieder näher. Und müssen feststellen: Sie kannten ihre Schwester kaum. Als ein heimlicher Verehrer Lenas im Krankenhaus auftaucht, erleben die Schwestern ein Wunder…
~ Quelle

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Meine Meinung
Lola Jaye kenne ich bereits durch das Buch „Für immer, dein Dad“, was mir sehr gut gefallen hat. Nun war es endlich an der Zeit, ihren zweiten Roman „Bis du erwachst“ zu lesen und auch dieser hat mir gut gefallen. Zwar ist dieser etwas schwächer als „Für immer, dein Dad“, allerdings ist dies nicht weiter schlimm, da die Autorin auch weiterhin mit einen unglaublich schönen Schreibstil überzeugen kann.

„Bis du erwachst“ ist ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und den Leser von der ersten bis zur letzten Seiten an sich fesselt. Obwohl man anhand der Kurzbeschreibung schon weiß, was ungefähr auf einen zukommt, wird man doch immer wieder überrascht und stellenweise von den eigenen Gefühlen überrumpelt. Ich hätte nie gedacht, dass mich das Buch so sehr zum Nachdenken anregen kann und habe eher ein Buch erwartet, dass mehr zum Weglesen geeignet wäre. Dennoch habe ich mich immer wieder dabei erwischt, wie ich das Buch kurz aus den Händen legen musste, um mich zu sammeln. Dabei spielt die Geschichte nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit, denn es werden oftmals Rückblenden in die Geschichte eingearbeitet, die Lena und ihr Familienleben ausführlich und authentisch beschreiben.

Die Charaktere sind eine schwierige Sache in diesem Buch. Einerseits mochte ich sie sehr, andererseits war ich stellenweise von ihrem Verhalten enttäuscht und genervt. Manchmal reagieren Millie und Cara viel zu distanziert, manchmal zu emotional, sodass man nie genau weiß, woran man bei ihnen ist. Auf der einen Seite ist es natürlich gut, wenn sie so unvorhersehbar sind, auf der anderen Seite war es dagegen oftmals anstrengend. Dennoch waren sie mir trotz ihrer Reaktion nie unsympathisch. Millie ist oftmals sehr chaotisch, arbeitslos, unglaublich faul und sie verlässt sich immer mehr auf andere, als auf sich selbst, ihre Schwester Cara ist dagegen das genaue Gegenteil. Sie will sich von anderen Menschen nichts sagen lassen und steht fast ununterbrochen in ihrer Bar. Durch diese Unterschiede haben sich die beiden Schwestern oftmals nichts zu sagen und haben quasi nur Kontakt durch ihre Schwester Lena, die bereits früher schon immer dafür gesorgt hat, dass die Familie halbwegs zusammenhält. Nun, wo sie im Koma liegt, ist dies allerdings sehr schwer und Millie und Cara müssen selbst erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist und nähern sich dabei wieder an.

Interessant ist dabei auch die Familiengeschichte. Millie und Cara haben sich bereits länger nicht mehr wirklich viel zu sagen, da Millie Cara als faul und Schnorrerin ansieht, die ihr Leben nicht in den Griff bekommt. Cara ist dagegen in Millies Augen viel zu sehr Karrierefrau und denkt nur noch an ihre Arbeit, als an andere Menschen. Ihre Mutter ist oft unterwegs und verbringt nicht viel Zeit mit ihren Töchtern. Ein Vater gibt es bereits seit längerer Zeit nicht mehr, da dieser die Familie verlassen hat. Lena ist die gute Seele in der Familie und versucht für alle da zu sein, auch wenn sie weiß, dass sie die gleiche Fürsorge von ihren Schwestern und ihrer Mutter nicht zurückbekommt. Zwar ist sie sehr beliebt, schafft es aber nur selten, alle an einem Tisch zu bekommen. Es ist daher sehr interessant zu beobachten, wie nun plötzlich die Familie an Lenas Krankenbett sitzt und wie ihre Meinungen und Gefühle sich dabei verändern.

Das Cover ist schlicht, aber durchaus schön anzusehen, auch wenn es nicht unbedingt mit der Handlung im Zusammenhang steht. Die warmen Farben und die Verzierungen passen gut zueinander, sodass es ein schönes Gesamtbild abgibt. Auch die Kurzbeschreibung konnte mich überzeugen, da sie das Wichtigste enthält, ohne dabei zu viel zu verraten.

Insgesamt hat mir „Bis du erwachst“ gut gefallen. Zwar reicht es nicht an „Für immer, dein Dad“ heran, jedoch habe ich dies auch gar nicht erwartet. Interessante, teils anstrengende Charaktere und eine tiefgründige Handlung machen das Buch zu einem angenehmen Lesespaß, der unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt. Ich bin bereits auf weitere Bücher von Lola Jaye gespannt. Empfehlenswert!

Ein Kommentar zu „Lola Jaye – Bis du erwachst

  1. Das Buch ist mir bislang auch noch nie aufgefallen. Was Du schreibst klingt jedoch total toll, ich glaub, das muss ich mal auf die Wunschliste setzen. Danke für die schöne Beschreibung!

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