Rezension

Marie Lu – Legend: Fallender Himmel (Legend #1)

Kurzbeschreibung
Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist… ~ Quelle

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Meine Meinung
Als ich vor einiger Zeit von „Legend“ erfahren habe, war ich doch sehr skeptisch, da ich nicht unbedingt der größte Fan von Dystopien bin – eher im Gegenteil. „Fallender Himmel“, der Auftakt von „Legend“ hat mir jedoch spontan zugesagt und somit bin ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch heran gegangen. Es hat sich tatsächlich gelohnt.

Normalerweise sind mir Dystopien doch immer eine Spur zu unrealistisch, zu sehr gewollt und weniger gekonnt, doch hier wurde eine gute Mischung aus Spannung und interessanten Charakteren geschaffen, die mich schnell in den Bann gezogen hat.

Marie Lu hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich begeistert hat. Sie schreibt locker leicht und die Geschichte ist relativ schnell zu lesen. Dazu schafft es die Autorin, die Spannung stets hochzuhalten, gleichzeitig werden die Ereignisse und Charaktere sehr intensiv beschrieben, sodass man vieles schnell versteht und Teil der Geschichte wird. Dazu gefällt mir der Perspektivenwechsel sehr gut, denn jedes Kapitel wird entweder aus der Sicht von Day oder June relativ intensiv erzählt. So lernt man ihre Gedanken, Gefühle und Ängste sehr gut kennen.

Day gilt in der Republik als Verbrecher, quasi als Staatsfeind Nummer Eins. Sein Glück ist dabei jedoch, dass er quasi nicht einfangbar ist, da niemand genau weiß, wie er aussieht, denn jedes Mal wird ein anderes Phantombild von ihm gezeigt. Dies nutzt er zu seinem Vorteil und lebt mehr oder weniger normal unter den anderen Menschen, jedoch als Straßenkind, aber dennoch einigermaßen sicher, solange er sich nicht selbst in Gefahr begibt. Da er selbst kein Geld hat, muss er dieses jedoch leider stehlen, um sich, aber auch seine Familie zu versorgen, denen er regelmäßig Geld schickt. Seine Mutter weiß jedoch nicht, woher das Geld kommt, da sie glaubt, dass Day verstorben ist. June muss sich dagegen nicht verstecken, sondern lebt mit ihrem Bruder in einem der besseren Viertel des Landes. Ihr Bruder ist Polizist, sie soll es eventuell einmal werden, denn sie gehört zu den besten Studenten an ihrer Universität. Allerdings ist sie dort auch nicht gerade beliebt in der Verwaltung, da sie ständig mit Aktionen auffällt, die nicht zur Hausordnung gehören. So klettert sie u.a. verbotenerweise Wände hoch. Ausgerechnet June versucht nach Day zu suchen, nachdem ihr Bruder verstorben ist und findet ihn auch, ohne es jedoch zunächst zu wissen. Da er sich jedoch ihr gegenüber loyal erweist, hat sie nun ein Problem: Soll sie ihn ausliefern oder nicht?!

Natürlich darf dabei auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen, allerdings findet diese nicht so statt, wie man es vielleicht erwartet, denn alles wirkt unglaublich vorsichtig und nicht gerade offensichtlich. Man muss schon genau die Handlung verfolgen, um mitzubekommen, was June und Day fühlen und wie sie miteinander umgehen. Wirklich toll gemacht, zumal die Geschichte dadurch weder kitschig noch aufgesetzt wirkt.

Normalerweise sind mir die Welten, in denen Dystopien spielen, meistens viel zu suspekt oder unglaubwürdig, bei „Fallender Himmel“ ist dies jedoch anders, denn hier fand ich das Gesellschaftssystem richtig interessant. Die Geschichte spielt in den USA, allerdings nicht mehr so, wie man diese kennt, denn die USA wurde durch die Natur geteilt und seitdem herrscht ein erbitterter Krieg zwischen den Kolonien und der Republik. Auch wenn dies alles sehr politisch klingt, so viel ist es gar nicht, was man dabei kennen lernt. Die Geschichte ist trotz Krieg nicht trocken, sondern relativ lebendig, spannend und stellenweise auch tiefgründig, was ich zuvor nicht erwartet habe.

Das Cover ist sehr schlicht, aber unglaublich schön und passend. Gleiches gilt für die Kurzbeschreibung, die ebenfalls gelungen ist und nicht zu viel verrät. Normalerweise bin ich kein Fan von Untertiteln, die es im Original nicht gibt, allerdings muss ich sagen, dass „Fallender Himmel“ wirklich gut passt und von daher hat es mich absolut nicht gestört.

Insgesamt ist „Fallender Himmel“ ein toller und packender Auftakt der „Legend“-Trilogie, der mich sehr schnell in den Bann gezogen hat. Interessante Charaktere, ein spannender Plot und ein gelungener Schreibstil machen dieses Buch zu einem tollen Leseerlebnis. Endlich mal wieder eine Dystopie, die mich packen konnte.Auch der Nachfolger wird definitiv gelesen. Empfehlenswert!

Reihenfolge
Life Before Legend #0.5 (kein dt. Titel vorhanden)
Fallender Himmel
Prodigy (dt. Titel unbekannt)
Titel unbekannt (Erscheinung voraussichtlich 2014)

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