Rezension

Mary Jane Beaufrand – Dunkle Wasser

Kurzbeschreibung
Am Ende der Welt, so fühlt sich Veronica, als sie mit ihren Eltern von Portland ins ländliche Oregon zieht. Das Gefühl der Einsamkeit verstärkt sich durch die Geräuschkulisse des Santiam, des reißenden, wilden Flusses, der direkt hinter ihrem Haus entlangfließt und der zu einem düsteren Soundtrack in Veronicas neuem Leben wird. Zum Glück ist da Karen, das kleine Mädchen aus der Nachbarschaft, auf das Veronica manchmal aufpasst und die für sie immer mehr zu einer Schwester wird. Doch dann findet sie eines Tages Karens leblosen Körper am Ufer des Santiam und nichts ist mehr, wie es war. Veronica kann nicht glauben, dass das Mädchen einem Unfall zum Opfer gefallen ist, und fühlt sich verpflichtet, die Wahrheit ans Licht zu bringen.Besessen davon, Karens Tod aufzuklären, dringt sie immer tiefer in die Wälder rund um den wilden Fluss vor. Sie ahnt nicht, welch dunkles Geheimnis sich in seinen Tiefen verbirgt. Und schon bald schwebt Veronica selbst in höchster Gefahr… ~ Quelle

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Meine Meinung
„Dunkle Wasser“ gehört zu den Büchern, die ich zuvor absolut nicht auf der Rechnung hatte. Das Cover fand ich zwar an sich recht schön, aber wirklich beschäftigt habe ich mich mit dem Buch nicht. Sehr schade, denn es ist tatsächlich richtig gut und ich bereue es sehr, dass ich es nicht schon viel eher gelesen habe.

Mary Jane Beaufrand hat einen unglaublich schönen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an gepackt hat. Sie beschreibt die Charaktere sehr genau, man lernt sie optisch gut kennen und auch die Gefühle und Gedanken kommen nicht zu kurz. Gleiches gilt für die Umgebung. Der Fluss, die Wälder und auch die Häuser werden sehr genau beschrieben, sodass ich mir vieles sehr gut bildlich vorstellen konnte. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, dazu kommen immer wieder Rückblicke auf die Vergangenheit, sodass die Ereignisse rund um Karen besser nachzuvollziehen sind.

Die Umgebung wird extrem gut beschrieben. Der Fluss, der in diesem Buch eine wichtige Rolle spielt, wird mal als ruhig, mal als wild dargestellt und manchmal heißt es auch, dass man den Fluss flüstern hören könnte. Für einen Thriller, wenn auch nur einen Jugendthriller, ist dies ein tolles Element, was mich sehr unterhalten hat. Die Geschichte ist trotz manch unnötiger Szene sehr spannend und unterhaltsam geschrieben. Man lernt die täglichen Sorgen von Teenagern kennen, aber auch viel Mut und gut durchdachte Momente, die die Charaktere älter erscheinen lassen, als sie sind.

Dies fällt besonders bei Veronica, die nur Ronnie genannt wird, auf. Sie wirkt oft verzweifelt und bemitleidet sich manchmal auch ein bisschen selbst, aber dafür ist sie auch oft sehr entschlossen und mutig und möchte unbedingt herausfinden, was mit ihrer Freundin Karen passiert ist. Die Suche nach Antworten ist oftmals schwierig und hat mich das ein oder andere Mal in die Irre geführt, aber letztlich ist das Buch von Anfang bis Ende gut durchdacht und plausibel, was ich zunächst nicht erwartet hätte.

Neben Ronnie lernt man noch ihre Familie und ihre wenigen Freunde kennen. Sie ist mit ihrer Familie von der Großstadt in ein Dorf gezogen, was ihr sehr schwer fällt, da sie quasi alles vermisst, was sie damals in ihrem alten Zuhause hatte. Ihre Mutter ist eine erfolgreiche TV-Köchin, ihr Vater war als knallharter Anwalt bekannt. Dieser erkrankte jedoch aufgrund seiner Arbeit an Depressionen, sodass man diesen Tapetenwechsel dringend benötigte, auch wenn Ronnie dies bis zum Schluss nicht akzeptieren konnte. Ihre beste Freundin Gretchen, mit der sie auch zur Schule geht, ist oftmals sehr schwierig und leider wird sie trotz ihrer großen Rolle in diesem Buch nur oberflächlich behandelt, sodass man sie kaum kennenlernt. Dazu gibt es noch Tomas, der mit seiner Schwester und seiner Mutter mit Ronnie zusammenlebt. Auch wenn er oftmals sehr ruhig ist, kümmert er sich liebevoll um Ronnie, was sie jedoch erst viel zu spät wahrnimmt.

Das Cover gefällt mir besonders gut und lässt das Originalcover alt aussehen. Die Farben passen sehr gut zueinander und auch das schwebende Mädchen im Wasser passt gut zur Geschichte – jedoch muss ich zugeben, dass ich mir Ronnie komplett anders vorgestellt habe und dieses Mädchen auf dem Cover auch gar nicht zu ihr passt. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und animiert dazu, das Buch direkt weiterlesen zu wollen.

Insgesamt ist „Dunkle Wasser“ ein sehr unterhaltsames und spannendes Buch, das mich schnell in seinen Bann ziehen konnte. Interessante Charaktere und eine großartige und vielseitige Kulisse machen das Buch zu einem tollen Leseerlebnis. Liebhaber von Thrillern werden eventuell nicht ganz so viel Freude an dem Buch haben, Leser von Jugendbüchern jedoch allemal. Kauf- und Leseempfehlung!

3 Kommentare zu „Mary Jane Beaufrand – Dunkle Wasser

  1. Hi!
    Ich hab das Buch auch gelesen und fand es eben so hervoragend^^
    Ich weiß eigentlich gehört das hier nicht unbedingt in ein Komentar, aber weiß villeicht jemand von euch ob es von dem Buch eine verfilmung gibt?
    Würde mich echt freuen wen ihr mir antworten würdet ^^

  2. Hallo,

    eine Übersetzung ist laut meinen Informationen bislang nicht geplant, da das Buch nicht den kommerziellen Erfolg hatte, wie man es sich im Vorfeld erhofft hat.

    LG
    Brina

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