Rezension

Kerstin Hohlfeld – Herbsttagebuch

Kurzbeschreibung
Schneiderin Rosa findet ein uraltes Tagebuch. Es sind die Aufzeichnungen von Augusta von Liesen, einer lange verstorbenen Verwandten ihrer Freundin Vicki. Die Einträge enden rätselhaft und Rosa erfährt, dass Augusta urplötzlich gestorben ist. Sie will unbedingt herausfinden, was damals passiert ist. Zumal die alte Geschichte hochbrisante Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Wird es ihr gelingen, das alte Familiengeheimnis aufzuklären und dabei Ordnung in ihr eigenes turbulentes Leben zu bringen? ~ Quelle

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Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass ich auf „Herbsttagebuch“ von selbst wohl nie aufmerksam geworden wäre. Nachdem man es mir jedoch empfohlen hat, wurde ich neugierig und habe mir zumindest die Kurzbeschreibung durchgelesen und diese hat mich direkt überzeugt. Also war schnell klar, dass dieses Buch einen Platz in meinen Regalen finden wird.

„Herbsttagebuch“ ist der Nachfolgeband von „Glückskekssommer“, die Bücher können jedoch auch gut getrennt voneinander gelesen werden, da kaum auf den ersten Band eingegangen wird und quasi eine komplett neue Handlung erzählt wird, ohne immer wieder in die Geschehnisse vom ersten Band zurück zu blicken.

Kerstin Hohlfeld hat einen sehr angenehmen Schreibstil, mit dem sie mich auf Anhieb begeistern konnte. Als ich das Buch erstanden habe, wollte ich eigentlich nur das erste Kapitel anlesen und plötzlich hatte ich schon ein Drittel des Buches durch. Immer wieder schön, wenn Autoren so fesseln können, dass man direkt die Zeit vergisst. Die Geschichte liest sich leicht und flüssig, die Tagebucheinträge lesen sich manchmal unglaublich naiv, was jedoch gut in das Jahr 1912 passt. Dazu werden die Charaktere, sowie deren Gedanken und Gefühle gut beschrieben, sodass man diese während der Geschichte sehr gut kennen lernen kann.

Mit Rosa wurde eine unglaublich sympathische Protagonistin geschaffen, die mich so manches Mal beeindrucken konnte. Obwohl sie oftmals sehr romantisch und verträumt ist, steht sie dennoch mitten im Leben und hat meistens eine gute Meinung. In der Liebe ist sie jedoch oftmals zu gutgläubig, sodass ich sie am liebsten geschüttelt hätte. Das Tagebuch, das sie findet, weckt direkt ihre Neugierde und es ist schön zu sehen, wie sehr sie mit Augusta mitfühlt und es in ihrem Leben besser machen möchte. Ihre Mitbewohnerin Vicki und deren Ehemann Daniel sind ebenfalls sehr sympathisch, manchmal allerdings auch anstrengend, denn sie sind nicht unbedingt ein typisches Ehepaar. Obwohl sie erst kürzlich geheiratet haben, lieben sie ihre Freiheit und möchten überhaupt nicht zusammenleben, vielmehr leben sie in getrennten Wohnungen und sehen sich auch nicht unbedingt täglich.
Mit Leo und Basti lernt man zwei Protagonisten kennen, die Rosas Leben vollkommen auf den Kopf stellen und auf ihre ganz eigene Art und Weise sympathisch sind. Basti ist jemand, der zwar nett erscheint, dem ich aber nie wirklich trauen konnte, gleiches gilt leider auch für Leo, dennoch sind die beiden Männer unverzichtbar und das Salz in der Suppe.

Dazu kommt noch Augusta, deren Tagebuch gefunden wird. Sie ist Vickis Urgroßtante und hat vor genau einhundert Jahren ihr Tagebuch verfasst, indem sie nicht immer glücklich klingt. Es wird eine Zwangsheirat angedeutet und es ist nur wenig über sie bekannt, außer, dass sie angeblich lebendig begraben wurde. Rosa nimmt Augustas Geschichte sehr mit und sie möchte noch viel mehr über sie erfahren.

Natürlich muss es bei so einem Buch auch eine Liebesgeschichte geben, diese ist jedoch sehr häufig unglaublich chaotisch und es werden Entscheidungen getroffen, die ich oftmals nur schwer nachvollziehen konnte. Dennoch finde ich es gut, wie mit diesen Entscheidungen umgegangen wird und welche Lehren Rosa aus diesen zieht. Obwohl sie selbst große Romantikerin ist, bleibt die Romantik jedoch sehr häufig auf der Spur. Man erlebt nüchterne Liebesmomente, die zwar ganz nett sind, bei denen der letzte Funken jedoch fehlt.

Das Cover ist ganz hübsch und passt auch recht gut zu Rosa, denn man erfährt im Laufe der Geschichte, dass sie niemals mit flachen Schuhen aus dem Haus geht. Auch der Herbst wird sehr gut ins Bild gebracht. Die Kurzbeschreibung liest sich gut und vielversprechend, sodass man dieses Buch direkt lesen möchte.

Insgesamt hat mir „Herbsttagebuch“ gut gefallen und konnte mich sogar überraschen, da ich so eine tiefgehende Geschichte zunächst gar nicht erwartet habe. Ich werde mit Sicherheit noch weitere Bücher von Kerstin Hohlfeld lesen, denn der Schreibstil und ihre Ideen wissen eindeutig zu überzeugen. Empfehlenswert!

Reihenfolge
Glückskekssommer
Herbsttagebuch

2 Kommentare zu „Kerstin Hohlfeld – Herbsttagebuch

  1. Wieder mal eine sehr schöne Rezension von dir! Das Buch kommt dann auch gleich mal auf meine Wunschliste. Das hrt sich nämlich wirklich toll an!

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