Rezension

Kim Harrington – Ich sehe dein Geheimnis (Clarity #1)

Kurzbeschreibung
Clarity sieht Dinge: Kein Geheimnis ist vor ihr sicher, wenn sie bestimmte Gegenstände berührt, die ihr zeigen, was in der Vergangenheit passiert ist. Als in ihrem Ort ein Mädchen ermordet wird, bittet sie der Kriminalkommissar, ihm und seinem Sohn Gabriel mit ihrer Gabe bei der Spurensuche zu helfen. Obwohl der gut aussehende Gabriel nicht an Übersinnlichkeit glaubt, willigt Clarity ein: Unter allen Umständen muss sie den wahren Mörder finden, um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen, denn er war als Letzter mit der Ermordeten zusammen. Und tatsächlich entdeckt Clarity am Tatort eine erste Spur – die sie jedoch zu einem weiteren Opfer führt… ~ Quelle

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Meine Meinung
Als ich „Ich sehe dein Geheimnis“ zum ersten Mal entdeckt habe, war ich doch ein wenig skeptisch, ob mir das Buch gefallen könnte. Das lag aber nicht unbedingt am Cover oder gar am Klappentext, sondern vielmehr daran, dass ich bei Jugendthrillern allgemein immer etwas skeptisch bin. Zum Glück habe ich diese Skepsis überwunden, denn sonst wäre mir ein absolutes Highlight entgangen.

Das Buch ist einfach der pure Wahnsinn. Ich kann gar nicht alles auflisten, was mir gefallen hat, denn dann müsste ich das komplette Buch Wort für Wort wiedergeben. Kim Harrington hat mit „Ich sehe dein Geheimnis“ ein großartiges Buch geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und vor allem sehr spannend und detailliert.
Die Charaktere werden gut beschrieben, sodass man sich schnell sein eigenes Bild von ihnen machen kann, dazu wird die Umgebung so schön und ausführlich beschrieben, sodass ich das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein. Der Strand, das Meer, die Promenade, die jeweiligen Häuser, einfach alles ist perfekt.

Mit Clarity hat die Autorin eine sympathische und außergewöhnliche Protagonistin geschaffen, die mich direkt begeistern konnte. Ihre Familie hat paranormale Fähigkeiten, was sie zu etwas Besonderem macht. Während ihre Mutter Gedanken lesen und ihr Bruder mit Geistern kommunizieren kann, erhält Clarity Visionen, wenn sie Gegenstände berührt. Dabei sieht sie oftmals pikante Sachen, weshalb sie auch inoffiziell an dem Mordfall mitarbeiten darf. Sie ist in der Schule aufgrund ihrer Gabe eine Außenseiterin und auch ihre Familie muss mit Blicken und einer gewissen Ignoranz leben. Ihr Bruder ist ihr bester Freund und mit ihm verbringt sie auch den größten Teil ihrer Freizeit, dabei ist er stellenweise das genaue Gegenteil von ihr. Während Clarity sich gern zurückzieht, ist er ständig unterwegs und trifft sich dabei mit unzähligen jungen Touristinnen, mit denen er Affären beginnt. Leider hat man von seiner Gabe noch nicht viel erfahren, ich hoffe aber, dass sich dies im nächsten Teil ändern wird.

Mit Justin, Gabriel und Stephen lernt man drei weitere Protagonisten kennen, die das Leben von Clarity regelmäßig aufwühlen. Justin war ihre große Liebe, allerdings sind sie mittlerweile getrennt, da Justin Clarity betrogen hat. Dennoch steht er immer zu ihr, unterstützt ihre Gabe und versucht ihr, bei der Auflösung des Falles zu lösen. Gleichzeitig ist er der Sohn des Bürgermeisters. Gabriel ist der Sohn des neuen Polizisten in der Stadt. Er ist gerade erst in die Kleinstadt gezogen und muss direkt an dem Mordfall mitarbeiten. Clarity wird ihm dabei zur Seite gestellt, was ihn nicht unbedingt erfreut, da er nicht an ihre Gabe glaubt und alles, was paranormal ist, verabscheut. Stephen ist ein sehr loyaler Teenager, der stets zu seiner Familie hält und seinem Vater beim Wahlkampf hilft. Sein Gegner ist dabei Justin und seine Familie. Bislang hat er Clarity immer ignoriert, durch den Fall fangen sie jedoch immer mehr an, miteinander zu reden, sodass auch er bald nicht mehr wegzudenken ist.

Die Geschichte ist von Anfang bis Ende spannend und ideenreich. Die Gaben der jeweiligen Protagonisten wirken alles andere als deplatziert, sodass man es hier mit einem wunderbaren paranormalen Thriller zu tun hat. Dazu gibt es noch eine Liebesgeschichte, die nicht immer durchschaubar ist. Clarity ist von Justins Untreue nach wie vor enttäuscht, fühlt sich aber dennoch zu ihm hingezogen. Gleiches gilt für Gabriel: Optisch ist er ihr Typ, allerdings weigert sie sich, ihn nahe genug an sich heranzulassen, da er ihre Gabe verabscheut. Claritys Zweifel sind authentisch und jeder, der schon einmal in so einer Situation gesteckt hat, kann sich vorstellen, wie sie sich fühlen muss. Die spätere Auflösung wird mit Sicherheit nicht alle Leser erfreuen, ich finde es jedoch genau richtig, da es die einzig nachvollziehbare Entscheidung ist.

Einen weiteren Pluspunkt gibt es für das Ende, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe. Zwar gab es hier und da ein paar kleine Hinweise, aber auch da wurde ich von der Autorin oftmals in die Irre geführt. Obwohl der Fall an sich abgeschlossen ist, endet das Buch dennoch mit einem Cliffhanger, sodass man direkt Lust auf den zweiten Band bekommt. Leider ist dieser noch nicht auf Deutsch übersetzt worden.

Das Cover ist nicht ganz so schön wie das Cover der Originalausgabe, dennoch mag ich die Schlichtheit und die Dunkelheit, die gut zu den Visionen passt, die Clarity hat. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und war für mich der Kaufgrund Nummer Eins. Es ist schön zu sehen, dass man es als Verlag geschafft hat, die Spannung aufzuzeigen, ohne zu viel zu verraten. Perfekt!

Insgesamt ist „Ich sehe dein Geheimnis“ ein unglaublich gutes Buch, dass mich überraschen und in den Bann ziehen konnte. Jetzt muss man nur noch hoffen, dass auch der zweite Band ins Deutsche übersetzt wird. Daumen drücken!

Reihenfolge
Ich sehe dein Geheimnis
Perception (dt. Titel unbekannt)

3 Kommentare zu „Kim Harrington – Ich sehe dein Geheimnis (Clarity #1)

  1. Danke für diese tolle Rezension. Das Buch kommt gleich mal auf meine Wunschliste. Es hört sich nämlich richtig gut an und nach deiner Schwärmerei erst Recht 😉

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