Rezension

Rhoda Janzen – Fix und forty

Kurzbeschreibung
Als sie mit 42 in die Wechseljahre kommt und ihr Mann wenig später auf Gay.com seine große Liebe findet, beschließt Rhoda Janzen, wieder nach Hause zu ziehen: zu einer Mutter, der kein Gesprächsthema zu intim ist, und einem Vater, der als Pastor arbeitet und neben Jesus auch den Erfinder des Seniorenrabatts preist. Eine selbstironische Liebeserklärung an die Heimat – von einer, die auszog, um wieder einzuziehen.

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Meine Meinung
Als mir „Fix und forty“ damals angeboten wurde, habe ich einen leichten, kurzweiligen Roman erwartet, der zu den typischen Frauenromanen gehört. Da habe ich mich nur leider getäuscht und somit konnte ich mich nicht so ganz auf die Geschichte einlassen.

Das Kleid, der Titel und die Kurzbeschreibung deuten zunächst auf einen Frauenroman hin, der mich für eine kurze Zeit unterhalten sollte, leider war dieser dann doch deutlich ernster und tiefgründiger. Normalerweise ist eine gewisse Tiefe immer gut, allerdings war ich nicht darauf vorbereitet, sodass es sehr lange gebraucht hat, bis ich dem Buch wirklich eine faire Chance geben konnte.

„Fix und forty“ ist der erste Roman von Rhoda Janzen. Obwohl mir der Schreibstil gut gefallen hat, brauchte es doch eine ganze Weile, bis ich voll und ganz in der Geschichte war. Die Handlung wird eindringlich, authentisch und sensibel erzählt und das Buch liest sich flüssig.
Allerdings hat es mir bei diesem Buch deutlich an Humor gefehlt. Zwar wird das Buch als sehr humorvoll und spritzig betitelt, wirklich viel gemerkt habe ich davon jedoch nicht. Sehr schade, denn es war massenhaft Potential für witzige Momente vorhanden, leider wurden diese nur nicht genutzt.

Rhoda Janzen hat mit Sicherheit kein einfaches Leben. Bereits als Kind war sie anders als die anderen Kinder, denn sie gehört zu den Mennoniten, die streng gläubig sind und viele Verbote und Regeln geschaffen haben. Als sie alt genug ist, versucht sie sich ein normales und bodenständiges Leben aufzubauen, doch leider ist auch dies nicht wirklich gelungen. Sie heiratet, verliert ihren Mann jedoch an einen anderen Mann und dazu hat sie öfters mit ihrer Gesundheit zu kämpfen. So wird ihr z.B. die Gebärmutter entfernt, was sie zusätzlich belastet.
Leider ist sie – meiner Meinung nach – dumm genug, zurück zu den Mennoniten zu gehen. Für viele ist dies vielleicht die einzige nachvollziehbare Entscheidung, ich musste jedoch mit dem Kopf schütteln. Sie fühlte sich früher nie wohl dort und ist regelrecht in ein neues Leben geflüchtet, aber dennoch kehrt sie reumütig zurück. Das passt meiner Meinung nach nicht so ganz, aber gut, Einstellungen können sich schließlich ändern.

Dazu hat mich die Geschichte der Mennoniten nicht wirklich interessiert. Hätte ich gewusst, dass dieses Buch so dermaßen religiös angehaucht ist, hätte ich vermutlich meine Finger davon gelassen. Von daher kann man dem Verlag einen Vorwurf machen, dass sie das Thema nicht deutlicher in der Kurzbeschreibung erwähnt haben. Ich wette, ich bin nicht die Einzige, die vom Inhalt irritiert ist und etwas anderes erwartet hat.

Positiv zu betrachten ist allerdings, wie sehr die Autorin ihre Familie schätzt und daran erinnert, wie wichtig es doch ist, eine Familie zu haben, zu der man immer wieder zurückkehren kann und die einen trotz mancher Fehlentscheidungen erneut in die Arme schließt.

Die Covergestaltung ist ganz hübsch anzusehen, allerdings nichts wirklich etwas besonderes. Die Kurzbeschreibung ist dagegen eine absolute Katastrophe. Man denkt schnell an einen Chick-Lit Roman, doch weit gefehlt. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn man das Thema Religion deutlich angesprochen hätte, denn so sorgt die Kurzbeschreibung nur für Verwirrung und lässt enttäuschte Leser zurück.

Insgesamt hat mir „Fix und forty“ leider nicht gefallen. Dabei mag ich der Autorin noch nicht einmal die große Schuld zuweisen, sondern eher dem deutschen Verlag, der seine Leser mit der Beschreibung in die Irre führt. Hätte ich von Anfang an gewusst, was mich bei dem Buch wirklich erwartet, wäre ich mit Sicherheit anders mit dem Inhalt umgegangen. So bleibe ich leider enttäuscht zurück.

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