Literaturverfilmung

[Literaturverfilmung] The Walking Dead – Staffel 1

Deutscher Buchtitel: The Walking Dead

Originaltitel: The Walking Dead

Geschrieben von: Robert Kirkman (Comics und Roman)

Erscheinungsjahr: seit 2003 (Comics) | 2011 (Roman)

Regie: Frank Darabont, Gale Anne Hurd, u.a.

Länge: 282 Minuten bei 6 Folgen

Altersfreigabe: ab 18

Darsteller: Andrew Lincoln, Sarah Wayne Callies, Jon Bernthal, Laurie Holden, Emma Bell, Norman Reedus, Jeffrey DeMunn, u.a.

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Es gibt Serien, die muss man einfach schauen. „The Walking Dead“ ist eine davon. Da diese grandiose Serie auch noch eine Comicreihe ist und dazu mittlerweile auch als Roman erhältlich ist, war es für mich ein absolutes Muss, mich mit dieser Verfilmung genauer zu beschäftigen.

Bzgl. des Buchs ein kleiner Tipp: Die Geschichte behandelt Charaktere, die bislang noch nicht in den Staffeln 1 und 2 aufgetaucht sind, diese erscheinen erst in der dritten Staffel. Von daher wäre es von Vorteil, wenn man das Buch erst dann liest, wenn man bereits die ersten Staffeln geschaut hat oder die Comics kennt.

Da „The Walking Dead“ zunächst nur als Mini-Serie geplant war, gibt es in der ersten Staffel nur sechs Folgen, allerdings haben die es in sich.

Handlung
Polizist Rick Grimes erwacht aus dem Koma und erkennt die Welt nicht wieder: Das abgelegene Krankenhaus, in dem er sich befindet, liegt in Trümmern, das Umland ist verwüstet – und überall lauern blutrünstige Zombies darauf, die Lebenden zu zerfleischen! In einem Lager am Stadtrand von Atlanta kämpft eine kleine Gruppe Überlebender um die verbliebene Existenz der Menschheit und wird dabei immer wieder von den Untoten in die Enge getrieben. Wird es Rick und den anderen gelingen in dieser furchteinflößenden Welt an ihrer Menschlichkeit festzuhalten? Und werden sie unter schrecklichsten Bedingungen und inmitten persönlicher Rivalitäten schließlich miteinander überleben?
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Unterschiede Comic/Serie
Zwischen dem Comic und der Serie gibt es erfreulicherweise kaum Unterschiede. Charaktere und Zombies werden optisch haargenau so dargestellt, wie man diese auch in den Comics kennengelernt hat. Ein großes Kompliment daher auch an die Castingabteilung, die dafür gesorgt hat, dass sich Schauspieler und Zeichnungen kaum voneinander unterscheiden.
Die Handlungsstränge sind in der Serie allerdings deutlich besser ausgearbeitet als in den Comics. Durch leicht abgeänderte Dialoge entstehen mehr Spannung und Dramatik. Zudem bin ich unglaublich froh, dass es sich hierbei um eine Serie und keinen Film handelt, denn dabei wäre einiges verloren gegangen, was die Serie und auch die Comics ausmacht und wäre wahrscheinlich viel zu schnell abgearbeitet worden. So hatten die Charaktere genug Zeit, um sich zu entwickeln. Ein kleiner, aber feiner Unterschied ist die Zeit, denn diese vergeht in den Comics schneller, als in der Serie. Die Serie umfasst ca. einen Zeitraum von acht bis zehn Tagen, während bei den Comics mehrere Monate verstreichen. Außerdem gibt es in den Comics zwei Figuren weniger, die jedoch sehr liebevoll in die Serie eingebaut wurden. Dies sind T-Dog und Morales, der besonders in der zweiten Folge eine etwas größere Rolle hat. Ebenfalls etwas abgeändert wurden einige Lebensumstände der Charaktere. So heißt es z.B., dass Dales Frau noch in Florida sei, während sie in der Serie an Krebs verstorben ist. Ebenfalls ist es auch so bei einigen Berufen. Andrea war z.B. eine Anwältin, im Comic heißt es, sie war nur eine Hilfskraft in einer Kanzlei.
Insgesamt kann man aber sagen, dass die Comics sehr gut verfilmt wurden.

Schauspielerische Leistung
Ich kann die Schauspieler gar nicht oft genug loben.
Egal, ob man einen Charakter mag oder nicht, sämtliche Schauspieler haben eine großartige Arbeit abgeliefert und es macht unglaublichen Spaß, die Charaktere zu lieben und zu hassen. Besonders loben muss man Andrew Lincoln (Rick Grimes), Jon Bernthal (Shane Walsh), Jeffrey DeMunn (Dale Horvarth) und Norman Reedus (Daryl Dixon). Sie haben mich von ihrem Talent und ihrer Leidenschaft überzeugt und es war eine Freude, ihnen bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Vor allem Norman Reedus, der den leicht schroffen Einzelgänger Daryl Dixon spielt, ist für mich der heimliche Star der Serie. Nach dem Motto „Harte Schale, weicher Kern“ hat er mich direkt in der zweiten Folge für sich gewinnen können.
Mit Chandler Riggs (Carl Grimes) und Laurie Holden (Andrea) habe ich schnell meine Hassobjekte der Staffel gefunden. Chandler Riggs spielt den Sohn von Rick und Lori Grimes und hat mir stellenweise den letzten Nerv geraubt. Trotz der eher unsympathischen und nervtötenden Rolle hat der mittlerweile 13-jährige Jungschauspieler den Charakter brillant gespielt. Ein weiterer Störfaktor war die Rolle der Andrea, die hauptsächlich durch Heulattacken, hysterischem Geschrei und „Ich kann und weiß alles besser“-Momenten aufgefallen ist. Dennoch hat auch diese Figur ihre Berechtigung und wurde von Laurie Holden sehr gut verkörpert.
Aber auch sämtliche Nebenfiguren konnten mich überzeugen und ich hätte auf keinen einzelnen Charakter verzichten wollen. Da gibt es zum einen Steven Yeun, der den mutigen, aber auch sehr schüchternen Glenn spielt, Melissa McBride, die die misshandelte Ehefrau und Mutter Carol Peletier mimt und den leicht tollpatschigen, aber liebenswerten T-Dog, der von IronE Singleton verkörpert wird.
Besonders wichtig ist hierbei, dass genau verstanden wird, dass es bei „The Walking Dead“ nicht nur um die Zombies geht, sondern vielmehr um die Menschen, die ums Überleben kämpfen. Sie verändern sich, aus Freunden werden erbitterte Feinde und Zusammenhalt ist trotz einer recht großen Gruppe nicht immer selbstverständlich. Die Entwicklung der einzelnen Rollen ist bemerkenswert und stets deutlich sichtbar. Im ersten Moment lacht man zusammen und umarmt sich, im nächsten Moment hält man sich gegenseitig mit Pistolen auf Abstand. Dies ist vor allem bei den Freunden Rick Grimes und Shane Walsh sichtbar, die sich zwar nicht vor allen anderen in der Gruppe auf den ersten Blick duellieren, aber dennoch ist es für den Zuschauer deutlich sichtbar, wie sehr sich die Freundschaft verändert, ohne das etwas (für die Gruppe) großartig geschehen ist. Sarah Wayne Callies, die dabei Ricks Ehefrau Lori verkörpert, spielt dabei die dritte wichtige Rolle, die für das abgekühlte Verhältnis der einstigen Arbeitskollegen und Freunde verantwortlich ist.
Besonders schön ist auch zu beobachten, wie aus Fremden plötzlich Freunde werden, die sich ohne den Veränderungen in der Welt nicht einmal angeschaut hätten. Hautfarbe und weitere äußerliche Merkmale spielen keine Rolle mehr und es gibt laut Rick nur noch rotes (Menschen) und totes (Zombies) Fleisch.

Ein großes Kompliment muss man auch der Maske und den Kostümbildern machen, die die Zombies phantastisch dargestellt haben. Die Zombies sehen sehr authentisch und ausgemergelt aus, ihre Bewegungen stockend und steif. Was bei anderen Serien und Filmen oftmals unfreiwillig komisch aussieht, sieht hier sehr professionell und dramatisch aus. Vor manchen Zombies ekelt man sich, bei anderen hat man Mitleid – ganz großes Kino.

Soundtrack
Es gibt Serien und Filme, die komplett ohne Musikuntermalung überzeugen. „The Walking Dead“ gehört eindeutig dazu, denn außer dem Theme und dem Outro gibt es keine weitere Musik, die ich allerdings auch gar nicht vermisst habe, denn die Charaktere und die Zombies erzeugen genug Drama, sodass die Spannung bei keiner einzigen Minute abflacht. Das Theme selbst ist schlicht, aber großartig und passt sich der Stimmung der Serie an.

Fazit
„The Walking Dead“ hat alles, was eine gute Serie für mich ausmacht: Grandiose Charaktere und noch bessere Schauspieler, eine großartige Handlung, eine gute Portion Drama und zwischenmenschliche Beziehungen, die unter die Haut gehen. Für mich eine der besten Serien der letzten zehn Jahre. Absolut empfehlenswert!

6 Kommentare zu „[Literaturverfilmung] The Walking Dead – Staffel 1

  1. Ich finde, das hast du absolut großartig geschrieben!
    Mir haben die ersten beiden Staffeln auch sehr gut gefallen und nun freue ich mich schon sehr auf die dritte Staffel.

    LG
    jai

  2. Vielen Dank! 🙂
    Ich kann die dritte Staffel auch kaum noch erwarten, zum Glück zeigt Fox (auf Sky) die Folgen nur 3-5 Tage nach US-Ausstrahlung. ❤

    Meine Rezension zur 2. Staffel erscheint auch bald.

  3. Sky ist mir eigentlich relativ egal, aber das ist einer der Gründe, warum ich auch froh bin, dass wir es haben 🙂

  4. Ich habe mir den Comic vom Gratiscomictag angeschaut, sehr fein! Aber auf den österreichischen Sendern läuft die Serie leider noch nicht 😦

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