Rezension

Kristan Higgins – Meine Brüder, die Liebe und ich

Kurzbeschreibung
Weibliche List? Nicht gerade Chastitys Sache. Aber nur wo ein Wille ist, ist auch ein Mann der neue Roman mit Lach- und Tränengarantie von Kristan Higgins!
Femme Fatale, sexy Vamp, fleischgewordener Männertraum all das ist Chastity O Neill nicht. Mit vier großen Brüdern und einer Schwäche für die Yankees ist sie für die Männerwelt nur der gute Kumpel. Kein Wunder, dass auch der attraktive Trevor das so sieht. Dabei ist er der Eine! Chastity weiß es, seit sie sich als Teenager hoffnungslos in den besten Freund ihrer Brüder verknallt hat. Das ist zwölf Jahre her, doch Chastitys heimliche Liebe hat in all den Jahren nichts erschüttern können. Nun, wenn sie eins in ihrer verrückten Familie gelernt hat, dann das: Ein Mädchen muss für seinen Traum kämpfen! Zeit, die Waffen einer Frau zu zücken…

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Meine Meinung
Nachdem mich „Fang des Tages“ im letzten Jahr begeistert hat, stand für mich schnell fest, dass ich auch weitere Bücher von Kristan Higgins lesen möchte. „Meine Brüder, die Liebe und ich“ klang von der Beschreibung her recht gut und ich habe mich auf ein paar romantische Lesestunden gefreut. Leider hatte ich mit diesem Buch nicht ganz so viel Spaß, denn mir haben u.a. Highlights und interessante Charaktere gefehlt.

Auch der Schreibstil war nicht mehr so flüssig und unbeschwert, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Mir kam es stellenweise so vor, als hätte sich die Autorin selbst zu sehr unter Druck gesetzt, um dieses Buch zu einem Knaller zu machen. Lockerheit, spritzige Dialoge und Humor gehen dabei leider unter. Sehr schade, denn das Potential war definitiv vorhanden.

Die Geschichte beginnt noch recht flott und man merkt schnell, welches Problem die Protagonistin hat, danach geht es allerdings schnell bergab, denn die Geschichte stolpert nur so vor sich hin. Chastity versucht zwar immer recht locker, witzig und tolerant zu wirken, allerdings ist sie in meinen Augen sehr oberflächlich und egoistisch, sodass ich leider nicht mit ihr warm wurde. Durch ihre vier Brüder und deren Interessen, hat sie sich schnell ihnen angepasst und wirkt nicht wirklich wie eine Frau, die sich ausschließlich für Make-Up, Nagellack und Kleidung interessiert. Sie mag Sport, Bier, und saloppe Gespräche, die sie am besten mit ihren Brüdern und deren Freunde führen kann. Sie wird als chaotisch, liebenswert und tollpatschig beschrieben, weil sie jedes noch so kleine Fettnäpfchen erwischt, aber dennoch wirkte sie auf mich eher nervig und verzweifelt. Durch ihre Aktionen schreit sie quasi schon nach Aufmerksamkeit, was mir so gar nicht gefallen hat.

Ihre Entwicklung in dem Buch ist deutlich spürbar, allerdings liest sich dies mehr wie ein Bericht, als ein Roman, der den Leser unterhalten soll. Die Geschichte und die Charaktere wirken allesamt so, als wären sie einfach nur abgearbeitet worden. Humor, freche Dialoge und eine romantische Liebesgeschichte sind daher kaum vorhanden, was den Lesespaß sehr getrübt hat. Zwar knistert es ab und zu, wenn Chastitys Herzensmann Trevor erscheint, allerdings bleibt auch dies recht oberflächlich, weil kaum Gefühle aufkommen. Am liebsten hätte ich die Charaktere geschüttelt und ihnen gesagt, dass sie endlich mal etwas machen sollen, damit die Geschichte endlich mal spannend, bzw. romantisch wird. Ohne die eigene Vorstellungskraft, wäre das Buch wohl noch schlechter bei mir ausgefallen.

Das Ende ist sehr vorhersehbar, allerdings gefällt mir die Umsetzung überhaupt nicht, da es viel zu schnell abgearbeitet wurde. Das Ende an sich ist zwar okay, allerdings kam es zu plötzlich und zu gehetzt. Besonders beim letzten Kapitel hatte ich das Gefühl, dass Kristan Higgins das Buch einfach nur hinter sich bringen wollte. Sehr schade, man hätte so viel mehr daraus machen können.

Die Covergestaltung gefällt mir überhaupt nicht. Ich hätte es mir ein bisschen flippiger und einfallsreicher gewünscht, als einfach nur eine Frau mit weit aufgerissenem Mund, die rein gar nichts ausstrahlt. Zwar hätte ein verspieltes Cover zur Protagonistin genauso wenig gepasst, aber ein bisschen mehr Mühe hätte man sich schon geben können.

Insgesamt ist „Meine Brüder, die Liebe und ich“ ein typischer Frauenroman, der leider keine Höhen und Tiefen hat. Die Geschichte war mir insgesamt zu glatt und zu vorhersehbar. Sehr schade, denn Kristan Higgins hat bereits mit anderen Büchern (u.a. „Fang des Tages“) bewiesen, dass sie weit mehr kann.

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