Rezension

Boris Pfeiffer – Unsichtbar und trotzdem da! 01 – Diebe in der Nacht

Kurzbeschreibung
Jenny, Addi und Ağan werden als Kinder in der Großstadt oft übersehen. Aber das ist manchmal auch gut so. Besonders, wenn die drei als Detektive unterwegs sind. Dann gilt ihr Motto: Unsichtbar und trotzdem da!

Im Museum gehen merkwürdige Dinge vor. Nachts werden Bilder lebendig und jagen dem Wärter große Furcht ein. Spukt es zwischen den Drachenskulpturen und alten Gemälden? Jenny, Addi und Ağan belauschen Geisterstimmen. Können sie sie zum Schweigen bringen?

Meine Meinung
Addi hat nur einen Wunsch: Ein Autogramm des Schauspielers Spidy. Da er durch die vielen Erwachsenen während der Autogrammstunde nicht beachtet wird, muss er zu anderen Mitteln greifen und lernt dabei Jenny und Ağan kennen. Was zunächst wie eine Zweckgemeinschaft erscheint, wird schnell zur Freundschaft.
Jenny, Ağan und Addi gehen ins Museum, um sich Drachen anzuschauen und machen dabei eine unheimliche Entdeckung, denn ein Gemälde scheint plötzlich sprechen können.
Für die drei Kinder steht fest: Sie müssen mehr darüber erfahren und geraten dabei in ein großes Abenteuer…

Boris Pfeiffer hat mit „Diebe in der Nacht“ einen guten Auftakt einer neuen Reihe geschaffen. „Unsichtbar und trotzdem da!“ beschäftigt sich mit den Abenteuern der drei Freunde Jenny, Addi und Ağan.

Der Schreibstil ist flüssig, leicht verständlich und der Zielgruppe bestens angepasst. Die Handlung wird spannend geschildert, ohne jedoch zu gruselig zu wirken.
Besonders schön ist hier, dass man als Leser Berlin näher kennen lernen darf. Orte und Gegenstände werden gut beschrieben und ich konnte mir so manches bildlich vorstellen. Ebenfalls hilfreich sind hier die vielen Zeichnungen im Buch, die nicht nur passend, sondern auch sehr gelungen sind.
Auch wenn mir die Handlung an sich gut gefallen hat, gibt es hier einen recht großen Kritikpunkt: Die Charaktere konnten mich absolut nicht von sich überzeugen.

Der Autor versucht, Jenny, Addi und Ağan als mutige und sympathische Kinder darzustellen, gelungen ist dies für meinen Geschmack allerdings nicht.
Die Kinder sind in einem schwierigen Alter, was eventuell ihr Verhalten rechtfertigt, dennoch habe ich mehr als nur einmal die Augen verdrehen und den Kopf schütteln müssen.

Addi ist ein recht verwöhntes Kind, das im guten Hause aufwächst, allerdings auch furchtbar unsympathisch ist. Er möchte immer mit dem Kopf durch die Wand und nimmt keine Rücksicht auf Verluste, was direkt am Anfang der Geschichte mehr als deutlich wird, indem er im KaDeWe respektlos auf Regalen herum klettert. Gegen Ende wirkt er zwar etwas vernünftiger auf mich, allerdings für meinen Geschmack viel zu spät.
Ağan ist mir dagegen schon ein wenig sympathischer. Er wirkt für sein Alter zum Teil recht erwachsen, ist aber gleichzeitig auch unglaublich nervig, was sein ganzes Verhalten angeht. Zu allem fällt ihm ein Zitat ein, welches jedoch alles andere als erfrischend wirkt. Authentisch ist dies leider nicht.
Beispiel: „Wenn ein Tier dich liebt, bist du ein reicher Mensch. […] Sie wollte nur sagen, dass es hier wie im Himmel ist und dass es dir deswegen schwerfallen muss, wie alle anderen auf der Erde zu leben.“ (Seite 67/68)
Lediglich Jenny konnte mich hier von sich überzeugen. Sie wirkt recht erwachsen und – im Gegensatz zu den Jungs – alles andere als naiv.

Die Covergestaltung hat mir dagegen wieder gut gefallen. Vor allem die Kinder sind hier gut getroffen worden, denn genau so habe ich sie mir vorgestellt. Farben und Szene sind hier ebenfalls passend gewählt.

Insgesamt konnte mich „Diebe in der Nacht“ trotz mancher Schwäche von sich überzeugen. Die Mischung aus Krimi und Fantasy gefällt mir gut und ich bin gespannt, ob sich die Charaktere noch entwickeln werden. Empfehlenswert für junge Leser ab 10 Jahren.

Reihenfolge:
Diebe in der Nacht
Unter der Stadt
Magier unter Verdacht

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Ein Kommentar zu „Boris Pfeiffer – Unsichtbar und trotzdem da! 01 – Diebe in der Nacht

  1. Ich finde gut, was Du schreibst, stimme aber gar nicht mit Dir überein, was Du über die Charaktere sagst. Mein Sohn hat das Buch verschlungen und liebt die Unsichtbaraffen. Gerade, dass sie wie echte Menschen sprechen, findet er gut. Also, er findet sie besser als die drei ???. Ist natürlich aber auch Berliner :-))

    Ich habe eben auch noch diese Kritik auf FB gefunden:
    http://kinderredaktion.blog.de/2011/10/06/richard-10-j-unsichtbar-trotzdem-diebe-nacht-boris-pfeiffer-11972811/

    Grüße
    Thomas

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