Rezension

Lisa Cach – Eternally: Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen

Kurzbeschreibung
Eigentlich gehört Caitlyn gar nicht in die amerikanische Kleinstadt, in der sie lebt, das spürt sie nur zu deutlich. Als sie ein Stipendium in einem angesehenen Internat in Frankreich angeboten bekommt, ergreift sie die Gelegenheit, ihrem engen Leben zu entfliehen. Im Château de la Fortune begegnet sie fortan jede Nacht im Traum einem geheimnisvollen Jungen, der aus einer anderen Zeit zu kommen scheint. Caitlyn weiß: Sie und er sind Seelenverwandte. Aber wie kann sie jemanden lieben, der gar nicht wirklich existiert? Als Traum und Wirklichkeit sich auf einmal vermischen, erkennt Caitlyn, was sie wirklich in dieses Internat geführt hat. Und das wird ihr Leben für immer verändern…

Meine Meinung
Caitlyn kann es nicht fassen. Ausgerechnet ihr, einer mittelmäßigen Schülerin und Außenseiterin, wird ein Stipendium im Chateau de la Fortune, einem Internat in Frankreich, angeboten. Sie muss nicht lange überlegen und zieht nach Frankreich. Da Caitlyn in den USA immer von schlimmen Alpträumen geplagt wurde, hat sie nun die Hoffnung, in Frankreich ein neues Leben zu beginnen. Doch auch dort verfolgen sie die Alpträume. Allerdings hat sie dort auch andere Träume: Sie träumt von der Vergangenheit des Internats und begegnet dort immer wieder Raphael, mit dem sie sich auf eine gefährliche Schatzjagd begibt. Sie verliebt sich immer mehr in Raphael und fühlt sich mit ihm verbunden. Kann dies wirklich nur ein Traum sein oder steckt viel mehr dahinter?

„Eternally“ ist eine gute Mischung aus Jugendbuch, Fantasy und historischen Roman. Lisa Cach hat den Sprung zwischen Vergangenheit und Gegenwart in diesem Buch gut hinbekommen und ich konnte der Geschichte verfolgen, ohne durcheinander gebracht zu werden. Die Geschichte befasst sich mit Hexen von damals und heute, allerdings nicht unbedingt in der Form, wie man sie bislang in anderen Büchern kannte. Die Hexe wird hier nicht als Zauberin, sondern mehr mit übersinnlichen Fähigkeiten beschrieben, was mir gut gefallen hat, da bei der Darstellung nicht übertrieben wurde.

Mit dem Schreibstil bin ich nicht ganz zufrieden. Zwar hat es die Autorin geschafft, mich mit der Geschichte in ihren Bann zu ziehen, allerdings gibt es auch ein paar Schwachstellen. Vor allem die Szenen in der Vergangenheit sind stellenweise zu genau beschreiben, sodass die eigene Fantasie kaum gefördert wurde. Die Informationen, die Lisa Cach hier jedoch gesammelt hat, sind durchweg interessant, nur leider zu langatmig. Ebenfalls etwas störend empfand ich die ganzen französischen Sätze, die direkt darauf übersetzt wurden. Hier hätte es auch auf deutsch gereicht, da dies oft beim Lesen gestört hat. Ansonsten gibt es hier aber nichts zu bemängeln.

Einen ganz großen Pluspunkt gibt es von mir, weil dieses Buch endlich mal wieder ein Einzelband ist. Zwar lese ich Reihen und Trilogien sehr gerne, jedoch ist ein Einzelband auch mal wieder sehr angenehm.

Vor allem bei den Schauplätzen und den Charakteren hat sich die Autorin große Mühe gegeben. Das Chateau de la Fortune strahlt auf mich eine kalte, aber durchaus gemütliche Atmosphäre aus, in dem man sich nur wohlfühlen kann. Das Gelände rund um das Schloß wirkt verlassen und zum Teil ebenfalls düster. Zunächst spielt die Geschichte in den USA, Caitlyns Heimatland, doch recht schnell zieht sie nach Frankreich, um dort zu Schule zu gehen.

Caitlyn ist eine großartige Protagonistin. An ihrer alten Schule war sie eine Außenseiterin, die sich nie willkommen fühlte und mit den Schülern nichts anzufangen wusste. Sie wirkt schüchtern und in sich gekehrt. Aus den Jungs ihrer Highschool hat sie sich nichts gemacht, vielmehr wartet sie auf den Mann, der ihr Herz direkt im Sturm erobert. Der ist ihr jedoch noch nicht persönlich begegnet.
In ihren Träumen trifft sie auf Raphael, der ihr Herz höher schlagen lässt. Sie lässt sich immer mehr auf ihre Träume ein und begegnet immer wieder Raphael. Sie spürt, dass dies weit mehr, als ein Traum ist. Aber kann sich Realität und Traum tatsächlich miteinander vereinbaren? Aber sie träumt nicht nur von Raphael, sondern muss sich auch ständig mit Alpträumen befassen, in denen sogenannte Kreischer auf sie lauern. Caitlyns Gefühle und Gedanken werden gut dargestellt, im Bezug auf Raphael ist sie jedoch stellenweise naiv, was ich ihr aufgrund ihres Alters jedoch nicht übel nehme.

Aber auch andere Charaktere kommen hier gut zur Geltung. Da gibt es u.a. Naomi, die mit ihr zusammen aufs Chateau de la Fortune geht. Sie ist die erste, die die Wahrheit über Caitlyns Träume und Schlafstörungen erfährt. Ebenfalls sehr interessant ist Madame Snowe, die als Direktorin im Chateau de la Fortune arbeitet und gleichzeitig als Caitlyns Mentorin auftritt. Sie fördert sie und ihre Fähigkeiten, scheut sich aber ebenfalls nicht davor zurück, Caitlyn zurückzuweisen. Sie wirkt geheimnisvoll und mächtig und man muss einfach Respekt vor ihr haben.

Die Covergestaltung ist wunderschön und hat mich erst richtig auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die kräftigen Farben harmonieren perfekt miteinander. Allerdings habe ich mich während des lesens gefragt, was der Leuchtturm auf dem Cover wohl zu sagen hat, denn dieser wird weder erwähnt, noch ist ein Leuchtturm in der Nähe eines ländlichen Schloßes zu finden. Das hat mich dann doch ein wenig irritiert.

Insgesamt konnte mich „Eternally“ mit seinen Charaktere und der wunderbar düsteren Handlung überzeugen. Nicht nur Liebhaber von Jugendbüchern werden an diesem Buch ihre Freude haben.

2 Kommentare zu „Lisa Cach – Eternally: Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen

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