Bücher allgemein

Spoiler – Wie viel darf vorab verraten werden?

Kennt ihr das? Ihr wünscht Euch seit Monaten oder sogar nach Jahren ein Buch und dann haltet ihr es endlich in den Händen und werdet enttäuscht?

Ich spreche jetzt nicht von schlechten Büchern, sondern eher um typische Autoren-, bzw. Verlagsfehler, die mich besonders bei einem Buch in letzter Zeit enttäuscht haben.

„Crank“ stand schon seit Jahren auf meiner Wunschliste, weil mich die Handlung einfach sehr interessiert hat. Bewusst habe ich nur sehr wenige Rezensionen zu dem Buch gelesen, um mich voll und ganz darauf einlassen zu können. Vorgestern habe ich das Buch endlich in meinen Händen gehalten und wollte es natürlich direkt lesen, doch direkt zu Beginn wurde ich ganz böse gespoilert.
Auf Seite 7 gibt es ein Vorwort der Autorin. Da ich auch sowas normalerweise immer lese und dabei noch nie gespoilert wurde, habe ich auch dieses Vorwort vollkommen unbefangen gelesen und dann der Schock: Ellen Hopkins verrät quasi das Ende des Buches! Da frag ich mich, was das soll.

Zwar bin ich immer noch sehr neugierig auf das Buch und habe auch schon die ersten 200 Seiten gelesen, aber der Lesespaß ist dahin. Hier und da gibt es immer wieder interessante und schockierende Szenen in dem Buch, aber letztlich denke ich mir nur „Du weißt doch eh, wie es zum Teil ausgeht“.

Normalerweise hätte doch spätestens der deutsche Verlag hier eingreifen können und Ellen Hopkins Worte ans Ende des Buches verschieben können. Warum wurde dies nicht getan? Ich kann es nicht wirklich nachvollziehen.

Habt ihr so etwas auch schon erlebt und inwieweit möchtet ihr vor dem Lesen bereits gespoilert werden?

13 Kommentare zu „Spoiler – Wie viel darf vorab verraten werden?

  1. Also DAS ist doch wirklich ärgerlich, ich kann dich da voll verstehen. Mir geht es oft bei Rezensionen so: Ich lese mich da durch und ausgerechnet den Schlüsselsatz überlese ich dann nicht und weiss quasi das Ende. Sowas regt mich absolut auf!

  2. Spoiler in Rezensionen muss man ja zum Glück nicht lesen – wenn diese denn gekennzeichnet werden. Ich vermeide Spoiler in Rezensionen gänzlich.

    Aber wenn selbst die Autoren schon anfangen zu spoilern, dann ist das wirklich ärgerlich. Aber ich kann meine Wut nicht auf Ellen Hopkins schieben. Normalerweise MUSS ein Verlag sowas sehen. Da hätte sich nieman bei überarbeitet, wenn man diese eine Seite zum Buchende verschoben hätte.

    Da sitzt ich nun und denke „Wieso sollte ich eigentlich noch zuende lesen?“

  3. Ist ja schon fast amüsant, aber nur wenn man nicht gerade selbst davon betroffen ist 😉

    Kann ich auch nicht nachvollziehen, warum man den Lesern des eigenen Buchs so den Spaß nehmen muss.

    Bei einem anderen Buch habe es so etwas ärgerliches auch erlebt, da war der Klappentext sooo ausführlich und besprach ein Ereignis, welches ganz am Ende des Buchs erst eintrat. Die ganze Zeit habe ich gelesen, gelesen, gelesen.. und die Fragezeichen im Kopf wurden immer größer. Das versprochene Ereignis kam einfach nicht drin vor – erst fast am Ende. Es nimmt unglaublich die Leselust, wenn ich nur auf ein Ereignis hinlese und alles andere nur als Weg dorthin wahrnehme.

    Ein Klappentext und ein Vorwort soll bei mir die Neugierde wecken, nicht den Lesespaß verderben. Spoiler sind da einfach unnötig und ärgerlich.

  4. bei mir war es mal der fall, dass in einem agatha-christie-krimi der mörder eines ihrer anderen krimis verraten wurde 😀 da war der lese- und ratespaß leider auch im eimer…
    aber das mit dem vorwort ist doch dreist!

  5. Ja danke, das wars dann wohl – das würde ich mir denken, wenn mir das passieren würde und eigentlich ist es schon fast ne Gemeinheit den Lesern die Geschichte so zu vermiesen. Vorworte lese ich in der Regel auch ganz gerne, weil Autoren hier oft erzählen, wie die Idee zum Buch entstanden ist, aber wenn man sich das Buch selbst danach sparen kann ist es schon traurig. Ich würde das Buch wahrscheinlich genervt zurück ins Regal stellen…
    Ich persönlich mag gar keine Spoiler lesen, weil wo bleibt der Spaß am Lesen, wenn ich weiß, wie das Ende aussieht?
    Schade, dass dir jetzt so die Lust auf das Buch vergangen ist 😦
    liebe Grüße, Melanie

  6. Soetwas finde ich auch sehr ärgerlich und ich verstehe ebenfalls nicht, warum der Verlag da nicht eingegriffen hat.

    Mich ärgern Spoiler auch immer sehr, denn das vermiest mir die Lust am lesen. Schlimm finde ich das z.B. auch bei Serien / Trilogien. Da ist häufig der Klappentext des Folgebandes ein riesen Spoiler für den vorherigen. Deswegen lese ich die Klappentexte und Informationen über den Inhalt auch immer erst nachdem ich den vorherigen Band gelesen habe.

    Bei Rezensionen ärgert mich das aber auch sehr. Deswegen lese ich nur die Rezis von Schreibern bei denen ich weiß, dass nicht zu viel verraten wird. Wenn mich die Rezensionen zu einem bestimmten Buch interessieren und ich dabei auf mir bislang unbekannte Reszensenten stoße, lese ich immer erst andere Rezis desjenigen. Daran mache ich mir dann ein Bild wieviel der jenige verrät und entscheide dann ob ich die Rezi zu dem Buch, welches mich eigentlich interessiert, lese oder nicht. Ist zwar etwas zeitaufwendiger, aber das ist mir lieber als wenn mir die Freude an einem Buch flöten geht.

    Ätzend finde ich auch wenn bei Facebook zu viel verraten wird. Was man da manchmal auf Pinnwänden liest ist schon schlimm. Neulich las ich „Bin endlich mit Buch XY durch. Dass ABC der Täter war hätte ich nicht gedacht“. Na herzlichen Dank.

  7. Mir ist damals genau das Gleiche mit Crank passiert 😦 Hab ich aber nicht mehr dran gedacht, sonst hätte ich dich auf jeden Fall gewarnt! Ich finde es schrecklich, wenn sowas passiert und frage mich wirklich, warum da niemand mitdenkt. Ist ja nun wirklich nicht schwer daraus ein Nachwort zu machen, das passt ja genauso. Ich hoffe du kannst das Buch trotzdem noch genießen.

  8. Vor allem ist es echt krass, dass sie da so offen drüber spricht. Die Worte wären ein super Abschluss gewesen, aber sowas packt man doch nicht an den Anfang. Wenn der Fehler schon bei der Original Ausgabe auftaucht, hätte spätestens Carlsen reagieren MÜSSEN.

    Das ist echt ärgerlich. Aber die Story an sich gefällt mir gut, ist halt nur doof, wenn man das nun immer im Hinterkopf hat.

  9. Genau deshalb lese ich das Vorwort der Autorin/des Autors immer erst nach dem Roman. Hatte da schon einige ärgerliche Erlebnisse ähnlicher Art. Besonders dreist fand ich auch das Vorwort von Stephen King zu „Qual“, in dem er allen Ernstes schreibt, dass dieses Buch nach der Fertigstellung erstmal mehrere Jahre in der Schublade verschwand, weil er es selbst für zu schlecht befand, um veröffentlicht zu werden. Natürlich hat er es dann trotzdem einfach unverändert auf den Markt geschmissen, es fehlte gerade noch, dass er im Vorwort noch einen Kommentar ala „Schließlich brauche ich das Geld für einen neuen Ferrari“ loslässt, dann wäre das Bild des habgierigen Geldsacks, das ich in dem Moment von ihm hatte, echt perfekt gewesen. 😀

  10. Ich finde man merkt ihren Büchern oft auch an, dass sie das selbst erlebt hat, weil sie einfach so unheimlich echt und ehrlich darüber schreibt. Da muss man schon einiges durchgemacht haben, um das so rüberbringen zu können.

  11. Jetzt kann ich mich ja glücklich schätzen, deinen Artikel dazu gelesen zu haben. Denn CRANK spricht mich ebenfalls schon lange an und Vorwörter lese ich auch immer DAVOR, weil ich dabei nichts böses ahne und manchmal sind Vorwörter auch gut, weil es einem eine bestimmte Blickrichtung aufzeigt, die gleichzeitig Anregung sein kann und das ist ganz schön, doch bei so etwas machen sich sowohl Verlag als auch Autorin ja den ganzen Lesegenuss kaputt und wie man bei dir sieht, bleiben verärgerte LeserInnen zurück. Finde ich absolut nicht in Ordnung und überflüssig. Aber wen wunderts, es gibt so viele Klappentexte, die viel mehr verraten als nötig und dermaßen viel Spannung nehmen!

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