Literaturverfilmung

[Literaturverfilmung] Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin

Deutscher Buchtitel: Die Schnäppchenjägerin

Originaltitel: The Secret Dreamworld of a Shopaholic

geschrieben von: Sophie Kinsella

Erscheinungsjahr: 2009

Regie: P.J. Hogan

Länge: 107 Minuten

Altersfreigabe: FSK ohne Altersbeschränkung

Darsteller: Isla Fisher, Hugh Dancy, Krysten Ritter, John Goodmann, Lynn Redgrave u.a.

IMDb-Bewerbung: 5,6 von 10

Homepage:
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Handlung
Dior oder Prada sind die besten Freunde von Rebecca Bloomwood. Regelmäßig besucht sie deren Nobelboutiquen im Shopping-Paradies Manhattan, nimmt sie gerne auch nach Hause mit. Doch als alle Kreditkarten ausgeschöpft und die Schulden unüberschaubar sind, braucht Becky einen besser bezahlten Job. Sie findet ihn ausgerechnet bei einem Wirtschaftsmagazin – und dort in Chefredakteur Luke einen Mann, den sie nicht kaufen, aber erobern kann, während sie nebenher journalistisch unerwartete Erfolge landet.
[Quelle: Amazon]

Unterschiede Buch/Film
Es ist ganz klar, dass man ein Buch niemals 1:1 verfilmen kann und das würde ich auch nie erwarten, aber was man hier geschaffen hat, ist doch eine kleine Frechheit. Die Grundidee des Buches wurde zwar übernommen, wurde aber durch zusätzliche Szenen dermaßen überspitzt und albern dargestellt, dass hier kein Spaß aufkommt.
So fand ich es z.B. wahnsinnig schade, dass die Geschichte nicht in London, sondern in New York spielt. Wenn man bedenkt, dass Becky im Buch erst im zweiten Band nach New York zieht, möchte ich erst gar nicht wissen, was man aus dem zweiten Buch bei einer möglichen Verfilmung machen möchte.
Gut fand ich die zusätzlichen Szenen mit dem Club der anonymen Shopaholics. Die erste Sitzung fand ich noch richtig lustig, aber danach wurde es albern.
Ebenfalls sehr albern empfand ich das Ende. Becky versucht ihre Shoppingsucht zu überwinden und geht an einem Laden vorbei. Anstatt einfach nur zu denken „Hey, ich habs geschafft“, wird es wieder ins lächerliche gezogen, indem die Schaufensterpuppen ihr minutenlangen Applaus schenken. Was soll denn bitte sowas?
Ein ganz großer Unterschied ist auch Becky’s Familie. Im Buch sind sie ihr Ruhepol, die immer für sie da sind und sie in allen Dingen unterstützen, im Film sind beide eher kleine Egoisten, die nahezu fast nur Geld im Kopf haben. Sie spielen jahrelang die Geizkragen und am Ende hauen sie ihr gesamtes Geld für Unfug raus.
Auch der Bankarbeiter Derek Smith wird hier unglaublich blöd dargestellt. Im Buch hat er Becky zwar immer unter Druck gesetzt, aber er wollte dennoch nur ihr Bestes und ihr zeigen, dass die Bank nicht der Feind ist, sondern eher eine Unterstützung. Im Film ist Derek dagegen ein fieser, unangenehmer Mann, der Becky das Leben zur Hölle macht und sie mit aller Macht bloßstellen will.
Sehr, sehr schade, was man aus dieser doch so wunderbaren Geschichte gemacht hat. Sophie Kinsella kann einem nur leid tun.

Schauspielerische Leistung
Ich bin so enttäuscht. So richtig.
Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber da sind doch einige Fehlbesetzungen vorhanden, die mich während des Anschauens mehr als geschockt haben.
Mit Isla Fischer als Becky kann ich ja noch leben. Sie sieht meiner Buch-Becky schon sehr ähnlich und kann eine Shoppingsüchtige richtig gut verkörpern, allerdings ist ihre Darstellung ein wenig zu überspitzt.
Die wohl größte Enttäuschung ist Hugh Dancy. Ich finde ihn als Schauspieler wirklich großartig und habe schon einige Filme mit ihm gesehen, aber er ist definitiv kein Luke Brandon. Luke kommt im Buch immer so seriös, so männlich herüber – und dies ist Hugh Dancy nicht. Zumindest nicht in diesem Film. Er wirkt da mehr wie der Kumpeltyp und nicht wie eine Respektperson. Ich konnte ihm in keiner einzigen Sekunde die Rolle abkaufen. Es ist klar, dass man für so einen Film keinen George Clooney engagieren kann, aber ein bißchen mehr Mühe hätte man sich da schon geben können. Auch Suze ist eine kleine Enttäuschung gewesen. Mein erster Gedanke war: „Was soll das denn nun schon wieder?“, aber das habe ich bei nahezu jedem Schauspieler in diesem Film gedacht.
Leider sind die Gags auch nicht lustig, sondern eher peinlich und albern.

Soundtrack
Richtig toll. Da macht das Zuhören wirklich Spaß und lenkt ein wenig von dem schlechten Film ab. Mit Künstlerinnen wie Lady Gaga, The Pussycat Dolls und Natasha Bedingfield hat man großartige Sängerinnen gefunden, die perfekt zum Geschehen passen.
Mit Jessy J, Trey Songz und Akon sind weitere gute Künstler vertreten. Im offiziellen Failmtrailer ist auch noch Rihanna dabei, auf dem Soundtrack selbst leider nicht.

Fazit
„Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“ konnte mich weder unterhalten, noch zum Lachen bringen. Stumpfe, peinliche Gags und deplatzierte Schauspieler sind hier ein abschreckendes Beispiel für schlecht gemachte Verfilmungen. Das hat Sophie Kinsella absolut nicht verdient.
Dann doch lieber zum Buch greifen und dabei seinen Spaß haben.

12 Kommentare zu „[Literaturverfilmung] Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin

  1. also ich kenne das buch nicht, sondern nur den Film und der war wie du schon gesagt hast *so lala*. Habe zwar schon schlechtere gesehen, aber er hätte bessere Momente haben können. (ps: beim Fazit hast du geschrieben – ‚konnte mich wieder unterhalten‘ anstatt ‚weder‘) Liebe Grüße

  2. Dankeschön, irgendwie schreibe ich immer „wieder“, statt „weder“. Doofe Macke 🙂

    Ich wollte den Film schon ewig sehen, als ich den dann in der letzten Woche gesehen habe, war ich so enttäuscht, das war der Wahnsinn

  3. ach, mir gehts auch immer so… da will ich was los werden und vertipp mich dann immer, weil ich zu schnell drauf los schreibe… *nervig* aber was soll man tun, wenn die Zeit bzw. die Finger drängen 🙂
    Naja, ich find den film jetzt nicht so schlecht. Aber diese hauptdarstellerin war mich einfach nicht sympathisch. Und wenn du das buch schon kennst, dann kann dir glaub ich so oder so der Film nicht mehr gefallen – das ist immer so.

  4. Kommt drauf an. Gibt auch richtig gute Literaturverfilmungen.
    Die Chroniken von Narnia fand ich sehr toll, Beasty genauso. „Nur mit Dir“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Den muss man gesehen haben.

    Allgemein gefallen mir die meisten Verfilmungen von Nicholas Sparks

  5. Narnia hat mir auch gefallen, aber da kenne ich die bücher nicht. Das gleiche ist mir den Herr der ringe büchern – ich lliiiiebe die Filme u habe sie schon unzählige mal gesehen, aber für die bücher habe ich mich noch nicht aufraffen können.

    Beastly hat mir nicht soo gefallen – also der Film. Das war mir zu kitschig und zu oft ‚augen rollen‘ *g*
    Aber nur mit dir hat mir auch gefallen. Obwohl ich da wie ein Baby geweint habe.

  6. Die Herr der Ringe-Filme haben mir gar nicht gefallen, aber da fand ich auch die Bücher nur mittelmäßig. Tolkien wird wohl nie mein Lieblingsautor. 🙂

    Die Potter-Filme waren auch toll, nur Teil 1 und 2 fand ich nicht soooo gut, aber auch ansehnlich.

    „Nur mit Dir“ mag mittlerweile kaum jmd. noch mit mir sehen, weil ich da nahezu die komplette letzte halbe Stunde durchheule. Ich kenn den Film zwar mittlerweile auswendig, aber die Emotionen sind weiterhin da 🙂

  7. mh, also ich muss zugeben, dass ich fast schon die Texte mitreden kann und immer total gefesselt bin – bin ein absoluter Sam-Fan und Frodo find ich doof, weil er es ohne ihm NIE geschafft hätte und immer nur wird wegen Frodo ein Theater gemacht *grml*

    oja, Potter war auch großartig. Obwohl, wenn man dann die bücher vor den filmen liest, ist es manchmal schon ärgerlich warum Szenen rausgenommen und/ oder durch andere ersetzt werden. oder man versteht auch in den Filmen oft nicht warum Harry so dumm drein schaut oder so deprimiert/ aggressive ist, wenn man die Bücher und seine Gedanken nicht kennt. Ansonsten von der Umsetzung aber okay.

    haha, so gehts mir bei dem Film ‚PS: ich liebe dich‘ – da ist mein Freund immer fix u fertig weil er nix machen kann und die Tränen laufen wie ein Fass ohne Boden *lol*
    PS: ja, ich weiß, dass du den film nicht magst *g*

  8. Vom Film würde ich abraten, das war Zeitverschwendung pur. Leider. Ich hab mir da einiges versprochen, weil das Buch ja quasi nach Verfilmung schreit, aber nee, das war nix.

  9. Über „P.S. Ich liebe dich“ könnte ich mich immer noch aufregen 😀
    Hoffentlich verhunzen die nicht auch noch „Für immer vielleicht“, das würde ich Hollywood wohl nie verzeihen.
    War schon schlimm genug, dass man „Solange du da bist“ verpfuscht hat.

    Potter fand ich sehr gut, vor allem 6-7.2.sind super umgesetzt worden. 🙂

  10. Ich hab das Buch gelesen, bevor ich den Film gesehen habe …. muss allerdings sagen, dass ich den Film wirklich toll finde. Ich liebe ihn regelrecht … ich finde die Schauspieler einfach perfekt für die Rollen und auch die Umsetzung hat mir super gut gefallen. Mir ist noch nie in den Sinn gekommen, dass es sooo viele gibt, die den Film nicht mögen 🙂

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