Rezension

Kerstin Gier – In Wahrheit wird viel mehr gelogen

Kurzbeschreibung
Die Erbmasse verringert sich mit der Masse der Erben… Gerade, als Carolin anfängt sich zu fragen, ob es wirklich eine so gute Idee war, Professor Karl Schütz, den charismatischen Vater ihres eher spießigen Studienfreunds Leo zu heiraten, stirbt Karl − und hinterlässt ihr ein überraschend großes Vermögen. Karls Kinder und seine Exfrau erheben allerdings ebenfalls Anspruch auf das Erbe und sind bereit, mit allen Tricks und Kniffen darum zu kämpfen. Leo, inzwischen Anwalt und verlobt mit der hübschen Tochter seines Chefs, nimmt Carolin offenbar immer noch sehr übel, dass sie ihn vor fünf Jahren wegen seines Vaters verlassen hat. Um Carolin das Erbe streitig zu machen, fährt er schwere Geschütze auf. Aber Carolin weiß sich durchaus zu wehren…

Meine Meinung
Carolin ist Mitte 20 und seit kurzem Witwe. Ihr Mann, der doppelt so alt war, verstirbt ganz plötzlich an einen Herzinfarkt.
Um mit ihrer Trauer nicht allein zu sein, zieht Carolin von London nach Deutschland zu ihrer Schwester Mimi, um die nötige Unterstützung zu erhalten.
Da sie ihre Trauer immer mehr in Alkohol ertränkt, schicken ihre Schwester und ihr Schwager sie zu einer Psychologin, die ihr zwar suspekt ist, aber dennoch hilft.
Doch zur Ruhe kommt Carolin noch lange nicht, denn ihre Stiefkinder, sowie der Rest der Familie ihres Mannes will an das Erbe ran. Besonders brisant ist hierbei, dass ihr Stiefsohn gleichzeitig ihr Exfreund ist. Aber auch hier behält sie einen klaren Kopf…

Kerstin Gier hat mit „In Wahrheit wird viel mehr gelogen“ einen wunderbaren Roman geschaffen, der ans Herz geht.
Ihr Schreibstil begeistert mich immer wieder aufs Neue und sie schafft es jedes Mal wieder, dass man am liebsten alle Charaktere um sich herum haben möchte.

Besonders gefallen hat mir an diesem Buch, dass es direkt mit der „Mütter-Mafia“ verknüpft ist. Zwar erfährt man von Constanze und Co. nicht wirklich viel neues, dennoch haben sämtliche Protagonisten aus der „Mütter-Mafia“ hier ihre Rolle erhalten, denn Carolins Schwester ist Mimi, die mit den anderen aus der Mütter-Mafia einen Schuhladen betreibt.

Das Hauptaugenmerk richtet sich jedoch auf Carolin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist.
Sie ist ein sogenanntes Wunderkind. Schon früh wurden ihre Talente im musikalischen Bereich entdeckt und gefördert. Aber auch alles andere scheint ihr nur so zugeflogen zu kommen. Sie hat einen IQ von 158 und konnte bereits im Alter von 16 ihr Abitur machen. Mit 19 hatte sie bereits zwei Uniabschlüsse und entscheidet sich für ein weiteres Studium (Jura), welches sie jedoch für die Liebe abgebrochen hat.

Durch ihre Intelligenz wurde Carolin aber auch immer von anderen Kindern gemieden. Stets war sie der Freak, mit dem man höchstens etwas zu tun haben wollte, wenn man Lernschwierigkeiten hatte.
Um bei ihrer ersten großen Liebe Leo nicht auch als Freak zu gelten, hat sie viele Dinge über ihre Vergangenheit, wie ihre Musikalität verschwiegen.
Bei Leos Vater Karl, ihrem späteren Ehemann, konnte sie jedoch immer sein, wie sie ist und hat sich zum ersten Mal in ihrem Leben normal gefühlt.

Aber auch andere Charaktere wie Mimi und Ronny sind der Autorin sehr gelungen.
Mimi emfpand ich bei „Die Mütter-Mafia“ immer ein wenig unscheinbar, hier blüht sie jedoch auf und zeigt, wie stark und liebenswert sie in Wirklichkeit ist.

Neben den Charakteren und dem unverwechselbaren Schreibstil hat mir besonders die Gestaltung des Buches gefallen.
An jedem Kapitelanfang findet man Zitate und typische Poesiealbumsprüche, die zu der jeweiligen Situation passen.

Die Covergestaltung ist wunderschön stimmig und farbenfroh. Hierbei hat sich der Verlag besonders viel Mühe gegeben.

Wer von der „Mütter-Mafia“ nicht genug bekommen kann und mal eine ganz andere Seite von Kerstin Gier kennenlernen möchte, ist bei diesem Buch besonders gut aufgehoben.

Die perfekte Lektüre!

Ein Kommentar zu „Kerstin Gier – In Wahrheit wird viel mehr gelogen

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