Rezension

Alex Flinn – Beastly

Kurzbeschreibung
Kyle Kingsbury ist eine Bestie, die nachts durch New York streift – ein hässliches Monstrum. Doch Kyle war nicht immer so. Er war mal ein Junge, mit dem jeder andere gerne getauscht hätte, ein gutaussehender, reicher und bei vielen Mädchen beliebter Kerl. Doch er war auch arrogant, eingebildet und überheblich. Zur Strafe wurde er dazu verflucht, dieses grässliche Biest zu sein – jetzt kann nur noch die Liebe diesen Fluch brechen.
„Ich bin eine Bestie. Eine Bestie. Kein Wolf oder Bär, kein Gorilla oder Hund, sondern eine entsetzliche Kreatur mit aufrechtem Gang, ein Wesen mit Reißzähnen und Klauen. Aus jeder Pore sprießen mir Haare. Ich bin ein Monster. Du glaubst wohl, ich erzähle Märchen? Falsch. Ich lebe in New York. In der Gegenwart. Ich bin keine Missbildung, bin nicht krank. Aber ich werde für immer so bleiben, bin ruiniert, es sei denn…“

Meine Meinung
Der 16-jährige Kyle Kingsbury geht in die 9. Klasse und ist der König an seiner Schule. Dies hat er neben seinem berühmten und reichen Vater auch seinem Aussehen zu verdanken.
Allerdings tut ihm dieses Image nicht gut, denn er entwickelt sich immer mehr zu einem arroganten und oberflächlichen Jugendlichen, der andere nur nach ihrem Aussehen beurteilt und sogar fordert, dass jeder einem gewissen Ideal entspricht.
So wird seine Mitschülerin Kendra von ihm mehrfach wegen ihres Aussehens vor der gesamten Stufe gedemütigt. Doch Kendra sieht nicht so aus wie es scheint und rächt sich an ihm – mit ungeahnten Folgen.

Kyle verwandelt sich in ein haariges Biest und hat zwei Jahre Zeit diesen Zustand zu ändern, indem er die Liebe seines Lebens findet. Schafft er dies innerhalb dieser Zeit nicht, wird er für immer ein Biest bleiben.

All seine Hoffnungen scheinen verloren, bis er auf Linda trifft. Aber kann sie ihn von seinem Fluch befreien?

Da „Die Schöne und das Biest“ einer meiner Lieblinge unter den Disneyfilmen ist, war ich besonders gespannt darauf, was Alex Flinn aus diesem Buch macht.
Gott sei Dank wurde ich nicht enttäuscht, denn dieses Buch ist großartig, auch wenn ich auf den ersten Seiten meine Zweifel hatte, weil ich Kyle als sehr unangenehm empfand.

Kyle macht es einem am Anfang nicht leicht ihn zu mögen. Mit seinem Schönheitswahn treibt er seine Mitmenschen in den Wahnsinn. Jeder noch so kleine Pickel wird an anderen bemängelt. Auch Menschen, die nicht so viel Geld wie er haben, werden von ihm öffentlich gedemütigt und terrorisiert. Damit kam er auch jahrelang durch, doch dann entdeckt er eines Tages Kendra, die durch ihre pummelige Figur auffällt. Diese lässt sein Verhalten nicht durchgehen und verwandelt ihn in ein Biest.
Durch die Verwandlung zum Biest wird Kyle jedoch auch deutlich sympathischer. Er lernt, dass es nicht nur auf das Aussehen bei einem Menschen ankommt und ändert sich völlig.
Er erkennt, wie oberflächlich sein Vater und auch seine vermeintlichen Freunde sind und will mit seinem alten Leben nichts mehr zu tun haben. Deswegen nennt er seinen Namen komplett um und will fortan nur noch Adrian genannt werden.
Zusammen mit seinem blinden Privatlehrer Will und seiner Haushälterin Magda lebt er abgeschieden in einem viel zu großen Haus in Brooklyn.
Vor allem die Einstellung seiner Mitbewohner hilft ihm, ein besser Mensch zu werden. Er wird klüger und belesener und beginnt, Rosen in einem Gewächshaus zu züchten.
Immer mehr kommt er mit sich und seinem Umfeld ins Reine und findet seinen Frieden. Vor allem Linda ist ihm da eine sehr große Hilfe.

Linda ist eine wunderbare und sympathische Protagonisten, die es einem leicht macht, sie zu mögen. Durch die Verhältnisse, in denen sie aufwachsen musste, bleibt ihr nur die Möglichkeit, mit Bildung ein besseres Leben zu erhalten. Sie ist sehr belesen und verschlingt so viele Bücher, wie sie nur kann. Obwohl sie Kyle/Adrian am Anfang noch für sein Verhalten hasst, fasst sie im Laufe der Geschichte immer mehr Vertrauen zu ihm.
Besonders interessant fand ich die Tatsache, dass sie in Kyle verliebt war, ihn aber in Adrian nicht wieder findet.

Aber auch Will und Magda sind tolle Charaktere.
Allerdings hat mich ein wenig das Verhältnis zwischen Kyle/Adrian und Will gestört. Hierbei konnte sich die Autorin anscheinend nicht entscheiden, ob sie sich duzen oder siezen sollen. In einem Satz duzt Kyle/Adrian seinen Privatlehrer, im nächsten Satz ist er wieder beim „Sie“. Es wäre besser gewesen, wenn man hier eine gerade Linie gefunden hätte.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Kyle/Adrian in der Ich-Perspektive erzählt.

Obwohl die Geschichte an sich alles andere als neu ist, hat es Alex Flinn geschafft, mich an manchen Stellen zu überraschen. Zwar sind viele Sachen wie der magische Spiegel und das Ende gleich, allerdings hat sie es so wunderbar geschrieben, dass man auch bei bekannten Stellen mitgerissen wird.

Immer wieder bekommt der Leser auch einen Einblick in Chatgespräche zwischen Kyle/Adrian und anderen Transformierten, wie z.B. Arielle, die Meerjungfrau. Sie treffen sich im Chat, um sich über ihr Leben auszutauschen und helfen sich gegenseitig, mit ihrem derzeitigen Zustand umzugehen.

Das Buch besitzt einen wunderbaren Schreibstil, sodass man beim Lesen nur so durch die Seiten fliegt.
Besonders gut finde ich auch, dass der Verlag hier den Originaltitel und das Originalcover beibehalten hat.

Schöner und passender kann das Cover nicht sien. Die weiße Rose symbolisiert den kompletten Ablauf der Geschichte und steht hierbei für Reinheit.
Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls stimmig und gut geschrieben.

Wer Märchen liebt, wird um „Beastly“ nicht herumkommen.

Im Frühjahr 2011 wird die Buchverfilmung in den deutschen Kinos anlaufen.
Zwar bin ich über die weibliche Hauptrolle ein wenig enttäuscht, weil Vanessa Hudgens Lindy überhaupt nicht ähnlich sieht, aber ich lasse mich da sehr gerne überraschen und werde mir den Film nicht entgehen lassen.

5 Kommentare zu „Alex Flinn – Beastly

  1. Mich hat das Buch nicht überzeugt, zu viele Klischees und zu wenige eigene Elemente.

    Hierbei konnte sich die Autorin anscheinend nicht entscheiden, ob sie sich duzen oder siezen sollen.
    Ich glaube eher, dass das an der Übersetzung liegt, im Englischen sagt er ja so oder so „you“.

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