Rezension

Ursula Isbel – Der Zauber von Ashgrove Hall

Kurzbeschreibung
Die Geschwister Merle und Anders verbringen den Sommer in einem Jagdschloss in den Highlands, in dem vor langer Zeit ein Weggefährte des schottischen Nationalhelden Bonnie Prince Charlie spurlos verschwand. Ein nächtlicher Besucher, der auf ewig an das alte Haus gebunden scheint, bringt Merle auf die Spur dramatischer Ereignisse. Teil des Rätsels sind auch die neuen Freunde Kyle und Bronwen. Sie stehen in geheimnisvoller Verbindung zu dem Verschollenen und stürzen die Geschwister bald in heftige Gefühlsverwirrung. ~ Quelle

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Meine Meinung
Merle ist am Boden zerstört. Ihr Freund hat sie mit ihrer besten Freundin betrogen. Da Jens ihre erste große Liebe war, ist dieser Verlust besonders schwer für sie. Zum Glück hat sie ihren Bruder Anders, der alles dran setzt, damit es seiner kleinen Schwester besser geht.

Um sie auf andere Gedanken zu bringen, möchte er mit ihr verreisen. Sie entscheiden sich für Schottland. Da ihre Tante Thisbel eine Bekannte hat, die ein leerstehendes Anwesen in Schottland besitzt, müssen sie sich um eine Unterkunft keine Gedanken mehr zu machen.
Tante Thisbel macht sich jedoch große Sorgen um Merle und warnt sie vor dem Anwesen. Angeblich soll es dort spuken.

In Schottland angekommen wird Merles Laune sofort besser. Als sie jedoch in Ashgrove Hall ankommen, fühlt sich Merle vom ersten Moment an beobachtet und das Anwesen hat eine große Wirkung auf sie.
Da das Haus nur selten bewohnt wird, müssen Merle und Anders unter altmodischen Bedingungen leben. Sie haben nur selten lauwarmes Wasser, die Heizung funktioniert nicht und das Licht ist auch nur sehr spärlich. Dazu ist der große Garten sehr verwuchert.

In der ersten Nacht wird Merle von Träumen eingeholt, die sie nicht mehr loslassen. Sie hört Glockenläuten, obwohl keine Kirche in der Nähe ist. Zudem riecht sie immer wieder Blut und Asche. In den nächsten Nächten glaubt sie immer wieder einen Mann vor ihrem Bett stehen zu sehen.

Am Privatstrand von Ashgrove Hall lernen Merle und Anders die Geschwister Kyle und Bronwen kennen. Sie freunden sich schnell untereinander an und erfahren einiges über die schottische Geschichte und den Ereignissen aus dem 18. Jahrhundert, die auf Ashgrove Hall vorgefallen sind.
Immer wieder kommen sie auf Alan Campbell zurück, der ein Gefährte des letzten katholischen Stuarts Bonnie Prinz Charlie war und dessen Leiche niemals gefunden wurde.

Ist Alan Campbell etwa der Mann, der jede Nacht an Merles Bett steht und können sie das Geheimnis um seinen Tod lösen?

Ich muss gestehen, dass ich bei Büchern eher selten euphorisch reagiere, aber dieses Buch hat mich umgehauen. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen und konnte es nicht aus den Händen legen.

Was Ursula Isbel hier geschrieben hat, ist ein absolutes Meisterwerk, dass einen mit seinen wunderbaren Charakteren, tollen Orten und der Geschichte Schottlands verzaubert.

Das Buch liest sich leicht und flüssig und vieles wird sehr liebevoll und genau von der Autorin beschrieben.

„Der Zauber von Ashgrove Hall“ wird aus der Sicht von Merle in der Ich-Perspektive geschrieben.
Merle ist alles andere als ein typischer Teenager. Sie ist sehr sensibel und verbietet sich immer wieder, an ihren Exfreund oder ihre beste Freundin zu denken. Ihr Englisch geht weit über das Schulenglisch hinaus, sodass sie in Schottland nicht wie eine Touristen angesehen wird.
Besonders rührend finde ich ihr Verhältnis zu ihrem Bruder Anders. Die beiden vertrauen sich alles an und haben von klein auf zusammen gehalten. Da ihre Eltern sehr viel arbeiten, war Anders ein Elternersatz für sie.

Doch trotz der tiefen Bindung der beiden ist Anders das genaue Gegenteil von ihr. Sein Englisch ist alles andere als perfekt, sodass er in Schottland an einer Sprachschule sein Englisch aufbessern will. Während Merle immer wieder über die Geheimnisse von Ashgrove Hall nachdenkt und das Geheimnis um Alan Campbell aufdecken will, ist Anders eher der ruhige und skeptische Part. Er hält nicht besonders viel von den alten Geschichten und lebt lieber in der Gegenwart.

Aber auch Bronwen und Kyle sind der Autorin sehr gelungen.
Während Kyle als Fremdenführer Touristen zum Loch Ness begleitet, arbeitet Bronwen als Musiklehrerin.
Für beide ist die Geschichte Schottlands sehr wichtig und sie wissen quasi alles aus der Zeit, in der die Jakobiaufstände in Schottland waren.
Auch sie teilen das Schicksal, schon früh auf sich alleine gestellt zu sein. Ihre Beziehung untereinander ist ähnlich eng wie die von Merle und Anders.

Aber auch alle weiteren Charaktere wie Tante Thisbel oder die Gärtnerin Daisy Westmacott werden authentisch und liebevoll dargestellt.
Man möchte am liebsten mit allen befreundet sein und selbst nach Ashgrove Hall reisen.

Vor allem die jeweilige Orte wurden von der Autorin sehr genau dargestellt. Bereits auf dem Cover kann man das Anwesen von Ashgrove Hall sehen.
Der Garten, das Schloß, die Ruinen, der See und das Haus von Bronwen und Kyle sind so detailliert beschrieben, dass man glaubt, ein Teil dieser Geschichte zu sein.

Neben typischen Fantasyelementen erfährt man auch sehr viel von der schottischen Geschichte. Hierbei erfährt man hauptsächlich Ereignisse aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das Cover ist wunderschön und mystisch. Schon allein wegen seinen Farben ist dieses Buch ein absoluter Hingucker im Bücherregal. Der Klappentext ist spannend und detailliert geschrieben, ohne zuviel zu verraten.

„Der Zauber von Ashgrove Hall“ ist weitaus mehr als ein Jugendbuch. Hier wird einem so viel geboten, dass für jeden etwas dabei ist. Die perfekte Mischung aus Fantasy- und Historischen Roman. Mein absolutes Jahreshighlight!

3 Kommentare zu „Ursula Isbel – Der Zauber von Ashgrove Hall

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